Arild Busterud nun durchgängig Weltrekord-Halter von M60 bis 70

(Málaga/Krefeld, 16. September 2018) Es bedarf schon einer gewissen Spürnase und eines leisen Verdachts, bei den Wettbewerben im Wurf-Fünfkampf dieser heute zu Ende gehenden Senioren-Weltmeisterschaften in Málaga einen Weltrekord zu vermuten. Anders als in den Einzelkonkurrenzen fehlt in der Kopfleiste der Hinweis auf die bis dahin aktuellen Inhaber/innen. Allerdings war der beim Norweger Arild Busterud (*1948) nach seinen Auftritten in den Solo-Disziplinen mit Kugel, Diskus, Hammer und Gewichtwurf (mit Weltrekord) gewissermaßen vorprogrammiert. Den machte der Jung-Siebziger aus dem hohen Norden dann auch gestern perfekt. Dieser urwüchsige Bär von einem Mann steigerte die bisherige globale Höchstmarke des US-Amerikaners Robert Ward mal „eben“ von 4.876 auf 5.184 Punkte. Das könnte dauern, ehe er auch offiziell gelistet ist. Denn WMA-Statistikerin Sandy Pashkin aus Eugene entfernt nicht gerne und vor allem mit dem Tempo einer 105-jährigen Riesenschildkröte ihre Landsleute aus den „Büchern“. Busterud wird da irgendwann also durchgängig von der M60 (4.955) über die M65 (5.255) bis zur M70 vertreten sein.

Ungerecht, dieser stark hammerwurflastige Mehrkampf

Mehr muss zu seiner einsamen Klasse nicht beschrieben werden. Außer, dass er in dem hammerwurflastigen Vielseitigkeitswettbewerb mit dem nicht eineiigen „Zwillingsbruder“ Gewichtwurf hier seine ganze Stärke ausspielte. Mit 40 Prozent der Übungen holte er 49,52 Prozent seiner Punkte. Da gibt es noch krassere Beispiele, die die von uns schon oftmals angeprangerte Ungerechtigkeit dieses Mehrkampfes für Werfer/innen aufzeigen. Obendrein werden Hammer- und Gewichtwurf im Vergleich überproportional „bezahlt“. Ein offenkundiges Manko der Punktewertung mit Altersklassen-Faktoren. Das ließe sich noch vertiefen, würde in diesem Zusammenhang jedoch zu weit führen.

Günther Fändrich auch durch lausiges Diskus-Resultat nicht zu stoppen

Ein Altersstockwerk höher holte sich Günther Fändrich (*1941) vom TV Heppenheim mit später auf 4.207 (zunächst 4.259) korrigierten Punkten und respektablem Vorsprung von 166 Zählern den Titel in der M75. Dabei verdarb ihm ein für ihn lausiges Diskus-Ergebnis von 29,35m (Solo als Dritter 36,78m) ein besseres Resultat. Noch ärgerlicher, dass die Spanier mit konstanter Bosheit seinen Namen mit Gunther Fandrich falsch schreiben. Wenn sie schon kein „ü“ auf der Tatstatur haben, könnten sie wenigstens die Krücke „ue“ wählen. Namen sind Nachrichten und in der Außendarstellung das persönlichste Gut des Menschen. Da sind Verstümmlungen jedweder Art schlichtweg als Affront zu werten.
Und da wir gerade schon bei der Schelte sind. Was sollen die aberwitzigen Zahlenkombinationen unter den Resultaten in den Online-Ergebnislisten des Wurf-Fünfkampfes? Lediglich vorne beim Hammer- und abschließend beim Gewichtwurf stehen dort die Punktzahlen. Den großen Rest kann sich dann jeder Interessierte in Mehrkampf-Rechnern selber mühselig zusammen suchen. Mist! Service und Transparenz sehen deutlich anders aus.

Beinahe-Weltrekord durch Maria Slok Hansen

Kommen wir zum so bezeichneten schwachen Geschlecht, das allerdings gerade in dieser besonderen „Talentschau“ mehr noch als bei den Männern oftmals Ge- und Verlegenheits-Mehrkämpferinnen produziert. Nicht so Maria Slok Hansen aus Dänemark. Mit einem Nichts von vier Punkten oder nicht einmal 1 Promille verfehlte sie den Weltrekord (4.114) der Kanadier Marie-Josee Le Tour der W35 von der WM 2015 in Lyon. Aber wenigstens steigerte die Dänin mit ihren 4.110 Punkten den Europarekord (4.078; aufgestellt 1999) von keiner Geringeren als Mette Bergmann (*1962) aus Norwegen. Ja, genau, die ehemalige Weltklasse-Diskuswerferin (BL 69,98m aus 1995), die dann auch innerhalb dieses Fünfkampfes mit 58,88m ihr herausragendes Ergebnis hatte. Netterweise hat der „ewige“ EMA-Statistiker Ivar Söderlind (Schweden) die ehedem sehr gute Mette mit einem GER in der Nationenbezeichnung nach Deutschland eingemeindet. Seltsam, dass dieser Umstand nach nunmehr 19 Jahren noch niemandem außer mir bei der heutigen Recherche aufgefallen ist?
Erfüllen wir abschließend noch die Chronistenpflicht. Die „Gunst der Stunden“ in einer vom Niveau schwachen Konkurrenz in der W45 (DR 4.189, WR 4.752 Punkte) nutzen Dagmar Suhling (*1969) vom TuS Huchting und Bettina Daniela Schardt (*1972) von der MTG Mannheim zu einem deutschen Doppel-Erfolg  mit 3.736 respektive 3.621 Punkten. - Alle Resultat des vorletzten Tages unter diesem Link.