Als Orientierung wird es allwöchentlich mindestens dieses Format geben

Kolumne

Worte am Mittwoch

(Krefeld, 05. Oktober 2022)
Kein neues, aber über fast 13 lange Jahre verloren gegangenes und nunmehr seit drei Tagen wiederentdecktes Lebensgefühl mit Mehrwert: Mal in aller Ruhe das – unverändert – zeitige Frühstück (alte Binsenweisheit: Wer früh aufsteht, hat länger etwas vom Tag) zu genießen, mit meiner angetrauten Herzdame beispielsweise über den „Tatort“ vom Vorabend, im Fernsehen, versteht sich, nachkarten und anschließend die vertraute Rheinische Post zu lesen, für die ich neben anderen Publikationsorganen als freier Sportjournalist 30 Jahre tätig gewesen bin. Nicht schon in geistiger Abwesenheit von all dem Gedankenspiele anstellen zu müssen, was ich denn gleich in meinem allmorgendlichen Beitrag für LAMPIS berichte. Dies oftmals vor dem Frühstück nicht wissend, was ich danach schreiben werde. Kein Scherz!

Beweggründe dafür, es fortan ruhiger angehen zu lassen

Denn die Themen vornehmlich für die Ü30-Generation wachsen nicht auf den Bäumen und fallen schon gar nicht vom Himmel. Keine Hektik, kein Stress, alles schnell machen zu müssen, da ja nach der mit freiwilligem Zwang selbst auferlegten Pflichterfüllung noch irgendeine Kür wartet. Sei es Fitnessstudio, Kugelstoß-Training, eine ausgiebige Radtour in flottem Tempo über die Distanz zwischen 40 und 60 Kilometern am Niederrhein oder Pluspunkte sammeln bei der „Chefin“ mit einem City-Bummel und Einkehrschwung in irgendeiner nahen Stadt. Eben ein (Un-)Ruheständler mit über 17-jähriger Erfahrung seit Vollendung meines 60. Lebensjahres. Mit gelegentlichen Aufträgen aus alten, nicht abgerissenen Seilschaften und halt seit 06.Dezember 2009 dieses Internet-Portals. Tag für Tag, so mich schwerwiegenden Gründe nicht daran hinderten. Urlaube gehörten nicht dazu. Das Notebook war stets mit im Reisegepäck. Selbst in der dreiwöchigen Reha nach einer Bypass-Operation am offenen Herzen. Logischerweise kein wehklagen. Lediglich die Beweggründe dafür, es nunmehr ruhiger angehen zu lassen.

Es bleibt indes durchaus noch Spielraum nach oben

Damit es fortan für die bisherigen Stammbesucher und Gelegenheitsgäste einen Orientierungspunkt gibt, wird mindestens jeden Mittwoch wie mit diesem Erstlingswerk die oben ausgewiesene Kolumne erscheinen. Das fett geschriebene Wort lässt indes Spielraum, dass sowohl in dieser unsere Seite aufmachenden Nachrichtenspalte als auch in anderen Fenstern zwischendurch Beiträge veröffentlicht werden. Konkret heute unter Flurfunk und Ergebnisse.
Also, liebe Leser/innen, bleibt LAMPIS und namentlich mir bitte weiterhin gewogen. Es wird nicht anders, sondern lediglich weniger werden. Mithin ist für die Verbände DLV, WMA und EMA kein Anlass gegeben, lauthals Halleluja zu rufen und die Sektkorken knallen zu lassen.

Philosoph Heraklit: Nichts ist so beständig wie der Wandel

(Krefeld, 01. Oktober 2022) Manch eine/r wird sich bei dem gestrigen tiefen Griff in die schon Patina angesetzte Nostalgiekiste gefragt haben: „Was soll das?“ Gemach, gemach. Das war ein Annäherungsversuch. Die Lösung des vermeintlichen Rätsels folgt sogleich. Freilich nicht profan rein faktisch. Das ist einfach nicht meine Intension, wie Stammbesuchern dieser meiner Internet-Spielwiese vornehmlich für die Ü30-Generation bekannt sein sollte. Schließlich soll es neben der Information, Kommentierung oder Glossierung auch stets möglichst unterhaltsamer Lesestoff sein. Ein Geschenk wird ja auch nicht in Packpapier überreicht.

