Weiterhin schleierhaft, wie beim Mehrkampf 1.500 m gelaufen werden?

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(München/Vaterstetten/Zella-Mehlis/Krefeld, 28. Juni 2020) Donnerschlag! Kein Sommergewitter, dass Alois von seiner Wolke im Himmel zu fallen droht. Bajuwarisch kommt's schon daher. Gemeint ist der Bayerische Leichtathletik-Verband (BLV) mit Dienstsitz in München. Der ist – Achtung: Ironie – von der ganz schnellen weiß-blauen Eingreiftruppe. Während der nicht gerade für seine offensive, plakative und zeitnahe Kommunikation bekannte Dachverband DLV bereits Anfang Juni seine so geheißene „Late Season“ ausrief, darunter die Mehrkampf-DM der Männer/Frauen bis M/W 14 abwärts vom 21. bis 23.August 2020 in Vaterstetten bei München (siehe Kolumne), liest sich das beim BLV in einer Veröffentlichung von gestern Abend 17:24 Uhr auf seiner Netzseite sinngemäß zusammengefasst dermaßen: Nach der jüngsten Sitzung seines Verbandsrates stünde der Ausrichtung dieser Titelkämpfe nichts mehr im Wege.

Hat sich der DLV zu voreilig aus dem Fenster gelehnt?

Was haben wir daraus nun zu schließen? Hat sich der DLV ein wenig voreilig und zu weit aus seinem Fenster der momentan aufgrund offizieller Kurzarbeit ziemlich verwaisten Geschäftsstelle in Darmstadt gelehnt? Oder laufen die Bajuwaren aus der „Weltstadt mit Herz“ einfach gnadenlos der Blasmusik hinterdrein? Sei’s drum! Offen ließen auch sie, wie ein kontaktfreier abschließender 1.500-m-Lauf in den lausigen Zeiten von Corona gewährleistet werden soll und kann. Selbst wenn das allgemeine Lockerungsmaßnahmen fälschlicher- und fatalerweise suggerieren – der elendige Spuk mit der Seuche ist noch lange nicht vorbei. Das belegen immer wieder irgendwo aufflackernde neue, heftige Corona-„Hotspots“ wie bei dem säuischen Schweineschlachter Clemens Tönnies in und um seine Zentrale in Rheda-Wiedenbrück (Westfalen) sowie einer Döner-Fabrik in Moers (Nordrhein). Ganz abgesehen von den vielen Unvernünftigen, die das Fernweh gepackt hat und sich in aller Welt etwas einfangen können. Lissabon (Portugal) sollten sie besser meiden, da hat's auch übermäßig
„gefunkt".

Corona-Tests: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Pinke-Pinke?

Ja, klar, Sport geht auch schon unfallfrei mit Kontakt. Das hat die gestern mit „Geisterspielen“ abgeschlossene Saison der 1.Fußball-Bundesliga mit einem Riesentross an handelnden Personen bewiesen. Aber da wurde auch ohne Ende auf das Virus getestet. Mittlerweile als Massenware schon für 50 Euro das Stück zu haben. Das äußerst erfolgreiche Werfer-Ehepaar Günther und Erika Fändrich (im Bild) vom TV Heppenheim musste für die Einreise nach Ungarn noch 240 Euro für zwei Tests berappen. Doch selbst buchstäblich 50 Euro pro Nase:  „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Pinke-Pinke“ (alter Karnevalsschlager von Jupp Schmitz) bei der Mehrkampf-DM in Vaterstetten und der parallel laufenden der Senioren/innen (steht immer noch nicht im Meisterschaftskalender!) im thüringenschen Zella-Mehlis? Etwa der örtliche Ausrichter oder doch die startwilligen Aktiven selber?  Oder zaubern sie noch eine andere Lösung aus dem Hut? Da haben wir bereits mit Anleihen beim Biathlon und Ski-Langlauf mit Starts in Abständen von x Sekunden pro Teilnehmer spekuliert.

Was zaubert Frank O. Hamm aus dem Hut?

So dürfen wir alle miteinander weiterhin mächtig neugierig sein, wie Chef-Denker Frank O.Hamm als oberster DLV-Leiter Wettkampforganisation diesen gordischen Knoten zu lösen gedenkt. Diesbezüglich soll mit Veröffentlichung der beiden Ausschreibungen bis spätestens 07.Juli 2020 eine Entscheidung fallen. Halten wir das also vorsorglich im Auge. Schließlich geht es nicht zuletzt für die gerne so genannten
Könige der Athleten" neben der Planungssicherheit vor allem um die ganz persönliche Sicherheit und körperliche Unversehrheit. Wobei es so oder so eine hundertprozentige Garantie nicht geben kann. Das wäre eine Illusion in einem derzeit vollkommen irrealen Leben, bei dem ich älteres Modell der Risikogruppe mir vorkomme, als ginge ich gefühlt ständig durch Watte..