Veranstalter sägen munter an dem Ast, auf dem sie selber sitzen

Kolumne

Moment mal

(Krefeld und die Republ
ik, 22. April 2019) Es geht schon wieder los. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Doch – ist es. Denn es gibt sie immer noch, die ewig gestrigen betriebsblinden Veranstalter mit Tomaten oder sonst was auf den Augen, die ihre Werfertage und Sportfeste ausdrücklich mit „Keine Seniorenwertung“ ausschreiben. Und das wie bei unserem Beispiel absichtlich gewählt tunlichst noch in Fettschrift, damit es ja gleich ins Auge springt. Klar, macht bis M/W45 nichts, so die Athleten noch die Klasse haben bei den Männern und Frauen zu starten. Die Luft wird jedoch rein biologisch bedingt mit jedem Lebensjahr dünner. Und was ist mit all denen ab M/W50, die verständlicherweise mit altersgemäßen Geräten in die „Bütt“ gehen möchten? Die gucken in die Röhre und sehen sich wegen ganz allgemein wegbrechender Startgelegenheiten einem stetig abnehmenden Wettkampf-Angebot ausgesetzt. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern die blanke Realität. Dazu muss ich lediglich meine seit  52 Jahren akribisch aufgezeichneten persönlichen Statistiken bemühen. Als wären manche Schauplätze buchstäblich von der Landkarte verschwunden.

Oftmals sind die Probleme indes hausgemacht

Sicherlich steht und fällt so manche Veranstaltung mit den jeweiligen Machern. Wenn die aus welchen Gründen auch immer irgendwann wegfallen, steht häufig niemand in der Hinterhand, der die Tradition fortführt. Oftmals sind die Probleme jedoch hausgemacht, wird munter und fleißig an dem Ast gesägt, auf dem die Organisatoren selber sitzen. Es ist nun einmal Fakt, dass aus der Jugend zu wenige in die Männer- und Frauenklassen nachrücken. Und wer dann die Senioren/innen von vornherein aussperrt, darf sich über rückläufige Teilnehmerzahlen schlussendlich nicht weiter wundern.

Ohne Senioren/innen hätte es keinen Melderekord gegeben

Benennen wir dazu unbestechliche Zahlen. Der Werfertag für alle Klassen des LAC Lübeck am Karsamstag verzeichnete mit 106 Teilnehmern bei rund 250 Starts ein Rekord-Meldeergebnis. In der so genannten Hauptklasse der Männer ab Jahrgang 1990 und jünger absolute Fehlanzeige bei Kugel, Diskus, Speer und Hammer. Bei den Frauen waren es immerhin je vier bei Kugel und Diskus, drei beim Hammerwurf, keine beim Speerwurf. Neben der Jugend ab M/W 14 entfielen dagegen auf die Senioren/innen 94 (!) der insgesamt 250 Meldungen oder fast 38 Prozent. Noch Fragen? Dazu bedarf es keines Taschenrechners, dass es ohne die Talente von gestern und vorgestern keinen neuen Melderekord gegeben hätte und es mithin ein „stinknormaler“ Werfertag gewesen wäre!
Und anderswo sieht es nicht anders aus. Eher noch mit der Tendenz „Lohnt sich der immense Aufwand überhaupt noch?“. Darüber sollten die Verantwortlichen der Meetings die die Ü30-Generation bewusst aussperren mal ernsthaft nachdenken.
Gute Besserung!

Werfertag an Karsamstag in Lübeck erfreute sich großer Beteiligung

(Lübeck/Krefeld, 21. April 2019) Wie von uns richtig gemutmaßt, gibt es ihn also, den Bedarf sich an Ostern nicht nur mit entsprechendem Brauchtum zu beschäftigen, sondern daneben auch sportlich zu betätigen. Der Werfertag des LAC Lübeck am gestrigen Karsamstag im Stadion Buniamshof war der schlagende Beweis, erfreute sich unter dem dicken Strich einer recht großen Beteiligung über die Region hinaus. Und da mit Uwe Mundt und Martin Kath frühere Aktive am professionellen elektronischen Werk waren, stand die Online-Ergebnisliste bereits zeitnah auf der Netzseite des Klubs zur Verfügung. Das wiederum ermöglicht uns diesen sinnvollen Anlass, statt krampfhaft nach journalistischen Ostereiern zu suchen.

