Fast 50-jährige Peter Esenwein gewann All-Star-Wertung im Speerwurf

(Aarhus/Krefeld, 01. August 2017) Für einen deutschen Medaillen-Regen sorgte gestern die Fraktion Stoß/Wurf mit Kugel, Diskus und Speer bei den Senioren-Europameisterschaften im dänischen Aarhus. Die Bilanz in nackten Zahlen: 8 Gold-, 10 Silber- und 5 Bronzemedaillen. Einfach zu viel des Guten, um es einem Börsenbericht gleich abzuarbeiten. Also konzentrieren wir uns der Not gehorchend auf einige Glanzlichter und Besonderheiten. Aus der ersten Kategorie ist vorneweg der frühere Weltklasse-Speerwerfer Peter Esenwein (Bestleistung 87,20m) zu nennen. Der bereits im 50. Lebensjahr (*07.12.1967) stehende Kornwestheimer gewann nicht nur überlegen mit 66,81m die M45, er entschied auch die klassenübergreifende All-Star-Wertung mit der insgesamt metrisch besten Leistung für sich. Noch einmal zum Genießen. Der  fast 50-jährige Dauerbrenner warf mit dem 800 Gramm schweren Gerät also auch weiter als die Sieger in der M35 (54,59m) und 40 (61,81m). Grandios!
Ebenfalls unschlagbar, obschon nicht mit der Überlegenheit, war in der M80 der Angler aus der Altmark Lothar Huchthausen. Der Weltrekordler (42,72m) holte sich mit 37,20m seinen x-ten internationalen Titel. Aus diesem Wettbewerb kommt zugleich der „Tourist des Tages“. Der Zwölft- und Letztplatzierte Portugiese Jose Bom muss mit sehr bescheidenen 10,10m  oder 27,15 Prozent der  Siegerleistung irgendwann die Heimreise antreten. Ach, wär‘ er doch in Portugal geblieben. Fürs Speerwerfen hat sich der Trip in den hohen Norden jedenfalls nicht gelohnt.

Lupenreines deutsches Podest im Diskuswurf der W40

Einer Achterbahnfahrt gleich war das Abschneiden der Diskuswerferinnen der W35 bis 70. Die oberen Klassen hatten ihr Handwerk bereits vollbracht. Sie legten bis zur W45 einen schwarz-rot-goldenen Durchmarsch hin, und nach einem zweiten Platz in der W50 trat von 55 – 65 die große Flaute ein, um in der W70 ebenfalls Rang zwei zu belegen. Ein rein deutsches Podest gab es in der W40, gewissermaßen die Nationalhymne für alle. Wobei ich als Schreibtischtäter aus der Fernsicht nicht weiß, ob sie in Aarhus auch jedes Mal oder überhaupt gespielt wird. Bei dieser „Deutschen Meisterschaft“ (sieben von 15 Teilnehmerinnen) mit internationaler Beteiligung bildeten Bianca Overkamp (44,11m), Martina Greithanner (44,00m) und Nadine Kant (42,43m) die erfolgreiche Troika, aber mit Susann Schmieder (23,23m) stellte GER zudem das abgeschlagene Schlusslicht. „Touris“ kommen halt von überall her. Nicht nur aus Portugal.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Inga Reschke (44,37m) in der W35 und Bettina Schardt (44,16m) in der W45 sehr ähnliche Tagesbestweiten hatten, mithin der 45-Jährigen in dieser Hinsicht die größte Ehre gebührt. Und die Frau hat einen stressigen Job als ZDF-Sportredakteurin und Zulieferantin für die oftmals überforderten Reporter bei Leichtathletik-Großereignissen. Glücklicherweise ist Dampfplauderer Wolf-Dieter „Poschi“ Poschmann mittlerweile im Ruhestand. Ob’s der Qualität dient, muss sich bei der WM in London erst noch weisen.
Beim „Nachschlag“ im Kugelstoßen der W75 – 90 machte Anne Chatrine Rühlow in der W80 nach dem Erfolg im Diskuswurf dieses klassische Double mit 8,77m perfekt.
Alle weiteren Resultate vom gestrigen fünften Wettkampftag unter diesem Link.