TuS-Seniorensportfest als "Durchlauferhitzer" für Nordrhein-Titelkämpfe

(Köln/Krefeld, 22. Juni 2019) Tradition verpflichtet. Auch oder gerade im Sport. Es sollte jedoch keine Einbahnstraße sein, sondern ein Geben der Organisatoren und das Angebot annehmen der Aktiven. Sonst geht irgendwann die schönste und längste Tradition den Bach oder im konkreten Falle den Vater Rhein runter. Es braucht halt eine bestimmte Teilnehmer-Frequenz, um den immensen Aufwand zu rechtfertigen. Ganz zu schweigen davon, finanziell mit dem Bauch vor den Tisch zu kommen.
Der TuS Köln rrh veranstaltet Sonntag im Sportpark Höhenberg zum wiederholten Male (wie viel eigentlich genau?) eines der ältesten reinen Senioren-Sportfeste mit der kompletten Palette von Lauf, Sprung, Stoß/Wurf in Deutschland und hofft aus genannten Gründen natürlich auf eine rege Beteiligung. Der Termin liegt für die „Westler“ diesmal eine Woche vor den Offenen Nordrhein-Meisterschaften der Ü30-Generation im Wallfahrtsort Kevelaer am linken Niederrhein besonders günstig. Sei es zur Formüberprüfung, um gegebenenfalls noch ein wenig an den verschiedenen Stellschrauben zu drehen, oder einfach nur zum Aufgalopp als
Durchlauferhitzer". Denn das beste Training vermag nun mal keinen Wettkampf zu ersetzen. Das Wetter soll übrigens mit Leichtathletik-freundlichen Temperaturen, Langstrecke einmal ausgenommen, ebenfalls mitspielen. – Mit diesem Link geht es für Spät- oder Kurzentschlossene direkt zur Ausschreibung.

Lothar Huchthausen in einer Ehrenformation mit Fürst Otto von Bismarck

(Arneburg/Krefeld, 21. Juni 2019, Sommeranfang) Wenn das mal keine Nachricht und eine enorme Aufwertung für den Seniorensport im Allgemeinen und die Leichtathletik im Besonderen ist? Das Fragezeichen könnte auch getrost wegbleiben: Ja, ist es! Wurf-Allrounder Lothar Huchthauen (*1935; im Bild) von der LG Altmark in Sachsen-Anhalt wurde vor wenigen Tagen just wegen seiner unendlich vielen sportlichen Erfolge von seiner Heimatgemeinde Arneburg als ihr wohl größter Werbeträger zum Ehrenbürger ernannt. Das eine oder andere Bundesverdienstkreuz wurde schon verliehen, aber das dürfte bei der Ü30-Generation von Lauf, Sprung und Wurf Einmaligkeitscharakter haben (bis ich denn eines Besseren belehrt werde).
Verständlich, dass der nah am Wasser gebaute ehemalige Fischer, der heutzutage mit Vorliebe Goldmedaillen angelt, bei der Überreichung der Ehrenbürger-Urkunde durch Bürgermeister Lothar Riedinger zu Tränen gerührt war. Der beneidenswerte rüstige und fitte 84-Jährige befindet sich mit dieser denkbar höchsten kommunalen Auszeichnung in illustrer Gesellschaft, ist nach Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1895) und Pädagoge Richard Pflaumbaum (1971) erst der dritte Ehrenbürger des staatlich anerkannten Erholungsortes nördlich von Stendal. – Mehr vom und zum neuen Würdenträger, von dem rauf und runter alle Medien in seinem Bundesland berichteten, unter diesem Link.

