14. Weight Pentathlon lockt Athleten/innen aus fünf Nationen an

(Neuhofen an der Krems/Krefeld, 25. Juni 2020) Mit einer gehörigen Prise gutem Willen und Herzblut für die Senioren-Leichtathletik geht in Zeiten wie diesen der Corona-Seuche und den damit inzwischen verbundenen Lockerungsmaßnahmen auch auf dem Veranstaltungssektor wieder etwas. Unsere alpenländischen Nachbarn aus Österreich machen es uns hinauf bis zu nationalen Meisterschaften der Masters vor. Aber auch beim ohnehin völlig problemlos durchzuführenden Wurf-Fünfkampf. Dies bereits am kommenden Samstag mit dem 14.Weight Pentathlon der Sportunion Neuhofen an der Krems, nur wenige Kilometer südlich von Linz. Die schlechte Nachricht: Es herrscht Land unter. Nicht etwa weil die Krems über die Ufer getreten wäre. Vielmehr liegen bereits so viele Meldungen von Athleten/innen aus fünf Nationen vor, dass die Tür für Kurz- und Spätentschlossene zu gemacht werden musste. Glücklicherweise haben auch ohne unser frühzeitiges Dazutun viele davon gewusst, stellen Deutsche, insbesondere aus dem recht nahen Niederbayern, die Majorität der Teilnehmer/innen (siehe Gruppeneinteilung).

Werfer-Fossil Franz Ratzer hob den Wettbewerb aus der Taufe

Die dabei sein werden, dürfen sich freuen. Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien bezeichnet die Anlagen als exzellent, spricht von „den wohl ,schnellsten‘ Ringen in Österreich“ (das sind immerhin vier Disziplinen) und einem wurfaffinen Klub. Kunststück: Sein weithin bekanntestes Mitglied ist Werfer-Fossil Franz Ratzer (*1939), mehrfacher Senioren-Europa- und -Weltmeister bei Stoß wie Wurf. Der urige Franz, auch als Trainer und Kampfrichter im wonnevollen Einsatz, war es zudem, der diesen Vielseitigkeitswettbewerb bei seinem Verein aus der Taufe gehoben hat.

Als Alibi-Funktion Mehrkampf-DM als kleinstmöglicher Nenner

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Zella-Mehlis/Krefeld, 24. Juni 2020)
Na, da schau her! Der ansonsten insbesondere bei den „ewigen Talenten“ in seiner Kommunikation ausgesprochen träge bis nicht stattfindende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) reagierte für seine Verhältnisse ausnahmsweise mal einigermaßen zeitnah. Bei den präsidialen Sandkastenspielen vom vorigen Freitag und der Ankündigung von vorgestern „einer Wiederaufnahme des deutschlandweiten Wettkampf-Betriebs“ fiel auch ein Brosamen vom Tisch des Herrn für die Ü35-Generation ab. Als Alibi-Funktion des kleinstmöglichen Nenners auf dem Meisterschaftssektor wurde gestern im Laufe des Tages auf der Verbandsnetzseite mitgeteilt, dass die Senioren-DM im Mehrkampf am 22./23.August 2020 im thüringenschen Zella-Mehlis stattfinden soll (noch nicht unter Meisterschaften 2020 aufgeführt).
Das wäre im Übrigen der ursprüngliche Termin und Schauplatz für die DM im Wurf-Fünfkampf gewesen, die vollkommen problemlos hätte durchgeführt werden können, aber offenbar entgegen beim Kugel-Cup in Neustädt aufgeschnappten anderslautenden Insider-Gesprächen überhaupt nicht mehr zur Debatte steht. Wieso eigentlich? Wo bleibt der völlig ungerechtfertigt mit Lobhudeleien überschüttete, in der Szene jedoch höchst umstrittene BAS-Vorsitzende Ralf Hafermann aus Ohrdruf in Thüringen? Der Mann ist in Wirklichkeit ein Verhinderer ohne gleichen und wird zum Messias hochstilisiert. Lächerlich! 

Wie soll ein kontaktfreier 1.500-m-Lauf gewährleistet werden?

