Canadian Masters Indoor sollen stattfinden, die der USA abgesagt

(Baton Rouge/Saint John/West Vancouver/Krefeld, 11. März 2020) Wenn wir der Karikatur eines US-Präsidenten namens Donald „Duck“ Trump Glauben schenken (was wir natürlich nicht tun), ist sein „America first“ das gelobte Land in dem Milch und Honig fließen, das von jeglicher Unbill verschont bliebe. Den Coronavirus hat die toupierte blondierte Goldlocke auch schon kleingeredet. Er würde in den USA so gut wie keine Rolle spielen. Gerade so, als ob er der kein Einreisevisum erhalten würde. Pustekuchen! In dieses schöngefärbte Bild passt nicht, dass die für das kommende Wochenende in Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana geplanten USA Masters Indoor Nationals kurzfristig abgesagt worden sind (siehe Link). Da nehmen sie es mit der Formulierung ihrem obersten landesweiten Lautsprecher gemäß freilich auch nicht so ganz genau. Es sei wegen COVID-19. Das ist jedoch nach meinem laienhaften, angelesenen Verständnis die Lungenkrankheit, die vom Coronavirus ausgelöst werden kann, jedoch nicht zwingend muss.

Andere Handlungsweise unter direkten Nachbarn
 
Mal abgesehen von korrekter Darstellung sind sie in Nordamerika unter Nachbarn mit 8.891 Kilometern gemeinsamer Grenze (die längste weltweit zwischen zwei Staaten) nicht überall so zimperlich oder schlechterdings „nur“ unbedachter. Die deutschstämmige Weltklasse-Seniorin Christa Bortignon (im Bild) aus West Vancouver teilte gestern Abend um 17:22 Uhr deutscher Zeit dem Verfasser dieses Beitrages in einer E-Mail mit, dass die Canadian Masters Indoor nach dem letzten Stand der Dinge am 14./15. März wie vorgesehen in Saint John in der Provinz New Brunswick stattfinden sollen. Ob sie selber starten will oder doch das von hier aus nicht zu beurteilende Risiko scheut, ließ die vom Alter her grundsätzlich zum gefährdeteren, für eine Ansteckung anfälligeren Personenkreis gehörende 83-Jährige indes offen.

DLV-Präsident Jürgen Kessing erneut als Oberbürgermeister gewählt

Kolumne

Moment mal

(Bietigheim-Bissingen/Darmstadt/Krefeld, 10. März 2020)
Manch einer bekommt den Hals nicht voll, hält sich für unersetzlich oder glaubt sein biologisches Verfallsdatum würde die Alters-/Pensionsgrenze bei Weitem sprengen. Irgendwas davon oder vielleicht sogar in Dreifaltigkeit trifft allem Anschein nach auf den schon vor seiner Wahl als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wegen einer Alkolfahrt mit 1,1 Promille heftig umstrittenen Jürgen Kessing zu (wir berichteten). Es gab jedoch mangels eines weiteren Kandidaten im November 2017 keine Alternative. In seinem wenig sicht-, hör- und lesbarem Wirken des zuvor schon beschädigten Ehrenamtes hat er sich freilich bei seinen glücklicherweise seltenen Statements, wie es bedeutungsschwanger und staatsmännisch zu heißen pflegt, nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das ist noch nett formuliert.

Lediglich 38,35 Prozent Wahlbeteiligung oder 61,65 v.H. Nichtwähler

Das nur zur besseren Einordnung. Nun nehmen wir aber die Kurve in sein richtiges Berufsleben. Der mittlerweile 62-jährige SPD-Politiker (im Bild) wurde am Sonntag als Oberbürgermeister der 43.000-Seelen-Gemeinde Bietigheim-Bissingen im Kreis Ludwigsburg wiedergewählt, geht damit in seine dritte Amtszeit von prallen acht Jahren. So er sie bei hoffentlich voller körperlicher und geistiger Schaffenskraft zu Ende bringen sollte, wird er Siebzig sein und schon ein paar Jährchen neben seinem Salär im knapp fünfstelligen Bereich monatlich noch Rente oder Pension kassieren.
Besonders überzeugend war das Votum für Kessing indes nicht. Bei einer ziemlich schlappen Wahlbeteiligung von 38,35 Prozent enthielten sich im Umkehrschluss 61,65 v.H. ihrer Stimme, waren ihm ergo schnurzpiepegal. Der kleinere Rest des Stimmvolkes votierte knapp über der Mehrheit mit 55 Prozent für ihn. Im Gesamtkontext nicht gerade der überwältigende Vertrauensbeweis (siehe auch diesen SWR-Beitrag).

