Heiko Wendorf muss den Termin für 6. Neustädter Kugel-Cup verschieben

(Neustädt/Krefeld, 26. Juni 2022) Eigentlich sollte die sechste Auflage des sich vom Jedermann-Wettbewerb als Schnupperkurs zu einem Stelldichein eines Teils der deutschen Elite von jung bis reif entwickelnde Neustädter Kugel-Cup an der hessisch-thüringischen Landesgrenze eine Art Ritterschlag erfahren: Als Normen- und Qualifikationswettkampf für verbliebene Startplätze der deutschen Männer (allerdings eher unwahrscheinlich bei der Norm von 20,85m) und Frauen zu den Europameisterschaften vom 15. bis 21.August 2022 im Münchner Olympiastadion. Konjunktiv halt. Nicht, dass Sven Lang als Leitender Bundestrainer Stoß/Wurf wankelmütig geworden wäre und diese Zusage für „Das größte Dorfsportfest Deutschlands“ in der 311-Seelen-Gemeinde zurückgezogen hätte. Die Ursache ist noch gravierender. Initiator und Organisator Heiko Wendorf muss die ursprünglich für den 09.Juli 2022 vorgesehene Veranstaltung auf seiner hauseigenen Anlage schweren Herzens absagen.

Nachholtermin im September 2022

„Aufgrund von unaufschiebbaren privaten und geschäftlichen Anlässen, die zudem eine größere Reisetätigkeit erfordern, sehe ich mich außer Stande die mannigfaltigen Vorbereitungen in gebotener Weise zu treffen“, bedauert der 51-jährige Wirtschaftsjurist. Wer im Juli 2021 vor Ort war und womöglich selber schon einmal selbst ein nur kleines Meeting organisiert hat (ich weiß, wovon ich in beiderlei Hinsicht schreibe), der hat eine Vorstellung davon, was da so alles zu stemmen ist. Und für halbe Sachen ist der DLV-Seniorensprecher und Kommissionsvorsitzende Breitensport im Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) nicht zu haben, hat schließlich auch den inzwischen ihm vorauseilenden guten Ruf und den seines Klubs ASV Erfurt zu wahren.
Aber auch hier gilt der seit Corona noch häufiger als zuvor strapazierte Spruch aus Volkes Mund „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Wenngleich nicht mit der oben genannten Wertigkeit ist der Nachholtermin für den 03. oder 17.September 2022 angedacht. Ehrensache, dass wir zu gegebener Zeit Flagge zeigen, die wir dieses Kleinod für Kugelstoßer/innen von Beginn an journalistisch begleiten. Da sei bei Interesse nur an zwei verlinkte Beiträge aus dem Vorjahr in den Fenstern Nachrichten und Ergebnisse erinnert.

Elendes Verwirr- und Suchspiel um eine simple Online-Ergebnisliste

(Bad Salzuflen/Krefeld, 25. Juni 2022) Da galt offensichtlich die Devise der Veranstalter „Unser Auftrag ist so geheim, wir wissen selber nicht was wir tun“. Stand heute Morgen 8.00 Uhr waren die Resultate von den Lippischen Mannschaftsmeisterschaften vergangenen Mittwoch in Bad Salzuflen auf allen denkbaren offiziellen Portalen noch nicht online. Nach elendig langer Suche mit vereinten Kräften von drei eifrigen Netzwerkern wurde auf verschlungenen Pfaden DAMM-Experte und Lampis-Mitarbeiter Dieter Krumm dann doch noch gestern im Laufe des Tages irgendwo im nirgendwo mit einer Ergebnisliste fündig.

