Mit Kommissar Zufall, Pfadfinder-Instinkt oder ,Kugeljupp' zur LVP-Ergebnisliste


(Ludwighafen/Krefeld, 12. Februar 2019)
Wer suchet, der findet. Manchmal. Nicht immer. Doch in diesem Falle schon. In unserem gestern Abend eingestellten Beitrag hatten wir geschrieben, dass die Ergebnisliste vom Senioren-Hallensportfest des LV Pfalz in Ludwigshafen noch nicht im Netz hinterlegt sei. Sie liegt doch vor. Fündig geworden ist mein langjähriger Sportfreund Hans Josef „Kugeljupp“ Weitz (im Bild) aus Köln. Dazu musste er allerdings frei nach der DDR-Rockgruppe „Karat“ und Neuauflage von Peter Maffay sinnbildlich „Über sieben Brücken gehn“. Mit Logik hat(te) das jedoch herzlich wenig zu tun. Mehr so mit Kommissar Zufall oder Pfadfinder-Instinkt.

Ein großes Versteckspiel um eine stinknormale Ergebnisliste

Die Schritte zum Objekt der Begierde in diesen jeweiligen hintereinander erfolgenden Aufrufen: 1. lv-pfalz.de, 2. Wettkampfsport in der Dachleiste,3. Live-Ergebnisse, 4. es erscheint der 9.Juni 2018 mit den Rheinland-Pfalz Meisterschaften M/F/U18; nun wird’s noch abenteuerlicher; oben rechts ist der „Button“ mit drei schwarzen Querlinien (steht wohl für Menü) auf gelbem Grund anzuklicken, 5. Wettkämpfe aufrufen, 6. Veranstaltungen ganz nach unten scrollen und Seite 2 aufrufen, 7. Wieder ganz bis unten scrollen und Seite 3 anklicken, 8. da erscheint nun (derzeit) an vierter Stelle LVP-Senioren Hallensportfest, 9. In die Schrift klicken und tatsächlich – das Sesam öffnet sich endlich mit verschiedenen Auswahlmöglichkeiten. Entschuldigung, waren doch mehr als sieben Brücken. Freilich eh lediglich als schmückende Bildsprache zu verstehen.

LV Pfalz mit „Vize“ Dieter Tisch stellt sich ein Armutszeugnis aus

Es ist und bleibt jedoch ein Armutszeugnis, eine Ergebnisliste derartig zu verstecken. Auch für Chef-Organisator und LVP-Vizepräsident Dieter Tisch, der sich gerne mit der Aura des Perfektionisten und Unfehlbaren umgibt (siehe Kolumne). Hinzu kamen, wie schon berichtet, die Unzulänglichkeiten im Ablauf dieser Veranstaltung

Drehstoßer Kurt Goldschmidt feierte ein ordentliches Comeback

(Hamburg/Mannheim/Ludwighafen/Tunis/Krefeld, 11. Februar 2019) Es herrschte am vorigen Wochenende richtig Betrieb unterm Hallendach. Als da waren: Die gemeinsamen Senioren-Landesmeisterschaften von Hamburg, Schleswig- Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Hamburg, die Zusammenlegung der Titelkämpfe des leichtathletisch geteilten Bundeslandes Baden-Württemberg in Mannheim sowie tags zuvor das Seniorensportfest des LV Pfalz im nahen Ludwigshafen. Dazu gingen am Samstag die viertägigen 12.Offenen Afrikanischen Stadion-Meisterschaften der Masters in Tunis (Tunesien) zu Ende, für die wir allerdings eingedenk der für europäische Verhältnisse sehr exotischen Terminierung lediglich einen „Streifschuss“ vorgesehen haben.

Chaotische Verhältnisse beim Senioren-Hallensportfest in Ludwigshafen

Aber wo bei diesem Wust an Ergebnissen anfangen und schlussendlich aufhören? Handhaben wir es salomonisch und kaprizieren uns auf das bereits in der Vorschau erwähnte Comeback von Drehstoßer Kurt Goldschmidt (*1943) vom TSV Kücknitz in der Hansestadt Hamburg. Das „Nordlicht“ verpasste zwar knapp die 13-Meter-Marke, gewann jedoch überlegen mit 12,96m und einem satten Vorsprung von 1,90 Meter die M75. Er hätte sogar die M70 (12,44m) noch klar für sich entschieden. Ein weiteres Attribut: Jost Müller (*1941) vom PSV Hamburg war im Vorjahr mit 12,58m Erster der DLV-Hallenbestenliste.
Ansonsten verweisen wir die Freunde der Statistik auf die Online-Ergebnislisten, die allerdings aus Ludwigshafen noch nicht vorliegt. Ohnehin eine alles in allem miserabel organisierte Veranstaltung, die zu vielen Protesten der Aktiven führte, die durch die Probleme mit der elektronischen Zeitmessung teilweise zwei Stunden auf die Durchführung ihrer Wettbewerbe warten mussten. Einige sind daraufhin mit gehöriger Wut im Bauch sogar unverrichteter Dinge abgereist. Außer Spesen nichts gewesen. Sehr ärgerlich!

