Vorhang hinter die 12. Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf!

(Madrid/Krefeld, 25. März 2018) Vorhang für die gestern zu Ende gegangenen 12.Hallen-Europameisterschaften mit Winterwurf der Ü35-Generation in der spanischen Metropole Madrid! Ob mit Applaus, Tusch und Verbeugung vermögen wir für das große Ganze aus der Fernsicht nicht zu beurteilen. Auch hatten wir keinen wirklichen, neutralen Auslandskorrespondenten vor Ort, den wir uns bei unserem keinerlei Einnahmen generierenden Nischenengagement schlicht nicht leisten können und wollen. Überlassen wir die handelsüblichen, voreingenommenen Lobhudeleien nach dem Motto die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" also den einschlägigen Netzseiten mit ihrem penetranten Schmusekurs. Denen halten wir freilich noch den Spiegel vor. Sportlich erlauben wir uns heruntergebrochen auf Stoß und Wurf allerdings schon eine Bewertung. Und da könn(t)en wir vorherige Titelkämpfe getrost als Blaupause verwenden. Es war auch diesmal ausgesprochen durchwachsen. Denn längst nicht jede/r Deutsche Meister/in in den verschiedenen Altersklassen und Disziplinen gab sich und der Veranstaltung die Ehre. Das gilt natürlich auch für die übrigen Top-Nationen. Teilweise auch quantitativ sehr schwach besetzte Felder offenbaren das. Waren sie größer, tummelten sich in der kommoden normenfreien EM-Zone sehr viele Sporttouristen unter ihnen, insbesondere – was naheliegt – aus dem Land der Gastgeber.  Aber, machen wir uns nix vor, da bildet Deutschland bis hin zu Schlusslichtern in den Ergebnislisten keineswegs die rühmliche Ausnahme. Gelegentliche Auswüchse wie plötzlich speerwerfende Sprinter eingeschlossen.

Medaillenspiegel gehört abgeschafft

Gewiss gibt es auch solche, die selbst bei mäßiger Konkurrenz oder lauter „Opfern“ aufgrund ihrer herausragenden Klasse über jeden Zweifel erhaben sind. Welt- und Europarekorde oder ihnen sehr nahe Zeiten, Höhen und Weiten geben davon beredtes Zeugnis. Eigentlich müßig nochmals zu erwähnen, dass wir uns den Medaillenspiegel verkneifen, uns den nicht einmal anschauen. Der ist nämlich pure Augenwischerei, berücksichtigt in seiner Absolutheit keinerlei Kriterien, die bei einer gerechteren Herangehensweise berücksichtigt werden müssten. Viele namhafte Sportwissenschaftler, Soziologen und Politiker, darunter UN-Sportbotschafter Willi Lemke, der frühere Manager von Werder Bremen, plädieren dafür, die Medaillenspiegel in Bausch und Bogen abzuschaffen. Ein frommer Wunsch. Irgendwelche „Bekloppten“ schlachten den weiterhin für ihre höchst fragwürdige Selbstdarstellung und -beweihräucherung (siehe Kriterien) für sich aus. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinem überdimensionierten EM-Betreuerstab der
Erbsenzähler" auf Betriebsausflug gehört dazu. Denn mit seinen ansonsten geringschätzig behandelten Senioren/innen kann er auf diesem Sektor noch angeben, was bei den Männern/Frauen schon lange nicht mehr möglich ist. Egal nach welchen sinnvollerweise heranzuziehenden Parametern.
Deutschlands Wintersportler, im üblichen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 2018 in Pyoengchang Zweite hinter Norwegen, würden nach der Einwohnerzahl oder dem Bruttosozialprodukt im unteren Mittelfeld auf Platz zwölf landen. Und wer liegt danach vorne? Das kleine Fleckchen Erde namens Liechtenstein! Noch Fragen?
Ein Beitrag über die gestrigen restlichen Resultate im Speer- und Gewichtwurf der Seniorinnen in unserem Schaufenster Ergebnisse.

