Männer-Bestenliste: Vorzeigesenioren Andy Dittmar und Ralf Mordhorst

(Gotha/Lübeck/Aschaffenburg/Krefeld, 29. Dezember 2020) Es ist keine tiefschürfend neue Erkenntnis, dass fortgeschrittene Senioren der Fraktion Stoß/Wurf von außergewöhnlichem sportlichen Format mit sehr spätem Verfallsdatum noch den Sprung in die deutsche Dreißig-Bestenliste der Männer (dies berechtigte zu meiner besten Zeit Mitte der „Siebziger“ zur Goldenen DLV-Bestennadel; gibt’s die überhaupt noch?) schaffen. Da sind seit Jahren die inzwischen der M45 angehörenden Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha und Ralf Mordhorst (*1973; rechts) vom LAC Lübeck glitzernde Beispiele mit Leuchtturmeffekt. Der1,96m große und 140 Kilo schwere Thüringer „Bär“ rangiert im Kugelstoßen mit 18,12m an zwölfter Stelle der Hitliste von 20-20, der Mann von der Waterkant mit 50,69m an Position 19 im Diskuswurf.
Corona mit weniger Wettkämpfen und insgesamt stark sinkendem Niveau in der Breite machte es möglich, dass mit Wurf-Allrounder Norbert Demmel (*1963/M55) vom TSV Unterhaching noch ein 57-Jähriger mit der 2-Kilo-Scheibe als 36. mit 44,19m in den Top Fünfzig auftaucht. Das spricht freilich für den Bayern und gegen die vermeintliche Elite. Wobei es für ihn bei diesem Ausflug nicht mal eine herausragende Weite mit dem 500 Gramm schwereren Gerät war.

Eine M60/65-Staffel in der Männer-Bestenliste über 3 x 1000 m

Aber es geht durch die außergewöhnlichen Umstände und für diese Disziplin fehlender  Meisterschaften noch zwei Altersetagen höher in den Bereich der M60/65 hinein. Die 3x1000-m-Staffel der LG Kr Aschaffenburg platzierte sich in der Besetzung Meidhoff (*1955), Ullrich (*1953) und „Jungspund“ Lang (*1956) mit 12:30,04 Minuten an 15.Stelle. Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass es zugleich der überhaupt letzte gelistete Platz ist. Noch am Rande erwähnt, dass sie dort in Unterfranken durch die Bank ein Nest an Mittelstrecklern haben. Ein lupenreines U30-Terzett der LG aus der Abteilung „Jugend forscht“ zwischen 23 und 25 Jahren belegt in 8:36,36 Minuten den fünften Rang.

Masterswahl: Seriensieger Maier und Gassenbauer erneut vorn

(Wien/Krefeld, 28. Dezember 2020) Diese Platte könnten wir in Dauerschleife abspielen: Felix Austria! (Glückliches Österreich!). Während der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) im Jahr eins von Corona so ziemlich alles, einschließlich sich selber (Weihnachts- und Neujahrspause der Geschäftsstelle vom 24.Dezember 2020 bis 03.Januar 2021), radikal runtergedimmt hat, ging der Betrieb bei der „kleinen Schwester“ aus der Alpenrepublik nahezu ungebremst weiter. Da waren selbst am gestrigen Sonntag eifrige Wahlhelfer am Werk, um die Online-Abstimmungen zu Österreichs Leichtathleten des Jahres 2020 in sechs Kategorien auszuwerten, die bis zum 2.Weihnachtstag um 23:59 Uhr abgegeben werden konnten. Das Ergebnis dieses paritätischen Verfahrens (Expertenjury und Leser zu je 50 Prozent) wurde gestern Abend schon auf der ÖLV-Netzseite verkündet.

Nachträgliches Geburtstagsgeschenk für M.M.

Und auf die Masters, so heißen sie hochoffiziell bei den „Ösis“, bezogen wird das jetzt Kenner der nationalen und internationalen Szene nicht wirklich überraschen. Es sind seit der Einführung dieser Auszeichnung für sie im Jahre 2014 wieder die Seriensieger Marianne Maier (*25.12.1942/W75) vom TS Höchst in Vorarlberg und Gottfried Gassenbauer (*1958/W60) aus Wien.
Die vielseitige Wahl-Schweizerin mit österreichischem Pass setzte sich zum fünften Mal hintereinander durch. Diesmal relativ knapp vor der 100-jährigen Kugelstoßerin Elfriede Fuchs. Es war für das gerade so verhinderte „Christkind“ zugleich ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.
Für Gassenbauer ist es von sieben möglichen Erfolgen dieser Art bereits das sechste Mal. Dabei hatte der hammerwerfende Wiener „Gaudibursch‘“ nach seinem ersten Hattrick sogar 2017 von sich aus auf eine Kandidatur verzichtet. Dem fügte er dank des Votums für ihn nunmehr den zweiten „Dreier“ an und baute die entsprechende Trophäen-Sammlung zum Sextett aus.

