Masters-Wahl: Vorjahressieger Maier und Gassenbauer die Favoriten

(Wien/Krefeld, 19. Dezember 2019) Neidisch schaun wir mal wieder über den imaginären Grenzzaun zu unseren alpenländischen Nachbarn in Österreich, wie jüngst bei der Online-Jahresbestenliste für Senioren/innen. Mit einem ausgeklügelten, den Zufallsgenerator weitgehend ausschaltenden System wählen sie unter vom Verband Nominierten in den verschiedenen Kategorien ihre Leichtathleten des Jahres. Also auch bei der Ü35-Generation. Darüber befinden eben nicht nur die – durch eifrige Lobbyarbeit steuerbaren – Leser, sprich: wohlgefällige Klub- und Sportkameraden, sondern in einem paritätischen Verfahren 50:50 zur anderen Hälfte eine Expertenjury aus Sportjournalisten und Trainern. Und die Ehrung erfolgt nicht lieb- und schmucklos irgendwann am Rande der Bande im Rahmen einer Senioren-Meisterschaft, sondern mit „großem Bahnhof“ auf einer Gala in stilvollem Ambiente, wovon Wien reichlich zu bieten hat. Zuletzt war dies im Ball- und Festsaal des Grand Hotels. Das hat was!

Hohe Wahlbeteiligung im deutschen Vergleich

Nach dieser Vorgeschichte machen wir freilich auch noch ein bisserl Wahlkampf, den sie streng genommen nicht nötig haben. Denn Siebenkämpferin Marianne Maier (*1942) aus Höchst in Vorarlberg und Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*1958, beide im Bild) aus Wien sind sportlich wie menschlich über jeden Zweifel erhaben. Bei der „Maierin“ wäre es im Falle einer Wahl zum dritten Mal in Serie, bei G.G. nach 2014 bis ‘16 und 2018 gar der fünfte Streich hinsichtlich dieser 2014 erstmals aufgelegten Auszeichnung bei den Masters. Sei noch erwähnt, dass im Vorjahr 3.995 „internette“ Besucher der ÖLV-Netzseite ihre Stimmen abgegeben haben. Etwa viermal so viele wie hier zu Lande. Und das bei einem Gesamt-Mitgliederverhältnis von 30.000 zu 800.000.
Übrigens gilt bis zum 26.Dezember 2019, 23:59 Uhr, das Motto „Jekami“ (= Jede/r kann mitmachen). Alles Weitere dazu unter diesem Link. Das Ergebnis wird bereits am Tag darauf veröffentlicht. Ja, die
Ösis", die können's!

Große Story über Herbert E.Müller & Co. mit Reporterpreis ausgezeichnet

(Grevenbroich/Berlin/Krefeld, 18. Dezember 2019) Oftmals gilt der Prophet im eigenen Lande nichts. Diesmal schon. Prima obendrein, dass ich nicht einmal selber das Weihrauchfass schwenken muss. Dazu mailt der für den TSV Bayer Dormagen startende, inzwischen 90-jährige Allesrenner Herbert E.Müller (im Bild) aus Grevenbroich: „Wie schon im Beitrag am 28.September 2019 auf Lampis beschrieben, ,war das Produkt nicht preiswert, aber womöglich preiswürdig für eine journalistische Auszeichnung. Einfach brillant!‘ Inzwischen habe ich von der Autorin Nicola Meier erfahren, dass sie in Berlin für den großen Artikel „Ja! Jaa! Jaaa!“ im Wochenmagazin DIE ZEIT unter 90 nominierten Beiträgen mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet worden ist.“ Zitat Ende!
Die Verleihung fand im multifunktionalen
Tipi am Kanzleramt" statt. In der Begründung der Jury heißt es: „Ein eindeutiges Votum: Es gewinnt Ja! Jaa! Jaaa!‘, die Reportage von Nicola Meier in der ,Zeit‘ über vier Männer, die den Weltrekord über 4x400 Meter in der Klasse M85 der über 85-Jährigen brechen wollen. Nicola Meier beschreibt, wie die Protagonisten über sich selbst hinauswachsen – und wie viel es ihnen bedeutet, gemeinsam dieses Ziel zu verfolgen. Zugeneigt, leichtfüßig und melancholisch verfolgt sie den Weg der vier. Eine Geschichte über das Jungbleiben, die Lust macht aufs Älterwerden.“
Auf diese Art und Weise allemal.

