EMA setzt Verwässerungsarie in mehreren Teilen munter fort

Kolumne

Moment mal

(Lausanne/Krefeld, 09. Januar 2019)
So ist er halt, der Fluch der bösen Tat, wenn eine ehedem hohe ideelle Auszeichnung künstlich gestreckt und zu einem dünnen Süppchen verwässert wird. Um im Sprachbild zu bleiben: Der kontinentale Dachverband European Masters Athletics (EMA) veröffentlicht suppenlöffelweise im Tagestakt die besten europäischen Senioren/innen 2018 in sieben verschiedenen Kategorien. Teil sechs war gestern in einem geordneten Durcheinander die Disziplingruppe Sprung, wobei der weibliche Part schon einmal am 31.Dezember 2018 vorgestellt worden ist. Immerhin erfreulich, dass sich der für den SC Bayer 05 Uerdingen startende Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) aus Moers bei den männlichen Senioren hinzugesellen darf.

Seinerzeit tolle Schauplätze für die Auszeichnungen

Diese Ehre wurde dem inzwischen 66-jährigen Weltrekordjäger schon 2008 zuteil, als es noch ein Alleinstellungsmerkmal war. Damals fand die feierliche Proklamation im Januar 2009 an olympischer Stätte in Athen statt. Doch zuvor ging es für ihn im November 2008 noch eine Etage höher hinaus für „The World best Master of the Year 2008“ auf der IAAF-World-Gala vor 700 geladenen Gästen im Salle de Etoiles“ (Sternensaal) im mondänen Monte Carlo an der Cote d‘Azur unter Anwesenheit von Fürst Albert von Monaco. Das waren noch Zeiten. Sie kommen nie wieder. Heutzutage wird die Trophäe, oder ist gar nur eine simple Urkunde (?), vermutlich auf dem Postwege versandt. Eintüten und ab dafür. Derweil plündern die Honoratioren mit teuren Reisen die Schatztruhe der EMA. 

Siebenkämpferin Marianne Maier, wer sonst?

Nun warten wir noch einigermaßen gespannt, wer sich bei den Mehrkämpferinnen (Zehnkämpfer Valdis Cela aus Lettland bei den Senioren; bereits  am 31.12.2018 vermeldet) durchsetzt. Unser nicht allzu schwerer Tipp: Siebenkämpferin Marianne Maier (*1942) aus Österreich. Die „Maierin“ vom TS Höchst in Vorarlberg verbesserte bei der letztjährigen WM in Malaga als jeweilige Titelgewinnerin nicht nur den Weltrekord im Vielseitigkeitswettbewerb der W75, sondern auch über 80 Meter Hürden und beim Kugelstoßen.