Persönlicher Nachruf zum Tode von Alt-Bundestrainer Kurt Scheibner

(Buchenbach bei Freiburg/Krefeld, 14. April 2018) Alt-Bundestrainer Kurt Scheibner (*18.03.1926) ist drei Wochen nach Vollendung seines 92.Lebensjahres für immer von uns gegangen. Der einstige Chef-Coach der deutschen Diskuswerfer begann seine Trainertätigkeit in der ehemaligen DDR bei der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig und führte Ende der 1950er Jahre Manfred Grieser in die Weltspitze. Von Prof.Dr. Karl-Heinz Bauersfeld mit den besten Trainingskenntnissen ausgestattet, blieb Scheibner 1959 in der Bundesrepublik und machte nach nur wenigen Monaten Sigrun Grabert-Kofink, die 1960, 1961 und 1963 deutsche Meisterin im Kugelstoßen wurde, zur Olympiakandidatin.

Elf von zwölf möglichen DM-Titeln durch seine Schützlinge

Der Hochschulsportlehrer am Institut für Sport und Sportwissenschaft in Freiburg wurde am 01.Oktober 1963 vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) als Bundestrainer für Kugelstoßen und Diskuswerfen berufen. Durch seine Fach- und Sachkompetenz, aber auch seine „menschelnde“ Art, war er nicht nur in der Leichtathletik eine geachtete und beliebte Persönlichkeit. Seine Schützlinge Jens Reimers (4), Hein-Direck Neu (4), Dirk Wippermann (2) und Klaus-Peter Henning (1) sicherten sich von 1961 bis 1972 elf deutsche Meisterschaften. Auch die Alt-Internationalen Ferdinand „Fred“ Schladen und Josef Klik trainierten unter seiner Verantwortung.
Ende 1968 lud mich Kurt Scheibner als damals erst 18-Jährigen zu einem Sichtungslehrgang nach Mainz ein. Offenbar hatte ich einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen. Denn er hielt wegen meiner enormen Schnell- und Sprungkraft große Stücke auf mich und wollte mich besonders fördern. Nachdem die bundesdeutschen Diskuswerfer bei den Olympischen Spielen 1972 in München hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, wurde er Ende dieses Jahres aus den Diensten des DLV entlassen.

Ehemaligen Athleten hielten ihm die Treue

Im Gegensatz zum Verband ließen wir verbliebenen Ex-Schützlinge (Neu und Reimers sind schon vor ihm verstorben) die Verbindung zu ihm nie abreißen. Das letzte Mal telefonierte ich mit Kurt an seinem letzten Geburtstag. Obwohl es ihm gesundheitlich schon nicht mehr so gut ging, war er immer noch frohen Mutes. Jetzt bleiben uns nur noch die schönen Erlebnisse mit ihm und der reiche Schatz an Erinnerungen.
Kurt Scheibner wird jedoch in unseren Gedanken weiterleben. Möge er im christlichen Sinne in Frieden ruhen.