DAMM: Bei den drei ausstehenden Durchgängen ist noch Dampf im Kessel

(Murr/Gröbenzell/Bad Salzuflen/Krefeld, 18. Juni 2019) Da kommt ja nochmal richtig Bewegung in die Rangliste der Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) im Kampf um die begehrten Tickets für das Team-Finale Senioren am 21.September 2019 in München. Gerade erst hat sich in der W30 die Stg Nutrixxion Masters bei ihrem Nachbesserungsdurchgang in Troisdorf in einem wahren Tigersprung vom brotlosen siebten auf den ersten Platz katapultiert (wir berichteten). Doch das wird aller Voraussicht nach längst noch nicht das Ende der Fahnenstange an gravierenden Veränderungen bei den drei ausstehenden Durchgängen in Murr (fünf noch nicht gelistete Teams), Gröbenzell und Bad Salzuflen gewesen sein. Insbesondere bei den Lippischen Mannschaftsmeisterschaften in der westfälischen Kurstadt darf nach dem inzwischen bekannten Meldeergebnis ordentlich Dampf im Kessel erwartet werden.

Eine ganze Armada von Vereinen in einer Startgemeinschaft

In der M40 versuchen die StG Ostwestfalen-Lippe und in der M50 die LG Eder jeweils das bisherige Ergebnis zu übertreffen. Die StG Lingen-Nordhorn-Osterbrock greift in der M40 erstmals in das Geschehen ein. Premiere feiert auch auch die StG Ostwestfalen-Lippe mit einer M70-Mannschaft. In dieser StG sind zwei Leichtathletik-Gemeinschaften mit insgesamt 16 Vereinen und die TG Herford vereint. Bei den Damen der W40 treten der LC Paderborn und der TSV Korbach in der erklärten Absicht an, ihre Platzierungen zu verbessern. Dazu sollten sie in Bestbesetzung von ihrem Leistungsvermögen durchaus in der Lage sein. Neu dabei sind die W40-Damen der LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen.
Mit den schon genannten weiteren ausstehenden Qualifikationen in Murr und Gröbenzell werden sich mindestens 94 Mannschaften in diesem Jahr an diesem Klassiker unter den Team-Wettbewerben beteiligt haben und damit zwei mehr als im Vorjahr. Womöglich zaubert der USV Halle noch einen Durchgang aus dem Hut, der bislang meist in der W50 und 60 vertreten war.

124 Startwillige bei den Senioren-Wurfmeisterschften in Bayern

(Schweinfurt/München/Krefeld, 19. Juni 2019) Ausgesprochen pfiffig. Nicht alle, aber einige Leute im Freistaat jenseits des Weißwurstäquators. Der Bayerische Leichtathletik-Verband (BLV) mit Sitz in München geht mit im digitalen Zeitalter der schnellen Nachrichten-Übermittlung und des gewachsenen Informationsbedürfnisses. Bereits während des laufenden Nennungsverfahrens bis hin zum gestrigen Meldeschluss für die isolierten Senioren-Landesmeisterschaften Stoß/Wurf am 29.Juni 2019 in Schweinfurt (Lauf/Sprung fand bereits in Herzogenaurach statt) war der jeweils aktualisierte Stand der Dinge online zu verfolgen.

Norbert Demmel deckt die gesamte Palette ab

Insgesamt haben 124 potenzielle Teilnehmer/innen aus 62 Vereinen zu 294 Starts ihre Visitenkarten abgegeben. Solche mit über die Szene und den regionalen Tellerrand hinaus klangvollen Namen sind auch darunter. Stellvertretend sei Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963) vom TuS Unterhaching genannt. Wie es sich für einen Fünfkampf-Weltrekordler gehört, deckt er natürlich die gesamte Palette der vier klassischen Disziplinen Kugel, Diskus, Speer und Hammer in der M55 ab.
Doch zu einer Vorschau kommen wir später noch. Vorab so viel, dass ab der M50 aufwärts die Felder sehr ordentlich besetzt sind. Besonders bemerkenswert die Meldezahlen in der M75 und 80 mit unter dem Strich je 30 Starts. Beim Diskuswurf der M75 (11) müssen gar die besten Acht nach dem Vorkampf ausgefiltert werden. – Für detailverliebte Statistikfreunde mehr unter diesem Link.