Reine Herren-Runde der Spezies Stoß/Wurf gestern bei der EM

(Madrid/Krefeld, 24. März 2018) Für die Spezies von Stoß und Wurf folgte gestern bei der Senioren-EM in Madrid auf den Damen-Tag eine reine Herren-Runde mit Speer- und Gewichtwurf. Letzterer nach bisweilen auch in Europa praktiziertem amerikanischem Muster als Hallen-Wettbewerb diesmal unter freiem Himmel. Das könnte so manchen Statistiker bei etwaigen Rekorden in Schwulitäten bringen, der sich die Austragungsstätte nicht genau anschaut. Derartige Irritationen gab es 2011 bei der Hallen- und Winterwurf-EM in Gent (Belgien). Wobei wir hiermit nicht der Austragung in der Halle das Wort reden wollen. Ganz im Gegenteil bei den Beinahe- und tatsächlichen Unfällen die in der Vergangenheit schon passiert sind. Denn bekanntlich sind bei normenfreien internationalen Meisterschaften nicht nur Könner, sondern auch viele Sporttouristen nach dem Motto „Gewicht könnte ich eigentlich auch mal werfen“ am unseligen Werk. Dabei spielten sich bisweilen abenteuerliche Szenen ab. Und in dieser Hinsicht fabuliere ich als häufiger Zeit- und Augenzeuge bei 16 EM- und WM-Starts zwischen 1986 und 2012 nicht über des Kaisers Bart. Geradezu ungeheuer leichtfertig, dass 2008 bei der Hallen-WM im französischen Clermont-Ferrand Kugelstoßen und Gewichtwurf parallel nebeneinander stattgefunden haben. Pure Glückssache, dass außer Angst und Schrecken nicht mehr passierte.   

Günther Fändrich bei dicht gedrängtem Führungstrio verdienter Sieger
 
Manches Mal hieß es für deutsche Teilnehmer knapp daneben ist auch vorbei. Andererseits allerdings auch mit dem „richtigen Sieger“. Denn es gab erneut eine Bierdeckel-Entscheidung, sprich: die drei Medaillen im Gewichtwurf der M75 wurden auf dem Durchmesser dieser Unterlage vergeben, so sie denn rund ist. Günther Fändrich vom TV Heppenheim hatte bei seiner Tagesbestweite von 16,22m lediglich drei Zentimeter Vorsprung auf den Zweitplatzierten (16,19m) und elf vor dem Dritten (16,11m), gewann seinen zweiten Titel nach dem Hammerwurf. Mitunter gibt es noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, da Günther die absolut beste Serie mit insgesamt vier Würfen über 16 Meter hatte.
Im internen deutschen Duell der lediglich zwei Teilnehmer der M80 zwischen den Dauer-Gegenspielern Peter Speckens und Lothar
Huchthausen holte sich „Don Pedro“ im dritten Anlauf endlich seine „Goldene“. Das zudem ausgesprochen deutlich mit 16,32 zu 13,97m. Huchthausen hielt sich dafür als der favorisierte Weltrekordler mit 34,93m im Speerwurf schadlos. Bei diesen drei Goldmedaillen sollte es im weiteren Tages- bis Abendverlauf bleiben.
Die weite
ren deutschen Medaillengewinner: Speerwurf, M35 (5 TN): 3. Kai Börries 46,53m; M40 (7): 2. Jens Kresalek 55,33m; M60 (11): 3. Paul Reinhold 49,63m; M65 (11): 3 Walter Kühndel 42,16m; M70 (5): 3. Helmut Hessert 37,07m; M75 (6): 2. Helmut Röhrle 37,63m. – Gewichtwurf, M45 (8): 2. Sören Triebel 14,51m; M60: 2. Hartmut Nuschke 17,46m.
Alle gestrigen Ergebnisse unter dieser Verlinkung.