Ein solches (Ehren-)Amt ist nicht nebenbei ausfüllbar

Dies alles wird die große Leichtathletik-Familie aller Altersklassen freilich gleichermaßen kalt lassen wie die vielen Wahlverweigerer im beschaulichen Städtchen in Baden-Württemberg. Viel entscheidender ist die Frage, ob er denn sein verantwortungsvolles Ehrenamt für 799.205 Mitglieder (wovon ihm die rund 400.000 Senioren/innen eh wurscht sind) in der gebotenen Weise auszuüben, besser noch: auszufüllen vermag? Das beantworten wir mal in eigener Herrlichkeit aus voller, inbrünstiger Überzeugung mit einem glasklaren nein!

Es gehört ein geschäftsführender Vorsitzender an die Verbandsspitze

Der Herr sollte  mal ernsthaft darüber nachdenken, ob er als Präsident des DLV am richtigen Platz ist, so er über die Rolle des Frühstücksdirektors und Grußonkels hinauskommen möchte. Denn ein Oberbürgermeister hat über die eigentlichen Amtsgeschäfte hinaus dermaßen viele Termine wahrzunehmen, mithin reichlich vor der eigenen Haustüre zu kehren, dass eigentlich keine Zeit mehr für ein engagiert ausgeübtes hohes Ehrenamt bleibt. So muss es wahrhaftig niemanden verwundern, dass in „seinem“ Verband so vieles schief und gar aus dem Ruder läuft.
Insofern wiederholen wir gerne zum x-ten Male, dass an die Spitze einer Dachorganisation dieser Größenordnung mit dem selbst gestellten immens hohen Anspruch ein hauptamtlicher geschäftsführender Vorsitzender gehört. Selbstverständlich neben unerlässlichen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen mit dem Anforderungsprofil der entsprechenden Sach- und Fachkenntnis ausgestattet.

Coronavirus beherrscht die Gemüter leider auch am Weltfrauentag

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Braga/Porto Moniz/Funchal/Krefeld, 08. März 2020)
Es ließe sich zum heutigen Weltfrauentag eine locker-flockige Hommage über das schöne Geschlecht schreiben. Der Konjunktiv macht es bereits deutlich, dass daraus zumindest an dieser Stelle nix wird. Aber immerhin haben wir ihn erwähnt. Möge die Krone der Schöpfung ihn gebührender gestalten und unserem virtuellen Blumenstrauß einen wahrhaftigen folgen lassen. Mindestens das. Unsererseits müssen wir notgedrungen und nicht dem eigenen Triebe folgend abermals das alles beherrschende Thema Coronavirus aufgreifen. Explizit mit den sich für den Mikrokosmos Senioren-Leichtathletik ergebenden Konsequenzen der bereits feststehenden Absage für die Hallen-EM mit Winterwurf (15. – 21.März) im portugiesischen Braga sowie den noch drohenden Ausfällen der Titelkämpfe im Berglauf in Porto Moniz (27. – 29. März) und Straßenlauf in Funchal (02. – 04. April 2020) auf der zu Portugal gehörenden Insel Madeira, die autonom in ihrer Entscheidung sei.

Europas Master aller Masters bezog Stellung
 
Immerhin hat sich gestern mit einem ausführlichen Beitrag auf der Netzseite der European Masters Athletics (EMA) deren Präsident Kurt Kaschke mit Dreifach-Wohnsitz oder -Briefkastenadressen in Freudenstadt, Gütersloh und Lissabon zu Wort gemeldet. Extrahiert wiedergegeben: Der Nachholtermin wurde auf den 10. bis 17. Januar 2021 festgelegt, alle abgegebenen ursprünglichen rund 3.150 Meldungen aus etwa 40 Nationen (darunter 259 Deutsche) behalten ihre Gültigkeit, neu hinzukommende Interessenten können vom 25. März bis 06.Dezember 2020 ihre Willenserklärungen für einen Start abgeben, bei jenen, die im Januar 2021 nicht teilnehmen können oder wollen, würde geprüft, wie viel vom bereits gezahlten Startgeld erstattet werden könne (Wie bitte? Keine Gegenleistung, kein Geld kann hier nur die einfache Formel lauten!), die je acht „Best Masters 2019“ aus diesem unsäglichen Auszeichnungstsunami nach dem Gießkannenprinzip werden die Urkunden zugeschickt. Sehr  feierlich! Womit der Stellenwert dieser „Auszeichnung“ durch die eigene Abwertung indirekt eingestanden wird.

