Sachsen: Winterwurf-Wettbewerbe wurden kurzerhand abgesagt

Kolumne

Moment mal

(Chemnitz/Krefeld, 28. Januar 2019)
Noch amputierter als geplant kamen gestern die ursprünglich vorgesehenen Winterwurf-Wettbewerbe (Diskus, Speer, ohne Hammer) im Rahmen der Sächsischen Hallen-Meisterschaften der Senioren/innen im und am Sportforum in Chemnitz daher. Sie wurden zum großen Ärgernis der Aktiven schlichtweg gestrichen. Dazu hieß es in einer kargen, gut versteckten Meldung auf der Verbandsnetzseite, dass der Winterwurf „wetterbedingt ausfällt“. Was, in Gottes Namen und zum Teufel, erwarten die verantwortlichen Organisatoren Ende Januar für ein Wetter? Eitel Sonnenschein und ab 20 Grad aufwärts? Der Arbeitstitel heißt ja schon Winterwurf. Da kann es auch schon mal unangenehm werden.

Nahezu ideale Bedingungen für die gestrichenen Langwürfe

War’s aber nicht. Es herrschten so um die sechs Grad, gab keinen Niederschlag, zeitweise lugte bei bewölktem Himmel sogar die Sonne hervor. Idealer geht es kaum, wo schon bei derlei Anlässen gelandete Disken im Schnee gesucht werden mussten.
Außerdem besteht in Chemnitz die komfortable Situation, dass die verschieden großen und schweren Scheiben von einem überdachten Ring aus abgeworfen werden. Klar, die Kampfrichter würden bei Regen im selben stehen. Das kann aber auch im Sommer passieren. Der Verdacht drängt sich auf, dass ein Vorwand gesucht und gefunden wurde, diese Anhängsel nicht durchführen zu wollen! Weshalb auch immer?

Fraktion Stoß/Wurf ein weiteres Mal stiefmütterlich behandelt

Doch damit nicht genug für die zumeist stiefmütterlich behandelte Fraktion von  Stoß und Wurf: Wegen angeblich hoher Teilnehmerzahlen, was nicht stimmte (siehe Ergebnislisten), wurden den Kugelstoßern/innen lediglich vier Versuche zugebilligt. Warum zur Zeitplan-Straffung nicht auch im Weitsprung, der bei gleicher Teilnehmerzahl wie zum Beispiel in der W45 (je 5) länger dauert, oder statt 60 lediglich 40 Meter? Ketzerische Frage: Ist bei gekürzter Gegenleistung das Startgeld entsprechend minimiert worden?
Gleich die Antwort dazu: Garantiert nicht! Leider wird so etwas willfährig und klaglos hingenommen.

Sächsische Hallen-Meisterschaften mit amputiertem Winterwurf

(Chemnitz/Krefeld, 27. Januar 2019) Wer hat noch nicht, wer will noch mal. Dieser Kirmesspruch gilt in der Leichtathletik stets am Anfang eines neuen Jahres. Insbesondere für jene, die in eine neue Altersklasse mit anderen Gerätegewichten kommen. Normenjagd für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf vom 01. bis 03. März 2019 in Halle an der Saale lautet für einige Klassen das Stichwort.
Neben dem Kampf um Titel und Medaillen bieten im Osten der Republik heute (Beginn 10 Uhr) die „Sächsischen“ der U30-Generation im Sportforum in Chemnitz eine treffliche Gelegenheit dazu. Und das, wie längst nicht überall hier zu Lande, mit zumindest zwei Winterwurf-Wettbewerben (Diskus, Speer) außerhalb des Hallendaches. Derweil schaut die ohnehin vernachlässigte kleinere Schar der Hammerwerfer/innen wieder mal in die Röhre. Wieso eigentlich?
Noch eine Ungereimtheit: Obwohl nicht offen ausgeschrieben, wurden etliche Gaststarter aus anderen Landesverbänden zugelassen. Wer das nicht wusste, ist möglicherweise um eine qualifizierte Startmöglichkeit gebracht worden. Transparenz sieht entschieden anders aus. – Mit diesem Link geht es in alphabetischer Reihenfolge zu den Vereinen mit ihren gemeldeten Athleten/innen. Eine Gesamtliste nach Klassen und Disziplinen gibt es leider nicht.

"Gassi" flog 8.220 Kilometer zum Erfahrungsaustausch über großen Teich

(Wien/Orlando/Krefeld, 25. Januar 2019) Wer rastet, der rostet. Eine Binsenweisheit. Doch gerade bei Senioren, die nun einmal naturgegebenen mit einer stetigen  Abnahme der Leistungsfähigkeit leben müssen, gilt es der Biologie so gut wie eben möglich ein Schnippchen zu schlagen und ein wenig Einhalt zu gebieten. Dabei ist nicht nur der Körper gefragt, sondern nicht zuletzt ein bisschen Kopfarbeit, dass Richtige zu tun und nach neuen Wegen zu suchen. Der kann dann auch schon einmal ziemlich weit sein. Konkret 8.220 Kilometer Luftlinie. Unser hammerwerfender Österreich-Repräsentant Gottfried Gassenbauer (*17.08.1958) aus Wien machte sich jüngst auf nach Orlando in Florida (USA). Nicht allein, um dem winterlichen Wien bei minus zwei Grad zu entfliehen und in 20 Grad plus einzutauchen.

