DM-Termine 2019: Die Karawane zieht weit überwiegend ostwärts

(Saarlouis/Darmstadt/Krefeld, 11. Oktober 2018) Mehr so beiläufig hat der geneigte Leser in der Senioren-Spielecke der Verbandsnetzseite im Beitrag von der Herbsttagung des Bundesausschuss‘ Senioren erfahren, dass bis auf das Bahn-Gehen alle Deutsche Meisterschaften der Ü35-Generation für 2019 einen Ausrichter gefunden haben. Das wird die potenziellen Normen-Erfüller unter den Talenten von gestern und vorgestern fraglos ungemein freuen. Aber was wo wann und wo es zu finden oder suchen ist, darauf gab es keine weiteren Hinweise, geschweige denn Verlinkungen.

Ein Armutszeugnis für Nord, Süd und West

Und so haben wir unserem vielgepriesenen Service entsprechend mal die einschlägigen Fundstellen durchforstet. Die erste Feststellung: Die Karawane der Aktiven zieht wieder einmal weit überwiegend ostwärts. Womit absolut nichts gegen die Schauplätze und örtlichen Gastgeber in den längst nicht mehr neuen Bundesländern gesagt sein soll. Aber daraus resultiert im Umkehrschluss, dass es ein ziemliches Armutszeugnis für alle anderen in Nord, Süd und West darstellt. Offensichtlich hat sich noch nicht bis überall hin herumgesprochen, dass eine vernünftig organisierte DM neben der Reputation und Werbewirksamkeit ein durchaus einträgliches Geschäft sein kann und so manchen Euro in die womöglich latente klamme Vereinskasse spült. Bei Interesse mal bei Nordrhein-Seniorenwartin und einstigen DLV-Leiterin Wettkampf-Organisation Senioren Gisela Stecher aus Grevenbroich nachfragen.

Nationale Meisterschaftstermine 2019:
01. – 03. März               Hallen-DM mit Winterwurf                                 Halle an der Saale
15. Juni                         Mehrkampf-DM                                                  Zella-Mehlis
12. – 14. Juli                 Stadion-DM                                                        Leinefelde-Worbis
10. – 11. August            DM Wurf-Fünfkampf und Langstaffeln              Zella-Mehlis
28. September              Finale der Team-DM (DAMM)                            Baunatal *)

*) Die endgültige Entscheidung ist noch vakant, da sich nach unserer Kenntnis hierfür auch die
LG Stadtwerke München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Leichtathletik-Verband (BLV) beworben hat.

International:
24. – 30. März              Hallen-Weltmeisterschaften                               Torun (Polen)
23. – 25. Mai                Berglauf-Europameisterschaften                        Janské Lázné (Tschechien)
26. Juli – 04. August     European Masters Games                                 Turin (Italien)
05. – 15. September     Stadion-Europameisterschaften                         Venedig (Italien)

Ein Tipp zur Frankfurter Buchmesse: Die Kunst des lässigen Anstandes

(Frankfurt am Main/Krefeld, 10. Oktober 2018) Lesen bildet. Wer wollte das ernsthaft bestreiten?! Ob wir diesem Anspruch mit unserem bescheidenen Nischenengagement gerecht werden, sei einmal dahin gestellt respektive mögen unsere vielen Stammbesucher (immerhin ein Fingerzeig) und Gelegenheitsgäste beurteilen. Aber in jedem Falle befleißigen wir uns tunlichst unserer schönen Muttersprache, wollen unterhalten und informieren. Deshalb sogleich der Hinweis, dass gestern die Frankfurter Buchmesse (von heute bis zum 14.Oktober) offiziell eröffnet worden ist, die überhaupt größte ihrer Art weltweit. 7.300 Aussteller aus knapp über 100 Ländern geben davon beredtes Zeugnis.

