NRW "Open" im Winterwurf litten Arbeitstitel nach unter fiesem Wetter

(Leverkusen/Krefeld, 13. November 2017) Schlagen wir eine Brücke zu unserer heutigen Realsatire und genügen wenigstens wir der Informationspflicht. Auf Anregung etlicher Werfer/innen mit Interessen-Schwerpunkt Kugelstoßen hatten wir die Bitte an den zuständigen Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) sowie zudem seiner Landes-Seniorenwartin Gisela Stecher weitergeleitet, das bisherige schmückende Anhängsel bei den NRW-„Open“ im Winterwurf ebenfalls als Meisterschaftswettbewerb auszuschreiben. Keine Stellungnahme dazu erhielten wir vom Verband (siehe Flurfunk). Stecher erteilte dem Anliegen in einem Telefonat mit dem Chronisten dieses Beitrages eine klare Absage. Sie begründete es mit der Historie. Wenngleich vom Sinn ein wenig anders als wir seinerzeit (siehe Link). Nämlich dergestalt, dass die klassischen Langwürfe Diskus, Speer und Hammer normalerweise an die Hallen-Titelkämpfe gekoppelt seien, wo unbehelligt von Wind und Wetter das Kugelstoßen ausgetragen würde. Das sei halt seit 2015 nicht mehr in Düsseldorf gewährleistet gewesen. Deshalb die Verlagerung als eigenständige Meisterschaften ab 2015 in Leichlingen, diesmal mit dem Ausweichschauplatz Leverkusen.

Eine vom LVN noch nicht verinnerlichte Auslegung von Gisela Stecher
 
Immerhin eine Begründung. Ob sie schlüssig und unerschütterlich ist, möge jede/r für sich beurteilen. Es ändert indes herzlich wenig an der Tatsache als solchen. Beim LVN war diese Stecher‘sche Auslegung freilich selbst im Vorjahr, der zweiten Soloauflage, noch nicht verinnerlicht. Anlässlich meines Erfolges im Kugelstoßen der M70 mit 13,45m wollte mir LVN-Wettkampfreferentin Petra Bous (im Bild) neben der Urkunde auch den Meister-Aufnäher mit dem NRW-Landeswappen aushändigen. Das habe ich mit entsprechendem Hinweis versehen dankend abgelehnt.

Tilman Northoff blieb Titelkämpfen leider fern

Nun zum Geschehen: Die äußeren Bedingungen im Bayer-Stadion Manfort waren mit Nieselregen und gefühlten Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt leider so fies und mies, wie von den verschiedenen „Wetterfröschen“ und einschlägigen diesbezüglichen Online-Diensten vorhergesagt. Das wird so manch eine/n abgehalten haben, seinen angekündigten Start wahrzunehmen. Darunter leider auch Kugelstoß-Hochkaräter Tilman Northoff (*1969/M45) vom ostwestfälischen TuS Jöllenbeck. So ersparte sich Jürgen Mußmann (TVE Greven) eine heftige sportliche Klatsche von ihm und kam mit bescheidenen 8,68m knapp über Sportabzeichen-Niveau völlig unverhofft zu Titelehren.

Ralf Unger deutlich unter seinen großen Möglichkeiten

Northoff hätte der Veranstaltung fraglos noch mehr Glanz verliehen, gleichwohl war sie in den höheren Altersklassen der Männer qualitativ recht gut besetzt. Allen voran Olaf Többen (*1962) vom Pulheimer SC. Einer aus der Ära der starken, breitgefächerten deutschen Diskuswerfer im hohen 60-Meter-Bereich. "Olli" war dann auch an früherer Wirkungstätte für Bayer Leverkusen startend eine Klasse für sich, gewann in der M55 mit 44,75m und einem Riesenvorsprung von 7,37 Meter auf den Zweitplatzierten. Dass die Verhältnisse trotz noch sehr guter Spätform (ich weiß es aus dem gemeinsamen gelegentlichen Training mit ihm) mächtig auf die Leistungen drückte, dafür mag Ralf Unger (*1947/M70 vom TuS Kerpen-Buir als exemplarisches Beispiel dienen. Der Double-Gewinner (im Bild) mit Kugel und Diskus bei der Senioren-DM 2017 in Zittau blieb mit 13,10m (Erster) und 37,04m (Zweiter) 1,09 respektive 6,03 Meter hinter seinen allerdings auch sehr guten Saisonbestleistungen als jeweils Jahresbester. Mit der Kugel (14,19m) höchstwahrscheinlich sogar in Europa.

