Diese unsägliche Senioren-EM hat nun bereits ihren ersten Skandal!

(Venetien/Krefeld, 07. September 2019) Nun hat diese im Vorfeld bereits von Pleiten, Pech und Pannen geprägte Senioren-Europameisterschaft an drei weit verstreuten Schauplätzen im Großraum Venetien bereits am zweiten Wettkampftag ihren ersten handfesten Skandal. Der ist eindeutig der Großmannssucht des europäischen Verbandspräsidenten Kurt Kaschke aus Gütersloh in Westfalen geschuldet. Denn er war es, der die Startmöglichkeit von Athleten/innen anderer Kontinente eingeführt hat (damit handelte er sich aktuell mal eben zwei ehedem wegen Dopings gesperrte US-Amerikaner ein). Freilich mit der klar fest gelegten Einschränkung, dass sie lediglich bei Vorentscheidungen ein Startrecht haben und damit selbst bei einer leistungsmäßigen Weiterqualifizierung einem Europäer keinen Finalplatz wegnehmen können. Wenigstens das macht(e) Sinn. Doch dagegen wurde nun auch noch generös zum Nachteil eines Dritten verstoßen. Entweder mit Billigung von Kaschke oder gar auf sein ausdrückliches Geheiß. Das eine wäre jedoch so schlimm wie das andere.

US-Sprinter Val Barnwell wurde „Vize-Europameister“ über 100m der M60

Dabei wurde dem dunkelhäutigen US-Sprinter Val Barnwell (*1957), einer der beiden überführten Doping-Sünder, eine ganz besondere Eselsbrücke gebaut und der rote Teppich ausgerollt. Er trat „erlaubterweise“ Donnerstag in Jesolo im vierten 100-m-Vorlauf der M60 außer Konkurrenz an, bei dem er in 12,87 Sekunden deutlich als Erster die Lichtschranke passierte, aber eben ohne Platzierung blieb. Fortan hätte er in der Zuschauerrolle verharren müssen. Die zwei Halbfinalläufe fanden dann gestern den Statuten gemäß auch ohne ihn statt. Doch, oh Wunder, durfte er später am Endlauf in die Blöcke, wird in der Ergebnisliste mit 12,77 als Zweiter hinter dem erfolgreichen Briten John Wright (12,57) geführt. Ob er auch als Vize-Europameister geehrt wurde, vermögen wir aus der Fernsicht nicht zu konstatieren.

Österreicher Laszlo Dömös um Final-Teilnahme betrogen

Was wir jedoch definitiv wissen, dass er dem in Summe Achtschnellsten (13,88) aus den beiden Halbfinales hochoffiziell ein Endlaufplatz klauen durfte. Das war der Österreicher Laszlo Dömös (*1955), dem die Chance auf ein weiteres Rennen und mithin eine EM-Platzierung genommen worden ist. Der Mann ist gut beraten auf Schadenersatz zu klagen. Denn es gibt auch noch so etwas wie einen ideellen Schaden. Schließlich hat er sich durch seine sportlichen Vorleistungen das Recht erworben am Endlauf teilzunehmen. So weist es im Übrigen unmissverständlich die „Summary“ mit einem kleinen „q“ wie über die Zeit qualifiziert aus. Alle weiteren bisherigen Resultate unter diesem Link.
(Redaktioneller Hinweis: Ehe wir uns noch mit fremden Federn schmücken, wie haarklein und investigativ  wir alles durchleuchten, war es der daheimgebliebene M60-Sprinter Matthias Konopka (*1958) vom TV 1860 Gunzenhausen in Bayern, der uns via E-Mail die entscheidenden Hinweise gegeben hat. Danke dafür!)