Abwechselung vom öden Trainingseinerlei im Westen und 270 km südlich

(Dinslaken/Alzey/Krefeld, 14. August 2018) Geografisch im Westen am Rande des Ruhrgebietes in Dinslaken und davon rund 270 Kilometer südlich in Alzey fanden vorigen Samstag in der Saure-Gurken-Zeit ( = Schulferien) zwei handgemalte Meetings für die Werfer-Zunft statt. Am erstgenannten Schauplatz wurde gar wegen der nicht nur klimatischen Dürre von den Initiatoren Niels Depner und Markus Kuhlmann just infolge des kargen bis nicht vorhandenen Wettkampfangebotes in Nordrhein-Westfalen ein kleiner, aber feiner Einladungswerfertag für Senioren mit Kugel und Diskus organisiert. Ein für den reibungslosen Ablauf passendes Dutzend hatte liebend gerne seine Zusage gegeben. Leider mussten auf dem letzten Drücker mit Johann Stein (Magen-Darm-Grippe) aus Hagen, Ralf Unger (Golferarm) aus Kerpen und Hans Josef Weitz (Kapselverletzung am Mittelfinger der Stoßhand) aus Köln drei in der Szene bestens bekannte, erfolgreiche Recken schweren Herzens absagen. Vorneweg natürlich sehr schade für sie. Aber auch aus einem weiteren Grund. Denn beim Diskuswurf wehte ein prächtiger Wind in Wurfrichtung von vorne, der ein bisschen an die bekannten „Segelwiesen“ in Medelby, Norden und Bremerhaven erinnerte.

Olaf Többen wurde unverschuldet um ein 50-m-Resultat gebracht

Wenn nicht er, wer sonst, wusste es besonders gut auszunutzen: Der ehemalige 65-Meter-Werfer Olaf Többen vom Pulheimer SC (früher LG Bayer 04 Leverkusen). Allerdings Pech für ihn, dass die Anlage mittig wegen einer dort beginnenden Anschüttung für die Stehtribüne des unmittelbar angrenzenden Fußballstadions im Flachen nur Weiten bis 49,50m zulässt. So landete gleich der Auftaktversuch des amtierenden deutschen M-55-Meisters (48,46m) bei seinem erst zweiten diesjährigen Wettkampf  in etwa 30 Zentimeter Höhe des Hügels. Es blieb keine andere Wahl, als 1:1 von da aus zu messen. Es waren 49,75m – und dem 56-jährigen Sportlichen Leiter sowie Trainer der Leichtathletik-Abteilung seines Klubs wurde faktisch ein 50-m-Resultat „geklaut“. Obwohl es ihm eingedenk seiner immer noch vorhandenen technischen Klasse gelang, alle nächsten Würfe links der Anhäufung zu platzieren, blieb ihm ein „echter Fuffziger“ verwehrt, unterstrich jedoch mit seinen gleich anschließenden nächstbesten Weiten von 49,35 und 49,73m sein überragendes Feingefühl. Davon hätte Christoph Harting, der Quali-Versemmler“ (das war natürlich noch ein Thema), einiges gut gebrauchen können. „Olli“, Typ humorvoller Stoiker, trug die für ihn verpasste Gelegenheit freilich mit Fassung.

Niels Depner und Oliver Schembach Saisonbestleistung mit der Kugel

Noch z
wei weitere „ewige Talente“ durften sich über Saisonbestleistungen freuen, indes beim Kugelstoßen: Mit Niels Depner (*1973) einer des Veranstaltungsduo höchstpersönlich, der in der M45 die 7,26 Kilo schwer Kugel auf 14,72m wuchtete und der ab dieser Saison auf Drehtstoß umstellende Oliver Schembach (*1965) vom LV Essen mit 13,29m in der M50 (6kg). Insbesondere für das genannte Trio lohnte es sich sportlich. Aber auch alle anderen hat es riesigen Spaß gemacht. Einschließlich LAMPIS-Gründervater Peter Holthuijsen, der hauptsächlich mit dem Management seiner talentierten erfolgreichen hammerwerfenden Tochter Sina beschäftigt ist und sich für dieses Schmankerl von mir als seinem langjährigen Freund sowie Nachfolger als Netzseiten-Betreiber reaktivieren ließ. Nun will er auch bei den "Kreis Open“ am 01.September 2018 in Herten aufschlagen. Zugleich ein Tipp für Gleichgesinnte.