Malaika Mihambo und Niklas Kaul Deutschlands Sportler des Jahres

(Baden-Baden/Krefeld, 16. Dezember 2019) Es war eine rauschende Gala gestern Abend vor 700 geladenen, prominenten Gästen (wo anfangen, wo aufhören?) im Kurhaus von Baden-Baden, die vom ZDF live übertragene Proklamation zu den Sportlern und der Mannschaft des Jahres. Auch dramaturgisch von der veranstaltenden Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) bestens in Szene gesetzt. Die jeweiligen Sieger bekamen die Pokale mit einer kleinen Laudatio von ehemaligen Gewinnern überreicht, dazu zweimal mit direktem Bezug zur Disziplin. Das war stimmig und stimmungsvoll. Wenn überhaupt etwas störte, war es nach meiner bescheidenen Meinung das steife, hölzerne, gewollt witzig daherkommen wollende Moderatoren-Duo Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne mit zum Teil plumpen, unpassenden Bemerkungen. Aber der die Musik bezahlt, darf nun mal bestimmen wer zum „Kurkonzert“ aufspielt.
Aber offenbar hat der Mainzer Fernsehsender nichts Besseres in der Hinterhand. Thomas Gottschalk saß derweil im Publikum. Auf Fachwissen wäre es ja vordergründig bei feststehenden Ergebnissen und Geehrten nicht angekommen. Dafür gab es zudem die Laudatoren Heike Drechsler, Frank Busemann mit besonders launigen, pointierten Worten und der in Krefeld wohnhafte ehemalige NHL-Eishockey-Star Christian Ehrhoff.

Nach Harting und Obergföll wieder ein Leichtathletik-Paar vorne

Da lagen wir ja mit dem Tipp in unserer gestrigen Vorschau goldrichtig, dass die Zeit mal wieder reif sei für ein gemischtes Doppel aus der Leichtathletik. Wobei wer sonst bei den Frauen als die saisonale Alles-Gewinnerin Malaika Mihambo? Die 25-jährige Kurpfälzerin war in der Gunst der Sportjournalisten von den Abstimmungspunkten die überlegenste Auserwählte. Die bildhübsche Weitspringerin bestach obendrein als echter Hingucker, machte auch in ihrem eleganten Abendkleid eine glänzende, glamouröse Figur.
Gehofft hatte ich es natürlich auch, aber nicht erwartet, dass sich Zehnkämpfer Niklas Kaul gegen Triathlet Jan Frodeno durchsetzen würde. Der gewann immerhin schon zum dritten Mal den Ironman auf Hawaii, das härteste und anspruchsvollste Rennen der Welt, dazu in neuer, fantastischer Rekordzeit. Es war zwischen diesen beiden schlussendlich auch die knappste Entscheidung mit 1.973 zu 1.892 für Kaul, den mit 21 Jahren jüngsten Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte.
Da wir gerade schon bei der Historie sind: Gestehe kleinlaut übersehen zu haben, dass nicht Heike Drechsler und Nils Schumann im Jahre 2000 das letzte Leichtathletik-Paar bei dieser Auszeichnung waren, sondern Diskuswerfer Robert Harting (ebenfalls unter den Gästen) und Speerwerferin Christina Obergföll in 2014.

Skisprung-Team vor dem Deutschland-Achter
 
Der auch bei Sportlerwahlen vom Erfolg geküsste Deutschland-Achter (Rudern) musste diesmal dem Skisprung-Team der Männer des damaligen Bundestrainers Werner Schuster den Vortritt lassen. Das Quartett mit Markus Eisenbichler, bei den Männern bereits als Dritter geehrt, Karl Geiger, Richard Freitag und Stephan Leyhe schlüpfte gewissermaßen vom Springer- in den Abendanzug. Wenige Stunden zuvor waren sie noch beim Weltcup in Klingenthal (Erzgebirge) im Einsatz, wurden mit dem Helikopter nach Baden-Baden geflogen. Ob sie auch Feierbiester sind oder sein dürfen? Jedenfalls gab Ehrhoff ihnen zum Abschluss seiner Laudatio vorsorglich mit auf dem Weg, nach der „After-Show-Party“ als der Rest vom Fest nicht zu vergessen, das Licht auszumachen.
Alle Ergebnisse und weitere ausführliche Informationen in Text und Bild unter diesem Link.

