Eva Nohl unterlief als "früher Vogel" etwaig späteren Aufnahmestopp

(St.Pölten/Wien/Langenzenn/Krefeld, 10. Juni 2020) Lampis-Leser wissen nicht nur mehr, sondern es vor allem eher. Die mithilfe von Insider-Informationen unseres hammerwerfenden Österreich-Repräsentanten Gottfried Gassenbauer aus Wien gestern veröffentlichte ausführliche Werbebotschaft hat ihren Zweck offensichtlich erfüllt. Gemeint ist die Aussage „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Natürlich kennen wir zwangsläufig nicht alle Reaktionen. Aber eine gewissermaßen unter Fachleuten über die persönlich gelaufene Schiene schon. Dazu eine mit klangvollem Namen in der internationalen Werferinnen-Szene. Eva Nohl (*27.11.1948) vom TSV Langenzenn gab geradezu postwendend via E-Mail über Gassenbauer ihr Meldung zu den in etwas mehr als drei Monaten stattfindenden Internationalen Österreichischen Meisterschaften der Masters am 19./20.September 2020 in St.Pölten bei Wien ab. Einen etwaigen späteren Aufnahmestopp für ausländische Startwillige hat die Fränkin mit dem klassischsten aller weiblichen Vornamen folglich schon einmal elegant unterlaufen.

Weltrekordlerin gibt den Titelkämpfen in Österreich die Ehre

Für unsere Besucher aus anderen Fachbereichen ein paar Eckdaten zu der 71-jährigen Wurf-Allrounderin mit Schwerpunkt Hammerwurf. Sie verbesserte dem Ereignis angemessen im Vorjahr am „Tag der Deutschen Einheit“ (3.Oktober) auf einer Rasenkraftsport-Veranstaltung in Effeltrich, dem Wohnort vom da noch nicht 90-jährigen Werfer-Urgestein Richard Rzehak (*13.10.1929), ihren bereits eigenen Weltrekord (38.84m) der W70 in ihrer Spezialdisziplin auf 39,24m. Damit zugleich ihren deutschen Rekord von 39,15m, den sie dank der unsinnigen hausgemachten deutschen Regelung als noch 69-Jährige bei der Senioren-DM am 12.Juni 2018 in Mönchengladbach aufstellen durfte. Eine weiteres Beispiel dieses pathologischen Schwachsinns Made in DLV. Made darf hier auch gerne anders interpretiert werden. Na, ihr wisst schon!

Großer Zulauf der Österreichischen Masters-Meisterschaften zu erwarten

(St.Pölten/Krefeld, 09. Juni 2020) Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dieser Spruch aus Volkes Mund hat selten zuvor für alle möglichen Anlässe, und sei es die ursprünglich geplante große Feier zum runden Geburtstag, eine derartige Bedeutung erlangt wie in diesen Zeiten der weltweiten Coronavirus-Geißel. Eingeräumt, dass in der bundesdeutschen Leichtathletik-Landschaft so ziemlich flächendeckend das Prinzip der Absage auf Nimmerwiedersehen vorherrscht. Bei den Talenten von gestern und vorgestern vielleicht die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Zella-Mehlis. Das wird im besten Falle (die Entscheidung fällt bis zum 16.Juni) das einzige sein, was von den großen Titelkämpfen unter freiem Himmel (Stadion, Wurf-Fünfkampf, DAMM) übrigbleibt. Da wäre beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit einem Herz für Senioren/innen, das sie nicht haben, in einer späten Saison (sie nennen es in ihrem hirnrissigen Sprachenmix Late Season) sicherlich mehr möglich gewesen.

Aufnahmestopp für Aktive aus dem Ausland nicht auszuschließen

Anders unsere alpenländischen Nachbarn aus „Felix Austria“ (Glückliches Österreich). Natürlich sind sie in Sachen Corona keine Insel der Glückseligen wie Neuseeland mit aktuell keine Infizierten. Aber sie haben den Eingangssatz verinnerlicht. Die Internationalen Österreichischen Meisterschaften der Masters in St.Pölten bei Wien wurden auf den 19./20.September 2020 verlegt, wenn dann die 500-Personen-Verordnung für Veranstaltungen in Kraft getreten sein wird und erste Erfahrungen damit vorliegen.
Das könnte allerdings bei üblicherweise um die 350 Teilnehmer/innen plus Offizielle knapp werden, da eingedenk der allgemeinen Gemengelage mit einem noch stärkeren Zulauf aus den Anrainerstaaten eintreten dürfte als gemeinhin schon bei diesen sehr beliebten Meisterschaften. Insbesondere viele unter den deutschen Senioren/innen werden nach einem gescheiten Wettkampf nur so lechzen. Und das Programm enthält von 100 bis 5.000 Meter, 5.000m Gehen, Hoch, Weit, Stab (nicht bei Frauen), Kugel, Diskus, Hammer und Speer bis auf den Dreisprung alles was das Sportlerherz begehrt. Dazu die günstige Anbindung zum nur 65 Kilometer entfernten Verkehrsknotenpunkt Wien. Es darf gemutmaßt werden, dass irgendwann bis zum Meldeschluss (19.September) ein Aufnahmestopp für ausländische Aktive erfolgen muss. Da lautet die Devise
Der frühe Vogel fängt den Wurm".
Alle Modalitäten unter diesem Link und dann blau eingefärbten Button „Ausschreibung“ anklicken.