Ralf Mordhorst verpasste mit Diskus „Fünfziger“ um einen Zentimeter

Lokalmatador Ralf Mordhorst machte als Doppel-Weltmeister der M45 von Torun den Weg für die Senioren frei und startete in der Männer-Klasse.  Da war der Hausherr freilich buchstäblich konkurrenzlos, stieß die Kugel  14,17m weit und warf den Diskus bei „gnadenlosen“ Offiziellen, die sich nicht den Anstrich von Heim-Schiedsrichtern geben wollten, auf 49,99m. Nicht nur weil es halt korrekt war, ließ es sich für ihn insofern verschmerzen, als er bei seinem WM-Erfolg mit 50,63m die 50-Meter-Marke bereits übertraf.  
Ausnahme-Kugelstoßerin Jana Müller-Schmidt (*1964) von der SG Osterholz, mit 14,56m Hallen-Weltbeste der W50, ist nach ihrem Super-GAU bei der WM (sie hatte vergessen sich für den Wettkampf einzuschreiben; wir berichteten) offenbar in ein gaaanz tiefes Loch gefallen. Wenngleich sie diesmal mit der 4-Kilo-Kugel (altersgemäß 3 kg) in den Ring ging, sind für sie in Topform 12,30m kein angemessenes Equivalent. Da sollte die 13 schon vor dem Komma stehen.

Allen Lesern wünscht Lampis ein Frohes Osterfest und eine tolle Saison!

(Krefeld und die Republik, Karfreitag, 19. April 2019) Ganz ohne Gender-Wahnsinn darf sich die holde Weiblichkeit selbstverständlich mit angesprochen fühlen. Und das ohne bestimmte Anrede mit „innen“ dazu ausdrücklich. Also: Liebe Sportkameraden der gepflegten Senioren-Leichtathletik, Stammbesucher, Gelegenheitsgäste, Anhänger und gelegentliche Kritiker unseres Internetportals von, aber nicht nur für Senioren-Werfer/innen (diesmal mit Endung, da unser Untertitel)!
Seit der digitalen Geburt im November 2009 durch die Gründungsmitglieder Peter Holthuijsen, Henk van Bakel, Jan Titular und dem Verfasser dieser Zeilen besteht LAMPIS im zehnten Jahr. Dabei ist in unserem ureigenen kleinen Grenzverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden viel Wasser den Rhein und die Maas hinunter letztlich in die Nordsee geflossen.
Beinahe zwangsläufig waren auch bei uns einige Dinge im ständigen Fluss, haben sich verändert, bin ich inzwischen der verantwortliche Alleinunterhalter. Doch was in all den Jahren Bestand hat(te), dass wir nach guter Väter alter Sitte an hohen Fest- und Feiertagen sowie sonstigen markanten Daten (zum Beispiel 01.April) Brauchtumspflege betreiben. Mithin jährt sich das in 2019 alles zu einem kleinen Jubiläum, nämlich dem zehnten Mal.
Und so ist es am heutigen Karfreitag die angenehme Pflicht, allen Besuchern unserer Netzseite ein Frohes Osterfest zu wünschen! Da es so allmählich in die Zeit passt, verbunden mit viel Spaß und Glück auf eine tolle, möglichst verletzungsfreie Freiluftsaison bei Lauf, Sprung und Stoß/Wurf!

Einzug ins DAMM-Finale in der "Weltstadt mit Herz" ein attraktives Ziel

(Emmerich/München/Krefeld, 20. April 2019) Nichts lag uns ferner als die Pferde scheu zu machen und – um im tierischen Bilde zu bleiben – bei den (un-)verantwortlich handelnden Personen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) schlafende Hunde zu wecken. Denn die nationalen Totengräber der einstigen olympischen Kernsportart rationalisieren gerne mal mit einem Handstreich etwas weg. Alle Versuche, die gute alte Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) kaputt zu reformieren, sind bislang glücklicherweise gescheitert. Dabei soll es auch tunlichst bleiben. Insofern sei eingeräumt, dass der mahnende Zeigefinger von uns kontraproduktiv war, von einem nachlassenden Interesse an der DAMM zu fabulieren.

LG Kindelsberg veranstaltet eigenen Durchgang

Kurzum: Bei näherer Betrachtung ist die rückläufige Resonanz am NRW-Finale (05. Mai 2019) in Emmerich von 21 Teams im Vorjahr auf nunmehr 17 längst nicht so erdrutschartig, wie es auf den ersten, oberflächlichen Blick erscheint. Dabei ist nämlich in Rechnung zu stellen, dass die LG Kindelsberg Kreuztal sich mit drei Mannschaften ausklinkt und am 25.Mai einen eigenständigen Qualifikationswettkampf veranstaltet. Sicherlich nicht im eigenen Saft schmorend ohne Gäste-Teams. Das war bei Veröffentlichung unseres oben erwähnten Beitrages nach dem gut gemeinten Motto „Wehret den Anfängen“ noch nicht bekannt. Und weiterhin bleibt erst mal abzuwarten, ob die drei traditionellen Schauplätze in Bad Soden, Berlin und der Pfalz  nicht doch noch terminiert werden. Schließlich bleibt dafür noch reichlich Zeit.

