HLV-Titelkämpfe: Ein Suchspiel zur Online-Ergebnisliste zu gelangen

(Frankfurt/Hanau/Krefeld, 13. Januar 2019) Ginge es nicht darum, unseren treuen Stammbesuchern und Gelegenheitsgästen einen gescheiten Service anzubieten, würden wir uns einen Teufel um den Mist scheren, den so manche Netzwerk-Administratoren verunstalten (kein Tippfehler!). So aktuell der des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) in Frankfurt. Die Online-Ergebnisliste der Landesmeistershaften der Senioren/innen gestern in Hanau mutiert zu einem Suchspiel, bei dem der Verfasser dieser Zeilen nicht fündig geworden ist (siehe vorherigen Beitrag). Herbert E.Müller vom TSV Bayer Dormagen, mit seinen 89 Jahren bei den NRW „Open“ nicht nur noch sehr flott auf den Beinen, sondern auch als Späteinsteiger in die EDV ein ganz heller Kopf, wusste Rat und ließ es uns wissen. Erst über den Umweg der „Teilnehmerliste“ gelangt man zur Ergebnisübersicht. Wo soll das Problem sein, wie anderenorts schließlich praktiziert, einen Direktlink dahin zu legen? Eine rein rhetorische Frage! Selbstverständlich geben wir uns nicht der Illusion hin, dass sich durch unsere Schelte irgendetwas bessern würde. Kein Grund, es sich zu verkneifen.

Kugelstoß-Ass Andy Dittmar verbessert deutschen M45-Hallenrekord

(Erfurt/Düsseldorf/Hanau/Krefeld, 13. Januar 2019) Obschon mit den Hallen-Meisterschaften von Nordrhein-Westfalen gestern in Düsseldorf und Hessen in Hanau die ersten Titelkämpfe der Senioren auf der Agenda standen, kommt die Meldung des Tages aus Thüringen. Kugelstoß-Ass Andy Dittmar (*05.07.1974) von BiG Gotha verbesserte beim 10.TLV-Hallenmeeting in seinem sportlichen Wohnzimmer der Steigerwaldhalle in Erfurt im Wettbewerb der Männer nicht völlig unerwartet auf Anhieb den deutschen M45-Hallenrekord (17,36m) von Tilman Northoff vom TuS Jöllenbeck. Das um satte 50 Zentimeter.
Wenngleich diesmal zum saisonalen Auftakt unter dem Hallendach bei dem noch 44-Jährigen Ausnahmekönner, der dennoch national schon der M45 angehört, diesmal nicht die obligatorische 18 vor dem Komma stand, gelang ihm mit 17,86m eine beachtliche Steigerung der bisherigen Bestmarke. Das lässt vor allem für die kommenden Ereignisse noch ein bisschen Luft nach oben für weitere Steigerungen. Bei der Hallen-WM im polnischen Torun muss der Koloss aus Thüringen freilich noch in der M40 ran. Was indes für die Weite kein Kriterium ist. Vermutlich auch nicht für seine Titelchancen.

All-Star-Wertungen an Depner und Hagt

Obwohl es jetzt gegenüber dem Mann mit dem außerordentlich langen Haltbarkeitsdatum zwangsläufig ein heftiger Absturz wird, bleiben wir beim unter dem Hallendach nicht ganz so schmutzigen Geschäft mit der Kugel. Die inoffiziellen All-Star-Wertungen nach LAMPIS für die metrisch besten Leistungen in Düsseldorf gingen an Niels Depner (*13.01.1973), der heute Geburtstag feiert, von SuS Dinslaken mit 13,90m in der M45 und Jung-Seniorin Nina Celia Hagt (*1989) vom DSV Düsselorf mit 11,78m in der W30.
Mit diesem Link geht es zu der mal wieder wild durcheinander gewürfelten Online-Ergebnislste von SELTEC. Ein Graus! Die Resultate aus Hessen lagen bei Einstellung dieses Beitrages um 08.00 Uhr noch nicht vor respektive waren unauffindbar.

Mit kleinem Nachschlag nunmehr 476 Gemeldete bei den NRW "Open"

(Duisburg/Düsseldorf/Krefeld, 11. Januar 2019) Es gibt noch einen kleinen Nachschlag zu den Offenen NRW-Hallenmeisterschaften der Ü30-Generation morgen von 09.30 bis 19 Uhr in der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark der Landeshauptstadt Düsseldorf. Genau 18 an der Zahl von zunächst 456 auf 474. Dies geht aus der aktualisierten Teilnehmerliste des gastgebenden Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) mit Sitz in Duisburg hervor. Ein so oder so ansprechendes Meldeergebnis. Die Athleten/innen mit den Jahrgangsendziffern 4 und 9 werden dabei ihren nationalen Einstand (international gilt sinnvollerweise der Tag der Vollendung) in der neuen Altersklasse geben. Bisweilen versüßt mit leichteren Gerätegewichten beim Kugelstoßen.