Einmal mehr hat der DLV eine Thematik nicht bis zu Ende gedacht

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Krefeld, 07. Juni 2020)
Machen wir noch einen Nachdreher zu unserem gestrigen Beitrag und leuchten die Hirngespinste des ach so innovativen DLV ein wenig näher aus. Dazu sei zum besseren Verständnis der Leitzsatz in seinem Konzeptpamphlet zur Organisation und Durchführung von Leichtathletik-Veranstaltungen vorausgeschickt: „
Die Laufdisziplinen auf der freien Bahn (Läufe ab 1.500 m einschließlich Hindernisläufe) und Staffelwettbewerbe, die das Risiko eines direkten Kontaktes der Athleten hervorrufen könnten, werden derzeit im Wettkampfprogramm nicht berücksichtigt.“ Soweit die Vorgabe.
Das macht auch in Zeiten wie diesen der längst noch nicht ausgestandenen Coronavirus-Apokalypse durchaus Sinn. Der verarmte, am Hungertuch nagende, permanent klamme Verband kann sich – anders als „König“ Fußball – schließlich nicht den Luxus erlauben, alle Meisterschaftsteilnehmer/innen für 120 Euro pro Nase (das darf beim erforderlichen Abstrich sogar wörtlich genommen werden) testen zu lassen. Vizepräsident Dr.Matthias Reick aus Achim bei Bremen wird es als Facharzt der Orthopädie nicht leisten können. Vermutlich auch nicht wollen.

Soll der Zehn- auf einen Neunkampf amputiert werden - oder was?
 
Abgesehen davon gibt es in seiner von ihm so geheißenen, sprachverunglimpfenden „Late Season“ neben den von uns bereits genannten Ungereimtheiten bei näherem Hinsehen eine gravierende weitere Unzulänglichkeit. Wie soll das mit dem von ihm nun für die fix terminierten Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften fast aller Klassen vom 21. bis 23. August 2020 in Vaterstetten im Freistaat Bayern zusammengehen? Dürfen wir die (un-)verantwortlich handelnden Personen der „kopflosen“ Dachorganisation um den Chef-, Vor- und Querdenker Frank O.Hamm leise weinend daran erinnern, dass das Zwei-Tage-Werk der Zehnkämpfer üblicherweise mit dem 1.500-m-Lauf endet. Sollen die von den „Königen der Athleten“ etwa in jeweiliger Solodarbietung oder in Abständen von x Sekunden absolviert werden? Das kann dauern! Oder soll der Zehn- auf einen Neunkampf ohne den Marathon der Mehrkämpfer amputiert werden?
Dasselbe Problem würde sich auch bei den zunächst verschobenen und noch nicht neu festgelegten (soll bis 16.Juni entschieden werden) Mehrkampf-DM der Senioren in Zella-Mehlis darstellen. Auch da stehen die 1.500 Meter beim Internationalen Fünfkampf zum krönenden Abschluss auf dem Programm. Und hier reden wir gemessen am Vorjahr an selber Stelle in der Arena „Schöne Aussicht“ im Thüringer Wald von 101 Teilnehmern von M35 bis 90. Da können die dreidreiviertel Bahnrunden schon mal mehr als zehn Minuten in Anspruch nehmen.

Eine (Miss-)Geburt wochenlanger Sandkastenspiele
 
Das sind von der nicht zu handhabenden Organisation allerdings keine schönen Aussichten. Nicht das erste Mal, dass beim DLV eine bestimmte Thematik und Problematik nicht bis zu Ende gedacht worden ist. Und hierbei war es die (Miss-)Geburt von wochenlangen Sandkastenspielen und keineswegs ein Schnellschuss von bei den hauptamtlichen Mitarbeitern (wo Hamm nicht zugehört) hochbezahlten Direktoren.
Au weia, das tut weh!

