Corona, was sonst: Titelkämpfe für niederländische Masters abgesagt

(Arnheim/Hengelo/Krefeld, 04. Oktober 2020) Wenn insbesondere Sporttreibende in diesen vermaledeiten Zeiten schon kein Glück haben, kommt mitunter noch Pech hinzu. Anders als hier zu Lande bot der Niederländische Leichtathletik-Verband Atletiekunie in Arnheim seinen Senioren (Masters) in einer auch wortgetreu späten Saison nationale Titelkämpfe in den Einzel-Disziplinen am 03./04.Oktober in Hengelo und im Wurf-Fünfkampf am 25.Oktober 2020 in Edam an (wir berichteten). Der erste Teil fiel der Gesamtgemengelage zum Opfer. Bei unseren ohnehin nah am Wasser gebauten westlichen Nachbarn herrscht in Sachen Corona derzeit mit drastisch und dramatisch steigenden Infektionszahlen Land unter.

Zehn von zwölf Provinzen zum Risikogebiet erklärt

Zehn der zwölf Provinzen wurden zum Risikogebiet erklärt. Lediglich Limburg mit den bei Westdeutschen beliebten Städten Maastricht, Venlo und Roermond sowie das als Land im Meer bezeichnete Zeeland verbleiben (vorerst) als relativ unverdächtige weiße Flecken. Hengelo liegt jedoch weder hier noch da, sondern unweit vom zum Münsterland grenznahen Enschede in der Provinz Overijssel. Und so mussten einem Beschluss der Regierung des Königreichs folgend die Titelkämpfe zum Leidwesen, aber letztlich auch Schutz der 576 Gemeldeten kurzfristig unter der Woche (Mittwoch habe ich zuletzt nachgesehen, war noch keine Rede davon) abgesagt werden.
Das haben vernünftigerweise auch viele Westdeutsche getan, die am gestrigen hiesigen Feiertag nach weithin verbreiteten Appellen der Bürgermeister von Venlo und Roermond nicht nach üblichem Muster wie die Heuschrecken als Einkaufstouristen in diese beiden Städte eingefallen sind. Aus dem Schaden Dritter wird dann doch manch eine/r klug. Und das ist gut so. Es könnten allerdings gerne nocht etliche mehr sein. Denn wer sich schützt, schützt auch andere. 

Ein Festakt zum Tag der Deutschen Einheit heute in der ARD

(Berlin/Potsdam/Krefeld, 03. Oktober 2020) Dieser Feiertag aus Anlass der Wiedervereinigung von West und Ost im Jahre 1990 ist naturgemäß stets der 03.Oktober. Aber nicht zwingend auch ein Samstag wie diesmal. Doch siehe an: Auch das klassischere 25-jährige Jubiläum im Jahre 2015 fiel auf diesen für die meisten Werktätigen arbeitsfreien Tag. Seinerzeit lautete meine ersten beiden Textzeilen: „Kein Samstag wie jeder andere. Vielmehr ein ganz besonderer Feiertag. Die 25. Wiederkehr vom ,Tag der Deutschen Einheit'“.
Und wer es zumindest vom Datum her schon vergessen haben sollte: Nach der friedlichen Revolution von Hundertausenden Bürgern des Arbeiter-, Bauern- und Unrechtsstaates mit der irreführenden Bezeichnung Deutsche Demokratische Republik (DDR) war der Mauerfall am 09.November 1989 in Berlin schlussendlich der Türöffner für dieses „Wunder“.

Und Dokumentation "Katarina Witt - ein Weltstar aus der DDR"

Nun wollen wir hier und heute keine Geschichtsaufarbeitung betreiben. Dem haben sich Berufenere in unzähligen Dokumentationen und der Wahrheit nachempfundenen, teils mehrteiligen Fernsehfilmen aus knapp 41 Jahren DDR (letztlich ein abgezweigter Staat aus der Retorte nach der Laune der Siegermächte; wird gerne von Dauernörglern und ewig Gestrigen übersehen) hinlänglich gewidmet. Da müssen wir nicht noch unseren Senf aus dem Gaststätten-Großgebinde Bautz’ner (tatsächlich mein bevorzugter Scharfmacher für entsprechende Speisen) zugeben.
Doch diese Hinweise für das Pantoffelkino an einem weitgehend regnerischen Tag jeweils in der ARD, bei denen wir ja angeblich und werberisch in der ersten Reihe sitzen: „Festakt zum Tag der Deutschen Einheit“ mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sowie einigen Gästen nebst musikalischer Auflockerung (12 bis 13.30 Uhr). Und noch was für uns darbenden Sportler*innen in Zeiten wie diesen der Corona-Apokalypse. Das ehedem so benannte „Schönste Gesicht des Sozialismus“ (darauf sollte diese kluge Frau indes nicht reduziert werden) ist unter dem Titel „Katarina Witt – Weltstar aus der DDR“ ab 16 Uhr einer 45-minütigen Dokumentation zu sehen und hören. Die lief unter der Woche schon im Abendprogramm des Kulturkanals ARTE. Die ungekürzte Fassung wird am  Sonntag, 11.Oktober 2020 von 20:15 bis 21.45 Uhr im MDR-Fernsehen gezeigt. Die Kurzversion, die ich mir angeschaut habe, macht Lust auf mehr.  
Und was heute in der Leichtathletik so los ist, gibt die Datenbank ladv.de her. Immer noch einiges, längst jedoch nicht flächendeckend wie vor der neuen Geißel der Menschheit, die uns in allen Bereichen jede Menge Lebensqualität bis zum Tage X kostet.