„Wundertüte“ Huppertsberg völlig unbeeindruckt von dem Schlam(m)assel

Völlig unbeeindruckt von dem Schlam(m)assel zeigte sich Hermann Huppertsberg (*1945/M70) von der DT Ronsdorf, ein Vorort von Wuppertal. „Huppi“, in diesem Jahr mehr so einer Mensch gewordenen Wundertüte mit erheblichen Ausschlägen nach unten gleich, warf bei seinem Doppel-Erfolg sehr starke 52,53m mit dem Hammer und respektable 40,11m (nicht 45,73m, wie der Hermes-Bote fälschlich berichtet) mit der 1-Kilo-Scheibe, schlug folglich den höher eingeschätzten Unger. Ralf hatte allerdings eingedenk über zweistündiger Wartezeit nach dem diesmal besonders schmutzigen Geschäft mit der Kugel (es wurde in einen Rasensektor hinein gestoßen) schon Frostbeulen.

Weitgereister Karl-Heinz-Beilig gewann zwei Titel

Es wurde aus manch anderen Landesverbänden, das „Open“ weidlich oder waidmännisch ausnutzend, mächtig gewildert. Jener mit der weitesten Anreise von 655 Kilometern aus dem brandenburgischen Cottbus schlug gleich zweimal zu. Der frühere 74,76-Meter-Hammerwerfer Karl-Heinz Beilig (*1950) aus der einstigen DDR gewann in seiner Spezial-Disziplin die M65 mit 45,73m und den stark umkämpften Diskuswurf – die vier Erstplatzierten innerhalb von 99 Zentimetern – mit 41,70m.

Peter Speckens aus 4,50 Meter Höhe vom Baum gestürzt

Und vergessen wir „Altmeister“ Peter Speckens (*1935) aus Übach-Palenbeg nicht. Der 82-jährige Grandseigneur der weltweiten Werfer-Zunft stürzte wenige Tage vor den Meisterschaften in der „Pillen-Stadt“ (Aspirin) bei der Baumpflege in seinem Garten 4,50 Meter zu Boden. Dabei hatte er noch Glück im Unglück, dass eine Hecke den Aufprall halbwegs abfederte. Der Schreck schien ihm gleichwohl noch in den Gliedern zu stecken. Insbesondere die 26,33 mit dem Diskus waren für ihn geradezu unterirdisch, 37,49m im Hammerwurf noch einigermaßen passabel. Seine Frau Irmgard hatte ihm eindringlich von dem für einen älteren Herrn waghalsigen Manöver abgeraten. Wer nicht hören will, muss eben mitunter fühlen. Aber „Et is ja nochmal jot jejange“, wie der Rheinländer zu sagen pflegt.
Die auch quantitativ durchweg schwachen besetzten Wettbewerbe des gemeinhin schöneren Geschlechts überantworten wir bei Interesse dem Studium der wieder einmal geordneten Unordnung der verlinkten Online-Ergebnisliste.

