Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf endgültig vom Verhandlungstisch

(Darmstadt/Zella-Mehlis/Erfurt/Krefeld, 08. Juli 2020) Wenngleich es der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) entgegen seiner eigenen Ankündigung bislang immer noch nicht geschafft hat, die Senioren-DM im Mehrkampf am 22./23.August 2020 in Zella-Mehlis in seinen Meisterschaftskalender aufzunehmen (Stand heute 9:00Uhr), von der Ausschreibung ganz zu schweigen, ist ein Thema wohl endgültig (?) vom Verhandlungstisch. Entgegen sich immer noch hartnäckig haltenden Meldungen, dass die dort zum obigen Termin ursprünglich vorgesehene, trotz Corona problemlos durchzuführende, aber abgesagte Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf doch noch nachgeholt wird, weiß es DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (im Bild) vom Eisenacher LV als Thüringer Insider ganz genau. Der 49-jährige Wirtschaftsjurist hat sich bei den entsprechenden Gremien beider Verbände sachkundig gemacht und schließt es mit den Worten „definitiv nicht!“ kategorisch aus. Nicht nur für Zella-Mehlis. Es geht ja auch nur um die von den Machern in Darmstadt ungeliebten Talente von gestern und vorgestern. Dass der leibhaftige Nachwuchs und die Männer/Frauen Vorfahrt haben, steht dabei außer Frage. 

Zweite Akt der Kugelstoß-Dreier-Serie musste verlegt werden

Was die von ihm selber im Zusammenwirken mit Bundestrainer Sven Lang federführend organisierte Kugelstoß-Dreier-Serie mit Auftakt beim 4.Neustädter Kugel-Cup (wir berichteten) angeht, ist eine Verlegung des zweiten Aktes am 19.Juli 2020 in Erfurt auf dem Wurfplatz hinter der Leichtathletikhalle notwendig geworden. Da sowohl am 18.Juli in Osterode im Harz ein Kader-Wettkampf ausgetragen wird, als auch am 18./19.Juli 2020 eine Beinahe-Kollision mit dem kurzfristig eingeschobenen Sommermeeting des TLV im Erfurter Steigerwaldstadion gedroht hätte, ist nunmehr der 31.Juli als Abendveranstaltung vorgesehen. Eventuell mit einer zweiten Disziplin (Diskus- oder Hammerwurf).
Hinweis auf einen ausführlichen Beitrag im Fenster Flurfunk zur obigen eingangs erwähnten Thematik

Virtuelle Senioren-WM wirbt um deutsche Teilnehmer/innen

(Wien/Krefeld, 07. Juli 2020) Rühren wir noch ein wenig die Werbetrommel für die virtuellen Senioren-Weltmeisterschaften, die an Stelle der aus bekannten Gründen ausgefallenen wahrhaftigen Titelkämpfe im kanadischen Toronto getreten sind, die auch nicht nachgeholt werden. Ausgerechnet im hinsichtlich Spitze und Breite gelobten Deutschland, der führenden Nation in der Senioren-Leichtathletik, ist die Beteiligung etwa eine Woche vor Meldeschluss (15.Juli) mit 41 Interessenten (Stand heute in der Früh) ausgesprochen dürftig. Als Initiator Gottfried Gassenbauer aus Wien mit dieser letztlich umgesetzten Idee an die Öffentlichkeit getreten ist, war es auch als Ersatz für Wettkämpfe gedacht, bei denen völlig tote Sporthose herrschte und die im kleinen Rahmen hätten selber organisiert werden können, dürfen, müssen. Diese Hürde ist inzwischen zumindest hier zu Lande fast flächendeckend bis auf die Diaspora Nordrhein weggefallen. Also muss dieser Mehraufwand in aller Regel nicht betrieben werden, können die realen Resultate gemeldet werden, die zwischen dem 18. Juli und 02. August 2020 erzielt werden. Aber wem es Spaß macht, natürlich auch weiterhin in Eigenverantwortung.
Als Auffrischung verlinken wir den ausführlichen Beitrag zum Thema. Da steht, vom Chef-Organisator persönlich verfasst, alles Wissenswerte wie Erforderliche drin, dran und drum.