Ein Hammer: Dopingsünder Iwan Tichon neuer Boss seines Verbandes

Kolumne

Moment mal

(Minsk/Krefeld, 01. Oktober 2020)
Wenngleich Belarus (Weißrussland) derzeit mit seinem umstrittenen, diktatorischen Präsidenten Lukaschenko daheim und im Ausland für ganz andere Aufschreie der Entrüstung sorgt, gab es dazu im Vergleich noch einen Sturm im Wasserglas. Mit einer ziemlich lapidaren Meldung teilt der DLV auf seiner natürlich „Flash News“ genannten täglichen Nachrichtenspalte auf seinem Internet-Portal unter Vermischtes mit, dass der des Dopingmissbrauchs zweimal überführte Hammerwerfer Ivan Tikhon (Iwan Tichon) zum neuen Leichtathletik-Chef seines Landes ernannt worden ist (Wahlen im demokratischen Sinne sind da eher verpönt). Und dann noch, dass der 44-Jährige als Aktiver 2021 die verlegten Olympischen Spiele in Tokio anstrebe. Das war’s. Kritiklos, antiseptisch, keimfrei. Nur die nicht vorhandene heile (Leichtathletik-)Welt gefährden wollen.
Klarer Fall – das Magazin „Der Spiegel“ geht in seiner Online-Version naturgemäß mit dieser dreckigen Geschichte differenzierter um. Dort erfährt der geneigte Leser zum gewissermaßen krönenden Abschluss, dass Tichon auf Vadim Devyatovskiy folgt, der ebenfalls als Hammerwerfer eine Doping-Vergangenheit mit mehreren Positivtests und Disqualifikationen hat. Unter anderem wurde ihm olympisches Silber von 2008 in Peking aberkannt. Jener Wettkampf, von dem auch Tichon nachträglich disqualifiziert worden ist und Bronze quittieren musste.

Sündenbock wurde zum Gärtner gemacht

Meine bescheidene, logischerweise nicht repräsentative Meinung dazu fällt zweigespalten aus: Einerseits ist es selbstverständlich eine absolutes Unding, den Sündenbock zum Gärtner zu befördern. Andererseits ist es in einem totalitären Staat, in dem gesteuertes oder zumindest geduldetes Doping zur Normalität gehört, nur konsequent jemanden an die Spitze zu stellen, der sich bestens damit auskennt.
Da auch der Leichtathletik-Weltverband World Athletics (WA, zuvor IAAF) völlig zu Recht mit blankem Entsetzen auf diese extrem schmierige Posse reagierte, wird sich Iwan
der Schreckliche" Tichon wohl darauf einstellen müssen bei nächster Gelegenheit außerhalb Weissrusslands von der WADA zur Dopingkontrolle „gebeten“ zu werden. Das könnte seinen beabsichtigten Olympiastart gefährden. Schwer vorstellbar, dass bevorzugt Quark, der ja angeblich stark macht, bei seiner gezielten Vorbereitung auf seinem Speiseplan steht.

Eine "lange Leitung" bei der Information von Oneithea Lewis

(Oakland Gardens/Krefeld, 02. Oktober 2020) Klein-Fritzchen wird sich als Dritttklässler vorstellen, dass es eine verdammt „lange Leitung“ bis zum irgendwo im Äther kreisenden Sende-Satteliten sein muss. Stimmt faktisch ja auch, dauert aber egal wohin je nach Datenvolumen bei einer E-Mail allenfalls ein paar Minuten. Angekommen ist freilich noch längst nicht gelesen. Manch eine/r schaut zwar täglich in den Hausbriefkasten, aber nicht unbedingt auch in sein E-Postfach. Und so saß ich dann auf die Antwort von Trophäen-Gewinnerin Oneithea Lewis aus Oakland Gardens im US-Bundesstaat New York wartend sinnbildlich auf heißen Kohlen. Schließlich sollte sie vorab darüber informiert werden, dass ich per Luftpost ein Päckchen auf den zirka 6.000 Kilometer weiten Weg von Krefeld aus gegeben hatte und sie nicht die Annahme aus irgendwelchen Gründen verweigert. Dann wäre sie erstens nicht in den Besitz dieses von Dritten beurteilten außergewöhnlichen Schmuckstückes (siehe Link) gelangt, und zweitens hätte ich für eine denkbare aberwitzige Retoure ein weiteres Mal sündhaft teure 55,65 Euro Versandgebühren auf den Tisch des Herrn, namentlich von DHL, blättern müssen.

