Demmel trainierte sich pünktlich zum Saisonhöhepunkt in ein Formtief

(Aarhus/Krefeld, 31. Juli 2017) Nicht immer stechen alle vermeintlichen Trümpfe. Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching hat sich pünktlich zum saisonalen Höhepunkt in ein Formtief trainiert und manövriert. Der 54-jährige Bajuware aus der „Weltstadt mit Herz“ München handelte sich nach dem für ihn ernüchternden zweiten Platz im Kugelstoßen gestern bei der Senioren-EM in Aarhus die zweite Klatsche ein. Der haushohe Favorit belegte in seiner Paradedisziplin Diskuswurf bei einer Siegerleistung von 53,22m mit nur einem gültigen Versuch von 50,11m einen enttäuschenden dritten Platz in der M50. Da wirft er normalerweise aus dem Stand hin. Bei seinem Einstand Ende April in Zorneding schleuderte der Modell-Athlet die 1,5-Kilo-Scheibe auf die bayrische Rekordweite von 58,11m, zwei Tage später in Germaring den Männer-Diskus auf 48,63m. Demmel hätte in der Verfassung damit vor Ort klar die M45 gewonnen, in der Helmut Maryniak (*1968) Dritter mit 44,48m wurde. Bleibt zu hoffen, dass der Weltrekordler im Wurf-Fünfkampf (4.696 Punkte) sich in diesem Vielseitigkeitswettbewerb nicht  auch noch ’nen Krebs fängt.
Gemessen an Medaillen gingen in den Klassen M55 bis 65 die deutschen Kugelstoßer völlig leer aus. Der hierzulande bekannte und für die LG Radolfzell startende Schweizer Hansruedi Staeheli (*1950) schlug ein wenig überraschend in der M65 den allerdings zwei Jahre älteren norwegischen Wurf-Giganten Arild Busterud mit 14,42 zu 14,09m. „Touri des Tages“ wurde hier der Portugiese Joao Travessa (7,99m) knapp vor dem Germanen mit dem schönen Namen Gotthold Knecht (8,24m). Zumindest dafür kann er nix.

Rumänin Login löschte „heilige“ Bestmarke im Kugelstoßen der W65 aus

Mihaela Login aus Rumänien löschte in der W65 mit 13,08m eine gewissermaßen „heilige“ Bestmarke aus. Sie steigerte den im August 2000 im Marien-Wallfahrtsort Kevelaer am unteren linken Niederrhein von Sigrun Kofink aufgestellten Weltrekord (12,21m) mal eben um 87 Zentimeter. Ein Quantensprung. Brigitte Bonadt war als Dritte mit 10,63m live und vermutlich staunend dabei. Die vielseitige Österreicherin Marianne Maier (1942), die als Christkind erst am 1.Weihnachtstag das 75.Lebensjahr vollendet, gewann ungeachtet dessen als Älteste des 14-köpfigen Feldes die W70 mit 9,80m.
Fest in deutscher Hand war der Diskuswurf der W75 bis 85. Dabei konnte allerdings Ruth Baumann als Alleinunterhalterin der oberen Etage  mit 14,22m dem Titelgewinn nicht entgehen.  Mit Karin Illgen (*1941) und der aktuellen Weltrekordhalterin Anne Chatrine Rühlow (*1936) gewannen zwei Asse von einst mit 20,91 respektive 24,38m.
Der Speer wurde auch schon geworfen (W55 und 60). Dietlinde Knospe (35,81m)  und Angela Müller (34,69m)  behaupteten in der W55 die nächsten Medaillen-Ränge hinter der  finnischen Siegerin (37,63m). Fehlanzeige was Edelmetall anbelangt in der W60. Sehr rücksichtsvoll. Schließlich sollen die „Wasserstandsmelder“ vom DLV mit dem „Erbsenzählen“ in ihrer Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite noch mitkommen. Dafür gibt‘s hier mit Dagmar Kleinmeyer (15,92m) ein deutsches Schlusslicht. Das sind gerade mal 46,45 Prozent der Siegerleistung der Dänin Anne Kristine Jensen, die freilich mit  34,27m Europarekord warf. Da sahen alle anderen Frauen ebenfalls mehr oder weniger  alt aus. Mehr Nettes ist dem indes nicht abzuringen.
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