Ein absurdes Verbot bei der DM zum Nachteil der Kugelstoßer/innen

(Erfurt/Krefeld, 28. Februar 2020) Kugelstoßer, männlich wie weiblich, aufgepasst und vehement protestiert: Bei den 19.Deutschen Senioren-Hallen- und 17. (nicht 18.) -Winterwurf-Meistershaften von heute bis Sonntag in Erfurt haben sich die Organisatoren etwas Einschränkendes zum Nachteil der Hauptdarsteller ausgedacht. Erstmals bei der nunmehr elften Auflage an dieser Stelle wird es nicht erlaubt sein, Magnesia zu verwenden. So jedenfalls steht es im digitalen Info-Blatt unter Punkt Geräte, Magnesiaverbot Kugelstoßen im letzten Satz: „Die Nutzung von Magnesia beim Kugelstoß ist durch den Betreiber der Sportanlage untersagt“. Den Schwarzen Peter in Form einer Schutzbehauptung weitergeschoben? Dies vermögen wir aus der Ferne nicht zu beurteilen. Allerdings, dass es sich – von wem auch immer – um ein ausgewachsenes, bösartiges Hirngespinst handelt.

Messungenauigkeiten wären Tür und Tor geöffnet
 
Die stationäre Anlage am Ende der Halle ist von je her mit dunkelblauen, relativ dicken und weichen Gymnastikmatten ausgelegt, die den Aufprall der Kugeln abfedern. Es war bislang sogar ausdrücklich erwünscht, das bereit liegende Magnesia zu benutzen, da so der nach einer Weile sich zurückbildende Abdruck der verschieden großen und schweren Geräte länger sichtbar ist. Das abgeschafft, würde die Arbeit der Feld-Kampfrichter ohne jede Not erschweren, zudem Messungenauigkeiten Tür und Tor öffnen. Und wo soll das Problem liegen, nach getanem Werk die Matten mit einem feuchten Aufnehmer kurz zu wischen? Es ist keines, da im Handumdrehen erledigt! Und von einer signifikanten Schonung des Untergrundes, der bislang keine Rolle gespielt hat, kann ebenfalls keine Rede sein. Genauso gut oder schlecht könnte Sprintern, Läufern und Springern wegen der erhöhten Abnutzung des Kunststoffbelages das Tragen von Spikes verboten werden. Gleichermaßen absurd. Auf die Schnapsidee käme kein Mensch.

Massiver Ärger ist vorprogrammiert

So nicht noch vorher eingelenkt werden sollte, ist massiver Ärger vorprogrammiert. Ein besonders prominenter Vertreter der Zunft, dazu so was wie ein Thüringer Volksheld in der Leichtathletik, hat sich im Austausch mit LAMPIS bereits klar positioniert. „Da bin ich ja genau der Richtige“, meint Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha. „Ohne Magnesia zur Verbesserung der Griffigkeit an Hand und Hals kann ich gar nicht. Da werde ich mir wohl eine Verwarnung einhandeln. Übrigens durfte ich bei meinen zwei diesjährigen Wettkämpfen in meinem ,zweiten Wohnzimmer‘ in Erfurt unbeanstandet Magnesia benutzen.“
Woher also der plötzliche Sinneswandel des unverändert selben Betreibers Sportbetrieb Erfurt? Steckt womöglich doch der federführend veranstaltende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) als Schirmherr der Meisterschaften dahinter, der die geringen Reinigungskosten nicht aufbringen will? Bei den vorwöchigen Titelkämpfen der Männer/Frauen in Leipzig ist die Dachorganisation nicht so kleinlich. gewesen! Da war die ambulante Anlage ebenfalls mit blauen Gymnastikmatten im Sektor ausgelegt, und die Storl & Co. „puderten“ nach eigenem Gusto ihre meist privaten Kugeln munter ein.
All‘ das mutet auch deshalb wie ein extrem schlechter Witz an, da jahrelang bei der Senioren-DM in der Thüringer Landeshauptstadt unzulässige Veranstalter-Kugeln (siehe Beweisfoto) zur Verfügung gestellt worden sind. Das haben wir selbstverständlich in einem Beitrag im März 2018 thematisiert.
Alles Weitere zu den dreitägigen Titelkämpfen der Ü35-Generation unter diesem Link.

