Leichtathletik-Ikone Phil Raschker greift heute ins Geschehen ein

(Tampere/Krefeld, 03. Juli 2022) Keinen Siebenkampf wird die äußerst vielseitige Deutsch-Amerikanerin Philippa „Phil“ Raschker (*21.Februar 1947 in Hamburg) bei ihrem von Fachleuten viel beachteten und mit Spannung erwarteten „Comeback des Jahrzehnts“ nach neunjähriger Wettkampf-Abstinenz im Trikot der USA absolvieren (wir berichteten). Dafür aber anlässlich der Weltmeisterschaften der Ü35-Generation im finnischen Tampere in nicht weniger als sage und schreibe acht Disziplinen von Solo-Wettbewerben. Womöglich kommt auch noch eine Staffel für ihre Wahlheimat hinzu. Und wird für den früheren Star der Masters-Szene wieder die Flagge Stars an Stripes" gehisst und die amerikanische Nationalhymne der noch sehr Deutschland verbundenen, mit Zehnkämpfer Heinz Keck (*1941) von der LG Alster Nord zwischenmenschlich verbandelten Auswanderin gespielt?

Einen 200-m-Lauf zum Aufgalopp vor dem Stabhochsprung

Die Jung-Fünfundsiebzigerin greift heute um 11:35 Uhr gewissermaßen zum Aufgalopp mit dem 200-m-Vorlauf ins Geschehen ihres prallen Programms ein. So es ein Finale (16:40 Uhr) geben und sie es erreichen sollte, wird es sich mit ihrer einstigen Paradeübung überschneiden. Denn der Stabhochsprung beginnt bereits um 16 Uhr. In dieser technisch sehr anspruchsvollen Konkurrenz gilt die Leichtathletik-Ikone als sportliche Pionierin bei den Frauen der USA. Bereits als 47-Jährige sprang sie 1994 mit 3,38m amerikanischen Rekord. Wohlgemerkt in dieser Klasse, nicht bei der W45. Ein Jahr später vertrat sie das Land der in diesem Fall tatsächlich unbegrenzten Möglichkeiten beim A-Länderkampf gegen Gastgeber Großbritannien in Gateshead. Das mutet geradezu wie ein Märchen aus 1.000 und einer Nacht an, ist aber die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Und was kann sie da heutzutage noch oder wieder leisten?

Enorme Belastung in kurzer zeitlicher Abfolge

Die Frage stellt sich auch beim riesengroßen Rest vom Fest? Als da wären am: 05. Juli: 200m Hürden (11:50 Uhr), Weitsprung (14 Uhr); 06.Juli: 400m-Vorlauf; 07.Juli: Hochsprung; 08. Juli: 400m-Finale; 09. Juli: Dreisprung (12 Uhr), 80m Hürden (12:23 Uhr). Und: Hält sie ein solche riesengroße Belastung mit 75 Jahren auf der Lebensuhr trotz intensiver Vorbereitung in so kurzer zeitlicher Abfolge mit lediglich einem Regenerationstag dazwischen überhaupt aus? Der „Physio“ des amerikanischen Teams (342 Gemeldete) wird jedenfalls allein bei ihr alle Hände voll zu tun bekommen. Oder jeweils ab in die Eistonne. Die sollte es bei den saunabesessenen Finnen geben.