Mal in kleinen Buchläden stöbern

Nun wird schon allein aus geografischen Gründen nicht jede/r die Gelegenheit haben, durch die vielen Hallen zu schlendern und sich über Neuerscheinungen zu informieren. Das kann allerdings auch nach der Messe der einschlägige Buchhandel leisten. Es gibt nahezu überall tolle kleine Buchläden mit Ambiente, in denen man(n)/frau bei einer Tasse Kaffee oder Tee stöbern und sich beraten lassen kann. Das vermag der unpersönliche Online-Anbieter (die Namen lassen wir jetzt bewusst weg) nicht zu leisten.
Noch ein bescheidener Tipp von mir, der ich zur Entspannung bevorzugt (Auto-)Biografien, derzeit „KLEINHIRN AN ALLE“ von Otto Waalkes, und Sachbücher lese, der vortrefflich in unsere Zeit der allgemeinen Verrohung der einstmals guten Sitten und Gebräuche passt: Die Kunst des lässigen Anstandes, geschrieben von „Blaublütler“ Alexander Graf von Schönburg-Glauchau, ein Journalist und Bestseller-Autor sowie ganz „nebenbei“ der  Bruder der schillernden, früher schrillen, und bekannteren Gloria von Thurn und Taxis.

Sportsch(l)au: Vorsicht bei Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel

(Köln/Krefeld, 08. Oktober 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 102. Kapitel zu diesem Themenkomplex, widmet sich den Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel und wird dazu mit einem zweiten Teil fortgesetzt.  A.H. 

Viel bringt viel, oder? Leider ist das bei den (künstlichen) Vitaminen heutzutage nicht mehr der Fall. Früher mag das noch gestimmt haben. Denn vor etwa 50, 60 Jahren gab es noch nicht diese riesige Auswahl an Lebensmitteln und damit auch nicht an Vitaminquellen. Also hat dieser Mythos damals gestimmt, einfach dadurch bedingt, dass die Menschen nicht eine so vielseitige Auswahl hatten.
Wer aber heutzutage auf die Inhaltstoffe verschiedener Lebensmittel schaut, muss sich doch schon stark wundern, was da so alles drin steckt. So enthält fast jede Brause oder sogar teilweise Brot extra zugesetzte Vitamine. Vieles was der Markt uns heute bietet, wird von unserem Körper nicht gebraucht. Wenn wir statt auf künstliche Vitamine voll auf Naturprodukte setzen, liegen wir damit goldrichtig. Obst- und Gemüseorten wie Weintrauben, Birnen oder Kürbisse liefern genau die richtige Dosis Power für unser Immunsystem im Herbst.

Viel hilft nicht immer viel

Wer zusätzlich auf künstliche Vitamine zurückgreift, sollte dabei die Qualität und Quantität ganz besonders im Blick haben. Denn viel hilft nicht immer viel. Ganz im Gegenteil kann eine Überdosis durchaus auch Schaden anrichten. Zu viele (künstliche) Vitamine können unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Deswegen sollten vorsorglich mit dem Hausarzt die genauen Dosierungen abgesprochen werden.

Bella Italia buhlt anno 2019 zweimal um die Gunste der Senioren/innen

(Turin/Venedig/Krefeld, 09. Oktober 2018) Bella Italia! Weit mehr als nur Pizza und Pasta. Allein schon die Sprache, selbst wenn man ihr nicht einigermaßen mächtig sein sollte, ist schon Musik in den Ohren. Und das ließe sich jetzt über Land, Leute, Lebensart, Landschaften, Städte und Kultur beliebig fortsetzen. Hochgradig ansteckend, so man(n)/frau mittendrin ist. Nun fügt es sich allerdings anno 2019, dass sich die Stiefelbewohner mit zwei hochrangigen, die fortgeschrittene Generation ab 35 Jahre angehenden Veranstaltungen gegenseitig Konkurrenz machen: Den European Masters Games (EMG) vom 26.Juli bis 04.August 2019 in Turin und den Europameisterschaften der Ü35-Generation vom 05. bis 15.September 2019 in Venedig.
Erster Vorteil Turin: Die Senioren-EM liegt hier zu Lande außerhalb jeglicher Schulferien. Und da nun einmal das Einstiegsalter 35 zu sein pflegt, sind viele aktive Leichtathleten/innen Eltern von noch schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen. Frei nach dem britisch-italienischen Horrorfilm „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, wäre als Szenario insofern denkbar, dass darunter die Teilnehmerzahlen erheblich leiden. Gerade aus Deutschland wird bei kontinentalen Titelkämpfen stets mit 600+ kalkuliert.