Stoß/Wurf-Damentag mutierte mit zehn Medaillen zum deutschen Tag

(Madrid/Krefeld, 23. März 2018) Auf Stoß und Wurf bezogen war gestern bei der Senioren-EM in Madrid Damentag. Er könnte mit Fug und Recht auch als deutscher Tag bezeichnet werden. Denn nach der Flaute vom Mittwoch rappelte es so richtig im Medaillen-Karton. Das gipfelte sogar darin, dass im Diskuswurf der W50 Silke Stolt und Christine Ecker unter zwölf weiteren mehr oder weniger ernsthaften Bewerberinnen bei relativ knappem Ausgang den Titel unter sich ausmachten. Stolt hatte mit 36,64 zu 35,90 das bessere Ende für sich. Insofern verdient, als auch ihre nächstbeste Weite von 36,31m noch zu Rang eins gereicht hätte. Insgesamt pflasterten auf Edelmetall gemünzt sechs goldene, drei silberne und eine bronzene Plakette die Erfolgsspur.

Bettina Schardt als Zielwerferin mit Hammer und Diskus

Wo anfangen, wo aufhören? Greifen wir exemplarisch drei Beispiele heraus. Die neue Öffentlichkeitsarbeiterin des Bundesausschusses Senioren, Bettina Schardt (im Bild) von der MTG Mannheim, gewann nach dem Hammerwurf (40,95m) mit einer kurioserweise nahezu identischen Weite von 40,94m den Diskuswurf der W45. Das hat was. Ruth Baumann war in der W85 zwar mutterseelenallein und konnte sich nur selber schlagen. Aber sie distanzierte mit ihren 13,72m im gemeinsamen Diskus-Wettbewerb mit der W80 zwei jüngere Werferinnen, belegte im inoffiziellen Gesamtklassement den dritten Platz. Alle Achtung!
Die meisten Teilnehmerinnen, 18 an der Zahl, verbuchte das Kugelstoßen der W50. Allerdings hieß es hier eindeutig Masse vor Klasse. Das galt freilich nicht für die „vergoldete“ Jana Müller-Schmidt von der SG Osterholz, die mit feinen 14,31m ihr schon beachtliches Resultat (13,96m) von der DM in Erfurt um satte 35 Zentimeter übertraf. Da wäre die letztplazierte Portugiesin Gil nicht einmal mit der Addition ihrer zwei gültigen Versuche von 6,92 und 6,80m hingekommen. Da ist der Begriff  Sporttouristin nun wahrhaftig angezeigt.     
Die weiteren deutschen Medaillengewinnerinnen:  Kugel, W35 (10): 3. Gunhild Kreb 11,78m; W 40 (13): 2. Nadine Kant 13,62m; W50 : 3. Ellen Weller 12,42m. – Diskus, W40 (12 TN): 1. Nadine Kant 38,93m; W60 (9): 1. Elke Herzig 29,91m; W65 (10, darunter sechs Deutsche): 2. Brigitte Bonadt 25,55m (es gewann die mit Wurf-Allrounder Klaus Volkheimer verheiratete Belgierin Margarete Tomanek, 26,11m); W75 (13): 2. Karin Illgen 19,03m.
Alle  gestrigen Ergebnisse unter dieser Verlinkung.

Achtung: Kommende Nacht werden die Uhren eine Stunde vorgestellt


(Krefeld und die Republik, 24. März 2018)
Es ist wieder an der Zeit, die Zeit umzustellen. Was natürlich ausgemachter Nonsens ist. Die Zeit geht und kommt unaufhörlich, sie lässt sich nicht beliebig umstellen. Allenfalls die Uhr(en). Aber das ist dann seit 1980 alle Jahre wieder am letzten Wochenende im März in der kommenden Nacht auf den Sonntag der Fall. Da werden um 02.00 Uhr Mitteleuropäische Zeit (MEZ) alle denkbaren Zeitmessgeräte mit Uhrwerk oder Zeitangabe auf 03:00 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) um- respektive vorgestellt. Funkuhren, Computer, Notebooks und Handys erledigen das automatisch. Für den mehr oder weniger großen Rest sind wir alle miteinander selbst zuständig.