Doch zurück zur missratenen Planung des Präsidiums und dem Ergebnis daraus. Die Verantwortlichen des Verbandes hatten sich praktisch selber auf die Mehrkampf-DM festgenagelt, da sie sich bei ihren Überlegungen (eine kühne Bezeichnung) eine von Unkenntnis der Diszipline
n geprägte peinliche Verwechslung mit dem Vielseitigkeitswettbewerb der Werfer/innen leisteten (wir berichteten).
Wie die Crew um den Veranstaltungsleiter Dieter Tisch (im Bild) die Kuh vom Eis bekommen will, einen kontaktfreien abschließenden 1.500-m-Lauf beim Internationalen Fünfkampf zu gewährleisten, ist bislang offen geblieben. Diesbezüglich dürfte noch so manche Bastelstunde nötig sein. Doch darüber sollten die startwilligen männlichen Aktiven indes alsbald informiert werden, hängt davon sicherlich so manche Meldung oder im Zweifel ein Verzicht ab.
Außerdem haben alle Solisten, selbstverständlich auch die Wurf-Fünfkämpfer und DAMM-Enthusiasten, ein Recht darauf zu erfahren, weshalb ihre Meisterschaften ausgespart werden und wieder einmal bei der stärksten Fraktion der Dachorganisation mit zweierlei Maß gemessen wird.
Ein frommer Wunsch, ich weiß. So viel Chuzpe hat da niemand klipp und klar zu sagen, dass ihnen die Senioren/innen so was von am Allerwertesten vorbei gehen. Bei anderen Nationen haben deren „Masters“ einen größeren Stellenwert (siehe gestrigen Beitrag).

Ach so innovative und kreative DLV gerät ins Kreuzfeuer der Kritik

(Darmstadt/Braunschweig/Krefeld, 22. Juni 2020) Wenngleich die Leichtathleten der verschiedenen Spezies von Lauf, Sprung und Wurf nicht im selben Boot sitzen, so rudern sie doch auf demselben See. Insofern wäre/ist Solidarität und Loyalität angezeigt, statt sich selbst der Nächste zu sein. Und wo bleibt der nach seiner Eigendarstellung ach so innovative und kreative Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinen über 50 hauptamtlichen Mitarbeitern (O-Ton Präsident Jürgen Kessing) sowie vielen Honorarkräften und Ehrenamtlichen? Er gerät zu seiner abgespeckten DM der Männer/Frauen Anfang August in Braunschweig in einem großen Beitrag der Stuttgarter Nachrichten verdientermaßen ins Kreuzfeuer der Kritik (siehe Link).

Senioren/innen schlucken jede Kröte

Das bedarf keiner weiteren Erläuterung. Kehren wir also vor der eigenen Türe und werden in der Bildsprache tierisch. Denn nach den Senioren/innen kräht kein Hahn. Stand jetzt wird es im Jahr eins von Corona bei ihnen keine Deutschen Meisterschaften geben, verkommt die mit rund der Hälfte aller knapp 800.000 Mitglieder stärkste Fraktion im Verband zur Diaspora, zum Niemandsland. Aber die Talente von gestern und vorgestern schlucken jede Kröte, lassen sich zum Affen machen, statt auf die Barrikaden zu gehen und ihrem Unmut lauthals Luft zu verschaffen. Das sind die Momente, in denen ich mich allen Ernstes frage, für was und wen ich mich in Geschäftsführung ohne Auftrag eigentlich ins Zeug lege? Wenn wenigstens noch Eigennutz dabei wäre, wie bei viel zu vielen eitlen Amtsinhabern und Spesenrittern. Nicht mal das.

BAS nicht mehr als ein Marionetten-Theater

Und was machen eigentlich die gewählten Interessenvertreter der Ü30-Generation und der Bundesausschuss Senioren (BAS)? Das bleibt im Dunkeln. Der DLV mit seinem restlos unterbelichteten Informationsgebaren wird einen Teufel tun, das auf seiner Netzseite transparent zu machen. Allerdings sind sie allesamt ohne Sitz und Stimme in irgendeinem Gremium nicht mehr als ein Marionetten-Theater. Ein weiterer Aufreger. Doch siehe weiter oben.

