DM Senioren: Termine der "Großen Fünf" stehen, Ausrichter noch vakant

(Darmstadt/Krefeld, 23. Oktober 2019) Na, da schau an! Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit Wolkenkuckucksheim in Darmstadt hat seine endlos lange Liste mit noch vakanten nationalen Titelkämpfen am unteren Ende des Rahmenterminplans 2020 per Stand gestern entrümpelt. Nicht etwa, dass sich zwischenzeitlich potenzielle örtliche Ausrichter für die „Großen Fünf“ bei den Senioren gefunden hätten. Vielmehr wurden sie in der chronologischen Abfolge der beabsichtigten Terminierung einsortiert. Immerhin das. So können sich die Startwilligen in Lauerstellung zumindest schon einmal zeitlich für das jeweilige Ereignis positionieren. Ob es dann wirklich stattfindet, sei (noch) dahin gestellt.
Als da wären für das Schalt- und Olympiajahr 2020, also mit einem 29.Februar: DM Halle/Winterwurf 28.Fe
bruar bis 01.März (alternativ 06. bis 08.März); DM Mehrkampf 20./21.Juni; DM Stadion 03. bis 05.Juli; DM Wurf-Fünfkampf 22./23.August; Team-DM (DAMM) 20.September.
Unsererseits haben wir im Beitrag vom 18.Oktober 2019 aufgrund von Insider-Informationen spekuliert, dass als Schauplätze für die Hallen- und Winterwurf-DM Neubrandenburg und das DAMM-Finale Baunatal womöglich in Frage kommen. Aber spruchreif ist das offenbar noch nicht, sonst hätte es der DLV sicherlich freudestrahlend kungetan. Obwohl stets einzukalkulieren ist, dass dessen Mühlen gaaanz langsam mahlen und dennoch mitunter feuchter Humus dabei produziert wird.

Olympiasiegerin Claudia Losch ging wieder mal in den Kugelstoßring

(Stadthagen/Krefeld, 22. Oktober 2019) Wenngleich es sehr reizvoll wäre, wollen wir hier nicht nach Art der Seniorenspielecke des DLV ein Bilderrätsel Wer ist das?" daraus machen, wo das Copyright von wem auch immer aus der Hobby-Knipser-Gilde wichtiger ist als der Hinweis auf den abgelichteten Athleten. Kann auch weiblich sein. Die meisten werden Olympiasiegerin Claudia Losch (*10.Januar 1960) mit gelockter brünetter Mähne in Erinnerung haben – und demzufolge natürlich ein paar Jährchen jünger. Der für den ASC Dortmund startende Wurf-Allrounder Klaus Kynast aus Hagen entdeckte die einstige „Grand Dame“ des Kugelstoßens mit der gewaltigen Bestleistung von 22,19m vorigen Samstag bei einem Werfertag im niedersächsischen Stadthagen und stellte uns das dort geschossene abgebildete Foto von ihr zur Verfügung. Die 59-jährige war keineswegs nur als Zaungast oder Trainerin für ihre Schützlinge beim VSV Rössing (bei Hildesheim) vor Ort, sondern ging selber bei der W55 mit der 3-Kilo-Kugel in den Ring.

Mit 11,71m mal „eben“ 1,50 Meter weiter als im Vorjahr

Das hat sie im Übrigen wohl auch in der Vergangenheit gelegentlich gemacht. Jedenfalls weist sie die vorjährige DLV-Senioren-Bestenliste als Elfte mit 10,21m aus, erzielt am 23.September 2018 in Sarstedt. Das sah diesmal jedoch wesentlich ambitionierter aus. Bei einer sehr konstanten Serie mit sechs gültigen Versuchen jenseits von elf Metern stieß sie im dritten Durchgang mit 11,71m ihre Tagesbestweite. Das könnte darauf hindeuten, dass die einstige Weltklasse-Athletin es 2020 in der W60 noch ein wenig ernsthafter und intensiver angehen wird. Schau mer mal.
Aber auch noch zu dem Mann, der uns netterweise die Steilvorlage geliefert hat. Der 70-jährige Westfale „erklomm“ zum Kehraus wegen Verletzungsproblemen im von ihm selber so bezeichneten Seuchenjahr noch einmal den für ihn obligatorischen Viertausender im Wurf-Fünfkampf. Obwohl weiterhin gehandicapt und mit für ihn amputierten Weiten mit Diskus und Speer kam er auf 4.074 Punkte. – Alle Ergebnisse bei ladv.de unter diesem Link.

Preussen Leichtathleten im illustren Klub der 100-Jährigen

(Krefeld, 20. Oktober 2019) „Viele rühmen sich als Sportstadt, nur wenige haben es wahrlich verdient“ titelten wir in unserer Kolumne „Das Wort am Sonntag“ vom 17.März dieses Jahres. Das soll jetzt kein zweiter Aufguss werden. Aber es gibt aktuell einen neuerlichen Beweis des schmückenden Beiwerks mit der herrlichsten Nebensache der Welt. Nach dem KTSV Preussen von 1855, dem Crefelder Hockey- und Tennis-Club von 1890, dem TV Krefeld-Oppum von 1894 und dem SC Bayer Uerdingen von 1905 ist Preussen Krefeld Leichtathletik von 1919 der fünfte bekannte, erfolgreiche Verein der einstigen Samt- und Seidenstadt am linken Niederrhein im erlauchten, illustren Klub der 100-Jährigen und älter.
Schon das allein ist in unserer schnelllebigen Zeit, in der stetig neue Fun-Sportarten wie Pilze aus dem Boden schießen und mitunter so rasch wieder verschwinden, wie sie entstanden sind, eine Leistung für sich. Zumal, wenn das Fundament lediglich auf einem Eckpfeiler steht. Denn die Preussen-Leichtathleten haben sich 2010 vom Gesamtgebilde Krefelder Turn- und Sport-Verein (KTSV) abgekoppelt und verselbständigt, bedienen also nur diese eine Sparte.

