Sportsch(l)au: Der Mythos vom Verdauungsschnaps nach dem Essen

(Köln/Krefeld, 09. Oktober 2020) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zu Erinnerung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Dieser gehört dazu. A.H.

Ein Spaziergang die sinnvollere Maßnahme

„Nach einem leckeren, womöglich opulenten Essen schnell noch einen kleinen Verdauungsschnaps. Das ist eine lange gepflegte Tradition. Auf Familienfeiern und im Restaurant wird er völlig selbstverständlich nach dem Essen als mutmaßlicher ,Fettspalter' serviert. Er soll die Verdauung anregen und gegen das Völlegefühl wirken. Doch Schweizer Wissenschaftler fanden schon vor einiger Zeit heraus, dass der Alkohol sogar verdauungshemmend ist. Bei einer Studie verzögerte sich die Verdauung derer, die einen Schnaps tranken, deutlich gegenüber den Probanden, die nur Wasser oder Tee konsumierten.
Deshalb mein Tipp: Einen Abend voller kulinarischer Genüsse lieber mit einem Spaziergang abzurunden, als mit einem sprichwörtlichen Verdauungsschnaps. Durch die körperliche Bewegung wird der Parasympathikus im Gehirn aktiviert. Dieser sorgt für Entspannung, die Förderung regenerativer Prozesse und einer Verbesserung der Darmmotorik. So können Verdauungsprozesse im Darm schneller ablaufen. Das erklärt auch, warum unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, keine Verdauungsprobleme hatten. Denn Bewegungsmangel und Grappa gab es zu ihrer Zeit nicht!“

Tägliche Live-Berichterstattung muss für einige Tage ruhen

(Krefeld-Uerdingen, 08. Oktober 2020) Nun bin ich sicherlich nicht nur nach verklärender eigener Einschätzung alles andere als introvertiert. Dennoch pflege ich in den (a-)sozialen Medien mein Innerstes nicht nach außen zu krempeln. Es gibt eben auch noch so etwas wie eine Privatsphäre, die es zu (be-)wahren gilt. Allerdings muss ich in diesem konkreten Fall auf meiner eigenen Internet-Spielwiese im doppelten Wortsinne notgedrungen ein kleines bisschen Flagge zeigen.
Ab heute Vormittag habe ich mich für mindestens fünf Tage im St.Josefshospital in Krefeld-Uerdingen in stationäre Heilbehandlung (kein Corona) zu begeben. Damit kann ich das Credo der selbst auferlegten täglichen Live-Berichterstattung auf diesem Medium nicht erfüllen. Dieses Vakuum wird mit ein paar vorgefertigten und voreingestellten zeitlosen Beiträgen so gut und lange wie möglich überbrückt.

Dieses Vakuum wird so gut wie möglich überbrückt

Natürlich bin ich auch in der Klinik, von der bis auf meine Ehefrau Elke stark eingeschränkten Besuchsregelung einmal abgesehen, dank W-Lan, Notebook und Smartphone nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten, via E-Mail allzeit erreichbar. Ob ich jedoch eingedenk der Vorzeichen die Lust verspüren werde im Dienste der geschätzten Leserschaft den Bio-Computer zu bemühen und die Tastaturfinger zu bewegen, steht vorerst noch dahin.
Einfach unverdrossen die bekannte Adresse www.lampis.net aufrufen. Sollte nichts ungelesenes Neues da stehen, gibt es ein bis März 2014 in verschiedenen Fenstern zurückreichendes, prall gefülltes Archiv mit 2.776 (in Worten: Zweitausendsiebenhundertsechsundsiebzig!) Artikeln unserer Online-Zeitung. Gewiss hat nicht jede/r alles gelesen. Und da wir stets nicht nur informieren, kommentieren und glossieren, sondern obendrein immer unterhaltsamen Lesestoff bieten wollen, kann dies auch in einer Rückschau von noch nicht Bekanntem durchaus lohnenswert sein.
Kurzum: Bleibt LAMPIS und mir bitte weiterhin durch eure Einschaltquote gewogen!