Großartiger Teamgeist beflügelte Österreich zum fünften Sieg in Serie

(Ptju/Wien/Krefeld, 29. August 2017) Einen Erfolg zu feiern,  ist immer etwas Besonderes. Aber es geht kaum etwas über einen Teamerfolg. Erst recht, wenn im Vorfeld klar ist, dass es keine sprichwörtlich „gmahte Wiesen“ wird. Ptuj in Slowenien war am vergangenen Samstag Austragungsort der 6.Auflage des internationalen Masters-Länderkampfes. Österreich konnte hier 2013 den ersten Sieg einfahren, da war es aber noch verhältnismäßig einfacher. Slowenien, Kroatien und die bei der Premiere 2012 erfolgreichen Tschechen waren damals die Gegner. Zwischenzeitlich ist der Mastervergleich zu einem Sechsländerkampf gewachsen, sind die Schweiz und die immens starken Ungarn hinzu gestoßen.
Der Modus des Länderkampfes für Junggebliebene über 35 Jahre klingt simpel: Zwei Teilnehmer/innen je Nation und Wettbewerb. Als da wären 100, 400, 1500m, Hoch, Weit, Kugel, Diskus, Hammer, Speer. Dreisprung und Stabhoch nur für die Männer. Bei den abschließenden 4x100m-Staffeln müssen die Damen gemeinsam 180, die Herren 200 Jahre auf die Lebensuhr bringen. Vergleichbar werden die Leistungen durch einen speziellen „Age-graded-Faktor“.
Es ist der besondere Teamgeist, den die ersatzgeschwächte Mannschaft Österreichs auszeichnete. Das klingt so nach schnell hingeschrieben, so nach Allgemeinplatz. Ist es aber nicht. Dieser Länderkampf ist für einen großen Teil der österreichischen Masters-Szene (und sicher auch bei den anderen Nationen) über Jahre zu einem „Team-Building-Event“ geworden. Nicht die eigene Leistung steht im Vordergrund. Das ist schon etwas Besonderes in der Individual-Sportart Leichtathletik. Jede/r zeigt Interesse an allen Athleten aller Disziplinen. Das reicht weit über den Länderkampf hinaus, spürbar bei jedem Meeting, bei den Landes- und natürlich auch Staatsmeisterschaften. Vielleicht macht der Wegfall dieses Drucks erst so manche Spitzenleistung möglich.
Jedem, männlich wie weiblich, gilt Dank und Anerkennung für seinen/ihren Einsatz für das gesamte Team und für die großartige Stimmung auf sowie neben dem Sportplatz am ganzen Wochenende. Als Mannschaftskapitän war es für mich ein erhebendes Gefühl stellvertretend für alle Teammitglieder den Wanderpokal aus den Händen des ehemaligen europäischen Masters-Präsidenten Dieter Massin entgegennehmen zu dürfen. Nach dem fünften Sieg in Serie ist es nun kein Wanderpokal mehr – er bleibt sinnbildlich für immer in unseren Händen.
Redaktioneller Hinweis: Die ungekürzte Original-Fassung und der komplette Ergebnisteil befinden sich auf der Netzseite des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV).

Olympia-Dritte Kirsten Hilbig war die insgesamt beste Hammerwerferin

(Aarhus/Krefeld, 04. August 2017) Kehraus der Einzelwettbewerbe von Stoß und Wurf bei der Senioren-EM in Aarhus. Die Seniorinnen arbeiteten gestern in allen Altersklassen den Hammerwurf ab, das stärkere Geschlecht den verbliebenen Rest beim Kugelstoßen ab M70. Bleiben wir nicht nur der Höflichkeit halber bei „Ladies first“. Schließlich ging mit Kirsten Hilbig (im Bild), geschiedene Klose und geborene Münchow eine der Pionierinnen des Hammerwurfs in den Ring, die bei der Olympia-Premiere 2000 im australischen Sydney dieser letzten Männer-Bastion mit dem damaligen deutschen Rekord von 69,28m die Bronzemedaille gewann. Mit derlei gibt sich die Westfälin vom VfR Evesen bei der Ü35-Generation natürlich nicht zufrieden. Die Jung-Vierzigerin (*1977) gewann den Wettbewerb der W40 überlegen mit 53,32m und einem gewaltigen Vorsprung von 4,82m auf die „versilberte“ Finnin Kirsi Koro. Dabei bewegte sie sich in der Nähe ihres deutschen Rekords (54,38m) von der Winterwurf-DM 2017 in Erfurt. Natürlich gilt auch hier die Einschränkung, dass die miserabel geführte Rekordliste auf dem aktuellen Stand ist. Allerdings hätte sie den nur selber verbessern können. Das Vertrauen in die Statistiker von national bis international ist bekanntlich längst erschüttert. Zumindest wissen die Stammbesucher von Lampis darum. Kleine, aber nicht unwesentliche Randbemerkung: Hilbig entschied mit der insgesamt besten metrischen Leistung auch die inoffizielle All-Star-Wertung um die von uns vergebene virtuelle „Goldene Ananas“ für sich.