"Kuddel on Tour": Diesmal wieder in Kombination von Pflicht und Kür

Glosse

Neben der Spur

(Braga/Porto Moniz/Funchal/Krefeld, 27. Februar 2020)
 Wechseln wir von einem Reise-König zum nächsten. Das europäische Pendant der Funktionärsriege zu Stan Perkins (Australien) ist Kosmopolit Kurt Kaschke (*1955) aus Freudenstadt, Gütersloh und Lissabon, der Präsidialherr des kontinentalen Senioren-Verbandes European Masters Athletics (EMA) mit Briefkastenadresse im schweizerischen Lausanne. Allerdings kann „Kuddel“ diesmal schwerlich zum Vorwurf gemacht werden, wenn er demnächst bei den „Portugiesischen Festspielen“ um drei verschiedene Europameisterschaften der Senioren/innen wieder auf Tour geht. Dort jeweils vor Ort zu sein, ist schließlich qua Ehrenamt die Pflicht und Verpflichtung des 64-jährigen Vorruheständlers.

Dreimal setzt der EM-Chef selber zum Schaulaufen an

Aber es würde nicht seinem narzisstischen Naturell und ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung entsprechen, diese Plattformen nicht als Kür buchstäblich zum eigenen Schaulaufen zu inszenieren. So wir in den Meldelisten nichts übersehen haben sollten, übt er sich bei der Hallen- und Winterwurf-EM vom 15. bis 21.März 2020 in Braga diesbezüglich noch in vornehmer Zurückhaltung. Die Betonung liegt auf diesbezüglich. Irgendeine Nationalhymne wird sich schon finden, die er bei der Siegerehrung a cappella lauthals mitsingen kann oder neben dem Podest ein Tänzchen wie seinerzeit zu „Twist again“ aufzuführen. Doch auf Madeira schlägt er nach dem Motto „Jeder blamiert sich so gut er kann“ mal wieder selber hemmungslos zu. Bei der Berglauf-EM in Porto Moniz (27.- 29.März) nimmt er sich die 8,5-km-Distanz bei der M60 unter die Sohlen, wenig später bei der Straßenlauf-EM in Funchal (02. - 04.April) kurz vor seinem Geburtstag (07.April) innerhalb von 14,5 Stunden den 10-km-Lauf und das außerhalb der Wertung stattfindende 6-km-Hobby-Walking (Meldeliste siehe jeweilige Verlinkung). Womöglich zusammen mit seiner in Lissabon lebenden Herzdame Christine Ratzke de Figueiredo.
Auf Platzierungen kommt es bei ihm ohnehin nicht an, fiel bisher stets unter „Hinterbänkler“ bis Schlusslicht. Es geht ihm vielmehr um sehen und vor allem gesehen werden (was bei ihm ja auch länger dauert), getreu der Devise „Hier kocht der Chef selbst“.
Wohl bekomm’s!

