Kugelstoßer Andy Dittmar trumpfte zum Saisonauftakt mit 18,03m auf

(Ohrdruf/Krefeld, 21. Mai 2018) Was Wolfgang Ritte (*1953) für den Stabhochsprung, ist Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha im Kugelstoßen: Beide absolute Ausnahmekönner in ihren Spezialfächern, die in einen Jungbrunnen gefallen zu sein scheinen und das Verfallsdatum über die normalen biologischen Mechanismen hinausschieben. Bemerkens-, eher noch beneidenswert. Der 1,96m große und 140 Kilogramm schwere Koloss aus Thüringen eröffnete für sich relativ spät die Freiluftsaison am Pfingstsamstag in Ohrdruf mit der Spitzenweite von 18,03m. Und vergessen wir dabei nicht, dass Big Andy schon sehr bald 44 Lenze jung wird, also im letzten Jahr der M40 steht. Das sucht weltweit seinesgleichen. Mehr noch: Vermutlich in über der Hälfte der 214 Mitgliedsverbände des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF wäre es Landesrekord. Wohlgemerkt in der Männer-Klasse, nicht bei den Masters! Die aktuelle DLV-Bestenliste 2018 weist ihn derzeit auf dem neunten Rang aus. Weiteren Qualitätsmerkmalen bedarf es selbst für weniger sachkundige Leser  nicht.

Auch ohne Magnet zieht er die 18 Meter magnetisch an sich

Der bekennende Familienmensch und Vater von drei Kindern ist bei all seiner immer noch vorhandenen herausragenden Klasse hübsch mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Das Ergebnis hatte er zum Auftakt nicht zwingend erwartet, war wieder mal von sich selbst überrascht. Er hatte in seiner Serie noch drei weitere Versuche jenseits 17,50m und einen Ungültigen weit über 18 Meter. „
Die Zuschauer in Ohrdruf haben den Magneten kurz hinter der 18-Meter- Marke gesucht. Den gibt es aber nicht…“, ließ er gegenüber LAMPIS scherzhaft verlauten.
Unsererseits gehen wir getrost davon aus, dass dieser formidable Auftakt vom Resultat her keine Eintagsfliege war. Versteht sich peripher, dass wir an der Kugel von Andy bleiben, dem deutschen Vorzeige-Senior der Fraktion Stoß/Wurf.
Redaktioneller Hinweis auf das DAMM-Landesfinale der Bayern im Fenster Ergebnisse.

"Stabi" Wolfgang Ritte als erster Athlet der M65 über vier Meter

(Wipperfürth/Krefeld, 20. Mai 2018) Jetzt muss es ausnahmsweise mal in Englisch sein, liest sich einfach besser, hört sich noch griffiger an, und die deutschsprachigen Superlative für ihn sind mir eh längst alle ausgegangen. Der „Mister Fantastic & Mister Bombastic“ der Senioren-Leichtathletik hat wieder zugeschlagen und die nächste Schallmauer durchbrochen. Stabhochspringer Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen überquerte gestern auf seiner ausgewiesenen Lieblingsanlage in Wipperfürth im Bergischen Land als erster Athlet der M65 überhaupt nach 3,50 und 3,80m direkt im ersten Versuch vier Meter (in Zahlen: 4,00 m). Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten nach der Salami-Taktik scheibchenweise im Ein-Zentimeter-Takt zu steigern, ließ er die Latte anschließend auf 4,05m legen. Die Gunst der außergewöhnliche Stunde bei idealen äußeren Bedingungen (20 Grad, leichter Rückenwind) nutzend, meisterte der 65-jährige Wahl-Uerdinger aus Moers auch diese Höhe. Seine schon eigene globale Bestmarke von 3,90m vom 21.April an selber Stelle verbesserte er in zwei Sahneabschnitten mal „eben“ um 15 Zentimeter. Es waren klassenübergreifend unterm Hallendach und im Freien die Senioren-Weltrekorde Nr. 46 und 47. Wer bietet in einer Spezialdisziplin mehr? Da behaupte ich einmal schlankweg: Niemand!

Und nun demnächst auch noch den Weltrekord im Zehnkampf der M65?

