DAMM: Ein neuer Klub im hohen Norden lässt aufhorchen

(Krefeld, 12. Mai 2018) Obwohl die M30 vom Leichtathletik-Club Lübeck nach dem traditionellen Qualifikationsdurchgang des SV Lurup Hamburg (es war die 45. Auflage) an Christi Himmelfahrt  mit 9.131 Punkten derzeit den zweiten Platz der noch jungen DAMM-Rangliste einnimmt, dürfte dieser neue Klub der Hansestadt (eine Teilabspaltung vom LBV Phönix Lübeck) unter normalen Umständen beim Finale der Team-DM am 22.September 2018 im hessischen Baunatal nicht zu schlagen sein. Denn die erste Staffel  mit dem ehemaligen deutschen Spitzensprinter Stefan Schwab wurde disqualifiziert. Damit kam die zweite Garnitur mit über 54 Sekunden in die Wertung. Das etatmäßige Quartett hat in dieser Saison schon unter Beweis gestellt, dass es unter 44 Sekunden (!) laufen kann. Dies schlägt mit einem Plus von rund 500 Punkten zu Buche.
Die nachfolgende, noch sehr vorläufige Rangliste ist zwangläufig lediglich eine Momentaufnahme. Allein heute und morgen stehen Landes- respektive Verbandsfinals im Saarland (Piesbach), Berlin (Spandau) und Baden (Konstanz) auf der Agenda. 
Seniorinnen

W30: 1. StG Nutrixxion Masters (LT DSHS Köln, TV Herkenrath) 5.869, 2. StG Ruhr-West 5.825, 3. StG Bedburg – Dinslaken 5.484 Punkte (weiterhin ohne die Resultate über 800 Meter).
W40: 1.TSV Korbach  6.260, 2. StG Pulheim-Straberg  5.969, 3. HNT Hamburg 5.837, 4. TSV Bayer 04 Leverkusen 5.826 Punkte.
W50: 1. StG Witten-Annen-Bochum  5.436, 2. StG Pulheim-Straberg  4.415 Punkte.
W60: 1. StG Düsseldorf/Aachen  5.701, 2. StG CSV - Troisdorf - Oedt  4.894, 3. StG Nord-West Hamburg  4.360 Punkte.
Senioren
M30: 1. StG Nutrixxion Masters 9.335, 2. Leichtathletik-Club Lübeck  9.131, 3.  LG Kindelsberg Kreuztal  8.828, 4. StG Essen-Rhede  2.161 Punkte.
M40: 1. LG Kindelsberg Kreuztal 9.383, 2. StG Ostwestfalen-Lippe  9.362, 3. LBV Phönix Lübeck 7.992 Punkte.
M50: 1. LG Eder 10.191, 2. LG Kindelsberg Kreuztal 10.062, 3. StG Essen-Rhede  9.599, 4. Team StG Ostsee  9.053, 5. LG Elmshorn  8.020, 6. TSV Bayer 04 Leverkusen 3.370 Punkte.
M60: 1. StG Hünxe - Bedburg  7.616, 2. StG Werther 7.518, 3. Pulheimer SC 7.188 Punkte.
M70: 1. StG Hamburger Jungs 7.297, 2. Pulheimer SC  6.768 Punkte.

Fußnote (12.Mai, 12 Uhr)

Mittlerweile wurden vom
LV Westfalen nach fast einer Woche in einer Nacht-und-Nebel-Atkion ohne besonderen Hinweis die bis dahin fehlenden Ergebnisse der W30 über 800 Meter aus Lüdenscheid eingepflegt. Danach hat die weiterhin vorn liegende Stg N. 32 Punkte mehr erzielt als der amtierende Titelträger Stg Equipe Saar im vorjährigen Finale in Kevelaer.
Die aktualisierte Wertung: 1. StG N. 6.882, 2. StG Ruhr-West 6.777, 3. StG Bedburg - Dinslaken 6.422 Punkte.
 