Sergej Bubka Mit-Organisator der EMG
 
Zweiter Vorteil Turin: Ab sofort kann für die EMG gemeldet werden. Was das Kernstück der Wettbewerbe mit 30 Sportarten in 150 Disziplinen angeht, die Leichtathletik, werden sie in Zusammenarbeit mit dem italienischen Dach- und Fachverband FIDAL organisiert, finden ausnahmslos im famosen Stadio Primo Nebiolo und seinen unmittelbar angrenzenden Nebenanlagen statt. Dritter Vorteil Turin: Neben diesem Know-how ist mit IOC- und IAAF-Mitglied Sergej Bubka aus der Ukraine kein Geringerer auch im Präsidium der Internationalen Masters Games (IMGA) vertreten. Mehr „Menpower“ geht nicht. Vierter Vorteil Turin: Nicht zuletzt war die 900.000-Einwohner-Stadt in der Region Piemont ein vielgepriesener Gastgeber der World Masters Games 2013. Natürlich wird die prächtige Metropole Nord-Italiens auch diesmal über das rein Sportliche hinaus mit jede Menge Unterhaltung, Kultur und Lebensart nur so wuchern. Fünfter Vorteil Turin: Autokilometer von beispielsweise Frankfurt/Main 735, von da bis Venedig 938. 
Mit diesem Link geht es zu allen Informationen auf der Veranstalter-Netzseite. Dieser glänzende Internet-Auftritt gibt bereits einen veritablen Vorgeschmack auf das eigentliche Ereignis. Da waren fürwahr Profis am Werk.

Werfer-Ass Norbert Demmel "Vorzeige-Senior des Monats September"!


(Unterhaching/München/Krefeld, 07. Oktober 2018)
Auf leichtathletik.de lässt der DLV von seinen daran interessierten Lesern jeweils das „Ass des Monats“ wählen. Senioren/innen pflegen eingedenk des eingeschränkten Gesichtsfeldes des Wahlvolkes keine Chance zu haben, obwohl sie es womöglich verdient hätten. Also schauen wir ebenfalls nicht über den Tellerrand hinaus und küren von eigenen Gnaden den „Vorzeige-Senior des Monats September“. Und der Gewinner ist: Wurf-Alleskönner Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching. Andere mögen dank schwacher Konkurrenz und so mancher Marktlücke mehr Titel bei den Senioren-Weltmeisterschaften vom 04. bis 16. September 2018 im spanischen Málaga gehamstert haben. Doch wohl keiner auf derartigem Weltklasse-Niveau wie das 55-jährige Münchner „Kindl“ bei seinen drei Goldmedaillen (dazu noch einmal Silber).

Überragende Erfolge hingen am seidenen Faden

Paradebeispiel die Krone der Vielseitigkeit, der Wurf-Fünfkampf. Dort steigerte der durch- und austrainierte Modell-Athlet mit minimalem Körperfettanteil seinen eigenen (nicht den vom Norweger Arild Busterud von 4.777 Punkte, wie anderswo behauptet), erst knapp sechs Wochen jungen Weltrekord (4.938) der M55 von der DM in Zella-Mehlis auf märchenhafte 5.103 Punkte. Mithin durchbrach der Linkshänder zugleich als erster Allrounder dieser Altersklasse die Fünftausender-Grenze. Und das obendrein deutlich. Mehr geht nicht! Wobei er zuvor schon den Diskuswurf (53,27m) und den Wettbewerb mit dem Wurfgewicht (19,21m) für sich entschied sowie „Vize“ mit der Kugel (15,23m) wurde. Das alles war eingedenk seiner überragenden Klasse irgendwie oder annähernd zu erwarten. Doch nicht unter dem Aspekt, dass er sich vor Ort beim Beachvolleyball einige Tage vor Beginn der WM am rechten Sprunggelenk verletzte und befürchten musste als „Stehgeiger“ seine insgesamt vier Wettkämpfe mit acht Disziplinen zumindest teilweise aus dem Stand heraus zu bestreiten.
Aber „et is noch mal jut jejange“, der seidene Faden am lädierten Sprunggelenk hielt dank einiger Sofortmaßnahmen, wie wir inzwischen alle miteinander wissen. Folgerichtig wird er von uns mit der genannten ideellen Auszeichnung honoriert.