Künftig offizielle Verlautbarungen auf der EMA-Netzseite

Offen ließ Kaschke indes, wie bei einem Altersklassenwechsel zwischen dem alten und neuen Austragungszeitpunkt verfahren wird. Gelernt hat der selbstverliebte Präsidialherr (Keiner liebt mich so wie ich) aus dem auch von uns monierten Versteckspiel (siehe Link), die Erstmeldung der Absage in einer Schnapsidee auf Facebook kundzutun, worauf nur die zugreifen können, die dort einen Account haben. Künftig sollen diesbezügliche offizielle Verlautbarungen ausnahmslos auf dem Publikationsorgan der EMA erfolgen. Sieh an – er ist bedingt lernfähig. Wer hätte das gedacht?

Zwingende Voraussetzungen für Erstattung aus einer Versicherung
 
Räumen wir bei dem Stichwort Lernfähigkeit mit aus einem Schnellschuss entstandenen, von uns verbreiteten Irrtum auf. Für all jene, die jetzt nicht als lupenreine Touristen („Sporttouris“ sind freilich ansonsten auch stets dabei) nach Braga reisen wollen, bekommen nicht so ohne weiteres ihr liebes, sauer verdientes Geld aus einer Reiskostenrücktrittsversicherung zurück. Daran sind ganz spezielle, zwingende Voraussetzungen geknüpft, die entweder in der eigenen Person begründet sein müssen (zum Beispiel eine vom Arzt attestierte Krankheit) oder auf höhere Gewalt zurückzuführen sind. Letzteres liegt hier jedoch nicht vor, was vielleicht zunächst bei der Gesamtgemengelage erstaunt.
Denn bei dieser Absage durch einen Sportveranstalter, selbst in Absprache mit einer Behörde,
handelt es sich lediglich um „einen Eingriff von hoher Hand“, der nicht erstattungsfähig ist. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn die zuständigen Gremien der Stadt Braga ein grundsätzliches Einreiseverbot für die Teilnehmer/innen, ihrer Angehörigen und Offizielle einer Großveranstaltung verhängt hätten. Aber da wir hier nicht das Evangelium verkünden, es auch Unterschiede bei den Leistungen geben kann, sollte sich jeder bei der Versicherung seines Vertrauens kundig machen.

Ziehen uns aus Berichterstattung der Nicht-EM zurück

Lampis wird sich
an dieser Stelle aus der Berichterstattung einer Nicht-EM zurückziehen. Selbst unter der Prämisse einer Interessen-Vertretung der betroffenen Stammbesucher und Gelegenheitsgäste aus unserem Haupteinzugsgebiet Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sind wir schlussendlich nicht der Erfüllungsgehilfe des kontinentalen Senioren-Dachverbandes und noch viel weniger seines seit dem Amtsantritt im August 2012 irrlichternden, restlos überforderten und allzu häufig verfahrenden Steuermann. Allerdings behalten wir uns selbstverständlich vor, bei ganz krassen Fehlentscheidungen wieder die Tastaturfinger in die Wunde zu legen.
In diesem Sinne einen zauberhaften sonntäglichen Weltfrauentag und eine geschmeidige 11.Kalenderwoche! Und immer gründlich die Hände waschen, desinfizieren und stets in die Armbeuge niesen oder husten. Kann ja nicht schaden, daran nochmal zu erinnern.