Spanien ist anno 2018 das internationale Eldorado für die Ü35-Generation

(Alicante/Krefeld, 11. Mai 2018) Que viva España! Es lebe Spanien! Und wie es lebt. Nicht nur, aber gerade auf die Senioren-Leichtathletik gemünzt. Auf der iberischen Halbinsel zwischen Frankreich und Portugal mit seinen 46,6 Millionen Einwohnern ist anno 2018 richtig was los. Erst die Hallen-EM in der Hauptstadt Madrid, nunmehr die europäischen Titelkämpfe im Straßen-, Cross- und Halbmarathonlauf in Alicante (18.- 20.Mai) und gewissermaßen zum krönenden Abschluss der Trilogie die Stadion-WM in Malaga (04.- 16. September). Das Königreich mithin als internationales Eldorado für die Ü35-Generation in der einstigen olympischen Kernsportart.

Einmal mehr die Angstmache in der Trikot-Frage

Und immer wieder dieselbe Leier der Angstmache in den Athleteninformationen von A – Z des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Es reicht ihm nicht, seinem ungeliebten Stiefkind (diesmal sind es 63 Gemeldete) für so gut wie keine Gegenleistung das Bußgeld von 15 Euro aufzuoktroyieren (siehe gestrigen Kommentar), er möchte obendrein noch ‘nen schnellen Schnitt mit den Ladehütern seiner Marketing-Tochter DLM machen. Da heißt es unter „W“ wie Wettkampfkleidung mit entsprechenden Abbildungen, dass zur Abwehr einer drohenden Disqualifikation lediglich die Trikots aus den letzten drei Kaufkollektionen (zweimal Germany, einmal Deutschland) zulässig wären. Natürlich mit dem Hinweis versehen, wo sie zu erwerben sind.

Bei Zwergstaaten ist Fantasie mit Schneegestöber angesagt

Und wir werden nicht müde, dass als ausgemachten Humbug darzustellen. Spätestens seit der diesjährigen EM, als der DLV ein jämmerliches Ersatz-Leibchen (siehe Bild) anbot, immerhin der Not gehorchend zum Nulltarif, hat er sich endgültig als Lügenverband entlarvt. Denn es gibt ihn de facto nicht, den internationalen Trikotzwang bei den Masters. Schließlich haben, und auch da wiederholen wir uns liebend gerne, Zwergstaaten wie Andorra, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, San Marino und Zypern zumindest in der Leichtathletik kein Nationaltrikot. Da ist also Fantasie mit Schneegestöber angesagt. Kurzum: Jedem, wie es ihm beliebt.
Das ist die einfache Erklärung. Mit zweierlei Maß wird nämlich bevorzugt  beim DLV gemessen. Die Beispiele dafür würden diesen Rahmen bis ins Uferlose sprengen.

Auf der letzten Rille noch ein Tipp für eine sportliche "Himmelfahrt"

(Bad Honnef/Krefeld, 09. Mai 2018) Wer aus der Fraktion Stoß/Wurf im Einzugsgebiet vom Mittelrhein an Christi Himmelfahrt noch nach einer sinnvollen sportlichen Betätigung suchen sollte, statt sich am so genannten Vatertag beim einarmigen Reißen und Leeren von Bierkrügen die Kante zu geben, haben wir für all jene auf der letzten Rille den ultimativen Tipp. Gewissermaßen eine schnuckelige Veranstaltung von Werfern für Werfer. Der amtierende Deutsche M-60-Hallenmeister im Kugelstoßen, Roland Wattenbach vom TV Eiche Bad Honnef, richtet zusammen mit seiner angetrauten Herzdame Vera morgen (Beginn 12 Uhr) im Stadion an der Menzenberger Straße den 5.Joseph Bellinghausen Cup aus. Auf dem Programm stehen für alle Klassen ab M/W 16 bis zum Ende der biologischen Kletterstange Kugel, Diskus und Speer.