Und noch ein bisschen von Wolfgang selbst gelieferte Statistik: Um jene 4,00m endlich zu überqueren, absolvierte er seit Januar diesen Jahres, also die Hallensaison einbezogen, 21 vergebliche Anläufe in den diversen Wettkämpfen. Darüber hinaus hält das „Phantom vom Niederrhein“ aktuell sieben Weltrekorde mit dem Stab (Halle: 4,51m M55, 4,16m M60, 3,96m M65; Stadion: 4,73m M50, 4,60m M55, 4,32m M60, 4,05m M65) und den im Zehnkampf der M60 (8.123 Punkte). Wären wir zugleich beim Stichwort. Kommendes Wochenende unternimmt er beim 6.Stendaler Hanse Cup einen Angriff auf den in der M65 (8.205 P.).
Die jüngsten Höhenflüge des Mannes mit dem verpflichtenden Kürzel WR für World Record oder Welt-Rekord unter dieser Verlinkung.

Nordrhein "Open" als Durchlauferhitzer für Senioren-DM an gleicher Stelle

(Duisburg/Mönchengladbach/Krefeld, 18. Mai 2018) Da hat offenbar der/die zuständige hauptamtliche (!) Sachbearbeiter/in für die Ausschreibung nicht tief genug in den Kalender geschaut. Der Meldeschluss für die Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften am 31.Mai 2018 (Fronleichnam) im Rheydter Grenzlandstadion in Mönchengladbach wurde auf den 21.Mai festgelegt. Das ist mit Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag. Schwerlich vorstellbar, dass jemand auf der Geschäftsstelle des veranstaltenden Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) in Duisburg seiner wonnevollen Tätigkeit zum Wohle der Aktiven nachgeht. Sicherlich auch Wettkampfreferentin Petra Bous (im Bild) nicht.
Überhaupt sind die frühen Meldeschlusszeiten hier zu Lande ein ausgesprochenes Ärgernis, wird bei den großen Zeitspannen so manches Startgeld sinnlos verpulvert. Die Ausfallquoten lehren es. Dass es auch anders geht, machen unsere alpenländischen Nachbarn aus Österreich uns vor. Für die international ausgeschriebenen Titelkämpfe der Masters am 16./17.Juni 2018 in St.Pölten, übrigens ein absoluter Tipp, fällt die Klappe erst fünf Tage vorher. Immer noch Zeit genug, auf die tatsächlichen Meldezahlen angemessen mit etwaigen Zeitplan-Änderungen zu reagieren. Bisweilen geht einem die überpointierte deutsche Gründlich- und Pünktlichkeit gehörig auf die Nerven.

LVN ein Synonym für eine Top-Organisation

Aber losgelöst davon gebührt den Nordrhein-Meisterschaften der Ü30-Generation, die meist frequentierten dieser Art in unserer Republik, das Prädikat „Besonders empfehlenswert“. Das Kürzel LVN steht mit der bewährten Landesseniorenwartin und Veranstaltungsleiterin Gisela Stecher an der Spitze gewissermaßen als Synonym für eine Top-Organisation. Dazu ist der Schauplatz ein wahres Kleinod mit hervorragenden Anlagen und einer großen überdachten Tribüne zum Verweilen im Schatten oder – hoffentlich nicht nötigen – Schutz vor der Naturdusche. Obendrein eignet sich dieser Anlass für die Teilnehmer aus dem Verbandsgebiet sowie die unmittelbaren Anrainer aus Westfalen und dem Rheinland bestens als Test und Durchlauferhitzer für die Senioren-DM vom 29.Juni bis 01.Juli 2018 an gleicher Stelle.

Bei den aufgehübschten Internet-Portalen kommt keine pure Freude auf

(Duisburg/Krefeld, 19. Mai 2018) Auf einschlägigen Netzseiten für die (Senioren-)Leichtathletik wird in diesem Frühjahr „relauncht“, dass die Schwarte kracht. Erst der globale Dachverband World Masters Athletics (WMA), der seit dem 09.April 2018 mit einer überarbeiteten, aufgehübschten Aufmachung daherkommt, dann wenig später am 20.April, obwohl sie schon viel eher im März damit an den Start gehen wollte, die europäische „Filiale“ European Masters Athletics (EMA) mit sehr biederem neuen Gesicht (wir berichteten jeweils). Unterdessen lautet bereits seit mehreren Wochen beim Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) als Fußnote ein Hinweis in sprachlicher Verfehlung eines Denglish-Misch-Maschs „Die neue Webseite befindet sich derzeit noch im Aufbau“. Scheint eine besonders schwere Geburt zu sein.