Es sprießen in Zeiten wie diesen stetig neue Stilblüten

Kommentar

Unter uns gesagt

(Vielerorts/Krefeld, 06. Juli 2020)
Es war eine ganze Menge am ersten Juli-Wochenende in Sachen Leichtathletik los. Gerne und oft auch die Rückkehr in eine „neue Normalität“ geheißen. Eine schiere Unmöglichkeit, das alles beleuchten zu wollen, wozu es zunächst einmal ausgeleuchtet werden müsste. Das verhindert demzufolge auch das Rauspicken von Rosinen. Was mir jedoch schon bei bloßer Draufsicht beim Ergebnisspiegel von ladv.de auffiel, dass die Veranstalter in Karlsruhe zielsicher zu einer Stilblüte griffen, ihre abgespeckten Meetings „Corona Sportfest 2.1“ und „Corona Sportfest 2.2“ genannt haben.
Wörtlich genommen und auf die Spitze getrieben: Was wollen sie uns bloß mit dieser plakativen Ankündigung verheißen? Doch nicht etwa, dass sich von den Startwilligen dieser vermaledeite Virus hier besonders leicht einzuhandeln sei? Schließlich hatten sie ein heutzutage unerlässliches Hygienekonzept sowie eine Beschränkung auf je 100 Athleten und Besucher. Über den Arbeitstitel sollten sie indes vor 2.3 nochmal nachdenken, um etwaige Missverständnisse zu vermeiden. Ein bescheidener Rat unsererseits.

Heute ist der Internationale Tag des Kusses

Wenden wir uns einem allgemein gültigen Thema zu. Denn heute ist kein stinknormaler Montag, sondern vielmehr der
Internationale Tag des Kusses". Der Kuss gilt in vielen Kulturen als Ausdruck von Liebe, Freundschaft und Ehrerbietung. Allerdings wollen Wissenschaftler herausgefunden haben, dass sich rund zehn Prozent der Weltbevölkerung überhaupt nicht küssen. Die müssen in Zeiten wie diesen der Corona-Pandemie diesbezüglich keine besondere Vorsicht walten lassen. Alle anderen schon, sollten ihre Gunstbeweise ergo auf das eigene direkte Umfeld beschränken, wo darüber hinaus derzeit sogar der bei uns besonders gepflegte Handschlag vermieden werden sollte und so der Ellenbogen-Gruß oder der mit den Fußspitzen entstand. Letzteres freilich nur eine pro Person, sonst könnte es mit der Balance und Bodenhaftung schwierig werden.

Positive Nebenwirkungen wahrhaftiger Lippenbekenntnisse

Noch ein wenig Kunde zu wahrhaftigen Lippenbekenntnissen. Küssen befreit von Stress, lässt den Cortisolspiegel sinken, kann sogar Schmerzen lindern, stärkt das Immunsystem und trainiert alle 34 Gesichtsmuskeln. Um keine falsche Hoffnungen zu wecken: Mit einem Busserl ist's dabei allerdings nicht getan, erfordert schon ein wenig mehr Intensität und Leidenschaft.
Na, ihr wisst schon, seid als Lampis-Leser ja alle miteinander erwachsene Menschen.

Lebenslicht von Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf erloschen

(Achterwehr bei Kiel/Krefeld, 06. Juli  2020, 13.30Uhr) Auf hoher See feierte Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf am 17. Februar erst die Vollendung seines 80. Lebensjahres, konnte querbeet durch den analogen und digitalen Blätterwald so manche Laudatio (theoretisch auch bei Lampis) über sich lesen. Nicht einmal fünf Monate später erlosch gestern Abend nach schwerer Krankheit sein Lebenslicht, werden nun die Nachrufe über ihn verfasst. Die traurigste aller Chronistenpflichten.
Ohne die Einzelheiten seines Ablebens zu kennen, war für ihn wissend schon vorher ein Traum geplatzt. Allzu gerne wäre der einstige „König der Athleten“ 56 Jahre nach seinem größten sportlichen Triumph bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio als Zuschauer, viel besser noch – unsere Interpretation – Ehrengast, an die Stätte seines erfolgreichen Wirkens zurückgekehrt, hätte vielleicht mit ansehen können, wie der amtierende Weltmeister Andreas Kaul vom USC Mainz womöglich an selber Stelle in seine Fußstapfen tritt.
Das verhinderte jedoch schon vor seinem Tod die globale Corona-Apokalypse. Die ursprünglichen Olympischen Spiele vom 24.Juli bis 09.August 2020 im Land der aufgehenden Sonne in der japanischen Metropole werden bestenfalls 2021 (23.Juli bis 08.August) nachgeholt. Wenn nicht dann, überhaupt nicht.
Noch kein Jahr nach Graf Werner von Moltke (*24.04.1936,
30.07.2019) verliert die deutsche Leichtathletik, und nicht nur die, mit Willi Holdorf einen ganz Großen der damaligen glorreichen Zehnkämpfer-Ära aus den „Goldenen Sechziger“. – Mehr über ihn auf NDR.de.