Ein für den DLV-Verbandsrat geradezu weiser, salomonischer Beschluss

(Leipzig/Erfurt/Krefeld, 25. Februar 2020)  „Unser Auftrag ist so geheim, wir wissen selber nicht, was wir tun“. Dieser flapsige Spruch könnte für den DLV-Verbandsrat kreiert worden sein, der allzu oft mit unausgegorenen Handlungen und Schnellschüssen aufgefallen ist. Diesmal ist ihm jedoch eine für ihn vergleichsweise durchdachte, geradezu salomonische Entscheidung zu attestieren. Auf seiner letzten Sitzung am vergangenen Freitag in Leipzig hat dieses beschlussfassende Gremium auf Vorschlag des Präsidiums eine Änderung mit sofortiger Wirkung des strittigen, mit einem Gerichtsverfahren anhängigen EU-Ausländer-Startrechts beschlossen. Der § 5 der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) ist um den neuen Absatz 5.2.4 als Sonderbestimmung ergänzt worden: „Athleten der Seniorenklasse gem. §7.1 mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft sind an Deutschen Meisterschaften teilnahmeberechtigt, wenn sie ein gültiges Startrecht gemäß §4 ausschließlich für einen deutschen Verein/LG besitzen sowie die WMA Anerkennung (WMA Regelung Nr. 8 WORLD MASTERS ATHLETICS CHAMPIONSHIP RULES) des Startrechtes für die Deutsche Nationalmannschaft der Senioren für Internationale Meisterschaften nachweisen können.“

Neuregelung gilt mit Nachmelderecht bereits für die kommende Senioren-DM

Dies gilt bereits für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf am nächsten Wochenende in Erfurt. Und zwar mit allen etwaigen Weihen bis hin zum Medaillen- und Titelgewinn. Es wird für die vermutlich wenigen infrage kommenden Athleten/innen noch eine Meldung ohne Nachmeldegebühr zugelassen. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, fallen mir da auf Anhieb lediglich der Deutsch-Ungar Laszlo Müller (*1956) vom LAC Quelle Fürth und die Ungarin Erika
Mészáros-Fändrich (*1961) vom TV Heppenheim ein (um sie gab es beim selben Anlass 2017 ein Schmierentheater; siehe Link). Und natürlich der den gemeinsam mit seinem Anwalt und Klubkameraden Gerald Kornisch Stein des Anstoßes ins Rollen bringende italienisch-stämmige Sprinter Daniele Biffi (*1972; im Bild) von TopFit Berlin. Der kann jedoch zunächst seinen Triumph aufgrund einer Erkrankung nicht auskosten.

Senioren-Spielecke schweigt den Vorgang bislang tot

Die ursprünglich für Ende Februar in der Sache anberaumte Urteilsverkündung des Amtsgerichts Darmstadt wird es nicht geben, da sich mit der Neuregelung ein großer Teil des Rechtstreits erledigt hat und hinfällig geworden ist. Nicht davon profitiert die weit überwiegende Zahl der Senioren/innen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, für einen deutschen Verein an Wettkämpfen teilnehmen, aber für ihr Geburtsland international starten.
Geheime Kommandosache scheint der Vorgang für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zu sein. Obwohl Eile für den von uns nicht in Gänze bekannten begünstigten Personenkreis geboten ist, erfolgte bislang keine diesbezügliche Meldung in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite. Klar, es hat schlussendlich den Stallgeruch einer Niederlage. Die passt nun mal nicht in das übliche (unangebrachte) Schön-Wetter-Gebaren von Friede, Freude, Eierkuchen.
Aber es gibt ja Lampis.

Nicht alles, lediglich Karneval ist an Aschermittwoch vorbei

(Krefeld/Imphal, 26. Februar 2020)  „Angeblich ist am Aschermittwoch alles vorbei. Gemach, gemach, nicht alles. Es geht ausschließlich um die fünfte Jahreszeit, den Karneval oder wie er sonst landsmannschaftlich genannt wird. Dabei wird lediglich der „Hoppeditz“ beerdigt, der noch in diesem Jahr am Elften im Elften um 11Uhr11 fröhliche Auferstehung feiert. Aber darüber hinaus ist der heutige Tag mit allerlei Brauchtum belegt. Wer mag, möchte oder muss, der tue Buße und hole sich beim Kirchgang ein Aschekreuz auf der Stirn ab. Allgemein beliebter ist das traditionelle Fischessen mit Freunden. Denn heute beginnt nach christlichen Werten der katholischen Kirche auch die bis Ostersonntag andauernde Fastenzeit.