Aktualisierter Terminkalender in unserem Fenster Veranstaltungen

(Krefeld, 17. Dezember 2019) Bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm. Soll in diesem übertragenen Sinne heißen, dass speziell Senioren-Leichtathleten gerne rechtzeitig Planungssicherheit haben. Deshalb ist unserer hauseigener Terminkalender im Schaufenster Veranstaltungen jüngst überarbeitet und online gestellt worden. Dass der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann und lediglich eine Auswahl darstellt, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Darauf wird im Vorspann auch noch einmal mit der Nennung und Verlinkung weiterer Quellen von Wettkampf-Datenbanken hingewiesen.
Da der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nicht gerade von der schnellen Eingreiftruppe ist (ein leidiges Thema!), haben wir bereits teilweise Meisterschaftstermine aufgenommen, die (noch) nicht in dessen Rahmenterminplan 2020 aufgeführt werden. Und da wir halt zeitnäher dran sind, führen die dort hinterlegten Links nicht zwangsläufig bereits zu den jeweiligen Ausschreibungen. Aber in der Hinsicht ist momentan ja noch keine Eile geboten.

Malaika Mihambo ausichtsreiche Anwärterin auf die Auszeichnung

(Baden-Baden/Krefeld, 15. Dezember 2019) Hand aufs Herz, geneigte Stammbesucher und Gelegenheitsgäste von Lampis: Habt ihr ohne Herrn oder Frau Google zu bemühen noch auf der angewachsenen Festplatte, wer 2018 Deutschlands Sportler und Mannschaft des Jahres waren? Meinerseits gebe ich freimütig zu nur beim Kollektiv richtig gelegen zu haben. Kurzum: Es waren Triathlet Patrick Lange, Tennisspielerin Angelique Kerber und die Eishockey-Nationalmannschaft. Wie in unserem gestrigen Beitrag bereits erwähnt, werden heute Abend (ab 22.15 Uhr live im ZDF) die Heroen von 2019 im Kurhaus von Baden-Baden vor zunächst über den Roten Teppich defilierenden 700 geladenen Gästen mit VIP-Charakter gekürt.

Ein gerechtes Abstimmungsverfahren
 
Erfahrungsgemäß haben sich rund 1.500 Sportjournalisten/innen der schweren Aufgabe gewidmet, die Erfolge der Protagonisten richtig abzuwägen, zu werten und bewerten. Bei der Disziplin-Vielfalt hat das etwas von einem Ritt auf der Rasierklinge. Hinzu kommt, dass jede/r Abstimmende bei aller geforderten Objektivität nun einmal persönliche Präferenzen für eine Sportart hat und mehr oder weniger ausgeprägte Sympathien für deren Darsteller. Das ist allzu menschlich und nicht vollends auszublenden. Und dennoch sind hier neben dem von der Anzahl repräsentativen Querschnitt durch das Abstimmungsvefahren dem Zufall nicht Tür und Tor geöffnet. So hat jeder bei seinem Votum eine eigene Hitliste von Platz eins bis fünf bei abnehmender Punktzahl von fünf bis eins zu erstellen. Dies relativiert und nivelliert unter dem dicken Schlussstrich gesehen.

Noch ein bisschen Historie
 
Die Zeit dürfte eingedenk der erbrachten Leistungen reif sein, dass Leichtathleten mal wieder im Rampenlicht stehen sollten. Aussichtsreiche Kandidaten sind Weitspringerin Malaika Mihambo, gestern Abend bei ihrer Tingeltour schon zu Gast im „Aktuellen Sportstudio“, und Zehnkämpfer Niklas Kaul, beide amtierende Weltmeister. Noch ein bisschen Historie: Zuletzt durften Kugelstoßerin Christina Schwanitz (2015) und Diskuswerfer Robert Harting (2014, davor auch 2013 und 2012) die begehrte Trophäe in Empfang nehmen und in die Höhe recken. Ein gemischtes Doppel aus der Leichtathletik gab es 2000 mit Weitspringerin Heike Drechsler (insofern steht eine Duplizität in Aussicht) und 800-m-Läufer Nils Schumann.

Votum des Autoren zur Sportlerwahl

Und abschließend mein Voting, Männer: 1. Jan Frodeno (Triathlon), 2. Markus Eisenbichler (Skispringen), 3. Eric Frenzel (Nordische Kombination), 4. Niklas Kaul (Leichtathletik), 5. Josef Ferstl (Ski Alpin). – Frauen: 1. Malaika Mihambo (Leichtathletik), 2. Denise Herrmann (Biathlon), 3. Isabelle Werth (Dressurreiten), 4. Katharina Althaus (Skispringen), 5. Gesa Felicitas Krause (Leichtathletik). – Mannschaft des Jahres: 1. Skispringen Männer, 2. Bob-Team Francesco Friedrich, 3. Deutschland-Achter (Rudern), 4. Dressur-Equipe, 5. Skispringen Frauen.
Ganz viel mehr zur Sportlerwahl unter diesem Link.