Erst beim Meldeschluss am 07. Juli wird Bilanz gezogen

Harren wir also der Dinge, die da wahrscheinlich noch kommen werden und ziehen erst nach Meldeschluss am 07.Juli (siehe Ausschreibung) Bilanz. Aus voller, inbrünstiger Überzeugung sind wir ungebrochen der Meinung, dass die Teilnahme am Finale am 21.September 2019 in der „Weltstadt mit Herz“ München ein in vielerlei Hinsicht ausgesprochen lohnendes, höchst attraktives Ziel darstellt. Nicht zu vergessen in der Kombination mit einem Besuch beim Oktoberfest.

"Mister Wurf-Fünfkampf" Klaus Kynast brachte den Stein ins Rollen

(Hagen/Dortmund/Krefeld, 18. April 2019) Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, soll dereinst der russische Politiker Wladimir Iljitsch Lenin (1870 – 1924) in deutscher Übersetzung gesagt haben. Eine durchaus empfehlenswerte Herangehensweise in allen möglichen Bereichen. Gestandene Mehrkämpfer pflegen in aller Regel auch danach zu verfahren, warten nicht nach getanem Werk das offizielle Endergebnis ab (das übrigens durchaus falsch sein kann, wie die Praxis gelehrt hat), sondern ziehen mit einer eigenen Tabelle nach jeder Disziplin Zwischenbilanz. Schließlich wollen sie wissen, ob sie punktemäßig im Soll liegen. Höchst selten entwickelt sich ein Wettkampf als Wunschkonzert, bei dem eine Bestleistung an die andere gereiht wird. Aber selbst dann will der Mann oder die Frau wissen, wo er/sie steht.

Große Konfusion nach Ermittlung der Punktzahlen

Der für den ASC Dortmund startende legitime deutsche „Mister Wurf-Fünfkampf“ Klaus Kynast (*08.09.1949) aus Hagen in Westfalen, der seit 2003 sage und schreibe 80 von 83 Fünfkämpfen auf hohem Niveau beendete, bedient sich ebenfalls dieser Methode. Dabei staunte der Siebziger in Lauerstellung nach seinem ersten Fünfkampf unter den nationalen Vorzeichen der M70  jüngst im hessischen Borken nicht schlecht, dass er 4.203 Punkte ermittelte, die Urkunde jedoch lediglich 4.110 Punkte auswies. Natürlich rechnete der 69-Jährige das x-mal nach, wählte auch Fallbeispiele. Darunter den deutschen Rekord (4.843 P.) von Hermann Albrecht (*1940) aus 2010 und den Weltrekord (5.067 P.) von Arild Busterud (Norwegen) aus dem Vorjahr bei der WM in Malaga. Danach hätte der „Wikinger“ 5.184 Punkte gutgeschrieben bekommen müssen. Was nun? Etwa ein falsch geführte globale Bestmarke? Schwerlich vorstellbar bei der Gewissenhaftigkeit von EMA-Statistiker Ivar Söderlind (Schweden).

Fünfkampf-Rekord von Hermann Albrecht ist nach unten zu korrigieren
 
Kynast bediente sich daraufhin dem unter leichtathletik.de (Service) hinterlegtem digitalen Mehrkampf-Rechner. Der bestätigte das Ergebnis von Busterud, seine vom Veranstalter TuSpo Borken ausgewiesenen von 4.110, aber bei Albrecht waren es 4.739 statt der als deutsche Bestmarke offiziell notierten 4.843 Zähler. Nun war endgültig kompetenter Rat gefragt. Den stellte der Autor telefonisch zu Bernd Rehpenning aus Garbsen bei Hannover her, dem Schöpfer der Punktewertung „Model results 2010“. Bernd erinnerte sich, dass 2014 just in der M70 wegen eines Ungleichgewichtes die Altersfaktoren beim Kugelstoßen und Hammerwurf marginal nach unten geändert worden sind, demzufolge etwas geringere Punktzahlen herauskamen. Selbstverständlich konnte der Statistik-Guru hier zu Lande das belegen und stellte es uns via Mail zu Verfügung.

LAMPIS einmal mehr als Leit- und Leidmedium des DLV
 
Die Konsequenz aus der Geschicht‘: Der Rekord vom „Herminator“ ist dem gültigen Regelwerk entsprechend nach unten auf 4.739 Punkte zu korrigieren. Aber wer fühlt sich dazu gemüßigt? Nicht alles was LAMPIS als Leit- und Leidmedium aufdeckt, wobei Klaus Kynast den Stein ins Rollen brachte,kommt beim zuständigen Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) an.