Klaus Kynast schlägt jetzt in der M70 mit der 4-Kilo-Kugel auf

Der sehr erfolgreiche Wurf-Allrounder Klaus Kynast (*08.09.1949) vom ASC Dortmund ist ein bekanntes Beispiel dafür. Der in Hagen wohnhafte 69-Jährige darf nun schon in der M70 mit der 4-Kilo-Kugel (zuvor 5 kg in der M60/65) ran. Ein Kilo leichter sollten nach der Daumenpeilung je nach Kraft-Technik-Verhältnis etwa einen Meter ausmachen. Nicht alle schaffen das allerdings auf Anhieb. Dem steht häufig auch der kleinere, gewöhnungsbedürftige Durchmesser von in diesem Fall 110mm entgegen. Ein hausgemachtes deutsches Problem. Denn international gilt ein von 3 bis 7,26 kg durchgängig einheitlicher Gerätedurchmesser von 130mm. Aber dank einer Initiative von LAMPIS und einiger namhafter Kugelstoßer hat sich DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf aus Eisenach dieser Thematik angenommen. Aber die Mühlen beim Verband mahlen bekanntlich außerordentlich laaangsam.
Alle Gemeldeten zu den Titelkämpfen nach Klassen und Disziplinen unter diesem Link.

Valdis Cela und Pétra Bajeat von EMA bei "Overall"-Wertung gekürt

(Lausanne/Krefeld, 12. Januar 2019, 00:00 Uhr) Nichts Genaues weiß man nicht. Das dafür aber ganz genau. Also spekulieren und interpretieren wir noch ein bisschen herum im dritten und unwiderruflich letzten Teil unserer Trilogie (sonst wäre es auch keine) um die Auszeichnungsschwemme der European Masters Athletics (EMA) mit Briefkasten-Adresse im mondänen schweizerischen Lausanne am Genfer See bei seinen „Best Masters“ für die Saison 2018. Freilich ohne Gewähr wie die Verkündung der Lottozahlen.
Ein wenig Licht ins Dunkel brachte vorgestern die zeitlich nach unserer Glosse erschienene Meldung auf der EMA-Netzseite, dass bei dem Kategorien-Monopoly Marianne Maier (W75) aus Österreich und Valdis Cela (M70) aus Lettland in der Sparte Mehrkämpfe (ergo doch wie jeweils von uns vermutet!) verdientermaßen gekürt worden sind.

Dramaturgischer Höhepunkt an der falschen Stelle gesetzt

Daraus darf wohl aufgrund der vorherigen acht Veröffentlichungen messerscharf geschlossen werden, dass Cela und Pétra Bajeat (W50) aus Frankreich neben Sprung auch die „Overall“-Wertung für sich entschieden haben, thronen mithin noch über allen anderen Besten und sogar über sich selber. Verrückt entrückt! Galaktisch quasi. Was noch fehlt in dieser Lotterie sind bei Einstellung dieses Beitrages die Auserkorenen der EMA-Jury in der Disziplingruppe Sprint. Offenbar erachten Präsident Kurt Kaschke (neuerdings Gütersloh) und sein Adlatus für Kommunikation Alfred Hermes aus Jülich (ja, der frühere DLV-Seniorensprecher) das als dramaturgischen Höhepunkt, statt mit den ausgeguckten vermeintlich einzig wahren „Overall-Masters“ zu schließen.

Hinwendung zum Gießkannenprinzip ist blinder Aktionismus

Sei ihnen noch ein ungeschriebenes uraltes Zeitungsgesetz mit auf den Weg gegeben: Der Leser ist vergesslich. Soll heißen, dass bestimmte, dazu nicht unbedingt einleuchtende Vorgänge ins Gedächtnis zurück gerufen werden sollten. Selbstverständlich gilt das auch für Online-Medien aller Art. Das allgemeine Rätselraten wäre jedenfalls mit einer kurzen Erläuterung des Prozederes zu vermeiden gewesen.
Es hätte freilich an der Absurdität des von uns so genannten und von vielen anderen unisono dermaßen empfundenen Gießkannenprinzips nichts geändert. Eine an sich hohe ideelle Auszeichnung wird hier in blindem Aktionismus ohne jede Not verwässert. Wer hat diesen ausgemachten Schwachsinn bloß verbrochen?