Vier Teilnehmer an fünf Olympischen Spielen schmücken die Vereinschronik

Nicht so einfach, das Pflänzchen mit nur rund 250 Mitgliedern sportlich, sondern auch finanziell am Leben zu erhalten. Das ist auch der Grund, weshalb dieses Jubiläum nicht mit Pomp, Prunk und Protz auf einer großen Gala gefeiert wird. Gesellschaftlich geschieht das im Rahmen der Vereinsfamilie mit einer Matinee sowie einer Nikolausfeier und sportlich mit dem Martins-Crosslauf am 10.November 2019 (11 bis 14 Uhr) auf der Hubert-Houben-Kampfbahn in der Nähe des Krefelder Stadtwaldes, konkret dem Appellweg.
Der Namensgeber der Sport- und Heimstätte der Rot-Weißen ist zugleich deren berühmtester Aktiver. Als einstiger Weltklasse-Sprinter (handgestoppte 10,3 Sekunden über 100 Meter auf Asche in selbst gebuddelten Startlöchern) war Hubert Houben 1928 der erste von insgesamt vier Olympia-Teilnehmern. Nach ihm noch Diskuswerferin Krimhild Limberg-Hausmann (1960 und ‘64), Marathonläufer Karl-Heinz „Kalle“ Sievers (1968) und Hochspringerin Brigitte Holzapfel (1976). Letztgenannte ist unter ihrem zweiten Ehenamen Kurschilgen Hochsprung-Bundestrainerin beim Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV).
Die Rheinische Post widmete vorgestern im Krefelder Lokalteil dem Jubilar als Seitenaufmacher eine große Geschichte mit fünf nostalgischen Fotos, die auch online zur Verfügung steht. Sei noch am Rande erwähnt, dass Preussen nach zuvor Fußball und Eishockey von 1966 bis 1968 mein erster Leichtathletik-Verein war, ich mit einer leibhaftigen Olympia-Vierten von 1960 zusammen trainieren durfte, und seit 2016 mit einer Rückkehr zu den Wurzeln wieder ist.

Gerhard Zachrau steigerte eigene deutsche Jahresbestleistung

(Mutterstadt/Krefeld, 21. Oktober 2019) Nur die Harten kommen in den Garten. In dem Falle den Sportpark Mutterstadt. Und der Vorzeige-Athlet war dabei kein Jungspund aus der M30, sondern der Siebziger in Lauerstellung Gerhard Zachrau (*26.12.1949; im Bild) vom veranstaltenden RKS Phoenix Mutterstadt. Der knapp noch 69-jährige Pfälzer machte mal eben vorige Woche beim Werfertag seines Klubs einen Wurf-Zehnkampf bestehend aus zwei Wurf-Fünfkämpfen. Gewissermaßen in einem Rutsch in der M65 und 70. Für den Polizei-Hauptkommissar a.D. der ganz normale Wahnsinn. Das verdeutlicht erst recht ein Blick auf die glänzenden Punktzahlen und Einzelleistungen mit den bis auf Diskus verschieden schweren Geräten, auf die es sich im Hauruckverfahren einzustellen galt: M65, 3.815 Punkte (Hammer 41,00m, Kugel 10,23m, Diskus 40,92m, Speer 29,91m, Gewichtwurf 15,82m); M70: 4.365 (45,76m, 11,55m, 41,65m, 32,98m, 17,64m).
Obendrein verbesserte Zachrau die eigene deutsche Jahresbestleistung in der M70 (bisher 4.321) um 34 Zähler. Nun werden wir uns gerade bei ihm davor hüten konstatieren zu wollen, dass es damit für 2019 sein Bewenden hat(te). Schließlich veranstalten die „Phoenixe“ zum 1.Advent am 01.Dezember noch ihren Einladungswettkampf. Dann heißt es bei womöglich winterlichen Bedingungen tatsächlich Nur die Harten kommen in den Garten“.

Ein paar Denkanstöße vor dem Beginn des Wintertrainings

(Krefeld, 19. Oktober 2019) So sie nicht zum dem hartgesottenen des allerdings „handverlesenen“ Kerns von etwa 100 Teilnehmern/innen an den NRW „Open“ im Winterwurf am 09.November 2019 in Leichlingen gehören, legen die Senioren-Leichtathleten derzeit eine Phase der aktiven Erholung ein. Dabei gilt es kleine Verletzungen gänzlich auszukurieren und den durch eine lange Saison (bei manchen die Doppelbelastung von Halle und Freiluft) leergefahrenen Akku vor dem meist Anfang/Mitte November beginnenden Wintertraining wieder aufzuladen.
Wenngleich ger
ade unsere Klientel aus mehr oder weniger alten Fahrensleute mit einem großen Fundus an Erfahrungen besteht, aber eben auch zum Großteil Autodidakten wider Willen sind, sollten sie sich in der einschlägigen Literatur kundig machen. Ein bisschen was dazu bieten wir am Fuß unseres Fensters „Internetseiten“ unter der Überschrift „Trainingslehre“ an. Mitunter kann es ganz nützlich sein, eingetretene Pfade zu verlassen, um neue Impulse und Reize zu setzen.
In diesem Sinne ein gedeihliches Wintertraining und viel Erfolg für das kommende Wettkampfjahr!