Hilja Bakhof warf abermals Weltrekord in der W90

Da kann natürlich eine 91-jährige mit dem halb so schweren 2-Kilo-Hämmerchen nicht mehr hinwerfen. Doch dafür löschte die Estin Hilja Bakhof (*1926) nach dem Gewichtwurf auch einen weiteren Weltrekord der Sagen umwobenen Kanadierin Olga Kotelko in der W90 aus. Und das mit 18,21 zu 16,71m um satte 1,50 Meter. Respekt, sportliche Anerkennung und Vorbeugung vor der dienstältesten Werferin bei dieser EM! Andere in dem betagten Alter sind mit dem „AOK-Porsche“ (Rolli) unterwegs und würden sich eine Reise von knapp über 2.000 Kilometer, egal mit welchem Verkehrsmittel, nicht mehr antun.

Starke Leistung von Eva Nohl in der W65

Eva Nohl (*1948) aus dem fränkischen Langenzenn schaffte, wenngleich ohne Rekorde, ebenfalls dieses Double. Die dem letzten Jahr in der W65 angehörende 69-Jährige gewann mit starken 39,50m die aus zwölf Bewerberinnen bestehende Konkurrenz, die sie gleich mit fünf Versuchen aus ihrer makellosen Serie für sich entschieden hätte. Das alles übertraf freilich eine Altersetage höher noch die Niederländerin Annie van Anholt (*1947) in der W70. Das fortgeschrittene Meisje hatte bei ihren 34,29m einen Vorsprung von über zehn Metern auf den umkämpften zweiten Platz, bei dem zwei Zentimeter über Silber und Bronze den Ausschlag gaben. Das spricht für A.v.A., aber nicht für ihre hoffnungslos unterlegenen Gegnerinnen und die Qualität dieser EM.
Kein Gold vermochten die deutschen Kugelstoßer beim Rest vom Fest in dieser Disziplin zu schöpfen. Wer es gerne etwas genauer und ausführlicher bevorzugt, der möge sich der verlinkten Online-Ergebnisliste bedienen.

Handikap kostete Wurf-Allrounder Norbert Demmel nicht nur den Titel

(Aarhus/Krefeld, 06. August 2017) Schicht im Schacht. Letzte Ausfahrt Aarhus mit Entscheidungen bis in den heutigen Schlusstag hinein für die Fraktion Stoß/Wurf. Der ist gemeinhin den Ultra-Langstrecken und den abschließenden 4 x 400-m-Staffeln vorbehalten. Diesmal müssen neben einigen Klassen im Weit- und Hochsprung auch noch die oberen Altersetagen (ab M75) im Wurf-Fünfkampf heran; dem Wettbewerb für die Vielseitigen der Werfer/innen und solchen die sich dafür halten. Wobei die wirklich durch ihre Ausgeglichenheit in wenigstens vier Disziplinen bestechenden Athleten/innen dann doch eher Mangelware in diesem Hammerwurf-lastigen Fünfkampf mit dem stark artverwandten Gewichtwurf sind. Dieses Doppel pflegt auch meist den Ausschlag zu geben. Aber den Beweis haben wir  nicht nur einmal durch etliche praktische Beispiele längst angetreten.

