Demmel auch von Frey beim Disziplin-Durchmarsch nicht zu stoppen

(Schweinfurt/Krefeld, 02. Juli 2019) Nichts liegt uns ferner, als die Aktiven in Sippenhaftung für die Tranfunzeligkeit ihres Verbandes wegen der arg verspäteten Ergebnisübermittlung zu nehmen. Fabrizieren wir also noch einen Nachdreher zu den ausgelagerten Bayerischen Wurf-Meisterschaften der Ü30-Generation im mollig warmen Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt, das wenigstens oberhalb der Gegengeraden und vor dem Marathontor mit vielen Bäumen zum zwischenzeitlichen Schattentanken einlud. Ohnehin war die geringe Ausfallquote eingedenk der herrschenden „Affenhitze“ sehr bemerkenswert. Besonders hart die fortgeschrittenen Mädels, von denen nur eine von 31 Gemeldeten nicht antrat. Beim vermeintlich starken Geschlecht fehlten derweil neun von ursprünglich 96 Startwilligen. Ob alle miteinander den kalifornischen Bedingungen gewachsen waren, sei einmal dahingestellt.

Richard Rzehak verfehlte diesmal noch den deutschen Hammerwurf-Rekord

Doch allein daran ist es sicherlich nicht festzumachen, dass Richard Rzehak (*1929) vom SC Preußen Erlangen mit 22,61m den angepeilten deutschen Rekord (23,89m) im Hammerwurf der M90 um 1,29 Meter verfehlte. Das ist wohl mehr der langen Trainings- und Wettkampfabstinenz geschuldet. Aber wenn nicht hier wo sonst gilt der Spruch: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Obwohl Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching im Hammerwurf mit Stephan Frey (*1962) vom LAZ Obernburg-Miltenberg einen nominell Besseren aus dem Weg zu räumen hatte, machte er den Durchmarsch in den vier klassischen Stoß-/Wurfdisziplinen perfekt. Dazu schlug er im Überkreuzvergleich mit dem Diskus (50,50 zu 49,57m) den fünf Jahre jüngeren Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau aus der M50, warf auch mit Hammer und Speer jeweils über 50 Meter. Grandios, der Mann, der einfach alles kann.
Die komplette Titelsammlung gelang auch Demmels Klubkamerad Bernd Hasieber (*1944) in der M75, wobei sie im Speerwurf bei einem Vorsprung von lediglich 28 Zentimetern am seidenen Faden hing. Dass die klar schlechtere Serie gegen ihn sprach, konnte im herzlich egal sein, machte indes den Papst in der Sporttasche perfekt. Aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals in der M90 war es unvermeidlich, dass auch „König Richard“ die gesamte Kollektion einheimste.

Ein starkes Double von Martina Greithanner

Für die metrisch besten Leistungen in den durchweg zahlenmäßig schwach bis gar nicht besetzten Konkurrenzen der Seniorinnen sorgte Martina Greithanner (*1974) vom TSV Münnerstadt bei ihrem Double mit Kugel (12,02m) und Diskus (40,78m) in der W45. Das nunmehr in der W70 stattfindende immergrüne Duell entschied im direkten Disziplin-Vergleich die gebürtige Belgierin Margarete Tomanek (*1949) von der LG 90 Erbersberg-Grafing mit 2:1 gegen Eva Nohl (*1948) vom TSV Langenzenn für sich. - Alle Resultate der fein säuberlich nach männlich und weiblich getrennten sowie chronologisch aufsteigenden Ergebnisliste unter diesem Link. CosaWin sei Dank!