Noch nicht gänzlich überarbeitete LVN-Netzseite schon jetzt eine Fehlgeburt

Aber eine Fehlgeburt ist es bereits jetzt. Denn der LVN leistet sich  in der Dachleiste den Aufreger, in einem Handstreich das bisherige eigenständige Fenster „Senioren“ schlechterdings weg zu rationalisieren. Derweil wir die Jugend besonders bedacht. „
Alle gesellschaftlichen Bereiche versuchen aufgrund der Demographie die älteren Semester für sich zu gewinnen. Der LVN ignoriert sie. Fällt das auch unter Strukturreform? Womit beschäftigen sich eigentlich unsere Verbandsvertreter?“, schreibt uns dazu ein langjähriger Lampis-Leser. Dessen Namen können wir nicht nennen, da wir ihn vor dieser Veröffentlichung nicht erreicht haben, um seine Freigabe einzuholen. Das ist aber eher eine Marginalie, geht es um die Aussage an sich. Der ist  unsererseits nichts mehr hinzuzufügen.
Allerdings noch eine Anmerkung zur EMA. Da wurde das mediale Flaggschiff ebenfalls geleichtert, um beim Sprachbild zu bleiben. Dort verschwand in der Fußleiste das nicht ganz unwichtige ultimative und bislang unübersehbare plakative Bekenntnis:
                               European Masters Athletics for fairplay and clean Sport
Daraus mag geschlussfolgert werden, dass Präsidial- und Feudalherr Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald dem Kampf gegen Doping nicht mehr allzu große Bedeutung beimisst. Was wir in den nächsten Tagen in einem eigenen Beitrag noch belegen werden.
In beiden Fällen vergeben wir unsere im Bild zu betrachtende höchste virtuelle Auszeichnung: Dem vom Mond beleuchteten Mann mit der Schlafmütze!
                      
 

DAMM in Berlin: Durch fahrlässiges Vorgehen selbst ins Abseits gestellt

(Spandau/Piesbach/Konstanz/Krefeld, 17. Mai 2018)  Geht nicht, gibt’s nicht!(?). Dann doch eher der Werbespruch mit den synchronisierten Affen „Nichts ist unmöglich!“ Und das im negativen Sinne. Der ausrichtende VfV Spandau benötigte geschlagene drei Nächte und Tage, die Ergebnisse vom Berliner DAMM-Landesfinale zu ermitteln und ins Netz zu stellen. Es habe Probleme mit der Punkteauswertung der Software von CosaWin gegeben, hieß es beim Veranstalter auf E-Mail-Anfrage unseres Gastautoren und DAMM-Experten Dieter Krumm. Wie bitte? Schon mal davon gehört, dass sich so etwas nach gutem Brauch und alter Väter Sitte auch manuell ausrechnen lässt? Zumal nur mickrige zwei Teams teilgenommen haben. Und: Nach der – in diesem Punkt freilich nicht sonderlich streng ausgelegten – DLO müssen die Ergebnisse nach zwei Tagen dem eigenen Landesverband und dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) übermittelt sein sowie veröffentlicht werden. Anderenfalls würden sie nicht in die Rangliste aufgenommen – und nix wäre es mit einem etwaigen Einzug in das Finale der Team-DM. Das wäre schlicht der Super-GAU, sich höchst fahrlässig selbst ins Abseits gestellt zu haben.

Acht gemeldete Teams beim Landesfinale der Bayern
 
Doch wir können gleich Entwarnung vermelden: Dafür kommen die M50 der Stg TopWeiß Spandau (6.138 Punkte) und die W30 des VfV Spandau (5.971 P.) nach ihren schwachen Resultaten ohnehin nicht in Frage. Diese gleichwohl sehr unselige Angelegenheit gewinnt noch dadurch an Pikanterie, dass „Meister Flunker“ alias Karl-Heinz Flucke, jener Ästhet an Tastatur und Kamera, als Breitensportwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes für die Senioren/innen zuständig ist.
Weitere Durchgänge wurden beim Landesfinale des Saarlandes in Piesbach und beim Verbandsfinale von Baden in Konstanz durchgeführt. Als nächstes steht kommenden Samstag das Bayerische DAMM-Landesfinale in Wendelstein mit acht gemeldeten Mannschaften auf der Agenda. Danach werden wir eine aktualisierte Rangliste (zuletzt am 12.Mai) veröffentlichen.