Gipfeltreffen mit Bob Arello und Guy Dirkin

Allerdings keine unwesentliche Voraussetzung für das beabsichtigte Vorhaben am Feinschliff für die Hallen-WM mit Winterwurf vom 24. bis 30. März 2019 in Torun (Polen) zu feilen. Denn vor Ort der 238.300-Einwohnerstadt Orlando trifft sich „Gassi“ mit seinen gleichermaßen erfolgreichen us-amerikanischen Sportfreunden Bob Arello (M60) und Guy Dirkin (M65) zum Gipfeltreffen beim gemeinsamen Training und Erfahrungsaustausch auf allen denkbaren sportlichen Ebenen. „Die ,Amis‘ haben diesbezüglich einen vielen lockereren Zugang, kochen nicht im stillen Kämmerlein ihr eigenes Süppchen und teilen ihre Rezeptur mit“, weiß der extrovertierte, vor allem in der Werfer-Szene sehr beliebte Wiener Kosmopolit aus vielen Begegnungen bei Senioren-Weltmeisterschaften zu berichten. Kurz vor dem Abflug über den großen Teich ließ er uns noch wissen, dass er sich schon „auf viele interessante Gespräche, Momente und neue Impulse in Florida freut".
Vielleicht gibt es danach ja schon ein baldiges Wiedersehen bei der WM auf europäischem Boden.

Gewissermaßen vom Bürostuhl in den Ring stieß Andy Dittmar 17,92 m

(Erfurt/Krefeld, 26. Januar 2019) Wann immer die noch 44-jährige Kugelstoß-Ikone Andy Dittmar (*05.07.1974) von BiG Gotha  in der hausgemacht a la DLV bereits neuen Altersklasse M45 (die ganz normale deutsche Milchmädchen-Arithmetik) an den Start geht, pflegt eine weitere Verbesserung des nationalen Rekords in der etwas dünneren Hallenluft zu liegen. Er hat ihn bereits im Wochentakt von ursprünglich 17,36m (Tilman Northoff) über 17,86m auf 18,08m gesteigert. Diesmal trat er jedoch vor den gestrigen Erfurt Indoor nach einer anstrengenden Arbeitswoche als Marketingleiter der AOK Plus auf die Euphorie-Bremse. Big-Andy fand keine Zeit zum Training, musste gewissermaßen vom Bürostuhl in den Ring und hatte vorher so um die 17,50m als realistisch angesehen. Doch er überraschte sich und andere mal wieder selbst. In einem gemischten Wettkampf mit den Frauen um die Jahres-Weltbestleistung von 19,16m stoßende Jung-Seniorin Christina Schwanitz (*1985) vom LV 90 Erzgebirge belegte Dittmar in der All-Star-Wertung beider Wettbewerbe mit 17,92m den dritten Platz. Kein Zufallstreffer. Denn er bestätigte seine im letzten Durchgang erzielte Abend-Bestweite eindrucksvoll mit 17,70 und 17,89m. Chapeau! Virtuell ziehen wir ihn, den Hut, vor Anerkennung. - Online-Ergebnislisten: Männer und Frauen.

EMA-Auszeichnungstsunami erreichte nun doch noch die Sprinter

(Lausanne/Krefeld, 24. Januar 2019) Na, sieh an. Was hat bloß diesen Gesinnungs- und Stimmungswandel verursacht? Nachtigall, ick hör dir trapsen! LAMPIS einmal mehr als Leit- und Leidmedium. Nicht, dass wir den Auszeichnungstsunami mit „Best Masters“ der European Masters Athletics (EMA) gutgeheißen hätten, haben wir nachvollziehbar beklagt, dass ausgerechnet die Disziplin-Gruppe Sprint von diesem Gießkannenprinzip ausgeschlossen worden ist. Als EMA-Präsident Kurt Kaschke die Ehrungsflut in je acht Kategorien in einem Beitrag auf der Verbandsnetztseite für beendet erklärt hatte, haben wir in einer Glosse vorigen Dienstag noch einmal nachgelegt und ihm die virtuelle Schlafmütze in Gold mit Brillanten verliehen. Wem auch immer spätestens daraufhin ein Licht aufging, sind taufrisch im heutigen Beitrag auf dem EMA-Internetportal die Sprinter doch noch bedacht worden.
Lobpreisungen an unsere Adresse sind indes nicht nötig, da wir an Ovationen gewöhnt sind. Die neuerliche Verhöhnung hat sich K.K. redlich verdient.