Gute Leistungen bei Hallen-Landesmeisterschaften von Sachsen-Anhalt

(Halle an der Saale/Krefeld, 20. Januar 2020) Wenngleich keinerlei Besitzstandsansprüche geltend gemacht werden können, sind wir schon bestrebt so umfassend wie eben möglich und machbar zu berichten. Mitunter läuft dann doch so manches unter dem Radar durch. Aber es gibt ja glücklicherweise freundliche „Kiebitze“, die uns etwas zu pfeifen. Diesmal in Person von Gerhard Schroeder vom ausrichtenden USV Halle. Der Mann mit dem bekannten Namen (liest sich anders, hört sich jedoch genauso an, wobei er noch ein Dr. davor schreibt) hat uns auf die Offenen Hallen-Landesmeisterschaften der Ü30-Generation von Sachsen-Anhalt am vergangenen Samstag passend zum Ereignis in Halle (an der Saale) hingewiesen.
Dazu lieferte er uns aus seiner fachlich geprägten Sicht gleich noch eine kleine Auswahl nennenswerter Leistungen mit: M35, Hoch: Thomas Wagner (SV Halle) 1,77m; Kugel: Steffen Fricke (USV Halle) 14.11m; M45, 60/200m/Weit: Jörg-Uwe Sparenberg (USV Halle) 7,47, 24,83sec., 6.04m; M50, Kugel: Holger Fettke (Union Schönebeck) 13,51m; M55, Weit/Drei: Ralf Berlin (LG Altmark) 5,39, 11,01m; M70, 200m: Horst Beige (USV Halle) 32,05sec.; M80, Weit: Karl Schmid (SV Weiden) 3,59m; M85, Hoch: Walter Matthes (USV Halle) 1,08m. - W40, 800m: Anett Fischer (USV Halle) 2:32,56min.


18-jährige Lucie Kienast sprang 6,48m weit

Werfen wir über unsern Mikrokosmos hinaus noch einen Blick zu einer Seniorin von überübermorgen, so sie denn ein ähnliches Durchhaltevermögen wie Heike Drechsel (sie wurde mit fast 36 noch zum zweiten Mal nach 1992 Olympiasiegerin) an den Tag legen sollte. Die 18-jährige Lucie Kienast vom SV Halle sprang bei den parallel ausgetragenen U20-Meisterschaften außergewöhnliche 6,48m weit. Und das war in einer sehr konstanten Serie von fünf gültigen Versuchen (6,25, 6,33, x, 6,48, 6,42, 6,37) keineswegs ein veritabler Ausreißer nach oben.– Alle Resultate unter diesem Link.

Möglicherweie Diskus und Speer doch im Steigerwaldstadion

(Erfurt/Krefeld, 19. Januar 2020) Es bleibt wohl vorerst ein Dauerbrenner, das Thema Hallen- und Winterwurf-DM vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt. Als Sportler durch und durch wünscht keiner zum eigenen Vorteil einem Dritten irgendein Ungemach. Aber mitunter wird einem ohne eigenes Dazutun in die Karten gespielt. Möglicherweise können die derzeit noch ins Stadion Essener Straße auszulagernden Disziplinen Diskus und Speer doch im gleich an die Leichtathletik-Halle angekoppelten Steigerwaldstadion ausgetragen werden. Der MDR berichtet auf seiner Netzseite unter „Sport im Osten“, dass der bereits unter Abwicklung eines Insolvenzverfahrens agierende Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt kurz vor dem Aus und der Abmeldung seiner Mannschaft stehen würde. Die Entscheidung darüber wird voraussichtlich übermorgen (21.Januar) vor dem Amtsgericht der Thüringer Landeshauptstadt fallen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wird auch die für den 01.März 2020, 13.30 Uhr, angesetzte Heimpartie gegen den Berliner AK hinfällig, wäre das Stadion mithin für die erwähnten beiden Wettbewerbe verfügbar.
Ehe wir uns noch mit fremden Federn schmücken, was wir so alles in den unendlichen Tiefen des Internets zum Vorschein bringen, sei einmal stellvertretend für viele andere Informanten nicht verschwiegen, dass wir den Hinweis auf den nachfolgend  verlinkten MDR-Beitrag Lampis-Stammbesucher Stefan Münch vom TV Niederwürzbach verdanken. Übrigens selber ein passionierter Werfer, der ab dieser Saison in der M50 mit den leichteren Geräten ran darf.

