Bald fünfjährige Hängepartie kommt nun endlich auf die Tagesordnung

(Baunatal/Krefeld, 22. September 2018) Es ist seit nunmehr bald fünf (!) Jahren eine Hängepartie. Aber nun kommt es endlich nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ bei der Herbsttagung des Bundesausschuss‘ Senioren (BAS) morgen in Baunatal auf die Tagesordnung. Namens und im Auftrage der landläufig bekannten Sportkameraden Andy Dittmar, Rolf Griesberg, Peter Holthuijsen, Heinz Keck, Dieter Krumm, Klaus Kynast, Torsten Lange, Johann Stein, Ralf Unger, Roland Wattenbach, Hans Josef Weitz und mir selber als aktivem Kugelstoßer habe ich bei der damaligen BAS-Vorsitzenden und heutigen WMA-Präsidentin Margit Jungmann (Rehlingen) noch vor der Senioren-WM in Málaga das berechtigte Anliegen auf Umsetzung einer internationalen Regel im DLV-Gebiet vorgetragen.

Unabhängig vom Gewicht einheitlicher Höchstdurchmesser für alle Kugeln

Komprimiert wiedergegeben: Bei der Generalversammlung der World Masters Athletics (WMA) im Oktober 2013 im Porto Alegre (Brasilien) wurde beschlossen, dass für alle männlichen Altersklassen die Höchstdurchmesser der Wettkampf-Kugeln von 3 bis 7,26 Kilogramm einheitlich ab 01.Januar 2014130 Millimeter betragen dürfen. Eine ausgesprochen sinnvolle Maßnahme, da bei der Wanderung durch die Altersklassen private Kugeln unabhängig vom Gerätegewicht stets denselben Umfang eigener Wahl haben können.

Paradox: 3-Kilo-Kugel darf hier größeren Umfang als „Vierer“ haben

Der DLV hat sich jedoch bislang einen Teufel darum geschert. Dann müsste ja die DLO geändert werden, die in diesem Zusammenhang sogar eine Missgeburt enthält. Paradoxerweise darf bei der M80/85 die 3-Kilo-Kugel einen Durchmesser von 120mm haben, derweil die „Vierer“ bei der M70/75 maximal lediglich 110mm betragen darf. Gerade so, als würden im Alter neben den Ohren auch die Hände weiterwachsen. Absurd! Logik a la Frank O.Hamm und Konsorten. 

WMA-Präsidentin Margit Jungmann unterstützt Ansinnen der Athleten

Kurzum: Margit Jungmann (im Bild) unterstützt das buchstäblich auf der Hand liegende Ansinnen der genannten Aktiven und sprach an ihren Nachfolger Ralf Hafermann (Ohrdruf) die Empfehlung aus, diese Thematik endlich anzustoßen, die sie eigentlich längst von sich aus hätte verfolgen müssen. Einen buchstäblich weiteren Mitstreiter haben wir in DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (Eisenach), selber aktiver Kugelstoßer der M45 und oftmaliger Trainingspartner von Andy Dittmar. Als Thüringer hat er obendrein über die morgige Sitzung hinaus den kurzen Dienstweg zu seinem Landsmann Hafermann für persönliche Gespräche in der Sache sowie als Rechtsanwalt die profunden Kenntnisse, es dejure in die entsprechenden Bahnen zu lenken.
Für jene, die es nicht wissen sollten: Es gibt einen Pferdefuß. Der BAS hat keine Entscheidungsbefugnis. Ergo bedarf's noch den bisweilen mühseligen Weg durch die verschiedenen Gremien des schwerfälligen Molochs DLV. Aber mit einem bisschen guten Willen lässt sich das Prozedere erheblich abkürzen. Manch andere, mitunter unverständlichen Änderungen pflegen ja auch im Hauruckverfahren aus dem Boden gestampft zu werden.

DLV konterkariert feine Steilvorlage des hessischen Landesverbandes

(Baunatal/Krefeld, 21. September 2018) Fälschlicherweise unterstellen uns einige wenige ewig Gestrige, wir könnten bei Bewertungen lediglich Schelte. Stimmt natürlich nicht. Schließlich haben wir erst vorgestern in unserem Beitrag „DAMM-Finale 2018 wird eine besondere Aufmerksamkeit zuteil“ den gastgebenden Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) über den grünen Klee gelobt. Doch: Wo auch immer, ist etwas nur so gut (oder schlecht), wie das schwächste Glied in der Kette. Und das ist hier zu Lande in der einstigen olympischen Kernsportart nun einmal die Dachorganisation Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV). Der bekommt es einen Tag vor den traditionell letzten Titelkämpfen des Jahres für die Senioren/innen morgen im Parkstadion in Baunatal fertig, eine Meldeliste ins Netz zu stellen, die ausschließlich die 4x100-m-Staffeln der teilnehmenden Vereine und Startgemeinschaften enthält. Wer sonst wo für sein Team auf Punktjagd geht gähnende Leere. Schlimmer geht immer. Jedenfalls beim DLV als Schirmherrn dieser Veranstaltung. So wird leider all zu schnell aus einem Hosianna ein kreuzige ihn.
Verweisen wir zu guter Letzt mit dieser Verlinkung auf eine feine Vorschau der Hessen. Da ist alles Wissenswerte genannt und erspart uns eine Doublette.