Fürwahr Meisterliches unter den 40 Gemeldeten

Dem federführenden Organisatoren-Paar lagen bis zum Meldeschluss 40 Nennungen vor. Damit die jeweiligen Felder in den einzelnen Disziplinen kein Ungleichgewicht haben, wurde der Zeitplan auf sechs bis maximal zehn Teilnehmer überarbeitet. Darunter wird sich nach bisherigem Kenntnisstand aus dem Seniorenbereich fürwahr Meisterliches befinden, wobei Roland nicht selber in den Ring gehen wird. Als da wären Rolf Griesberg (Pulheimer SC), Thomas Stoltefuß (VfL Kamen) und Ralf Unger (TuS Kerpen-Buir). Dazu mit Reiner Horstmann (M60) vom TuS Kirchlinde einer, der sich vorigen Samstag beim NRW-Teamfinale in Lüdenscheid beim „Classico“ mit Kugel (13,53m) und Diskus (47,14m) in prächtiger Form vorstellte.
Natürlich nicht zu vergessen Cup-Verteidigerin Brigitte Brunner (W60) von der Troisdorfer LG. B.B. wird nicht nur pflichtgemäß den Pokal zurückbringen, sondern bei ihrem Quasi-Heimspiel auch in ihrer Paradedisziplin Kugelstoßen versuchen den Rücktransport für den eigenen Trophäenschrank zu realisieren.

DLV-Bearbeitungsgebühr für EM und WM: Wieso? Weshalb? Warum?

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 10. Mai 2018) Wer von den Senioren und Seniorinnen kennt sie nicht, die Sesamstraße, die vor 45 Jahren Kinder, Jugendliche, Eltern und auch Großeltern in den Bann gezogen hat. Eine TV-Serie, die Aufklärungsarbeit im schönsten Sinne betrieb und die immer einen Wissenszuwachs brachte. Allein schon der Text „Wer, wie was, wieso, weshalb, warum?“ mit dem Zusatz “wer nicht fragt, bleibt dumm!“ war Anreiz genug, sich die Sendung um Krümelmonster, Ernie und Bert anzusehen.

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Um genau diesen Zusatz „wer nicht fragt, bleibt dumm!“ geht es seit geraumer Zeit den Seniorensportlern, die zu internationalen Meisterschaften reisen. Es hat sich viel getan im Vorfeld zu diesen Titelkämpfen (im Gegensatz zur eigentlichen Meisterschaft nach Uralt-Muster); das Anmeldeverfahren ist modernisiert worden, geht schneller, spart Zeit und überspringt so manche bürokratische Hürde. Für die nationalen Verbände, die im Seniorenbereich durchaus auch noch von privater Hand geführt werden, sind aufwändige Zusatzarbeiten entfallen. Als da waren der Transfer der zunächst  eingesammelten erklecklichen Startgelder und die Umrechnung auf Fremdwährungen zu einem linear ungünstig angesetzten Wechselkurs, womit der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bei der Vielzahl der Gemeldeten noch so manchen Extra-Euro machte.

Ungerechtfertigtes Bußgeld noch mal um inflationäre 50 Prozent erhöht

Wie hat sich das nun in Deutschland ausgewirkt? Überhaupt nicht! Im Gegenteil, vor einiger Zeit wurde die Gebühr mal gleich um inflationäre 50 Prozent von 10 auf 15 Euro erhöht, alle Meisterschaften, also auch Berglauf, Straße, Marathon, werden neben den Hallen- und Stadionmeisterschaften mit diesen so genannten Bearbeitungsgebühren von 15 € belegt.
Galt vor einem Jahr noch der Hinweis, dass diese Gebühr für „Organisation und Betreuung“ verwendet wird, so ist die neue Version nur auf „Online-Anmeldung“ beschränkt. Im Klartext heißt das, dass zum Beispiel der langjährige ästhetische Bildermacher Karl-Heinz „Flunker“ Flucke (im Bild) aus Berlin nicht mehr in den Verruf kommt, auf Kosten der Firma, nämlich der Athleten, unter dem Deckmantel eines Ehrenamtes seine Bilder zu machen und dann zu versilbern. Fluckes jahrelange Praxis, bei internationalen Meisterschaften vor dem ersten Kontakt mit den Athleten sich immer und sofort seine Akkreditierungskarte zu besorgen, um dann ins Stadion- oder Halleninnere zu gelangen und gelegentlich in den VIP-Raum entschwinden zu können, wird legitim (?).
Auch braucht man beim DLV keine weitere Umfrage zu starten, um pseudohaft die Zufriedenheit der Athleten abzufragen, die garantiert in puncto Betreuung bei internationalen Meisterschaften gen Null tendiert. Seniorinnen und Senioren sind beim Training, bei Meldungen und bei Wettkämpfen seit jeher Eigenversorger, werden zu Europa- und Weltmeisterschaftn nicht nominiert, sondern entsenden sich höchst selbst.