Voraussichtlich steht nur noch ein DAMM-Durchgang aus

Es beteiligten sich demzufolge drei DAMM-Teams aus der ostwestfälischen Region an diesen gemeinsamen Titelkämpfen für mehrere Klassen und qualifizierten sich aller Voraussicht nach in einer Art Heimspiel für die Team-DM Senioren am 10.September in Lage. Das sind: Die M40 der StG Ostwestfalen-Lippe mit 7.826 Punkten, die W40 der LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen (5.312) und die W50 des LC Paderborn (5.016). Dies haben wir in unsere nachfolgende Tabelle eingearbeitet. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist bis zum ultimativen Schlusstermin lediglich noch ein Durchgang des TV Bürstadt in Südhessen mit der eigenen M60-Mannschaft am 10.Juli geplant, an dem sich interessierte Vereine und Startgemeinschaften auch anderer Altersklassen beteiligen können. Kontaktaufnahme unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!      .

DAMM-Rangliste mit 53 Mannschaften, Stand 22. Juni 2022    

Senioren, M30: 1. LG Stadtwerke München 9.540 Punkte, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 9.283, 3. StG Nutrixxion Masters 9.039, 4. StG Halle-Express 8.609, 5. TSG Heidelberg 7.954, 6. LAC Essingen 7.714, 7. LAC Schkeuditz 6.477.
M40: 1. LG Kindelsberg Kreuztal 8.674, 2. StG Südbaden 8.123, 3. LG Stadtwerke München 7.914,  4. StG Ostwestfalen-Lippe 7.826, 5. StG Planeta-Elbland 7.800, 6. SSV Ulm 7.749, 7. TSV Ottobrunn 6.290.
M50: 1. StG Würzburg/Schweinfurt/Ipsheim 9.447, 2. LAC Essingen, 9.432, 3. LG Kindelsberg Kreuztal 9.392, 4. StG Markkleeberg-DHfK-LSV Pirna 9.254.
M60: 1. LAC Essingen 7.291, 2. StG Hünxe-Bedburg-Duisburg 7.122, 3. LG Kindelsberg Kreuztal 6.924, 4. StG Werther-Brackwede-Kirchlinde 6.895, 5. LG Kreis Verden 6.637, 6. StG LAC Quelle Bayern Masters 5.857, 7. StG SF Neukieritzsch 5.523, 8. LAG Obere Murg 4.119.
M70: 1. StG Hünxe-Bedburg-Duisburg 7.045, 2. StG Team Stormann 6.900, 3. LAC Quelle Bayern Masters 6.554, 4. LAG Obere Murg 6.197.

Seniorinnen, W30: 1. StG Brinkum-Barßel-Friedrichsfehn 6.988 Punkte, 2. LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain 6.769, 3. LG Stadtwerke München 6.572, 4. TSV Bergedorf 5.871, 5. LAC Schkeuditz 5.027.
W40: 1. TSV Korbach 6.098, 2. StG Equipe Saar I 6.011, 3. TSV Friedberg 5.826, 4. StG Mittel-/Unterfranken 5.775, 5. LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen 5.312, 6. StG Planeta-Elbland 4.694, 7. StG Equipe Saar II 4.265. . 
W50: 1. StG Witten-Annen/Bochum 5.375, 2. LGG Ganderkesee 5.291, 3. StG SF Neukieritzsch 5.176, 4. LC Paderborn 5.016, 5. TSV Bayer 04 Leverkusen 4.949, 6. FC Erzgebirge Aue 4.334. 
W60: 1. StG SF Neukieritzsch 5.931, 2. LG Kreis Verden 5.615, 3. StG Breisgau-Team 5.244, 4. StG Hamburg-Harburg 5.196, 5. Gazelle Pforzheim/Königsbach 4.772.
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Sara Gambetta im stimmungsvollen Ambiente zum ersten DM-Titel 2022