Viel Spaßgesellschaft aus „GER“ im Einsatz

Ganz viel „Spaßgesellschaft“ aus Deutschland war fast überall bei Männern und Frauen unterwegs. Bei der W35 gar fünf von sieben beim Doppelerfolg von Wilma Jansen (3.238 Punkte) und Michaela Will (3.201) mit den Rängen vier bis sechs. Sieben waren es gar in der M60, in der Reiner Horstmann (3.737) sich über die „Holzmedaille“ knapp hinter Bronze (3.762) und Silber (3.770) geärgert haben dürfte. Ein für ihn vermurkstes Kugelstoß-Ergebnis von 12,41m kostete Edelmetall. Kläglich der große deutsche Rest auf den Plätzen 9 und 11 bis 15 von insgesamt 15 Teilnehmern. Überhaupt hier wir da viele Hinterbänkler im schwarz-rot-goldenen Trikot im Einsatz des fünfteiligen Handwerks.
Doch kommen wir zum Vorzeige-Allrounder schlichtweg. Diese EM stand für den amtierenden M50-Weltrekordler (4.696) Norbert Demmel allerdings unter einem denkbar ungünstigen Stern (wir berichteten). Ohne sein größtes Handikap, eine speziell Kugelstoßen und Diskuswerfen zur Tortur machenden Kapselverletzung an der linken Wurf-Hand, befand sich der 54-jährige Münchner in der Form, seine eigene Bestmarke steigern zu können. So ließ er in seinen beiden „Schokoladenübungen“ mit 14,71 und 49,56m zu viele Punkte liegen, musste sich in der Schlussabrechnung dem drei Jahre jüngeren Dänen Jan Cordius höchst unglücklich mit 4.402 zu 4.511 Punkten in dem aufgeblähten 25-köpfigen Feld geschlagen geben. Der „Touri des Tages“ kommt hier ausnahmsweise mal aus Frankreich, brachte ohne Ausfall lediglich 1.636 Punkte zu Stande. Das schafften die drei Erstplatzierten mit zwei Disziplinen. Was da manch eine/n antreibt, grenzt schon an Masochismus.

Hilja Bakhoff steigert in der W90 den Europarekord ihrer Landsfrau Kutti

Neben Demmel steuerte Holger Fettke (3.924) in der W45 noch eine Silbermedaille bei, Andreas Will wurde in der im doppelten Wortsinne schwach besetzten M35 (fünf Teilnehmer) Dritter mit 2.418 Zählern. Da verkaufte sich das gemeinhin schönere Geschlecht per Saldo mit zwei Titeln (noch Margret Klein-Rhaber mit ordentlichen 4.179 Punkten in der W50), drei silbernen und einer bronzenen Medaille deutlich besser. Die Fünfkampf-Königin kommt allerdings mit Anni van Anholt aus den Niederlanden, die in der M70 mit 4.829 Punkten das alles in allem höchste Resultat anhäufte. Allein  die Zweitplatzierte (3.651) distanzierte sie um 1.178 Zähler. Die Jung-Siebzigerin hätte auch den von den meisten ungeliebten Speewurf (20,01m/706 P.) weglassen können und immer noch klar gewonnen. Es sei nicht verschwiegen, dass die in der W90 einsame Hilja Bakhoff aus Estland den Europarekord (3.903) ihrer Landsfrau Nora Kutti aus dem Jahre 2015 von der WM in Lyon um 39 Punkte verbesserte.
Die weiteren Medaillenränge: W40: 2. Birgit Keller 3.575 P.; W45: 3. Dagmar Suhling 3.528 P.; W65: 2. Eva Nohl 4.086 P. – Alle Resultate unter diesem Link.

Ralf Jossa drückte auch dem Hammerwerfen seinen Stempel auf

(Aarhus/Krefeld, 03. August 2017) Es wurde gestern durchgängig von der M35 bis endlos bei der Senioren-EM in Aarhus gehämmert. Mit Ausnahme der M90 stets bei zum Teil großer deutscher Beteiligung. Allein bei der M50 waren es acht an der Zahl und wären sogar neun gewesen, wenn der gemeldete Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching nach den für seine überragenden Möglichkeiten durchwachsenen Auftritten mit dem zweiten Platz im Kugelstoßen und Rang drei im Diskuswurf nicht verzichtet hätte. Aus der Ferne betrachtet lagen wir mit unserer Vermutung daneben, er habe sich zur absoluten Unzeit in ein Formtief trainiert. Diskuswerfer Christian Welke (M55) aus Forchheim brachte uns als Beobachter des Geschehens eine Altersetage tiefer auf den richtigen Stand. Demmel konnte wegen einer Nervenreizung im Rücken nicht sein volles Vorbereitungsprogramm fahren und zog sich zu allem Überdruss wenige Tage vor der EM bei einem Sturz eine Kapselverletzung an der linken Wurfhand zu. Das erklärt die für den 54-jährigen Münchner eher unterdurchschnittlichen Leistungen. Die beabsichtige Beteiligung am Hammerwurf wäre für ihn allerdings bar jeglicher Medaillenchance ohnehin lediglich der Durchlauferhitzer für den abschließenden Wurf-Fünfkampf gewesen. Ob er den bestreiten wird, bleibt indes abzuwarten.

