LOC und EMA missachten Informations-, Für- und Vorsorgepflicht

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(Braga/Krefeld, 28. Januar 2022) Veranstalter von Sportfesten bis hin zu internationalen Großereignissen haben insbesondere in Zeiten wie diesen der Corona-Apokalypse den Athleten*innen gegenüber eine Informations-, Für- und Vorsorgepflicht. Machen wir noch mal ein Minderheitenprogramm für jene rund 170 Germanen und die wenigen deutschsprachigen Startwilligen aus Österreich und der Schweiz unter den nach letztlich offizieller Lesart mit zwei Verlängerungen der Meldefrist (endgültig 18, Januar) nunmehr 2.362 Gemeldeten bei den Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf der Ü35-Generation vom 20. bis 27.Februar 2022 im portugiesischen Braga. Das Lokale Organisationskomitee (LOC) und der kontinentale Dachverband European Masters Athletics (EMA) als Schirmherr haben also hinsichtlich des Aufkommens nach Klassen und Disziplinen Planungssicherheit. Immerhin ist inzwischen auf der LOC-Netzseite der Zeitplan als Unvollendete bis Mittwoch, 23.Februar, veröffentlicht worden. Dennoch nur halber Kram aus diesem Gemischtwarenladen eines unzulänglichen Internet-Auftritts.

Nahezu ganz Europa ist Hochrisikogebiet

Andererseits lassen beide Institutionen die Teilnehmer/innen in Lauerstellung auf einem wesentlichen Gebiet vollends im Regen stehen. Kein Sterbenswörtchen zu all den Dingen wie Hygienevorschriften vor Ort und den Ein-/Ausreisebestimmungen in das Hochrisikogebiet Portugal  (7-Tage-Inzidenz 3.664; Stand 27.Januar). Wobei der große europäische Rest weit überwiegend auch keine Insel der Glückseligen (mehr) darstellt. Die Bundesrepublik hat mit 1.017 die gefürchtete 1.000er-Marke durchbrochen. Andere, traditionell teilnehmerstarke Nationen wie Italien (1.932) und das zum Gastgeberland benachbarte Spanien (1.809) sind noch schlimmer dran; regelrecht gruselig sieht es auch in der Negativ-Rangliste (siehe Link) bei Frankreich (3.809) aus. Und bei „Danish Dynamite“ kracht‘s mit 5.140 so richtig. Nur überboten von den Zwergen-Staaten Färör (7.348) und Andorra (6.629). Allein die tatsächlichen Insulaner aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien stehen mit 967 relativ gut da. Überall indes ganz zu schweigen, da logischerweise nicht bekannt, von der berühmt-berüchtigten Dunkelziffer.

Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied

Aber wie immer gilt: Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied, muss für sich selber entscheiden, ob er sich in diesem Schmelztiegel an Unabwägbarkeiten wohlfühlen und unbeschwert seinen geliebten Sport, sei es in der normenfreien Zone als einer der vielen „Touris“ oder Spitzenkönner, ausüben kann. Und „geboostert“ zu sein ist kein sanftes Ruhekissen, wie gerade die Handball-Europameisterschaft der Männer in der Slowakei und Ungarn vor allem beim deutschen Team mit 15 Infizierten bewiesen hat. Da ist die vermeintliche Blase mal so richtig geplatzt.