DLV: Nach Lage der Dinge sei nur das DAMM-Finale 2021 in Lage fix

(Darmstadt/Potsdam/Lage/Krefeld, 06. Oktober 2020) Lassen wir mal alle eh nicht vorhersehbaren Zukunftsszenarien in Sachen Corona-Seuche beiseite: Wenn dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt mit seinem Stand 29.September 2020 veröffentlichten Rahmenterminplan 2021 Glauben geschenkt werden darf (was freilich selten geboten erscheint), steht von den fünf großen nationalen Meisterschaften der Ü35-Generationen bislang lediglich das Finale der Team-DM, bekannter unter DAMM, im westfälischen Lage fest. Allerdings noch ohne Datum. Dort hätte es auch in dieser Saison stattfinden sollen, sicherlich auch können, indem schlicht die Finalisten von 2019 in der „Weltstadt mit Herz“ München eingeladen worden wären.
Hingegen ist bei den Männern/Frauen und den U-Klassen schon fast alles vergeben und terminiert.

Auch die Hallen-/Winterwurf-DM in Potsdam steht nach Kenntnis von LAMPIS fest
 
Halt – einen haben wir noch für die „ewigen“ Talente der nächsthöheren Altersklasse. Bemühen wir mal wieder unseren Werbeslogan „LAMPIS-Leser wissen nicht nur mehr, sondern es vor allem eher!“. Aus gemeinhin bestens informierten und absolut zuverlässigen Quellen wurde uns unter selbstverständlicher Wahrung des Vertrauensschutzes gezwitschert, dass die Hallen-DM mit Winterwurf Ende Februar 2021 in Potsdam fix sei. Um es im bürokratischen Wortgedrechsel von DLV-Seniorenreferent David Deister (im Bild) zu formulieren lag dafür eine „belastbare Absichtserklärung“ der Bewerber von Verein und Landesverband vor. Obendrein konkurrenzlos. Was also sollte dem entgegenstehen? Zumal die dortigen großzügigen Innen- und Außenanlagen mit der Senioren-EM 2002 (4.385 Gemeldete!) und der Hallen-/Winterwurf-DM 2004 ihre Tauglichkeitsprüfung längst bestanden haben und überreif für was Neues größeren Ausmaßes sind.


DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf nunmehr ein "echter Fuffziger"

(Neustädt/Lido di Jeselo/Krefeld, 07. Oktober 2020) Manch eine/r wird ihn für einen „falschen Fuffziger“ halten. Als Wirtschaftsjurist mit dem Schwerpunkt Insolvenzrecht/-verwaltung muss er zwangsläufig mit der sinnbildlichen Axt im Walde unbequeme Entscheidungen für Arbeitnehmer und Gläubiger fällen. Und in seinem Ehrenamt als engagierter DLV-Seniorensprecher ist er für die oftmals nicht funktionierenden Funktionsträger stets hart aber fair ein streitbarer Geist und in deren Augen sowie stark eingeschränkten Sichtweise ein unliebsamer Zeitgenosse.
Daran wird sich hier wie da auch so schnell nichts ändern. Aber nunmehr ist er immerhin ein echter Fuffziger. Denn der selber kugelstoßende „Robin Hood“ Heiko Wendorf (*07.10.1970; im Bild) aus dem, mit Verlaub, 311-Seelen-Kaff Neustädt an der hessisch-thüringischen Landesgrenze unweit von Eisenach vollendet heute sein 50tes Lebensjahr. Allerdings nicht in seiner Wahlheimat, sondern 1.005 Kilometer entfernt mit Ehefrau und dem vierjährigen Sohnemann Paul(chen) urlaubend in einer schmucken Ferienwohnung in oder am venezianischen Lido de Jesolo, dem Badeort der weltberühmten Lagunenstadt Venedig.

Zurück an einen der Orte der unsäglichen Senioren-EM 2019

Da war doch was? Ja, die in vielerlei Hinsicht sportlich-organisatorisch unsägliche, über drei Schauplätze 80 Kilometer weit verstreute Senioren-EM 2019. Es zog Heiko jedoch nicht an den Ort des Geschehens zurück. Zumal er nicht der Missetäter war. Dessen Name sollte LAMPIS-Lesern hinlänglich bekannt sein, der spielt hier und heute auch nicht die gerne, indes schlecht ausgeübte Hauptrolle. Wenden wir uns also dem Jubilar zu. Da ich als alter Fahrensmann der (Senioren-)Leichtathletik viele so genannte Interessenvertreter der Ü30-Generation habe kommen und gehen sehen, darf ich mit der doppelten Fachkompetenz als ehedem leidenschaftlicher Kugelstoßer und nicht minder umtriebiger Sportjournalist konstatieren, dass er eine Zierde seiner Zunft ist.
Gewissermaßen der krasse Gegenentwurf zu seinem Vorgänger, dem „Götterboten“ Alfred Hermes aus Jülich, der mit allen „lieb‘ Kind“ sein wollte und als „Diplomat in kurzen Hosen“ schlussendlich zum verkappten Verbandssprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mutierte, in dessen Schleimspur agierte. Eine Fehlbesetzung ohne gleichen, jeweils flankiert von noch harmloseren, buchstäblich nichtssagenden Quotenfrauen. Ersparen wir ihnen die namentliche Nennung.

