Weißrussland kommt beim "Reise- und Sonnenkönig" der EMA nicht vor

(Minsk/Krefeld, 25. Januar 2020) Wer wollte bestreiten, dass Weißrussland (Belarus) zu Europa gehört und zudem als akkreditiertes Mitgliedsland dem kontinentalen Senioren-Leichtathletik-Verband European Masters Athletics (EMA) angehört? Einer hat's augenscheinlich noch nicht gemerkt. Der präsidiale „Reise- und Sonnenkönig“ Kurt Kaschke mit den multiplen Wohnsitzen in Freudenstadt, Gütersloh sowie Lissabon tummelt sich im Winter lieber in wärmeren Gefilden, statt im von den Temperaturen ungemütlicheren Osteuropa mal seine Aufwartung zu machen. Selbst im so genannten Indoor-Kalender 2020 auf seiner Internet-Spielwiese der EMA sind die heute stattfindenden 4.Offenen (!) Weißrussischen Senioren-Meisterschaften in Minsk nicht aufgeführt. Die noch junge, offiziell erst 2016 aus der Taufe gehobene Masters-Bewegung in der Republik Weißrussland hätte sicherlich ein bisschen ideelle Unterstützung von „oben“ verdient, wäre ein Besuch dieser Titelkämpfe durch den ansonsten reisewütigen und sich gerne in den Mittelpunkt drängenden K.K. zumindest schon mal eine schöne Geste gewesen. Dazu hätte es qua seines wenig ehrenhaft ausgeübten Ehrenamtes nicht mal einer Einladung bedurft.

340 Gemeldete aus 13 Nationen mit Donald Brown vorneweg

Stattdessen folgt sein Vorgänger Dieter Massin aus Ahlen dem Ruf von Juri Krupitsa, dem Vorsitzenden der weißrussischen Senioren-Fraktion. Der unverändert sehr umtriebige, im 80.Lebensjahr angekommene Westfale wird in seiner verliehenen Eigenschaft als EMA-Ehrenpräsident so manche Siegerehrung vornehmen und ausgelobte Spezialpreise für besondere Leistungen überreichen.
Insgesamt haben 340 Athleten/innen (das sind dreimal so viel wie bei der Premiere 2017) aus 13 Nationen gemeldet. Neben dem Gastgeberland noch aus
Litauen, Lettland, Moldawien, Ukraine, Estland, Polen, Russland (unter neutraler Flagge), Kaschastan, der Türkei, aber auch Westeuropa ist mit Frankreich, Italien und Großbritannien repräsentiert. Unter ihnen sind mehrfache Europa- und Weltmeister wie Patrick Samuel Garnier (Frankreich), Pat Logan und Donald Brown (beide Großbritannien). Letzterer kommt nicht nur als Weltranglisten-Erster, sondern auch mit dem frischen Ruhm der Auszeichnung „Europas bester Sprinter2019 ".
Das sportliche Geschehen ist in einer Live-Übertragung auf YouTube zur verfolgen. Davon kann sich so manch vermeintlich arrivierter und renommierter Veranstalter mal 'ne ganz dicke Scheibe abschneiden! Toll, was hier auch nebenher auf die jungen, gerade mal vier Jahre alten Beine gestellt wird.

Aktion pro russische Masters geplant

Außer den Begegnungen und Honeurs liegen Massin die ungerechtfertigte Verbannung der in Kollektivhaftung genommenen, nicht am Staatsdoping beteiligten russischen Senioren-Leichtathleten besonders am Herzen (auch auf Lampis mehrfach thematisiert). Ohne bereits Einzelheiten zu kennen, ist vor Ort in dieser Hinsicht eine Aktion mit Initialzündung geplant. Derweil halten sich Kaschke und auch „Oberschwester“ Margit Jungmann aus Rehlingen als Präsidentin der World Masters Athletics (WMA) in dieser Angelegenheit völlig bedeckt. Jungmann sogar entgegen bereits vor Monaten geäußerten Lippenbekenntnisen deswegen mit Sir Sebastian Coe, dem Chef von World Athletics (vormals IAAF) sprechen zu wollen. Das ist für sich genommen ebenfalls ein Skandal in Untätigkeit zu verharren.