Noch ein bisschen Kostümball von Ex-Präses Perkins & Co. im fernen Indien

Wenngleich es nicht ursächlich mit Karneval zu tun hat, haben wir noch etwas, das von der Kostümierung in vermutlicher Landestracht der Gastgeber her prima zu diesem Ereignis passt. Der ehemalige WMA-Präsident Stan Perkins aus Daisy Hill in Australien, noch mit einem Pseudo-Pöstchen im Komitee Marketing & Kommunikation versehen, reist als KdF-Maßnahme (= Kosten der Firma, die da World Masters Athletics heißt), immer noch munter durch die geografische Weltgeschichte.

"Travel King" sammelte Meilen

Natürlich hat der „Travel King“ (Reise-König, so sein Spitz- oder Schimpfname) stets seine ihm angetraute Wilma im Schlepp. Diesmal noch dazu für den offizielleren Anstrich die WMA-Sekretärin Maria Alfaro Cazan aus dem von hier betrachtet nicht minder fernen Mexiko. Wobei ich jetzt allerdings keinen blassen Schimmer habe, wie weit es via Düsenflieger beim Meilen sammeln jeweils bis Imphal (Indien) ist. Dahin ging die Vergnügungsreise zu den enorm wichtigen Indischen Masters-Meisterschaften vom 9. bis 14.Februar 2020. Immerhin konnten die Eheleute Perkins den Valentinstag noch dort und mussten ihn nicht in der Business Class im Flieger verbringen, ehe sie wieder in die durch Flächenbrände arg gebeutelte Heimat zurückkehrten. Ob Frau Cazan allein oder ebenfalls in Begleitung unterwegs war, ist nicht überliefert. Aber auch so wird es WMA-Schatzmeister Jean Thomas aus Frankreich mit Grausen regestriert haben.
Der verlinkte Beitrag zeigt das Perkins-Duo bei früherer Gelegenheit mit Turbanen auf den Häuptern. Die hätten zwar zum Anlass und den Gewändern, aber farblich nicht so recht gepasst.

Meldeliste für Senioren-Hallen- und Winterwurf-DM im Netz verfügbar

(Erfurt/Krefeld, 24. Februar 2020) Unter potentiellen Teilnehmern/innen und Kiebitzen lang ersehnt, heiß erfleht ist die Meldeliste für die Deutschen Senioren-Hallen-Meisterschaften mit Bahngehen und Winterwurf vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt seit zwei Tagen im Netz. Leider keine reine Gesamt-Meldestatistik nach Klassen und Disziplinen, die genauen Aufschluss über die Anzahl der Gemeldeten geben würde. So dann tatsächlich durchnummeriert worden ist, trägt Gunild Kreb (*1981/W35) vom VfL Winterbach in Württemberg mit 1.163 die höchste Startnummer. Wer mag, wurschtele sich durch das handelsübliche wilde SELTEC-Durcheinander. Da fehlt noch trotz unserer Reklamationen in Dauerschleife und offenkundiger Kenntnisnahme des deutschen Repräsentanten dieses Software-Anbieters aus Bad Vöslau in Österreich der im Interesse aller Nutzer wünschenswerte Erfolg mit einer sinnvollen Gestaltung. Die Details käuen wir jetzt nicht wieder, sollten hinlänglich bekannt sein.
Da sind wir als häufiges Leit- und Leidmedium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt schon ein ganzes Stück weiter. Wenngleich mit einer erheblichen Zeit-Verzögerung, aber immer noch rechtzeitig, sah sich der Dachverband gemüßigt in einem Beitrag der Senioren-Spielecke seines Internet-Portals auf die notwendige Vorlage einer ärztlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung bei einem beabsichtigten DM-Start hinzuweisen. Das hatten wir bereits am 02. und nochmals am 03.Februar 2020 thematisiert.
Strapazieren wir in dem Zusammenhang unseren heimlichen Untertitel: LAMPIS-Leser wissen nicht nur mehr, sondern es vor allem eher. Wer wollte das ernsthaft bestreiten?!
Und das alles in unterhaltsamer und nicht staubtrockener bloßen Nachrichtenform.