Gewichtwurf nicht im Programm der Winterwurf-DM in Erfurt

(Erfurt/Krefeld, 17. Januar 2020) Obwohl Ausschreibung und Zeitplan für die Winterwurf-DM der Senioren/innen vom 28.Februar bis 01.März 2020 in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt noch nicht heraus sind, müssen wir die bei den Hammerwerfern/innen geweckten Begehrlichten mit dem äußerst artverwandten Gewichtwurf als Zweitdisziplin eine Illusion nehmen. Aus absolut zuverlässiger Quelle haben wir erfahren, dass der als Kann-Bestimmung ab 2020 neu ins meisterliche Wettkampf-Programm eingeführte Gewichtwurf bei dieser DM nicht zur Austragung gelangen wird.
Durchaus nachvollziehbar, da aufgrund des Fußballspiels Rot-Weiß Erfurt gegen den Berliner AK am 01.März, 13.30 Uhr, das Steigerwaldstadion nicht zur Verfügung steht. Diskus- und Speerwurf müssen deshalb schon ins sechs Kilometer entfernte Stadion Essener Straße ausgelagert werden, der Hammerwurf findet auf dem Wurfplatz neben der Leichtathletik-Arena statt (wir berichteten). Hinzu kommt, dass füglich bezweifelt werden darf, dass die Wurf-Wettbewerbe schon Freitag beginnen. Der war stets dem Solo für Geher in der Halle vorbehalten. Obendrein gibt es ein massives Kampfrichter-Problem, wurde bereits Verstärkung aus Mittelfranken angefordert. Ausgang (noch) höchst ungewiss.
Das sind halt die Schattenseiten, dass die Erfurter mal wieder dankenswerter als "Feuerwehr" dieser vom latenten Ausfall bedrohten Titelkämpfe in die Bresche gesprungen sind. Für Kompromisse und etwaige organisatorischen Engpässe sollte daher jede/r Aktive Verständnis aufbringen.

Deutsche Handballer treten bei der EM nicht als Kulturverleugner auf

Kolumne

Moment mal

(Trondheim/Malmö/Wien/Krefeld, 18. Januar 2020)
Schau’n wir mal über den Zaun. Denn gerade Leichtathleten sind häufig sportlich vielseitig interessiert und talentiert, nicht nur an „König Fußball“. Bisweilen sogar „Wanderer zwischen den Welten“. Ein besonders prominentes Beispiel aus diesen beiden Lagern ist Hans-Peter Briegel (*1955) aus Kaiserslautern, „die Walz aus der Pfalz“. Der war als Jugendlicher erfolgreicher Weit-, Dreispringer und Mehrkämpfer, gewann 1972 bei den Deutschen Jugend-Mehrkampf-Meisterschaften in Rheinhausen (ich war als Berichterstatter für die Rheinische Post live dabei) den Titel im Fünfkampf. Seinerzeit Durchgangsstation als erster Tag des Zehnkampfes. Briegel wechselte später zum Fußball, brachte es als 1,88m großer Abwehrrecke von vermutlich über 90 Kilogramm Abtropfgewicht auf 72 Länderspiele und den EM-Titel 1980.
Soweit das Vorspiel zum Handball und einer erfreulichen Begleiterscheinung der momentan laufenden Europameisterschaft der Männer in Norwegen, Schweden und Österreich. Die DHB-Auswahl hat sich und ihr Land bislang nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Darunter eine derbe und herbe Lehrstunde gegen Spanien, die einem sportlichen Offenbarungseid sehr nahe kam. Aber sie tritt wenigstens nicht als Kulturverleugner auf, die am Rande der Bande deswegen jeden Vorteil nutzt. Einige schon. Denn beim professionellen Handballsport ist national wie international Werbung am Mann erlaubt.