Bevor aus Lust noch Frust wird wesentlich kürzer treten

Nu‘ aber: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, hieß es schon in einem Lied von „Blödelbarde“ Stephan Remmler aus dem Jahre 1986. Oder erheblich niveauvoller formuliert: Nichts ist so beständig wie der Wandel, sagte dereinst der griechische Philosoph Heraklit von Ephesus (535 - 475 vor Christus). Immer noch ziemlich nebulös. Also komme ich jetzt nach diesem rhetorischen Geklingel zur Kernaussage: Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame, meiner seit 9.9.99 angetrauten ganz persönlichen „Regierungschefin“, aber durchaus auch eigener erhellenden Erkenntnis, werde ich fortan auf dieser Welle und an dieser Stelle wesentlich kürzer treten. Bevor aus Lust noch Frust wird bei der selbst auferlegten Verpflichtung, jeden lieben Tag bis auf ganz wenige Ausnahmen allmorgendlich nach dem frühen Frühstück einen neuen Beitrag einzustellen, ziehe ich die Reißleine. Nicht radikal. Angedacht ist mal zunächst, in nicht regelmäßigen Abständen mindestens einmal wöchentlich auf Sendung zu gehen.  

Eine Art Versuchsballon bis Anfang Dezember

Ob ich bei meinem ungebrochenen Spaß an der Schreibe als nunmehr 56 Jahre tätiger kugelstoßender Sportjournalist (im Bild) damit „glücklich“ werde und vor allem meine grauen Zellen mit der Magerkost genug Futter bekommen, das werde ich bis zum 06.Dezember 2022 als eine Art von Versuchsballon austesten. Denn dann schließt sich ein Kreis, wird LAMPIS einen Tag nach meinem Wiegenfest (im Original 05.12.1944) stramme 13 Jahre „en suite“ am Netz sein.
Also einfach immer wieder mal ‘reinschauen. Aktuell auch ins Schaufenster Ergebnisse. Da ist gestern Nachmittag eine kleine Reportage über den „Herminator“ Hermann Albrecht und seiner Teodora online gestellt worden. Natürlich im Bericht in umgekehrter Reihenfolge.

Süddeutsche Zeitung betitelt den DLV als "Der olympische Patient"

Kolumne

Moment mal

(München/Darmstadt/Krefeld, 29. September 2022) Informationen sind eine Bringschuld. Das haben die (un-)verantwortlich handelnden Personen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) immer noch nicht begriffen. Dessen Vorstandsvorsitzender Cheick-Idriss Gonschinska, von seinem gesamten Habitus, dem arrogant wirkenden Auftreten und seinen pseudowissenschaftlichen öffentlichen Einlassungen oftmals im Denglish-Mischmasch nicht gerade der große Sympathieträger, hatte nach dem Offenbarungseid der aufgeblasenen Nationalmannschaft der Männer/Frauen bei den Weltmeisterschaften vom 15. bis 24.Juli 2022 in Eugene/Oregon (USA) eine „schonungslose Aufarbeitung“ angekündigt. Allem Anschein nach zum Sankt Nimmerleinstag. Denn nach über zwei Monaten ist zumindest in der Außendarstellung absolut nichts bekannt geworden.

Endlich greift eine angesehene Tageszeitung das Thema auf

Frank und frei eingeräumt, habe ich mich schon gehörig gewundert, dass die Sportredaktionen von Print und TV querbeet durch die Republik bislang die Tastaturfinger still und die Münder geschlossen gehalten haben. Doch siehe da: Die angesehene, auflagenstarke, in München erscheinende Süddeutsche Zeitung (SZ) widmet dem DLV in ihrer letzten Wochenend-Ausgabe vom 24./25.September eine ganzseitige Geschichte mit einer üppigen Lesezeit von elf Minuten. Online ist sie leider in Gänze nur für Abonnenten abrufbar. Doch auch das Fragment mit dem Aufmacher-Foto der am Boden liegenden Marathonläuferin Miriam Dattke, der kurz vor dem Ziel die Bronzemedaille entrissen wurde, die Überschrift „Der olympische Patient“ und der fettgedruckte Vorspann „
Gestresste Athleten, frustrierte Trainer, Funktionäre in Abwehrhaltung: Ein Streifzug von der Basis bis zur Verbandsspitze offenbart, wie viel in der deutschen Leichtathletik im Argen liegt“, sagt schon eine ganze Menge über die Zustandsbeschreibung aus.