12. African „Open“ für die Gäste ein sportliches Muster ohne Wert

Ein deutsches Sextett hat sich nach Tunis „verirrt“. Was die fünf Senioren plus „Quotenfrau“ dazu erwogen hat an diesem sportlichen Muster ohne Wert teilzunehmen, wird sich vordergründig kaum jemanden erschließen. Es sei denn touristisch-kulturelle Aspekte. Da es in Unkenntnis der deutschen Aktiven und deren Disziplinen außerordentlich mühselig ist, sich durch die Resultate zu kämpfen, haben wir sie ausnahmsweise aufgelistet. Das bewerte dann jede/r für sich:
W45, Diskus (1 Teilnehmer/in): Bettina Schardt 39,95m; Hammer (1): Schardt 39,72m.
M45, 8-km-Crosslauf (7): 4. Heiko Wilmes 28,26 Minuten; M60, 100 m Hürden (1): Joachim Wolff 22,00 sec.; Diskus (1): Wolff 25,85m; M65, Diskus (3): 1. Walter Kühndel 38,24m; Speer (1): Kühndel 43,23m; M75, Kugel (2): 1. Reiner Görtz 9,04m, 2. Norbert Röhrle 8,49m; Diskus (2): 1. Röhrle 22,64m, 2. Görtz 21,82m; Speer (2): 1. Görtz 31,55m, 2. Röhrle 29,21m.
Mit den nachfolgenden Verlinkungen geht es zu den wieder einmal wild gemixten SELTEC-Ergebnislisten aus Hamburg und Mannheim. Es ist unfassbar welch feuchter Humus da fabriziert wird. Die Anwender sollen es angeblich schuld sein. Wer's glaubt, wird selig.  

Nun schwappt die Tsunamiwelle bei den "Best Masters of the World"

(Krefeld, 09. Februar 2019) Glücklicherweise sind wir mit unserem Nischen-Engagement von, aber nicht nur für Senioren-Werfer/innen absolut autonom und autark was wir veröffentlichen oder halt nicht. Und da wir obendrein für alle Leser/innen frei zugänglich sind und kostenlos erscheinen, demzufolge ausschließlich Ausgaben und keinerlei Einnahmen generieren, kann auch keine/r irgendwelche Ansprüche auf irgendwas ableiten wollen. Insofern sind der Betreiber als Verfasser dieser Zeilen und sein kleines, aber feines Team an Gastautoren „Überzeugungstäter“ bei ihren Informationen, Kommentaren, Kolumnen und Glossen. Die Pressefreiheit, die wir als Online-Medium für LAMPIS in Anspruch nehmen dürfen, beinhaltet eben auch, über gewisse Dinge nicht zu berichten.
Das müssten wir gar nicht erst großartig erklären, tun es in diesem konkreten Falle aber trotzdem. Bei dem unserer Ansicht nach ausgewiesenen Nonsens um die nach Europa nun auch weltweit hinweg schwappende tsunamiartige Auszeichnungswelle der „Best Masters 2018“ in je sieben Kategorieren männlich wie weiblich klinken wir uns schlichtweg aus. Aber da wir nicht das allein seligmachende Evangelium (heißt wörtlich übersetzt „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“) verkünden, verweisen wir Andersgläubige zu diesem Thema mit Fortsetzungscharakter zumindest einmalig auf die Netzseite der World Masters Athletics (WMA).