Ein Interessenvertreter als wahrhaftiger Möglichmacher

Der Wahl-Thüringer aus Mecklenburg-Vorpommern bewegt nicht nur sich, er bewegt auch was für die zumeist sehr stiefmütterlich behandelten Talente von gestern und vorgestern. Stellvertretend für viele Beispiele sei nur daran erinnert, dass es in erster Linie ihm zu verdanken war, dass die quasi schon ausgefallene und beerdigte Hallen-DM mit Winterwurf 2020 doch noch Ende Februar, Anfang März in Erfurt stattgefunden hat. Wendorf war es auch, der im Corona-Zeitalter gegen alle Widerstände als ersten Wettkampf am 13.Juni 2020 die vielbeachtete Austragung der vierten Auflage des von ihm initiierten und organisierten Neustädter Kugel-Cups möglich machte (wir berichteten mehrfach).
Genug des vollauf verdienten Weihrauchs. Bleibt noch von dieser Stelle und Welle ein „Herzlichen Glückwunsch zum Jubel- und Ehrentag“ fern der Heimat, lieber Heiko! Wer noch mehr über ihn wissen möchte, der googele einfach
Heiko Wendorf auf Lampis".
Fußnote: Alles Ge- und Beschriebene können wir aufrecht erhalten. Allerdings das Geburtsdatum nicht, lag ein folgenschwerer Übertraungsfehler vor. Den Fünfzigsten feierte er dort vor Ort bereits am 02.Oktober. Mea culpa, mea maxima culpa! 

Drei Ex-Zehnkämpfer geben als Experten künftig den Ton an

(Paris/Halle an der Saale/Krefeld, 05. Oktober 2020) Auf, auf (Sport-)Kameraden, wir treten den Rückzug an. Was seit einigen Tagen durch die (a-)sozialen Medien, den digitalen und analogen Blätterwald waberte, hielt gestern teilweise auch Einzug im Videotext des in Paris beheimateten Spartensenders EUROSPORT. Die einst in einer Sportler-WG in Halle an der Saale zusammenlebenden Zehnkämpfer und ziemlich besten Freunde Michael Schrader (*1987) und Rico Freimuth (*1988) erklärten unisono ihren offiziellen Rücktritt vom Leistungs- und Wettkampfsport.
Was der Sender weiter mitteilte, dass der Mann mit dem verpflichtenden Namen (das „h“ bleibt beim Sprechen ungehört) für das deutschsprachige Programm bei den verlegten Olympischen Spielen 2021 in Tokio, so sie denn stattfinden, als Experte oder Co-Kommentator neben Sigi Heinrich zum wonnevollen Einsatz im Dienst der interessierten Konsumenten kommen wird. Freuen wir uns also schon einmal auf hoffentlich freimütige Expertisen der allzu oft weichgespülten ehemaligen Aktiven unter den Fachleuten am Mikrofon. Paradebeispiel Langweiler Sven Fischer beim Biathlon im ZDF.
Bringen wir noch eine etwas andere Attitüde in den doppelt-gemoppelten Abschied. Mit den schon seit geraumer Zeit für die Öffentlich-Rechtlichen tätigen Frank Busemann (ARD) und Michael Schrader (ZDF) werden demnächst dazu mit Freimuth drei frühere Weltklasse-Zehnkämpfer mit sehr ähnlichen persönlichen Bestleistungen (in der genannten Reihfolge leicht absteigend 8.706, 8.670 und 8.663 Punkte) für die informative Aufklärungsarbeit sportlicher Großereignisse in der Leichtathletik den Ton angeben. – Mehr zum ehedem erfolgreichen Terzett auf Wikipedia durch Anklicken der blau eingefärbten Namen.