Diesmal leider keine Gala im Wiener Grand Hotel

Allerdings gibt es für alle die beteiligt gewesen wären einen dicken Wermutstropfen im Freudenbecher.  Auf die feierliche Proklamation im Rahmen einer Gala mit einem Dinner nicht nur für „one“, sondern alle geladenen Gäste, muss diesmal just wegen der angespannten Infektionslage verzichtet werden. Das letzte große Leichtathletik-Fest auf dem gesellig-gesellschaftlichen Parkett fand im Wiener Grand Hotel im Februar 2020 noch relativ kurz vor dem Corona-Ausbruch in Europa über Italien statt. Das Unheil nahm mit einem so genannten Hotspot ausgerechnet am Tiroler
Hully-Gully"-Skiort Ischgl seinen größeren Ursprung mit weiter Verbreitung durch Touristen als leibhaftige Wanderpokale.
Zeigen wir also ein Archiv-Foto einer Ehrung aus diesem Anlass vom erfolgreichen gemischten Doppel. – Alles Weitere unter diesem Link.

Kugelstoßendes "Christkind" Christina Schwanitz feiert heute Geburtstag

(DresdenKrefeld, 24. Dezember 2020) Mit wem könnte stilechter und stilgerechter das Weihnachtsfest eingeläutet werden, als mit einem Mensch gewordenen Christkind, das obendrein den daran angelehnten Vornamen hat und in der Stadt geboren wurde, aus der als zuckersüßer Exportschlager der wohl berühmtestes Christstollen der Welt kommt? Mehr geht einfach nicht! Also gedacht, getan. Kugelstoßerin Christina Schwanitz (*24.12.1985 in Dresden) vom LV 90 Erzgebirge feiert am heutigen Heiligen Abend Geburtstag, vollendet ihr 35. Lebensjahr. Damit erwirbt die „Grand Dame“ der deutschen Kugelstoßerinnen-Szene zugleich die internationale Eintrittskarte zur W35.
Das wird sie indes nicht wirklich interessieren, hat sie noch größere, höherwertige Ziele als eine Senioren-WM oder -EM. Als da wäre zunächst – so sie denn stattfindet – die Hallen-Europameisterschaft der Männer/Frauen im März 2021 im polnischen Torun. Allerdings wird die frischgebackene 35-jährige Sächsin nicht verhindern können, mit den deutschen W35-Rekorden in Verbindung gebracht zu werden, die nicht von Pappe sind. Gehalten werden beide von Nadine Kleinert (*1975) vom SC Magdeburg, aufgestellt kurioserweise jeweils in Doha: Halle 19,34m im März 2011, Freiluft 19,67m im Mai 2012.   

Vorzeigeseniorin Marianne Maier hat morgen ihr Wiegenfest

Ein knapp verhindertes Christkind aus der gelebten Ü35-Leichtathletik haben wir auch noch. Die für den TS Höchst in Vorarlberg startende vielseitige österreichische Vorzeige-Seniorin und mehrfache Weltrekordlerin Marianne Maier (*25.12.1942) aus St.
Margrethen/CH (siehe aufschlussreiche Laudatio zum 75ten). Wer der immer noch flotten und feschen Maierin" ein digitales Geburtstagsgeschenk machen möchte, der wähle die Vorjahresgewinnerin auch anno 2020 zu Österreichs Masters-Athletin des Jahres. Die elektronischen Wahllokale für die Online-Abstimmung per E-Mail schließen am 26.Dezember 2020 um 23:59 Uhr.
Brechen wir in diesem Zusammenhang auch noch eine Lanze für unseren erstklassig hammerwerfenden alpenländischen Repräsentanten und
Hans Dampf in (fast) allen Gassen" Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien, der ebenfalls als Titelverteidiger ins Rennen um die Publikumsgunst geht.
Bleibt uns noch gerade wegen der widrigen coronären Begleitumstände und der daraus resultierenden sozialen Verarmung unseren getreuen Stammbesuchern sowie gelegentlichen Gästen ein möglichst schönes Weihnachtsfest zu wünschen! Und: Diszipliniert bis zur Impfung durchhalten und gesund bleiben!
Abschließend noch der Hinweis, dass unser „Zeitungskiosk“ an den beiden kommenden Feiertagen zur Wahrung des Weihnachtsfriedens geschlossen bleibt.