LAMPIS-Auszeichnung wird einen Ehrenplatz erhalten

Was lange währte, wurde doch noch endlich gut. Gestern Morgen um 8:50 Uhr flatterte mir die Re-Mail von „Neni“ (so ihr Kosename) in mein mehrmals täglich geöffnetes elektronisches Postfach. Der sinngemäß ins Deutsche übersetzte Wortlaut in gekürzter Fassung:
Danke Axel, dass du die Trophäe zur Verfügung gestellt hast! Ich fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Da ich in die Altersgruppe W60 gewechselt bin, habe ich mich darauf gefreut einige gute Weiten und eine möglichst hohe Punktzahl im Wurf-Fünfkampf zu erzielen. Es scheint, als ob es ein schönes Stück sein wird. Bis zum Eintreffen werde ich einen besonderen Platz dafür finden.“
Das steht demzufolge noch aus, kann sich dadurch erklären, dass es hier zu Lande einen Warnstreik im öffentlichen Dienst gab. Also harre ich jetzt noch der Dinge, dass sie den hoffentlich unversehrten Eingang der LAMPIS-Auszeichnung bestätigt.

Region Rhein-Ruhr hat sich für die Sommer-Universiade 2025 beworben

(Rhein-Ruhr/Krefeld, 30. September 2020) Eingeräumt – das ist noch Zukunftsmusik. Und bis dahin wird noch gaaanz viel Wasser den Rhein bei Krefeld-Uerdingen Richtung Nordsee herunterfließen. Aber manche Dinge benötigen nun einmal eine lange Vorlaufzeit. Die Rheinische Post berichtete gestern Abend in ihrer „Newsletter“ als Anreißmeldung auf die heutige Papier-Ausgabe ihrer Tageszeitung, dass sich der Allgemeine Deutsche Hochschulverband (ADH) mit der Region Rhein-Ruhr für die Ausrichtung der Universiade 2025 beworben hat. Die einstige Samt- und Seidenstadt am linken Niederrhein würde im Falle des Zuschlages einer der Gastgeber dieser Weltspiele der Studenten*innen sein. Erfahrungsgemäß werden dazu in 15 Sportarten mit dem Filetstück Leichtathletik mehr als 10.000 Athleten*innen aus rund 170 Nationen erwartet. Die im Zwei-Jahres-Turnus in den ungeraden Jahren ausgetragene Sommer-Universiade fand zuletzt 2019 in Neapel (Italien) statt, die bereits vergebenen nächsten beiden 2021 in Chengdu (China) und 2023 im russischen Jekatarinburg.

Duisburg 1989 bislang einziger deutscher Gastgeber

Vorsichtig formuliert werden dem Vernehmen nach über den Obergefreiten-Dienstweg der Bewerbung des ADH gute Chancen für den Zuschlag dieser internationalen Titelkämpfe der Studierenden eingeräumt, unter denen sich ein erklecklicher Anteil der Weltelite in den einzelnen Disziplinen befindet. Denn seit der Premiere 1959 im italienischen Turin war Duisburg 1989 die bisher einzige deutsche Ausrichter-Stadt.
Spinnen wir den Faden zu Ende: In der wahren Sportstadt Krefeld (siehe Link) wäre neben Wasserball mit gleich drei wettkampffähigen Anlagen auch Leichtathletik im Zusammenspiel mit dem Wedau-Stadion in Duisburg im Bayer-Stadion am Löschenhofweg sehr gut vorstellbar. Dort gab es im Übrigen auch schon unendlich lange kein internationales Großereignis mehr. Zuletzt 1985 den Mehrkampf-Europacup der Männer und Frauen, der bis 2011 ausgetragen wurde. Die damalige DDR trat im Zehnkampf mit Torsten Voss (später Weltmeister 1987), Christian Schenk (Olympiasieger 1988) und Uwe Freimuth an. Voss wechselte nach der Wende zum FC Bayer 05 Uerdingen unter der im vorigen Dezember im Alter von 81 Jahren verstorbenen Trainer-Legende Norbert Pixken.  
Nun heißt es allerdings erst einmal abzuwarten. Fortsetzung folgt
eventuell.