Spieler als bewegliche Litfaßsäulen

Insbesondere das Team von Bundestrainer Christian Prokop tritt als bewegliche Litfaßsäule neben dem (deutschen) Ausrüstungssponsor Kempa mit vielen weiteren Trikotsponsoren auf. Da ist vorne noch so eben Platz für den Bundesadler auf der Herzseite. Rückwärtig der Spielername und die –nummer, oftmals nach eigener Wahl und nicht wie ehedem durchnummeriert anhand der Kaderanzahl mit der 1 angefangen beim Stammtorhüter. Andreas Wolff, der noch nicht allzu viele Bälle an die Finger bekam (außer beim Herausholen aus dem Netz), bevorzugt die 33. Heute Abend (ab 20.15 Uhr live im ZDF) wartet Kroatien als nächste Nagelprobe auf dem sehr beschwerlichen Weg ins Halbfinale.
Kommen wir jedoch nach diesem langen Dreisprung-Anlauf zum Wesentlichen: Der Trainingsanzug und die Shirts werden vom Schriftzug „DEUTSCHLAND“ geziert. Gut zu wissen, dass es das in Zeiten der allgemeinen Vergermanisierung auch noch gibt. Hoffähig ist es allemal, am Wiedererkennungswert scheitert es auch nicht. Leider sind es vornehmlich die schlechten Beispiele, die allenthalben und allerorten Schule machen.

DLV erntete viel Spott und Häme für seine lausige "Informationspolitik"

(Düsseldorf/Darmstadt/Krefeld, 16. Januar 2020) Wenn viele Gleichgesinnte auf überschaubarem Raum unter dem Dach einer Leichtathletik-Halle zusammenkommen, wie jüngst bei den Offenen NRW-Seniorenmeisterschaften in Düsseldorf, dann brodelt bei Gesprächen mit oder ohne Kaffee die Gerüchteküche und blüht der Flachs. Jede Menge Spott und Häme erntete verdientermaßen der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für seine langatmige, oftmals erst auf Nachfrage oder unseren virtuellen Zuruf zustande gekommene – welch hehres Wort in dem Zusammenhang – Informationspolitik. Stichwort: Hallen- und Winterwurf-DM 2020 der Ü35-Generation. Lampis-Leser wussten auch diesmal nicht nur mehr, sondern es vor allem deutlich eher! Das brachte uns viel rhetorisches Schulterklopfen ein.

Es gibt bereits Bewerber für Hallen-/Winterwurf-DM 2021 und 2022

Tragen wir gleich noch am Rande der Bande aufgeschnappte Neuigkeiten von allgemeingültigem Interesse bei. Der in der Landeshauptstadt vorrangig als aktiver Kugelstoßer anwesende DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf aus Eisenach in Thüringen plauderte auch ein bisschen aus seinem sportlichen Nähkästchen. Der Wirtschaftsanwalt ließ durch die Blume verlauten, dass es für die kommenden beiden Jahre bereits Bewerber für die Hallen- und Winterwurf-DM geben würde. Da die jedoch die Verbandsgremien auf eine „belastbare Absichtserklärung“ (so das grauselige DLV-Amtsdeutsch von David Deister) hin noch nicht passiert haben, behielt Wendorf die Schauplätze der möglichen Handlung für sich. Das ist bei aller Neugier nachvollziehbar und zu respektieren.

Würfel bei Leserwahl zu Senioren-Leichtathleten 2019 sind gefallen
 
Genügen wir im Sinne unserer verehrten Leserschaft noch der Chronistenpflicht und weisen vorsorglich auf eine Veröffentlichung der lediglich sehr sporadisch gepflegten Senioren-Spielecke (nur sechs Beiträge in den letzten drei Monaten; siehe Informationspolitik)  auf der Verbandsnetzseite hin. Besagter Deister ließ wissen, dass im „Glücksspiel“ zum fragwürdigen Prozedere einer Leserwahl bei geringer Beteiligung (deshalb werden nur Prozentzahlen genannt; von was aber?) zu den Senioren-Leichtathleten des Jahres 2019 die Würfel gefallen sind. Eine Doublette schenken wir uns. Mehr dazu unter diesem Link. Unsererseits machen wir jedoch auf eine Kolumne zum Thema von 2018 aufmerksam, die getrost als Blaupause herhalten kann. Das verhindert selbstverständlich nicht, dass wir den gewählten Auserwählten der Fraktion Lauf unseren aufrichtigen Glückwunsch zollen.