Vermutlich für viele verborgen eine Senioren-Bestenliste online

(Potsdam/Krefeld, 27. Dezember 2020) Etliche werden sie kennen, eine Mehrzahl womöglich nicht. Eingeräumt, dass ich bisher auch zur größeren zweiten Gruppe gehört habe und gestern von Torsten Lange darauf hingewiesen worden bin. Sie gibt es also doch im Netz, die Senioren-Bestenliste. Das ist der Privatinitiative von Stephan Schönberg aus Potsdam zu verdanken. Der gute Mann macht sich für Gottes Lohn verdammt viel Arbeit die Lücke zu schließen, die der seine satzungsgemäßen Pflichten seit Jahren aufs Gröbste vernachlässigende, richtiger: verletzende, Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) reißt. Und das Schöne daran ist, dass sich niemand elendig lange durch einen Wust von Dateien wühlen muss, ehe er am Objekt der Begierde angelangt ist. Mittels der Menüleiste im Fenster „Bestenlisten“ lässt sich gezielt die Disziplin, Altersklasse und Saison filtern und aufrufen.
Natürlich habe ich als ehemaliger Kugelstoßer, der inzwischen der M75 angehören würde, die Probe aufs Exempel gemacht. Mein langjähriger friedlicher Kontrahent Felix Mohr (*1943) von der LG Radolfzell führt im Corona-Jahr 2020 die Freiluft-Bestenliste mit 11,25m an. Hinter ihm sind bis 5,29m abwärts weitere 48 Aktive aufgeführt. Das lässt sich in dem prall gefüllten Archiv nach eigenem Gusto, getrennt nach Halle und Stadion, beliebig zurückverfolgen. Also bei Interesse, Zeit sollte reichlich vorhanden sein, nix wie ran unter www.leichtathletik-Datenbank.de

Nonsens: Winter-Resultate Freiluft und Halle in gemischter Liste

Wo Licht ist, gibt es freilich meist auch Schatten. Streng genommen ausgemachter Nonsens, in einer völlig sinnfreien jahresübergreifenden gemischten Winter-Bestenliste Freiluft- und Hallen-Resultate in einen Topf zu werfen. So gesehen und geschehen am eigenen Beispiel. Da führe ich laut DLV die deutsche Hallen-Bestenliste 2018 der M70 mit 13,10m an, aufgestellt am 14.Januar 2018 als NRW-Meister in Düsseldorf. Doch vor mir rangiert mit derselben Weite mein Sportfreund Ralf Unger (*1947) vom TuS Kerpen-Buir, der sie am 11.November 2017 beim Rahmen-Wettbewerb der NRW-Winterwurf-Meisterschaften in den Langwürfen im Manfort-Stadion in Leverkusen erzielte. Für findige und piffige Köpfe lässt sich allerdings noch nach Halle und Bahn (= Freiluft) selektieren.
Redaktioneller Hinweis auf einen besinnlichen Beitrag in unserem Schaufenster Flurfunk.

Es brennt der Baum: Senioren-WM 2021 in Tampere auf 2022 verlegt

(Monte Carlo/Rehlingen/Krefeld, 23. Dezember 2020) Frohe Weihnachten! Da haben wir schon vor Heiligabend die Bescherung, und es brennt der Baum. Noch vor dem zunächst angedachten Termin 15.Januar 2021 zu einer neuerlichen Überprüfung an Hand der dann aktuellen Corona-Gemengelage (wir berichteten) zog Margit Jungmann aus Rehlingen als Präsidentin des globalen Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) mit Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco die Reißleine. Die vor-, um- und weitsichtige „Saarperle“ teilte gestern in einer ausführlich begründeten Verlautbarung auf dem WMA-Internetportal mit, dass in Absprache mit dem Lokalen Organisationskomitee (LOC) die als Ersatz für Toronto (Kanada) in diesem Jahr für den 02. bis 10.Juli 2021 im finnischen Tampere vorgesehenen Senioren-Weltmeisterschaften (da sollte zunächst die EM stattfinden) auf 2022 verlegt werden (müssen). In Anbetracht der weltweiten Infektionssituation, die im Winter keine Besserung verspricht und eine Durchimpfung noch lange Zeit in Anspruch nehmen werde, habe es gegolten frühzeitig „eine verantwortungsvolle und mutige Entscheidung zu treffen“.

Aus sportlicher Sicht bedauerlich, aus gesundheitlicher vernünftig

Das mag aus rein sportlicher Sicht eine bedauerliche Kunde für die wettkampfaffine Ü35-Generation mit und ohne Leistungsanspruch aus aller Herren Länder sein. Aber es ist schlicht dem Gebot der Stunde und medizinischen, virologischen Expertenmeinungen folgend ein Akt der Vernunft mit Blick auf die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit der Athleten/innen. Zumal ein Großteil älter als Sechzig und so genannte Risikogruppe sind.
Also: Dem ist bei halbwegs gesundem Menschenverstand vollinhaltlich beizupflichten. Und wäre es hier keine Nachrichtenspalte, würden wir allen Beteiligten zu diesen weisen alternativen Beschlüssen mit den weiteren Verlegungen der Hallen-/Stadion-Titelkämpfe in Edmonton (Kanada) auf 2023 und Göteborg (Schweden) auf 2024 mit einem knackigen
Chapeau" gratulieren. Nun ist es doch raus.