Rolf Griesberg von einer „Beinahe-Katastrophe“ gezeichnet

Schwer gezeichnet erschien Rolf Griesberg (*1952) vom Pulheimer SC auf der Bezirkssportanlage Gneisenau Straße. Das bärtige Kinn des 66-Jährigen schillerte in allen Regenbogenfarben. Er hatte zwei Tage zuvor beim Training einen „verirrten“ Diskus von Olaf Többens 16-jährigem Sohn mit einem Streifschus an diese sehr empfindliche Stelle im Gesicht abbekommen, der von da an die rechte Brust prallte. Ein Mordsglück, dass dabei nicht mehr passierte. Kugel ging mit der Brustmuskelprellung nicht, aber diese „harte Sau“ warf den Diskus in Durchgang eins auf 43,27m, verzichtete jedoch bei zunehmenden Schmerzen auf die beiden letzten Versuche.
 
Günther Fändrich und Ehefrau Erika ragten beim Wurf-Fünfkampf heraus

Nur ein Woche nach der Senioren-DM in Zella-Mehlis kam das von Olympia-Teilnehmer Lutz Caspers (Hammerwurf) organisierte traditionelle Wurf-Fünfkampf-Meeting im Wartbergstadion in Alzey erwartungsgemäß über gelegentlich leicht ausgedehnten regionalen Bezug nicht hinaus. Gleichwohl generierte es 29 Teilnehmer/innen. Darunter freilich in überwiegender Zahl solche, die diesen Vielseitigkeitswettbewerb für Werfer/innen mal so aus Spaß an der Freud‘ in Angriff nahmen.
Als kompletteste Mehrkämpfer in Sachen Stoß/Wurf erwies sich das im Bild zu sehende Ehepaar Günther Fändrich (M75) und Erika Meszaros-Fändrich (W55) vom TV Heppenheim. Sie sorgten hier wie da mit 4.310 respektive 4.396 Punkten für die herausragenden Endergebnisse. Die begehrte 4.000-Punkte-Marke knackte noch Heinz Janson (4.057) vom TV Groß-Gerau in der M80.   

Weitere Ergebnisse aus Dinslaken: Kugel, M45: 2. Markus Kuhlmann (SuS Dinslaken) 12,64m; M55: Peter Holthuijsen (SC Myhl) 11,84m; M60: Hans-Joachim Büscher (ASC Düsseldorf) 12,99m.
Diskus, M45: 1. Depner 39,31m, 2. Kuhlmann 35,83; M50: 1. Thomas Schroers (SC Moers) 43,70m, 2. Schembach 32,29m; M55: 2. Holthuijsen 39,05m; M60: Büscher 35,62m.  
W30, Kugel/Diskus: Jessica Steindor (SuS Dinslaken) 10,61/35,70m.
Beste Resultate vom Wurf-Fünfkampf in Alzey: M60: 1. Aleksander Dundik (LG BEC) 3.382 Punkte (u.a. 40,06m Diskus); M65: 1. Herbert Mussinghoff (Team Voreifel) 3.419 (u.a. 42,67m Diskus); M70: 1. Werner Nauheimer (TV Kostheim) 3.603, 2. Waldemar Wörner (TuS Sohren) 3.434, 3. Helmut Hessert 3.336 (u.a. 42,82 m Speer).
W50: 1. Ellen Weller (MTG Mannheim) 3.857 (u.a. 12,68 Kugel, 39,16m Hammer).