Hermann Albrecht führte deutsche Troika turmhoch überlegen an

Ralf Jossa (*1966) vom SV Herzberg, wer sonst, beherrschte nach seinem Triumpf im Gewichtwurf mit neuem Europarekord auch das Hammerwerfen der M50. Seine 68,46m bescherten ihm einen Vorsprung von fast fünf Metern allein auf den Zweitplatzierten (63,50m). Ansonsten ging es aus verklärter deutscher Sicht ziemlich übersichtlich zu. An Titeln gemessen gab es derer noch zwei. Dafür in der M75 mit dem turmhoch überlegenen Hermann Albrecht (46,53m) vor Herbert Raml (34,59m) und Werner Fettke (34,31m) einen Dreifacherfolg. „König“ Richard Rzehak aus Erlangen steuerte mit 28,03m in der M85 das dritte Gold für die schwarz-rot-goldenen Farben bei. Vier der sechs Teilnehmer trugen hier das Nationaltrikot mit Deutschland oder Germany auf der Brust.
Werfen wir noch einen Blick über den nachbarlichen Zaun zu unseren alpenländischen Nachbarn. Mit einer sehr ausgeglichenen Serie und vier Würfen jenseits der 50-m-Marke gewann unser Österreich-Repräsentant Gottfried Gassenbauer (*17.08.58) aus Wien mit 52,59m die M55. „Gassi“, fast 59-jährig, war zudem der Stubenälteste der acht Finalisten. Sehr stark die 63,58m des Ungarn Fabian Zoltan (*1969) in der M45. Allerdings auch kein unbeschriebenes Blatt mit einer Lebensbestleistung von 78,20m.
Bei den mehr oder weniger fortgeschrittenen Mädels flogen mit Ausnahme der bereits vorgezogenen W55 und 60 die Speere. Für goldenen Glanz sorgten dabei Wilma Jansen (43,84m) in der W30, Dagmar Suhling (40,91m) in der W45, Kristina Hanke (28,79m) mit hauchdünnem Vorsprung (20 cm) in der W65 und Christa Bensch (22,37m) in der W75. Nichts zu holen war in den verbliebenen Kugelstoß-Konkurrenzen der W55 und 60.

Viele Hinterbänkler aus „GoG“ am Start

Ein Abonnement auf den „Touri des Tages“ hat der Portugiese Jose Bom, der im Hammerwurf der M80 (Siegerleistung 43,63m) mit 15,58m den zwölften und letzten Platz für sich buchte. Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass sich in allen drei gestrigen Wurf-Entscheidungen auch jede Menge Hinterbänkler aus GoG (= Good old Germany) ein munteres Stelldichein gaben. Beim Speerwurf der W50 mit 17 Teilnehmerinnen gingen die vier letzten Plätze nach Deutschland. Das wird von den Erbsenzählern in der Senioren-Spielecke auf dem Internet-Portal des DLV und auf der Verharmlosungsnetzseite des meist schweigenden Seniorensprechers Alfred Hermes jedoch geflissentlich verschwiegen. Der „Götterbote“ bringt eh nur einem Börsenbericht gleich lediglich einen Abklatsch der Ergebnisliste mit den Medaillenrängen der Deutschen. Einfallslos! Dröge! Überflüssig! Dabei hätte er als Mann vor Ort die treffliche Gelegenheit Hintergrundberichte oder Reportagen von dem einen oder anderen Wettbewerb zu verfassen. Aber er ist halt angeblich studierter Informatiker und Mathematiker, hatte dennoch Schwierigkeiten bis fünf zu zählen, war bei ihm der 31.Juli  (Beginn 27.Juli) in der ersten Fassung der vierte Wettkampftag.
Weitere Medaillen-Platzierungen: Hammer, M80: 2. Peter Speckens 40,95m; M85. 3. Ernst Zuber 26,60m.
Speerwurf, W35: 2. Anke Barlage 40,41m; W40: 3. Birgit Keller 37,16m W75: 3. Christa Helmke 19,70m.  Alle Resultate.