Bayern: Landesmeisterschaften litten unter den Witterungsbedingungen

(Herzogenaurach/Krefeld, 12. Mai  2019) Petrus, der mutmaßliche Wettergott, grollte. Werten wir es mal so, dass auch er zürnte, dass Stoß und Wurf bei den Bayerischen Senioren-Meisterschaften ausgekoppelt worden sind. Jedenfalls gab es gestern in Herzogenaurach mit Regen, Gewitter und Sonnenschein sehr gemischte Witterungsverhältnisse mit demzufolge sehr unterschiedlichen Bedingungen. Die 200-m-Läufer der Senioren wurden durch heftige Gewitterschauer schon am Start eingeweicht. Das hielt so manch einen davon ab, in die Blöcke zu gehen. Bei der M75 nahmen von elf Gemeldeten lediglich vier ihre Nennung wahr. Alles in allem betrachtet blieben wirklich gute Ergebnisse Mangelware.

Langstreckler Ulrich Grönhardt bot die mit Abstand beste Leistung

Die mit Abstand beste Leistung bot der 74-jährige Ulrich Grönhardt vom LAC Quelle Fürth. Bereits im letzten Jahr der M70 stehend lief er die 5.000 Meter in 20:59,83 Minuten. Damit war er um fast 13 Sekunden schneller als die vorjährige Nummer 1 der DLV-Bestenliste.
Flott unterwegs war Sebastian Kleiner vom TSV Gräfelfing in der M35 mit 11,93 über 100 und 23,67 Sekunden über 200 Meter. Prima in Form auch in seiner Ausstandssaison in der M45 Harald Köhler vom TSV Ipsheim, der die 100 Meter in 12,56 sec. und den Weitsprung mit 5,71m für sich entschied.
Wilhelm Martin von der DJK Waldrahm-Wolfratshausen gewann den Hochsprung der M50 mit guten 1,70m. Jürgen Gruber (LG LKr Aschaffenburg) sorgte in der M55 für ein Triple: 100m in 12,61,  200m in 26,05 und 400m in 58,53 Sekunden. Die 100m Hürden in dieser Klasse rannte Markus Eigenstetter vom SWC Regensburg in beachtlichen 16,71 sec.

Gerhard Zorn und Karl Dorschner holten sich wie Jürgen Gruber das Triple

Wie nicht anders zu erwarten, war Gerhard Zorn vom TSV Vaterstetten in der M60 über 100 bis 400 Meter in 13,13, 27,07 und 61,51 Sekunden vorn. Denselben Dreifach-Triumph feierte eine Altersetage höher nur unwesentlich weniger rasch Karl Dorschner vom TV 1848 Coburg  in 13,39, 27,77 und 61,63 Sekunden.
Bei den Seniorinnen hatte Manuela Groß im wahrsten Sinn des Wortes einen Großkampftag. Die Athletin vom LAZ Kreis Günzburg war in der W45 in sechs Disziplinen mit guten bis sehr guten Leistungen unterwegs. Die 80m Hürden in 13,07 sec., der Weitsprung von 4,94m und der Hochsprung mit 1,52m stellen absolute nationale Top-Resultate dar.

Etatmäßige Werfer Georg Ortloff und Walter Kühndel nutzten „Gunst der Stunde“

Die wirklich nur in diesem Falle Gunst der Stunde der „Gewaltenteilung“ nutzten zwei Protagonisten, die sich ihre durchaus klangvollen Namen bei den Senioren im Wurfbereich erworben haben. Georg Ortloff (*1950) vom LAC Quelle Fürth, wenngleich bei nur jeweils zwei Teilnehmern in der M65, gewann die 100 m Hürden (20,00 sec.), den Hoch- (1,37m), Weit- (4,50m) und Dreisprung (9,03m). Das dafür jeweils überlegen. So wie der zwei Jahre jüngere Wurf-Allrounder Walter Kühndel vom TV Dingolfing gegen vier Konkurrenten den Stabhochsprung mit 2,50m vor Ortloff (2,00m).
Da wir ihn schon in unserem Beitrag „Manche Ü50-Leichtathletn müssten vor sich selber geschützt werden“ genannt haben, sei noch beiläufig erwähnt, was aus dem beabsichtigten „Siebenkampf“ eigener Prägung von Reinhard Hofner (MBB-SG Augsburg) in der M60 geworden ist. Die 400 und 800 Meter ließ er aus. Den Rest überantworten wir bei Interesse an ihm und allen anderen der Online-Ergebnisliste.