WM in Eugene bilanziere den Niedergang des deutschen Spitzensports

Ehrensache, dass ich mir den gesamten Beitrag zu Gemüte geführt habe und die LAMPIS-Leser zumindest in Schlaglichtern daran teilnehmen lasse. Zitiert wird zu Beginn des Artikels die Zeitung „Le Temps“ aus der neutralen Schweiz, die zwangsläufig völlig objektiv konstatiert: „Nach der superben Multi-EM in München ist das auf die Leichtathletik bezogen kaum mehr als ein wunderschönes Intermezzo.“ Und weiter: „Das spiegelt sich auch in den Tableaus der großen Leistungsmessen, den Weltmeisterschaften in Eugene wider, die den Niedergang des deutschen Spitzensports bilanziert.“

In der DLV-Geschäftsstelle herrsche „ein Klima der Angst“

Die SZ selber kommt in der Quintessenz zu dem Ergebnis, dass bei einem Streifzug dieser Tage von der Basis bis zur Spitze auf viele Sachverständige getroffen werde, die das ähnlich sehen. Nämlich: Gestresste Athleten, frustrierte Trainer und Funktionäre in Abwehrhaltung. Der im weiteren Verlauf hauptsächlich zu Wort kommende langjährige ehemalige Leitende Bundestrainer und spätere DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow (77 Jahre), also ein absoluter Intimkenner dieses in der Führungsetage vollkommen überforderten Dachverbandes, fühle sich nach vielen Athleten-Gesprächen, zwischen 60 und 80 an der Zahl, „wie eine Klagemauer“. Und auch dies: Wenn man von außen in die Darmstädter Geschäftsstelle kommen würde, gingen innen die Türen zu. Es herrsche „ein Klima der Angst“. Das haut rein ins Kontor, dass es nur so scheppert.

Eine nicht überschaubare Organisation, die verschlankt gehöre

Der DLV organisiere sich selber wie eine Behörde. Jedoch leider nicht mit der Qualität einer ordentlichen Verwaltung. Über allem throne Gonschinska. „Diese Organisation ist unüberschaubar, nicht logisch, nicht stringent, sie gehört verschlankt“, so Mallow. „Es müsste ein Außerordentlicher Verbandstag einberufen werden, die Strukturen so zu ordnen, Bürokratie und Hierarchie einzudämmen.“ Und sein feinfühliger Schlusssatz, für den zwischen den Zeilen gelesen werden muss: „Wenn ich nicht die richtigen Leute in den Strukturen habe, komme ich nie zum Erfolg!“
Da tun wir uns mit unmissverständlichem Klartext leichter: Gonschinska und seine „Chefhostess“ Annett Stein, die von empathischer Menschenführung gleichermaßen keinen blassen Schimmer hat, sollten dem leuchtenden Beispiel des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) folgen, der gerade erst über die Deutsche Presse-Agentur (dpa) verkündete, sich zum Jahresende von seinem Leistungssportchef Dirk Schimmelpfennig zu trennen.

Frommer Wunsch, dass Gonschinska und Stein die Konsequenzen ziehen

Das wäre getreu der Erkenntnis, alten, aber stimmigen Binsenweisheit „Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf“ konsequent bei einer geplanten und dringend notwendigen Neuorientierung. Aber auch darauf können wir beim DLV bis zum Sankt Nimmerleinstag warten. Wetten, dass…der buchstäbliche Fall im Doppelpack nicht eintritt! Die kleben an ihren Stühlen und betreiben Besitzstandswahrung mit den fett dotierten Verträgen im sechsstelligen Bereich.