DAMM-Finale 2018 wird eine besondere Aufmerksamkeit zuteil

(Frankfurt/Baunatal/Krefeld, 19. September 2018) Schau an, schau an! Der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM), neumodisch überflüssigerweise Team-DM Senioren genannt, wird bisweilen doch die verdiente Aufmerksamkeit zuteil. Jedenfalls vom Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) als überörtlichem Gastgeber des Endkampfes am kommenden Samstag in Baunatal. Der HLV berief zu diesem Ereignis gestern eigens zu einer Pressekonferenz an seinen Sitz in Frankfurt auf der berühmten Otto-Fleck-Schneise (dort residiert auch der all- und ohnmächtige DFB). Um dem ein wenig Lokalkolorit einzuhauchen, wurde dazu mit Kugelstoßer und Diskuswerfer Robert Ingenbleek (*1963) ein Protagonist vom M50-Team der LG Eder gebeten. Eine vortreffliche Wahl. Denn der Zwei-Meter-Hüne ist als Sozius einer großen Rechtsanwaltskanzlei weder auf den Kopf, noch auf den Mund gefallen.

LAMPIS wieder Leit- und Leidmedium für den DLV

Und noch etwas lässt das breit aufliegende Senioren-Herz kurzeitig höher schlagen. Die Plakatierung für den DAMM-Endkampf erfolgt erstmals nicht nach dem bisherigen, von uns mit konstanter Bosheit immer wieder beanstandeten Muster bei allen Senioren-Meisterschaften mit „Jugend forscht“ irgendwelcher blutjungen Mädels und Jungs aus dem U16-Segment. Der 59-jährige Weltklasse-Dreispringer Wolfgang Knabe vom OSC Damme dient(e) als Modell. Fürwahr ein fotogener Knabe. Das links oben in der Ecke mit #TrueAthletes mal wieder amerikanisiert wird, darüber sehen wir ausnahmsweise strahlend lächelnd hinweg. Vielmehr freuen wir uns darüber, dass unser steter Tropfen in dieser Sache den Granitstein namens DLV höhlte.
Soviel Eigenlob muss nach dem Motto „Tue Gutes und rede/schreibe darüber“ schon sein.

Medaillenspiegel gehört als Machtdemonstration der Großen abgeschafft

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Málaga/Darmstadt/Krefeld, 20. September 2018)
Spieglein, Spieglein an der Wand des Gästeklos der DLV-Geschäftsstelle auf der Alsfelder Straße in Darmstadt,wer ist...? Allerdings nicht der, in dem man sein mehr oder weniger ansehnliches Konterfei entdecken kann. Gemeint ist der unvermeidliche Medaillenspiegel nach internationalen Großereignissen wie zuletzt der Senioren-WM in Málaga. Den vielen Stammbesuchern von LAMPIS ist hinlänglich bekannt, dass wir ein vehementer, renitenter Gegner dieses ausgemachten Humbugs sind und uns dabei in prominenter Gesellschaft befinden. Nur ein Beispiel: Willi Lemke, ehedem streitbarer Fußball-Manager von Werder Bremen und UN-Sonderbotschafter für den Sport plädiert unmissverständlich für eine Abschaffung dieser „Machtdemonstration der großen und reichen Nationen".

Widerspiegelung eines Zerrbildes

Da gehen wir einen Schritt weiter. Denn es handelt sich um eine Widerspiegelung eines Zerrbildes. Das fängt schon mit dem Unsinn an, dass die Mehrzahl gewonnener goldener Plaketten der Maßstab für das so genannte Ranking darstellt. Zehn Goldene, eine Silberne und zwei Bronzene, in Summe 13, sind demnach mehr wert als in derselben Reihenfolge neun, neun, acht = 26. Schizophren, hirnrissig! Ganz zu schweigen, wenn schon denn schon, von einer Relativwertung nach Einwohner- und Meldezahl des jeweiligen Landes. Danach dürfte höchstwahrscheinlich die an 47.Position gelistete Insel Zypern mit je einer Gold- und Silbermedaille die erfolgreichste Nation gewesen sein.
Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei den unter großem finanziellen Aufwand selber entsendenden Senioren/innen auch stets die Geldmeisterschaften der Betuchten und Bepelzten auf diesem Globus zu sein pflegen. Naheliegend, dass bei diesen Welttitelkämpfen auf dem alten Kontinent die Majorität der Teilnehmer/innen Europa aufgeboten hat. Davon haben allein sieben Länder mit Gastgeber Spanien (1.792) weit voraus an der Spitze über der Hälfte (4.196) aller Gemeldeten aus 101 Nationen (8.197) gestellt.
Noch Fragen! Dann bitte an den Arzt oder Apotheker des Vertrauens richten. Eine prima Adresse dafür wäre auch die neue WMA-Präsidentin Margit Jungmann aus Rehlingen, die gerade erst ein weichgespültes, rührseliges Interview in der Senioren-Spielecke auf der DLV-Netzseite gegeben hat. Die diversen Unzulänglichkeiten bei der WM kamen indes nicht vor. Wie denn auch? Wer brav fragt und nicht nachhakt, bekommt ebensolche Antworten.