Bekennende Formel-1-Fans aufgepasst!

Nicht ganz unwichtig für bekennende Formel-1-Fans, die sich vorsorglich eines Funkweckers oder ihres Mobiltelefons bedienen sollten. Denn morgen früh um 07:00 Uhr MESZ (eigentlich 06:00 Uhr) erfolgt im australischen Melbourne der Auftakt zur Weltmeisterschaftssaison 2018. Derweil hat sich die Deutsche Bahn schon ein legitimiertes zusätzliches Päuschen in der „Boxengasse“ gegönnt. Damit der Fahrplan wieder richtig getaktet wird, bleiben die normalerweise rollenden Nachtzüge eine Stunde lange im Bahnhof oder auf freier Wildbahn stehen. Wenn da nicht auch alle Signalanlagen und Weichenstellungen ruhen würden, könnten clevere Lokführer weiterfahren und zumindest begrifflich ein wenig unterwegs verlorene Zeit aufholen.
Wissenschaftlich ist längst für alle möglichen Bereiche bewiesen, dass dieser menschliche Kunstgriff (?) ins naturgegebene System ausgemachter Humbug ist. Nicht zuletzt für die Haus- und Nutztier-Welt, die über eine sehr präzise innere Uhr verfügt. Meine Boxerhündin Jolie lässt schön grüßen! Alle Versuche, nicht ihretwegen, einen Salto rückwärts zu fabrizieren, scheiterten bislang kläglich. Der Behördenmoloch EU in Brüssel ist eben träger als die Zeit, die stetig weiterläuft. Und Manneken Pis, das Wahrzeichen der belgischen Millionenstadt, strullert (pinkelt trifft es auch) sich ohne Unterlass einen darauf.

Fast 80jährige Roland Heiler machte klassische Double in der M75 perfekt

(Madrid/Krefeld, 22. März 2018) Nicht sonderlich viel zu tun hatten auf Stoß und Wurf bezogen gestern die „Erbsenzähler“ vom Bundesausschuss Senioren bei der EM in Madrid.  Bei teilweiser gar nicht vorhandener oder leistungsschwacher bundesdeutscher Beteiligung (darunter Aktive, die mangels Norm noch nie bei einer DM waren) blieb die Ausbeute an Medaillen gemessen sehr übersichtlich. Allemal bemerkenswert, dass der im 80ten Lebensjahr stehende Roland Heiler (*1938) von der LAG Obere Murg in der M75 nach dem Erfolg im Kugelstoßen (12,31m) das klassische Double mit dem Diskus perfekt machte. Und das sehr souverän mit starken 39,25m. Dagegen verblassten die „echten Achtziger“. Zumal der sonstige ungekrönte Meister der punktgenauen Vorbereitung einen rabenschwarzen Tag erwischte. Peter Speckens belegte mit für ihn bescheidenen 30,98m, meines Wissens seine überhaupt schwächste Weite durch alle Altersklassen bei internationalen Meisterschaften, „lediglich“ den zweiten Platz. Der Titel war für 33,10m im Angebot.Klarer Fall, dass ein Wettkampf kein Wunschkonzert ist, viele Faktoren für ein Top-Resultat zusammen kommen müssen. Wo es hakte, vermögen wir aus der Fernsicht bei bloßem Studium der Ergebnisliste logischerweise nicht zu beurteilen. Eine Goldmedaille steuerte noch Brigitte Bonadt mit 10,92m im Kugelstoßen der W65 bei.
Die weiteren deutschen Medaillengewinner: Diskus, M40 (8 Teilnehmer): 2. Alexander Sommer  42,48m; M70 (11): 3. Georg Kinadeter 39,37m; M75 (14): 3. Günther Fändrich 34,66m. Kugel, W60 (9): 3. Elke Herzig 9,62m; W75 (7): 3. Karin Illgen 7,86m. Alle Ergebnisse vom dritten Wettkampftag unter dieser Verlinkung.