 

Thüringer Zugpferde Dittmar und Hildebrandt fehlen beim Kugel-Cup

(Neustädt/Gotha/Ohrdruf/Krefeld, 08. Juni 2020) Ausgerechnet die Thüringer Zugpferde werden in den beiden Wettbewerben der Ü30-Generation beim drum herum extrem aufgewerteten 4.Neustädter Kugel-Cup (wir berichteten) am kommenden Samstag fehlen und damit der Lokalkolorit. Der deutsche Vorzeige-Senior Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha, der in der noch gerade so zu Ende gebrachten nationalen Hallensaison mit 18,33m einen formidablen deutschen M45-Rekord aufstellte, wird freiwillig passen. Aufgrund bis vor kurzem stark eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten für „Otto Normalverbraucher“ sieht er sich außer Stande, sein enorm hohes Leistungsniveau und den Anspruch an sich selber zu erfüllen. Sollte es tatsächlich noch eine späte Saison geben, will er sich für alle Fälle nunmehr darauf vorbereiten.

Mit Dahm, Beier und Zimmermann sagten zudem drei Asse bei den Männern ab
 
Gezwungenermaßen wird die von ihm trainierte Carmen Hildebrandt (*1967) vom Ohrdrufer LV nicht mit von der Partie bei den fortgeschrittenen Mädels sein. Nach dem vielversprechenden Intermezzo unter dem Hallendach (12,60m) zog sie sich eine Verletzung zu und ist momentan im Reha-Training.
Aber auch im Elitefeld der Männer müssen Veranstaltungsleiter Heiko Wendorf und Bundestrainer Sven Lang mit Absagen leben. Aus verschiedenen Gründen mussten aus den Top Acht der diesjährigen Hallen-Bestenliste Tobias Dahm (2. mit 20,13), Simon Beier (4. mit 19,86), beide vom VfL Sindelfingen, und Christian Zimmermann (5. mit 19,70m) vom Kirchheimer SC absagen. Das ist bedauerlich. Aber ein Wettkampf, dazu Corona-bedingt der erste mit offiziellem Charakter für die „Bel Etage“ hier zu Lande, ist nun mal kein Wunschkonzert. Ein paar missliebige Begleiterscheinungen sind schier unvermeidlich.
Mit einer Vorschau werden wir noch auf die Solo-Veranstaltung beim „schmutzigen Geschäft“ mit der Kugel etwas näher eingehen.

DLV-Sprachpanscher kündigen auf ihrer Netzseite die Late Season an

(Darmstadt/Krefeld, 06. Juni 2020) Ein Blick auf das Datum und den aufgrund Corona eingedampften Terminkalender lehren, dass heute und morgen die Deutschen Meisterschaften der Männer/Frauen in Braunschweig wären. Was bereits für vorigen Dienstag angekündigt worden war, ließ nun der DLV gestern auf seiner Netzseite mit seinem Epi-Zentrum der Sprachpanscher auf dem Alzheimergassl, Entschuldigung: der Alsfelder Straße in Darmstadt im hinlänglich bekannten Anglizismuswahn vom Stapel laufen. Da heißt es in Fettschrift unter der Zwischenüberschrift Late Season, nicht mal in An- und Abführung, dass diese Titelkämpfe auf den 8./9. August dieses Jahres verschoben werden. Die beantragte Sondergenehmigung (vermutlich beim Land Niedersachsen) stünde jedoch noch aus.

Zella-Mehlis: Vielleicht Mehrkampf-DM, aber zwei Monate später keine im Wurf-Fünfkampf!

Und was tut sich in dieser Hinsicht bei den Talenten von gestern und vorgestern ab M/W35 aufwärts oder eben auch nicht? Eine Entscheidung über die Ausrichtung der für den 20./21.Juni terminierten Mehrkampf-DM in Zella-Mehlis soll bis 16.Juni fallen. Endgültig abgesagt und in 2021 verschoben (dann also jeweils zwei Meisterschaften?) werden hingegen die Senioren-DM im sächsischen Zittau (04./05.Juli) und – das verstehe wer will? – die DM im Wurf-Fünfkampf, die ebenfalls in Zella-Mehlis im bezüglich der Lockerungsmaßnahmen sehr liberalen Thüringen am 22./23.August hätte ausgetragen werden sollen. Überhaupt keine Erwähnung findet das ursprünglich für den 12.September  2020 vorgesehene DAMM-Finale in Lage (Westfalen). Das wurde freilich ohne die weitere Entwicklung abzuwarten und über Alternativen nachzudenken im vorauseilenden Gehorsam bereits sehr frühzeitig abgesagt. Da hätten, wie von uns schon vor Wochen vorgeschlagen, wegen der ausgefallenen Qualifikationen durchaus die Finalisten von 2019 eingeladen werden können.
Aber etwas nicht auszurichten ist natürlich wesentlich einfacher (siehe oben). Es geht ja auch nur um die ohnehin missliebigen Senioren/innen. Wer etwas anderes behauptet, ist ein hemmungsloser Lügner und Fensterredner.
Redaktioneller Hinweis auf den Lesestoff einer Glosse in unserem Schaufenster Flurfunk.