Heuchlerisch: DLV hält sich nicht an eigene Regeln und Grundsätze

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Krefeld, 05. Juli 2020)
Zunächst zum besseren Verständnis die Vorgeschichte aus dem „Nähkästchen“ des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit der Kernaussage in einer Rundmail vom 03.Juli 2020 an den Bundesausschuss Senioren (BAS), die Landes-Seniorenwarte und die Geschäftsstellen der 20 Regionalverbände: FitLine, ein Partner des DLV, stellt einen digitalen Info-Abend für alle Masters-Athleten auf die Beine, der am kommenden Dienstag (7.7.) stattfindet.
Wie bitte? Das darf getrost als heuchlerische und pharisäerhafte 180-Grad-Wende angeprangert werden!

Gute Vorsätze werden gerne mal über Bord geworden…

Rückblende: Es gab
Zeiten, da durfte der DLV aufgrund seiner Statuten keine Werbung für Nahrungsergänzungsmittel machen. Jetzt hat er gar einen Sponsor aus diesem Bereich, werden ausgerechnet als Zielgruppe die vermeintlich betuchteren Senioren indirekt aufgefordert, Produkte dieses Unternehmens zu kaufen und konsumieren. „Unsere klare Empfehlung an die Athleten ist, von Nahrungsergänzungsmitteln die Finger zu lassen“, lautete ehedem auf der Verbandsnetzseite der unmissverständliche Standpunkt des damaligen DLV-Präsidenten Clemens Prokop (2001 – 2017 im Amt).

…bis hin zur Werbung für Alkohol

Die Führung beim DLV hat sich geändert, und die Dachorganisation muss monetär noch klammer sein, als allgemein angenommen wird. Sie handelt nun nach der doppeldeutig zu verstehenden Devise Geld von Sponsoren stinkt nicht (wird ja auch überwiesen) und hat sich zu allem Überdruss die sonst stiefmütterlich behandelten, indes als finanzkräftig eingestufte Ü30-Generation auserkoren.
Ehedem gute Vorsätze sind aus Kommerzdenken allerdings früher schon gerne mal kurzerhand über Bord geworfen worden, wurde vor Jahren auf dem Internet-Portal des Verbandes Werbung für Alkohol geschaltet. Diese unsägliche Botschaft ist dann nach einem uns bekannten Protestschreiben eines Klub-Verantwortlichen mit dem Hinweis darauf, was wohl Jugendliche davon halten sollen, innerhalb weniger Tage wieder vom Netz genommen worden.

Fragwürdige Handlung aus purer Profitgier

Doch zurück zum Thema:
Die aktuellen DLV-Werberichtlinien besagen unter 2.3.4 dies: „Die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel ist in Verbindung mit Wettkämpfen untersagt, sofern die IAAF (jetzt WA, die Redaktion) nicht ausdrücklich ihre Zustimmung erteilt.“ Soviel zur Glaubwürdig-/Standhaftigkeit der Denker und Lenker in Darmstadt. Die Talente von gestern und vorgestern als Versuchskaninchen sowie Geldquelle. Denn letztlich geht es um nichts anderes, die Leistung im Wettkampf steigern zu wollen. Aber das ist ja eigentlich untersagt. Verhindern kann es trotzdem niemand.
Fragwürdig ist und bleibt allerdings, dass ein Verband sich wegen purer Profitgier nicht an die eigenen Regeln und Grundsätze hält.
(Hinweis auf einen aktuellen Beitrag im Schaufenster Flurfunk.)