Unsererseits bleiben wir der stringenten Linie treu

Wem es beliebt, der schaue sich den Medaillenspiegel herkömmlicher Art an. Verhindern können wir es eh nicht. Da ist freilich die eigene Findigkeit angesagt. Entgegen unserem sonstigen begnadeten Service werden wir jedoch verständlicherweise in konsequenter Verfolgung unserer stringenten Linie keine Verlinkung dahin vornehmen.

"Karajan unter den Trainern" Norbert Pixken wird heute Achtzig

(Pattaya/Krefeld, 18. September 2018) Als Maestro Herbert von Karajan noch den Dirigentenstab zelebrierte und Leichtathletik-Cheftrainer Norbert Pixken (*18.09.1938) als Sportlehrer des FC Bayer 05 Uerdingen und des Uerdinger Bayerwerks mit seinen 10.000 Arbeitnehmern, vornehmlich für die Auszubildenden, des Werksschutzes und der firmeneigenen Feuerwehr, tätig war, wurde er vom damals monatlich erscheinenden Magazin „Sport und Fitness“ in einer doppelseitigen, bebilderten Geschichte mit der Überschrift „Der Karajan unter den Trainern“ geadelt. Keineswegs eine charmante Übertreibung. Mit Superlativen sollte gerade im Sportjournalismus sehr behutsam umgegangen werden, sonst gehen sie einem schneller aus, als einem lieb sein kann. Aber nach meinen 30 Jahre zwischen 1970 und 2000 andauernden hautnahen Beobachtungen als professioneller Berichterstatter sowie unmittelbaren Erfahrungen als aktiver Leichtathlet, zähle ich den gebürtigen Krefelder in dieser Sportart zu den wenigen Trainer-Legenden hier zu Lande.

Hervorstechende Gabe das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche

Er beherrschte das Instrumentarium von Zuckerbrot und Peitsche wie kaum ein Zweiter. Natürlich hatte auch er einen ausgeklügelten Plan, wenn er vor- und nachmittags zum zweimal täglich mehrstündigen Dienst am Menschen im Stadion Löschenhofweg im Krefelder Stadtteil Uerdingen erschien. Aber beim Individualtraining mit seinen Spitzenathleten vermochte er sich blitzschnell auf deren aktuelle Verfassung einzustellen und umzudisponieren. Fraglos neben seiner großen Fachkompetenz durch die nahezu gesamte breite Disziplin-Palette eine hervorstechende Gabe von ihm.

Weltklasse-Zehnkämpfer Jürgen Hingsen war sein Paradeschützling

Besonders gefragt war sie bei seinem Parade-Schützling Jürgen Hingsen (*1958), den er als 16-Jährigen entdeckte, forderte, förderte und zu einem Weltklassen-Athleten entwickelte, der dreimal den Weltrekord im Zehnkampf verbesserte. Die letzte Steigerung auf 8.832 Punkte von 1984 ist 34 Jahre später immer noch deutscher Rekord.  Denn der „Turm“, wie er wegen seiner zwei Meter Körpergröße von seinen Klubkameraden genannt wurde, war ein „Sensibelchen“, längst nicht so robust, wie es seine imposante Statur mit um die 100 Kilo Gewicht vermuten ließ. Da war er gefordert, der Karajan unter den Trainern, seinen Musterschüler stets bei Laune zu halten und auf Touren zu bringen. Als oftmaliger Augenzeuge weiß ich das aus eigener Anschauung und nicht vom Hören sagen.

Pralles Trainerleben mit Anekdoten gepflastert

Es ließe sich noch so manche Anekdote aus dem prallen Trainerleben von „Nöppi“, sein Spitzname, berichten. Die würden unseren Stammbesuchern aus manchem Beitrag (einen davon haben wir verlinkt) über ihn an dieser Stelle freilich sehr bekannt vorkommen. Sei noch erwähnt, dass der Junggeselle Norbert Pixken seit seiner Pensionierung im Milleniumsjahr 2000 in Pattaya rund 150 Kilometer von Bangok (Thailand) entfernt in einer Eigentumswohnung im 23.Stock eines Hoteltraktes lebt. Als Sonnenanbeter vornehmlich aus klimatischen Gründen.
Ein Blick auf das obige Datum hinter seinem Namen verheißt, dass er heute sein 80. Lebensjahr vollendet. Bleibt noch ein herzlicher Glückwunsch in die Ferne, lieber Norbert!  
Das nostalgische Foto zeigt Oberbürgermeister Dieter Pützhofen, Jürgen Hingsen und Norbert Pixken (von links) 1984 bei der Verleihung des Wappenteller, der höchsten Auszeichnung im Krefelder Sport.