Noch drei Titelkämpfe zum Kehraus unter dem Hallendach 2019/20

(Dornbirn/Gent/Le Valley/Krefeld, 09. März 2020) Durch die inzwischen mit ihren stümperhaften Begleiterscheinungen hinlänglich bekannte, indes nachvollziehbare Absage der Hallen- und Winterwurf-EM in Braga (Portugal) sind nunmehr am vergangenen Wochenende die Messen unter dem Hallendach der Wintersaison 2019/20 endgültig gelesen worden. Auf dem Programm standen noch die von keiner Geringeren als Weltklasse-Seniorin Marianne Maier federführend organisierten Vorarlberger Meisterschaften mit deutscher Beteiligung in Dornbirn/A, die stark frequentierten Belgian Indoor Masters in Gent und bei den EU-Verweigerern aus Großbritannien die Britisch Masters in Lee Valley.
Wenn es nicht Chronistenpflicht wäre, hätte ich mir und den Lesern den letzten Schauplatz geschenkt. Aber meine persönlichen Animositäten zu der vermeintlichen politischen Elite der Insulaner, aber auch den über 50 Prozent Brexit-Befürwortern aus der Bevölkerung gehören hier nicht zur Sache. Nur noch dies: Irgendwie habe ich da stets als Assoziation den zum Königreich von „Themsen-Elisabeth“ gehörenden Affenfelsen auf Gibraltar vor Augen. Soviel schwarzer britischer Humor musste einfach noch sein. Die teilen ganz anders aus.
Sei noch der guten Ordnung halber erwähnt, dass die ursprünglich für den 14./15.März 2020 vorgesehenen Offenen Regions-Hallenmeisterschaften in Übach-Palenberg im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg just aus diesem Grund am 06.März abgesagt worden sind.
Für die unermüdlichen Kiebitze unter den vielen Freunden der Statistik von Zeiten, Höchen, Weiten geht es mit den jeweiligen Verlinkungen in blauer Schrift zu den Resultaten von Dornbirn, Gent und Le Valley.

"Offener Brief" vom DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf an den TLV

(Eisenach/Erfurt/Krefeld, 07. März 2020) Da wir uns in der Außendarstellung, gelegentlich auch hinter den Kulissen im Innenverhältnis, als eine Art Robin Hood der Leichtathletik-Senioren/innen verstehen, wollen wir nicht verheimlichen, was in ihrem Namen (diesmal nicht von uns) stattgefunden hat. Schicken wir zu der jedem nicht bekannten Person der besseren Einordnung wegen voraus: Heiko Wendorf (im Bild) aus Eisenach in Thüringen ist als selbständiger Wirtschaftsanwalt, Ehemann und Vater eines noch nicht schulpflichtigen Sohnes, aktiver, spätberufener Kugelstoßer und eben DLV-Seniorensprecher der Diener fünfer Herren. Weiß der Kuckuck, wie er das alles formvollendet unter (s)einen Hut bekommt oder bringen will? Jedenfalls richtete er in der letztgenannten Eigenschaft ein Schreiben an der Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV), das er LAMPIS zur freien Verwendung in erhoffter Auswirkung angeboten hat. Die Melodie haben wir erkannt und lassen sie folgen. Axel Hermanns                                                                                                  
Zitierung:
DHM Senioren & Winterwurf in Erfurt 28.02. – 01.03.2020

Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer Gutes bekommt, der bedankt sich auch. (Wilhelm Busch)
Als am 09.12.2019 die offizielle Bewerbung des TLV als Ausrichter der DHM Senioren bekannt wurde, fielen doch unglaublich viele Steine von so manchem Sportlerherz.
In diesem Sinne möchte ich mich im Namen der gesamten Ü30-Generation bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser viel beachteten Veranstaltung beitrugen, sowie die damit entgegengebrachte Wertschätzung des Seniorensports bedanken.
Stellvertretend für alle möchte ich dem Präsidenten des Thüringer Leichtathletik Verband e.V., Heinz-Wolfgang Lahmann, sowie den Kampfrichter*innen/Helfer*innen um „Leo“ Kirch und Marcus Schulz für ihre herausragende Arbeit danken.
Ihr seid ein leuchtende Beispiel für gelebten Sport!

Herzliche Grüße
Heiko Wendorf
DLV-Athletensprecher (Senioren)

Das bedarf grundsätzlich keiner weiteren Kommentierung. Doch dies: Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) kommt als Schirmherr dieser Titelkämpfe in dem Lobgesang nicht vor. Dann hätten wir uns auch stand- und boshaft geweigert, dies als „Offenen Brief“ zu publizieren. Denn der DLV hat bis zur Vergabe dieser Meisterschaften und auch noch danach eine höchst unrühmliche, geradezu erbärmliche Rolle gespielt, über die wir rauf und runter innerhalb von zwei Monaten in 28 (!) Beiträgen berichtet haben. Die vielen Verlinkungen schenken wir dem Leser und uns jetzt.