(Berlin/Krefeld, 24. Juni 2022) Eingebettet in „Die Finals 2022“ mit 14 Sportarten an neun Schauplätzen in einer Stadt, nämlich der deutschen Metropole Berlin (siehe Link), sind die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer/Frauen hauptsächlich morgen und Sonntag im Olympiastadion. Der Dachverband DLV hat seine Titelkämpfe in der ihm eigenen Bescheidenheit von Leuchtturmprojekten mit angeblich weltweiter Strahlkraft mal gleich öffentlich als „das Zugpferd“ ausgerufen. Gemach, gemach: Andere Mütter haben sinnbildlich betrachtet auch hübsche Töchter und Söhne. Und von den Zugpferden aus dem hauseigenen Stall sind Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause, Langstrecklerin Konstanze Klosterhalfen und Speerwerfer Johannes Vetter aus diesen oder jenen Gründen nicht mit von der Partie bei der Party der nationalen Elite plus „Lametta“ drumherum. Für die erste Garnitur mit Politur geht es zudem vorweg um die Tickets für die Weltmeisterschaften vom 15. bis 24. Juli 2022 in Eugene im US-Bundesstaat Oregon. Dem stehen jedoch happige, selbst für kommende Titelträger und Medaillengewinner unerreichbare Normen vor.

Spannender Vierkampf heute um Edelmetall bei den Storl & Co. zu erwarten

Das allerdings konnte die Kugelstoß-Troika der Frauen mit vorheriger Erfüllung der geforderten 18,50m ganz entspannt angehen. Sie und sieben weitere Bewerberinnen hatten bereits gestern ihren ausgelagerten Wettbewerb an dem denkbar historischsten Schauplatz unseres seit 1990 wieder vereinigten Vaterlandes: Auf einer ambulanten Anlage mit Rollrasen und Stahlrohrtribüne auf dem Pariser Platz in Stoß- und Blickrichtung zum Brandenburger Tor unmittelbar dahinter. Stimmungsvoller geht’s nimmer mehr. Die ganz große Initialzündung vermochte es bei den drei klaren Favoritinnen allerdings nicht auszulösen, schien es sie eher zu hemmen als zu beflügeln. Der Ausgang entsprach indes der nicht immer verlässlichen so genannten Papierform: 1. Sara Gambetta (im Bild) mit 18,67m, 2. Katharina Maisch mit 18,62m, 3. Julia Ritter mit 18,25m. Insgesamt waren beim für die meisten sportlichen Jahres-Höhepunkt lediglich zwei Saisonbestleistungen zu notieren (siehe Ergebnisliste). Das ist ziemlich mager.
Heute um 14 Uhr sind an gleicher Stelle die Herren der Schöpfung an der Reihe und werden ebenfalls im Internet-Live-Stream zu sehen sein. Selbst für die nationale Spitze, Ex-Weltmeister David Storl eingeschlossen, scheint die WM-Norm von 21,10m außerhalb der Reichweite. Allerdings verspricht die aktuelle DLV-Bestenliste mit vier Athleten zwischen 20,41 und 20,06m einen interessanten Kampf um Edelmetall. Ausgang völlig offen, Überraschungen von Drehstoßern nicht ausgeschlossen. Wie im Vorjahr durch den von Mama und Papa gesponserten Feierabend-Sportler Dennis Lukas aus Idar-Oberstein gegen etliche (semi-)professionelle Staatsamateure von Bundeswehr und Bundespolizei.

Alt-Meister David Storl mit minimaler Steigerung zum zehnten DM-Gold

(Berlin/Krefeld, 24. Juni 2022) Ein Wettkampf ist kein Wunschkonzert. Insofern wich die positive Erwartungshaltung mit vier potenziellen 20-m-Kugelstoßern beim friedlichen Kampf um DM-Gold heute am Brandenburger Tor in der Bundeshauptstadt Berlin weitgehend der Ernüchterung, eher noch der Enttäuschung. Nur einer aus dem Spitzenquartett erfüllte die Vorschusslorbeeren. Das war Alt-Meister David Storl (*27.07.1990) vom SC DHfK Leipzig, der zugleich Älteste im Bunde des 13-köpfigen Starterfeldes. Der bald 32-jährige Sachse stellte mit der minimalsten aller denkbaren Steigerungsraten von einem Zentimeter eine neue Saisonbestleistung von 20,32m auf, bewegte sich somit zumindest im Rahmen seines verbliebenen Leistungsvermögens und fuhr den zehnten nationalen Titel in die Scheuer. Es war vom Auftakt mit 19,98 über 20,00 und 20,32m schlussendlich ein Start-Ziel-Sieg gegen die kollektiv schwächelnde Konkurrenz der drei übrigen 20-m-Stoßer in 2022.

