Stellt euch vor es ist Karneval und keiner geht, vielmehr darf hin

(Krefeld/Rosenmontag, 15. Februar 2021) Stellt euch vor, liebe Leser/innen, es ist Karneval und keiner geht, richtiger: darf hin. Und das an Rosenmontag, dem bei den unzähligen Jecken auf Zeit höchsten inoffiziösen rheinischen Feiertag außerhalb all der vielen tatsächlichen Feste. Aber auch bis auf einige Diasporen in weiten Teilen der seit 1990 größer gewordenen Nation. Für die Hartgesottenen der Narrenzunft der ultimative Super-GAU.
Da kann man(n)/frau sich schon mal die Dröhnung geben. Und siehe da, ob nun Zufall oder Absicht: ALDI-Feinkost hatte rechtzeitig zu den ehedem drei tollen Tagen die kultige mexikanische Biersorte „Corona“ (heißt aus dem Spanischen übersetzt Krone) wieder im Angebot. Karamba, Karacho, ein bis sechs Corona. Von wegen
Sixpack". Irgendwann verlieren sich eben diesbezügliche Berührungsängste mit dem gleichnamigen Virus. Allerdings leider auch bei unverbesserlichen Querdenkern, Ignoranten, Verweigerern und Leichtfertigen dieser Welt und in Deutschland. Sie allesamt sind es, die eine schnellere Eindämmung der Pandemie verhindern und die jeweiligen Regierungen zu restriktiven, unpopulären Maßnahmen zwingen.

Bloß keine Trübsal blasen und irgendwie Sport treiben

Erst mal Schwamm drüber. Schließlich will ich zum eigentlichen Höhepunkt des Straßenkarnevals, mancherorts auch Veilchendienstag wie im zu Krefeld benachbarten Mönchengladbach, keine Trübsal blasen und verbreiten. Doch: Selbst beim dicksten Fell könnte und kann eingedenk geschlossener Sportanlagen, Fitnessstudios, der nicht vorhandenen Aussicht auf Wettkämpfe unterm Hallendach, fehlender sozialer Kontakte zu Artgenossen unter ambitionierten Amateursportlern der (Senioren-)Leichtathletik Schwermut aufkommen. Erst recht bei jenen der Ü75-Generation, bei denen – glücklicherweise unbestimmbar – nicht mehr so viel auf dem Zentimetermaß des Lebens übrig ist. Eingeräumt, dass es mir bisweilen auch auf den Geist geht. Doch als unverbesserlicher Berufsoptimist mit dem Gemüt eines stets satten Fleischerhundes bin ich davon (bislang) weitgehend verschont geblieben. Spazierengehen, Walking, Jogging, Heimtraining mit dem eigenen Körper und Hilfsmitteln geht immer. Davon haben wir in entsprechenden Beiträgen bereits einiges aufgezeigt. Bleibt „nur“ der innere Schweinehund zu überwinden.  

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

So, werden wir dem Tag angemessen mit einer Anleihe noch ein klitzekleines bisschen lustig. Wobei hier die These bemüht werden muss „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, also der Anspruch daran nicht allzu hoch angesiedelt ist. Der ehemalige DLV-Senioren(ver)sprecher und verkapptes Verbandssprachrohr Alfred Hermes (*1946) aus der einstigen Reaktorgemeinde Jülich im Rheinland, eben ein waschechtes Feierbiest, verstieg sich auf seiner Abkupferungs-, Verlinkungs- und Verharmlosungsnetzseite an Karnevalssamstag mit der Überschrift „Aus der Bütt“ zu diesem dürren, staubtrockenen Kalauer: Stoppt ein Wirrologe einen Jogger: „Vorsicht, bitte Abstand zur Schule halten!" Der Jogger verdutzt: „Warum?" Die Antwort: „Dort wird laufend gelüftet!"
Selten so gelacht: Helau, Alaaf, Klatschmarsch, Kamelle, Mariechen – tanz, de Prinz kütt! Für Nicht-Rheinländer: ... Der Prinz kommt!