Dereinst leisteten "Annettes Seiten" Anschubhilfe für LAMPIS

(Lingen/Krefeld, 30. September 2022) Es war einmal… So fangen gemeinhin alle Märchen an. Das was folgt, ist allerdings kein Märchen, sondern märchenhafte Realität. Vor nunmehr bald 13 Jahren, exakt am 07.Dezember 2009, heißt es in einem Beitrag auf „Annettes Seiten“, das überhaupt erste unabhängige Online-Medium in Europa für die Senioren-Leichtathletik: „Neu im Netz: Lampis – das Werferportal von Peter Holthuijsen, Axel Hermanns und anderen (das waren Henk van Bakel und Jan Titular für die niederländische Version; die Redaktion)“. Und im Text wird eine E-Mail von mir als bekennendem Kugelstoßer mit journalistischem Hintergrund an Sportfreunde und Gleichgesinnte aus der großen Werferfamilie veröffentlicht: „Guten Abend allerseits! Ein Hauch von Facebook weht nunmehr auch im Stoß- und Wurf-Bereich. Das Internet-Portal von ,Werfern für Werfer‘ ist ins Netz gegangen. In Anlehnung an einen Loriot-Sketch bin ich geneigt zu sagen: ,Ja, wo werfen sie denn?‘. Virtuell und digital unter: www.lampis.net." Und das seit dem Nikolaustag 2009. Bekanntlich der 06.Dezember.

Von den ehedem „Internetten Fünf“ ist längst nur noch ein Duo übriggeblieben

A
lles weitere Veröffentlichte zu dieser uneigennützigen Anschubhilfe ist Legende und zwischenzeitlich teilweise überholt (seit November 2013 bin ich Rechteinhaber und alleiniger Betreiber ohne Ableger für die Niederlande). Wie so manches andere auch. Denn es gab einmal gleichzeitig die vom damaligen EVAA-Präsidenten und heutigen EMA-Ehrenpräsidenten Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen plakativ so bezeichneten „Internetten Fünf“. Das waren eben als Vorreiter „Annettes Seiten“ von Annette und Robert Koop in Lingen im Emsland (siehe Link), „Pro Masters“, „SeLa Plus“ vom Sportverlag Meyer & Meyer in Aachen, das ausschließlich fachspezifische Internet-Portal „Geherpokal“ von Udo Schaeffer in Jena und eben LAMPIS mit späterem Sitz in Krefeld (vorher Erkelenz). Von dieser einstigen Herrlichkeit und (Meinungs-)Vielfalt sind  lediglich die beiden Letztgenannten als neutrale, digitale Publikationsorgane für die Ü30-Generation übriggeblieben.
So schaut’s aus!

In Memoriam: Trainer-Legende Kurt "Eia" Benner wäre heute 88 geworden

(Leichlingen/Krefeld, 28. September 2022) Manche leben in den sozialen Medien „auf ewig“ weiter, weil ihre Angehörigen nicht immer wissen, wo überall ihre verblichenen Liebsten sich so im Netz getummelt haben oder schlicht das Passwort nicht kennen. Andererseits erinnerte mich „Facebook“ heute Morgen um 07:04 Uhr daran, dass ein ganz großer, überaus erfolgreicher Trainer der Leichtathletik- und Rasenkraftsport-Zunft just heute sein 88.Lebensjahr vollendet hätte. Insofern eine treffliche Gelegenheit für all jene die ihn gekannt und geschätzt haben (dazu zähle ich mich ebenfalls) kurz inne zu halten und dem am 25.August 2018 83-jährig verstorbenen Kurt „Eia“ Benner (*28.09.1934) vom Leichlinger TV zu gedenken. Dessen Klub tut dies zumindest einmal im Jahr mit dem Eia Benner-Gedächtnis-Werfertag.
Dieser kleine Nachruf vom Nachruf (siehe Link) mag den engsten Hinterbliebenen zugleich als Hinweis dienen an die Löschung aus jenen modernen Kommunikationsplattformen zu denken und dafür Sorge zu tragen.