Ein Salto rückwärts vom Vizemeister als Zugabe für die Zuschauer
 
Der mit 20,41m die aktuelle DLV-Bestenliste weiterhin anführende Simon Bayer steigerte sich im finalen sechsten Versuch von 19,49 auf 19,94m und quittierte es zur Erbauung der bei kostenfreiem Eintritt gut gefüllten Zuschauerränge mit einem Salto rückwärts im Ring.  Dritter wurde hinter ihm Vorjahressieger Dennis Lukas (SBL 20,06m) mit 19,39m denkbar knapp vor Silas Ristl (19,38m). Den heftigsten Absturz erlebte 2,10-Meter-Hüne Christian Zimmermann (SBL 20,07m), der mit für ihn völligen indiskutablen 18,42m nach dem Vorkampf als Zehnter ausschied. Das Finale der besten Acht erreichte hingegen überraschend der 19-jährige U20-Athlet Tizian Lauria (18,54m, PBL), der mit der altersgemäßen 6-Kilo-Kugel die Weltjahresbestleistung von 21,15m hält. Aus der zweiten Garnitur erfreuten Leon Schwöbel, wie Storl ein „Dinosaurier“ der Rückenstoßtechnik, mit dem „Hausrekord“ von 19,16m (Fünfter) und Cedric Trinemeier mit der Saisonbestleistung von 18,91m (Sechster). Auf der Habenseite des nationalen Saisonhöhepunktes stehen also zwei persönliche und zwei Jahresbestleistungen. Den Rest vom ergo nicht durgängig gelungenen Fest, womit wir wieder beim Eingangssatz wären, überantworten für Interessierte der Ergebnisliste.

Zeitplan der LVN-Seniorenmeisterschaften bedarf der Überarbeitung

(Euskirchen/Krefeld, 24. Juni 2022) Mittlerweile sind die Gemeldeten nach Klassen und Disziplinen der Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften der Ü30-Generation am 02./03. Juli 2022 im Erftstadion in Euskirchen in dem üblichen SELTEC-Durcheinander online. Es gibt leider keine Gesamtstatistik nach meldenden Vereinen, ihren Sportler/innen und Starts, sodass ohne größere eigene Rechenkunststücke keine Aussage über die absoluten Zahlen getroffen werden kann. Doch das ist getrost festzustellen: Startwillige jenseits der 400 gehören wohl endgültig der Vergangenheit an. Daran ist auch, aber nicht allein Corona schuld.
Eine flüchtige Draufsicht offenbart die nicht neue Erkenntnis, dass die Klassen bis M/W 40 eher dürftig bis hin zum oftmaligen Alleinstellungsmerkmal besetzt sind. Es ist also ausgesprochen schlecht um den „Nachwuchs“ für die Alterspyramide darüber bestellt. Was noch auffällt, dass der hoffentlich nur als „vorläufig“ beschriebene Zeitplan vom 20.Mai 2022 hier und da noch der Feinjustierung bedarf. Konkretes Beispiel: An Tag eins sollen auf dem Nebenplatz ohne ausreichenden Sonnenschutz ab 10:00 Uhr 17 Kugelstoßer der M70 bis 85 einen gemeinsamen Wettkampf absolvieren. Macht in Summe 102 Versuche, Wartezeiten von rund 15 Minuten dazwischen und einer Gesamtdauer von etwa 1,5 Stunden. Und dann womöglich noch lecker warm. Einen größeren Leistungskiller gibt es nicht, ist schlechterdings unzumutbar. Ganz zu schweigen von einer Gesundheitsgefährdung für die älteren Herrschaften. Nun ist es doch raus. (Leicht modifizierte und korrigierte Fassung von 11.10 Uhr.)