RR verpflichtet: Richard Rzehak ein "Oldtimer" mit Rolls-Royce-Format

(Erlangen/Fürth/Krefeld, 10. Februar 2019) Alter schützt vor Torheit nicht, behauptet ein Spruch aus Volkes Mund. Doch ab wann ist man/frau überhaupt alt? Dazu müssen wir uns lediglich in der Senioren-Leichtathletik umschauen, wo die Alten noch Leistungen erbringen, wovon Schüler/innen nicht einmal träumen können. Nicht nur jene etwa erschreckenden 50 Prozent der Fast-Food-Generation, die Übergewicht mit sich herum schleppen oder gar an Fettleibigkeit (Adipositas) leiden. Auf den Punkt gebracht, lässt sich das geflügelte Wort auf „Alter schützt vor Leistung nicht“ erweitern.
Dazu fällt einem spornstreichs „König“ Richard Rzehak (*13.10.1929) vom SC Preußen Erlangen ein. Der Senior-Vater unter lauter Senioren/innen gab jüngst nach zweijähriger Abstinenz und vielen Überredungskünsten beim traditionellen Hallensportfest der ewigen Talente von gestern und vorgestern in Fürth seinen nationalen Einstand in der M90 (wir berichteten). Er war erst einmal mit den 7,31m im Kugelstoßen zufrieden, der sich „aus der kalten Hose“ so um die 7,50 Meter zugetraut hatte.
Das sagt indes über das einstige und womöglich wieder künftige Leistungsvermögen von dem Mann mit dem verpflichtenden Initialen RR (= Rolls Royce) herzlich wenig aus, wobei er sich fortan bevorzugt dem Hammerwurf widmen und bei den „Deutschen“ an Karneval in Erfurt starten will.

Einmalig: Alle vier DM-Titel bei Stoß und Wurf in der M60 gewonnen

Blenden wir also mit einem tiefen Griff in die Nostalgiekiste 30 Jahre zurück, ausgegraben von unserem Gastautor Dieter Krumm. Bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften (oder hießen sie da noch Bestenkämpfe?) 1989 in Scheeßel (Niedersachsen) gewann Richard in der M60 alle vier Titel bei Stoß und Wurf. Das hat vor und bislang nach ihm keiner mehr in dieser Altersklasse geschafft. Höchstwahrscheinlich auch sonst nirgendwo. Aber nicht nur das. Der Wurf-Allrounder beeindruckte mit folgenden Resultaten: Kugel 14,43, Diskus 52,32, Speer 53,08 und Hammer 56,42m. Im Vorjahr bei den Titelkämpfen im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach gab es hier vier verschiedene Sieger und bis auf eine Ausnahme kam keiner der Spezialisten mit 13,52 (Wattenbach), 48,06 (Horstmann), 52,14 (Schaffarzik) sowie 50.67 Meter (Nuschke) auch nur annähernd heran.
Das spricht einerseits für die ehedem einstige Klasse des nunmehr 90-Jährigen in Lauerstellung, andererseits, dass sich das Niveau von einigen wenigen Spitzenkönnern abgesehen seit Jahren im steten Sinkflug befindet.

EMA-"Reise- und Sonnenkönig" Kurt Kaschke tourt derzeit in Tunesien

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Tunis/Krefeld, 08. Februar 2019)
Wenn ich mir so manche Dinge und vor allem (un-)verantwortlich handelnde Amtsinhaber in der Leichtathletik anschaue, könnte ich das tun, was vor der Apotheke stehenden Pferden nachgesagt wird. Ja, genau, ihr wisst schon. Ein Paradebeispiel für auf den Magen schlagendes Unwohlsein ist EMA-Präsident Kurt Kaschke, der pensionierte einstige „Baumschullehrer“ aus Freudenstadt im schwarzen Walde. Der 63-jährige Reise- und Sonnenkönig tourt oder boshafter: schmarotzt auf Kosten der Firma (KdF-Maßnahme mal anders) derzeit bei den Afrikanischen Senioren-Meisterschaften in Tunis (Tunesien), lässt sich dort bei der Eröffnungsfeier im Bereich der Honoratioren ablichten. Getreu dem Motto „Sehen und gesehen“ werden, die Wichtigkeit der eigenen Person unterstreichen wollend. SeinenVize" Jean Thomas (Nancy/F) hat er gleich mit im Schlepp. Was lacostet die Welt, gönnt sich ja sonst nichts. Andere Leute Geld lässt sich freilich viel leichter ausgeben.
Dass Margit Jungmann (Rehlingen) als Präsidentin der World Masters Athletics (WMA) bei kontinentalen Titelkämpfen vor Ort ist, sich und der Veranstaltung die Ehre gibt, ist nachvollzieh- und geradezu unabdingbar. Aber was, bitte, hat K.K. da zu suchen und finden? Streng genommen nix! Jedenfalls nicht in (s)einer Funktion, die eine Dienstreise rechtfertigen würde. Um eine Art Beschäftigungsnachweis zu erbringen, sondert er auf der EMA-Netzseite eine armselige und vor allem völlig überflüssige Pseudo-Berichterstattung ab. Er sollte sich besser um seine originären Aufgaben kümmern. Da hätte er mit der Riesenbaustelle EM 2019 in Venedig mehr als genug zu bearbeiten.
Dem Thema wird sich in den nächsten Tagen noch unser Italien-Korrespondent Carlo Berlini in einem investigativen Beitrag annehmen. Versprochen!