Neustädter Kugel-Cup ein gelungener Mix aus Sport und Spektakel

(Neustädt/Krefeld, 17. Juni 2019) Er war das versprochene Spektakel mit Volksfestcharakter in Wohlfühlatmosphäre (siehe Vorschau), der von DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf vom Eisenacher LV aus der Taufe gehobene und am vergangenen Wochenende zum dritten Mal veranstaltete Neustädter Kugel-Cup. Gekonnt durch das bunte Programm von Senioren-Spitzenleistungen, Jedermann-Schnupperkurs und Sportartikel-Trödelmarkt führte vor rund 150 Schaulustigen der Mikrofon-erprobte Ansager Hardy Gnewuch aus Halle an der Saale, von Kugelstoß-Überflieger Andy Dittmar (Gotha) als Stimmen- und Stimmungsgott bezeichnet. Fürwahr keine schamlose Übertreibung. Den Mann habe ich mehrfach live bei Spezial-Meetings in den neuen Bundesländern erlebt. Der hat Entertainer-Qualitäten, versteht es bei seiner Anmachkunst mit flotten Sprüchen Publikum und Athleten gleichermaßen zu pushen.

Gehörloser Christoph Bischlager stieß mit 15,50m „Hausrekord“

Mitunter kann der gute Hardy ganz ohne den „roten Bullen“ sinnbildlich Flügel verleihen. Selbst einer, der in akustisch nicht wahrzunehmen vermag, profitierte irgendwie mit seinen anders gelagerten feinen Antennen von den ausgelösten Schwingungen und natürlich optisch von dem sich darbietenden Fluidum. Der Gehörlose Christoph Bischlager (*1983) von der LG Stadtwerke München bot mit einem Ausreißer auf den „Hausrekord“ von 15,50m die sportlich wertvollste und metrisch größte Weite, übertraf seine Vorjahresbestleistung (14,87m) mal eben um 63 Zentimeter.
Die Gunst der Stunde wusste auch die von Dittmar trainierte und gecoachte Carmen Hildebrand Hildebrandt (*1967) vom Ohrdrufer LV zu nutzen, die ein Jahr erwachsener geworden sich bei ihren 13,08m der Bestweite von 2018 (13,12m) bis auf vier Zentimeter näherte. Damit stieß sie sogar knapp weiter als ihr „Herr und Meister“.

Andy mit Links aus dem Stand

Denn der in Thüringen sehr populäre und beliebte Andy Dittmar beließ es trotz seiner Handgelenk-Entzündung nicht dabei, den „Gute-Laune-Bär“ und „Pausen-Clown“ zu geben, machte mit Links aus dem Stand mit und stieß 13,05m. Mal im Training zur Nachahmung empfohlen, was das Bewegungsgefühl mit der „falschen“ Hand so hergibt. Insidern muss nicht erklärt werden, dass die Kugel bis zur M45 7,26 kg wiegt.
Sei noch erwähnt, dass sich am Jedermann-Kugelstoßen 15 Männer und neun Frauen sowie beim Ultra-Steinstoßen (32kg) elf Männer und als einsame Frau Jana Müller-Schmidt beteiligten.    
Ergebnisse: Kugel, Senioren M35: 1. Bischlager 15,50m, 2. Dominik Lewin (*1980) LV 90 Erzgebirge 14,92m; M45: 1. Dittmar (*1974) BiG Gotha 13,05m, 2. Markus Kuhlmann (*1972) SuS 09 Dinslaken 12,70m, 3. Heiko Wendorf (*1970) Eisenacher LV 11,35m (pers. Bestleistung); M50: Andreas Deuschle (*1968) TG Nürtingen 14,74m.
Seniorinnen, W50: Carmen Hildebrandt 13,08m; W55: Jana Müller-Schmidt (*1964) SG Osterholz LA 13,70m.
Ultrastein, Männer: 1. Deuschle 5,48m, 2. Lewin 5,37m, 3. Bischlager 4,46m. – Frauen: Müller-Schmidt 2,74m.