Wurf-Fünfkampf: Ein Punkt entschied in der W60 über Sekt und Selters

(Málaga/Krefeld, 16. September 2018) Öfter mal was Neues. Bei all dem Staffelgedöns über 4 x 100 und 4 x 400 Meter von M/W 35 bis endlos mussten am gestrigen Schlusstag der Senioren-Weltmeisterschaften in Málaga noch in drei Klassen die Wurf-Fünfkämpferinnen ran sowie solche, die sich dafür halten. Nahezu nirgendwo sonst ist das Leistungsgefälle größer als in diesem Vielseitigkeitswettbewerb. Allerdings gab es in der W60 einen Titel-Zweikampf auf ganz hohem Niveau. Entschieden wurde er um die sprichwörtliche Haaresbreite. Der geneigte Betrachter lese und staune: Ein winziger Punkt entschied über Sekt oder Selters. Beides prickelnd. Aber das edlere Getränk, so es denn zur Verfügung stand, blieb der Weltrekordhalterin (4.727 Punkte) Carol Finsrud aus den USA vorbehalten. Das fortgeschrittene US-Girl hatte mit 4.609 zu 4.608 Punkten das glücklichere Ende vor der Niederländerin Tiny Hellendorn für sich. Ginge es hier nicht um die vermeintlich herrlichste Nebensache der Welt, den Sport, könnte aus Sicht der Masters-Athletin aus dem westlichen Nachbarland von Tragik gesprochen werden. Denn machen wir uns nix vor, dass hier auch ein nur minimaler Messfehler den Ausgang beeinflusst haben kann.

Verkappte, verhinderte und echte deutsche Medaillengewinner

Es gab auch noch Medaillen für verkappte, verhinderte und echte deutsche Teilnehmerinnen. Die ausschließliche Ungarin Erika Mészáros-Fändrich (*1961) vom TV Heppenheim, verheiratet mit Günther Fändrich, bei einer Senioren-DM seit 2017 nicht mehr startberechtigt, durfte aufgrund einer aberwitzigen internationalen Regel für Deutschland als Dritte der W55 mit 4.125 Punkten die Bronzemedaille gewinnen. Eigentlich hätte im aufgeplusterten DLV-Begleittross dem Strichmännlein für den Medaillenspiegel dabei der Bleistift aus der Hand fallen müssen. Diesen abwegigen Nationalitäten-Misch-Masch erkläre mal einer an der nächsten Straßenecke Hans Mustermann und Lieschen Müller. Klarer Fall, dass sie gleich die Grüne Minna anrufen würden. Der DLV macht's möglich.
Die in Bayern lebende, mit Klaus Volkheimer verheiratete und für den TSV Grafing hier zu Lande startende Margarethe Tomanek (*1949) gewann in der W65 mit 4.013 Punkten den WM-Titel für ihr Heimatland Belgien. Die Weltrekordlerin der W55 (4.581) schlug dabei in einem immergrünen Duell die Beinahe-Siebzigerin Eva Nohl (*1948) vom TSV Langenzenn, die bei ihren 3.869 Punkten nicht ihren besten Tag erwischte. – Mit diesem Link geht es zu allen Resultaten des finalen WM-Tages.