EMA/WMA verramschen Sportlerehrungen nach dem Gießkannenprinzip

Glosse

Neben der Spur

(Lausanne/Krefeld, 10. Januar 2019)
Ehre, wem Ehre gebührt. Schön, wenn dieser aussagestarke Spruch immer und überall stringent angewendet würde. Der weltweite Senioren-Dachverband World Masters Athletics (WMA) und seine kontinentalen Organisationen gehen den umgekehrten Weg der Verramschung von Auszeichnungen. Derzeit am abschreckenden Beispiel bei der European Masters Athletics (EMA) zu beobachten und beklagen.
Da gibt es den besten Senior männlich und weiblich gleich in den sieben Disziplingruppen Sprint, Mittelstrecke, Langstrecke, Sprung, Stoß/Wurf, Mehrkämpfe und Gehen. Und geht es nach dem Muster der WMA, womit zu rechnen sein dürfte, wird darauf noch der/die Beste und lauter Besten in der Kategorie „Overall“ gestülpt. Also grob verdenglischt so ‘ne Art Überall-Master.
Beschränkter geht`s nimmer mehr. Doch Moment!

Warum nicht noch auf alle Altersklassen herunterbrechen?

Vorschlag zur Güte, um wirklich eine flächendeckende, gerechte Regelung zu kreieren: Wie wäre es damit, die ohnehin schon aberwitzige Konstruktion auf alle Altersklassen von M/W35 bis endlos herunter zu brechen respektive zu erweitern? Bei der Fraktion Stoß/Wurf ließe sich der größeren Chancengleichheit wegen noch zwischen Rechts- und Linkshändern unterscheiden. Denkbar wären hier auch Gewichtsklassen bis und über 100 Kilogramm. Merken die Denker, Lenker und Macher eigentlich nicht, dass sie die in allen möglichen Bereichen um Reputation ringende Senioren-Leichtathletik noch stärker in Misskredit und Verruf bringen? Einfältige Frage: Natürlich nicht!

EMA sorgt für allgemeine Verunsicherung

Hinzu kommt, dass die EMA mit den sukkzessiven Veröffentlichungen der „Besten“ auf ihrer Netzseite für allgemeine Verunsicherung sorgt. Beginnend mit dem 31.Dezember 2018 wurde in zwei verschiedenen Beiträgen ohne die Nennung der Kategorie zunächst die Französin Pétra Bajeat bedacht. Die Aufzählung ihrer Erfolge im Hoch- und Weitsprung suggeriert und impliziert zweifelsfrei, dass es sich um die Disziplingruppe Sprung handeln muss(te). Nun taucht sie aber am 08.Januar 2019 just da nochmal zusammen mit „Stabi“ Wolfgang Ritte (inzwischen als Deutschlands Bester benannt) als männliches Gegenstück auf (wir berichteten). Der ebenfalls an Silvester abgefeierte lettische Alleskönner Valdis Cela (M70) käme sowohl für die Sparten Mehrkampf als auch Sprung in Betracht. Da Letzteres an Ritte ging, wissen wir spätestens im Nachhinein, dass Cela, wie von uns gemutmaßt, für die „Combined Events“ (Mehrkämpfe aller Art) auserkoren worden ist.

Pétra Bajeat doppelt-gemoppelte Beste? Geht Marianne Maier etwa leer aus?

Bei Bajeat rätseln wir jedoch weiter. Oder wurde sie gar für Sprung und Mehrkampf ausgezeichnet? Folglich eine doppelt-gemoppelte Beste. Das wiederum wäre eine schreiende Ungerechtigkeit gegenüber der Österreicherin Marianne Maier (im Bild). Die stellte nämlich bei der WM in Malaga einen neuen Weltrekord im Siebenkampf der W75 auf, garniert von den Titeln im Hürdensprint und Kugelstoßen, ebenfalls mit globalen Bestmarken. Bajeat soll bei den nationalen Meisterschaften mit 4.596 Punkten einen neuen Europarekord im Siebenkampf der W50 erzielt haben. Den hält jedoch laut am 01.November 2018 aktualisierter EMA-Rekordliste Barbara Gähling vom LT DSHS Köln mit 6.456 Punkten.

Ein heilloses Durcheinander

Da steige noch eine/r durch? Und wer das alles jetzt nicht verstanden haben sollte, der muss sich nicht grämen. Es liegt nicht an ihm/ihr. Mal sehen, wer noch für  Sprint gekürt wird? Und noch spannender: Wer darf sich „Überall-Master“ nennen? Gewissermaßen die einzig wahren Besten, der Primus inter pares (weibliche Form mir nicht bekannt)! Kommen die aus dem bisherigen Kreis oder spuckt das Personal-Bingo völlig neue Figuren aus?
Festzuhalten bleibt, dass hier entgegen allen sonstigen Gepflogenheiten bei Sportlerehrungen nach dem Gießkannenprinzip verfahren wird.