Verbandsgebaren ist modernes Raubrittertum

Bliebe also, um jenes Bußgeld oder, rheinische Lesart, Knöllchen von 15 Euro zu rechtfertigen, nur noch das Online-Meldesystem übrig. „Wieso, weshalb, warum“? Diese Frage tut sich nun erst recht auf. Die Athleten/innen melden schließlich selbstständig an den örtlichen Ausrichter, zahlen per Kreditkarte oder PayPal. Lediglich die Bestätigung der Meldung (Zugehörigkeit zum Verband, richtige Altersgruppe, Startrecht, kein Dopingfall, keine Sperre) obliegt dem nationalen Verband. Für diese Überprüfung genügt mittlerweile ein Klick und alles ist in 15 Sekunden abgeschlossen. Das heißt: in einer Sekunde verdient der DLV einen Euro. Hier bekommt selbst Fußballstar Neymar Probleme, da noch gegenzuhalten. Das Verbandsgebaren grenzt nicht nur an, es ist modernes Raubrittertum.
Bei jedem Arbeitsplatz gibt es eine Stellenbeschreibung. Wie wäre es, wenn der DLV eine Kostenbeschreibung veröffentlichen würde, in der die 15 Euro auf den Cent genau erklärt werden? Denn „wer nicht fragt, bleibt dumm!“

DAMM: LG Eder steigerte deutschen Rekord in der M50 auf 10.191 Punkte

(Allendorf/Krefeld, 08. Mai 2018) Viel Spannung verspricht nach den bisher vorliegenden ersten Ergebnissen zur Deutschen Altersklassenmannschaftsmeisterschaft (DAMM) das Finale um die Team-DM am 22.September 2018 im hessischen Baunatal vor allem in der M50.  Die LG Rems-Welland häufte bei ihrem Vorjahreserfolg im September 2017 im Marien-Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein  9.948 Punkte an. Bei der sicherlich angestrebten Titelverteidigung wird sie ein gehöriges Pfund nachlegen müssen. Denn die sich beim NRW-Endkampf in Lüdenscheid durchsetzende LG Kindelsberg Kreuztal konnte das Ergebnis mit 10.062 Zählern deutlich toppen.
Doch damit noch nicht genug. Die LG Eder setzte einen Tag später bei einem Mini-Durchgang von zwei Mannschaften in Allendorf noch einen drauf, stellte mit 10.191 Punkten einen neuen deutschen Rekord auf. Ein starkes Double legte dabei Zwei-Meter-Hüne Robert Ingenbleek mit 14,30m im Kugelstoßen und 45,23m im Diskuswurf hin, punktete dazu  mit 1,56m im Hochsprung und lief den Schlusspart in der 4x100-m-Staffel. Mehr geht nicht, da es das Maximum an erlaubten Einsätzen des früheren Uerdinger Zehnkämpfers und Schützling von Trainer-Legende Norbert Pixken (er wird am 15.September Achtzig) war. Alle Ergebnisse siehe  Link.
Die bisherige Rekordmarke hielt nach der ab 2012 eingeführten geänderten Punktewertung die Stg Rhein-Sieg Senioren mit 10.123 Punkten aus 2016. Allerdings sei angemerkt, dass es umgerechnet auf diese Ergebnisermittlung zuvor drei bessere Resultate vom LAC Quelle Fürth als immer noch „gefühlter Rekordhalter“ (10.404 aus 2006 und 10.451 Punkte aus 2007) und der Stg Werther/Minden/Kirchlinde mit 10.375 Punkten aus 2010 gegeben hat.