Trotz allgemeiner Corona-Seuche andere Länder, Sitten und Gebräuche

(St.Pölten/Zagreb/Pacov/Budapest/Kolin/Krefeld, 23. Juni 2020) Überall dieselbe Seuche, doch im Umgang mit Corona andere Länder, Sitten und Gebräuche. Während der restlos überforderte Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt seine Altersriege mit der größtmöglichen Geringschätzung behandelt und sie lediglich als willkommenes Zahlvieh sieht, wird um uns herum in Europa eben doch einiges stattfinden. Und das macht es bei wieder geöffneten Grenzen für die gemeinhin reiselustigen „Germanen/innen“ zusätzlich interessant: Denn diese nationalen Titelkämpfe sind ausnahmslos offen ausgeschrieben und ließen sich auch touristisch verquicken. Von den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften am 19./20.September 2020 in St.Pölten in der Nähe von Wien haben wir zuletzt am 09.Juni 2020 in einem eigenen Beitrag angemessen berichtet. Aber andere Mütter haben auch hübsche Töchter oder Söhne, je nach Blickwinkel.
Als da wären – in zeitlicher Reihenfolge – die Masters-Titelkämpfe von Kroatien am 04.Juli in Zagreb, von Tschechien am 29.August in Pacov im Bezirk Pelhrimov (Südböhmen)
und von Ungarn am 06.September 2020 in deren äußerst sehenswerten Metropole Budapest. Und noch ein Schmankerl für die Vielseitigen unter unserer originären Klientel, den Werfern: die tschechischen Meisterschaften im Wurf-Fünfkampf am 15. August 2020 in Kolin.
Bei Interesse sind weitere Informationen über die auf der EMA-Netzseite hinterlegten Kontaktdaten der nachfolgend verlinkten jeweiligen Landesverbände von Kroatien, Tschechien (siehe auch Ausschreibung) und Ungarn einzuholen.

Klaus Albers warf mit 18,76m deutschen Rekord im Gewichtwurf der M80

(Bremerhaven/Flensburg/Freiberg/Krefeld, 21. Juni 2020) Ganz dem Ereignis angemessen, stellte Werfer-Urgestein Klaus Albers (*12.01.1940) aus Bremerhaven am früheren „Tag der Deutschen Einheit“ (17.Juni) in seiner Heimatstadt einen lupenreinen neuen deutschen Rekord als bereits 80-Jähriger mit 18,76m im Gewichtwurf der M80 auf. Die bisherige Bestmarke (18,50m) war fast fünf Jahre im Besitz von Peter Speckens (*1935) aus Übach-Palenberg bei Aachen, den der im Vorjahr verstorbene Wurf-Allrounder anlässlich der Senioren-WM im August 2015 in Lyon (Frankreich) aufgestellt hatte.
Der Klaus von der Waterkant bewies damit auf besonders eindrucksvolle Weise, dass man(n) auch gestärkt aus der durch Corona bedingten längeren zwangsweisen Wettkampf-Pause zurückkehren kann. Genau genommen hat er seinen eigenen Rekord verbessert. Denn im dritten Versuch hatte er schon 18,56m erzielt, die er im fünften Durchgang auf jene 18,76m steigerte. Aber das spiegelt ein Rekordprotokoll nicht wider. Dafür sind wir vom Fach ja da.

Mordhorst und Maryniak über 50 Meter Diskus

Wenngleich nicht auf diesem ganz hohen, mit einem nationalen Rekord gekrönten Niveau, gibt‘s dafür speziell bei Stoß und Wurf noch weitere Beispiele. Nicht von ungefähr. Schließlich konnte hier bei lange geschlossenen Sportanlagen auch von einem asphaltierten Wirtschaftsweg auf eine Wiese, so denn keine Kühe in der Nähe waren, gestoßen und geworfen werden. Ob das auch die starken Diskuswerfer Ralf Mordhorst (*1973/M45) vom LC Lübeck und Helmut Maryniak (*1968/M50) vom LAC Passau so praktiziert haben, wissen wir zwar nicht. Doch bekannt ist, dass die schon bei der Winterwurf-DM 2020 in Erfurt aufgetretenen Recken (48,39 respektive 54,08m) zum verspäteten eigentlichen Einstand in die Freiluftsaison respektable Weiten erzielten. Der Lübecker Agrar-Ökonom warf in Flensburg die 2-Kilo-Scheibe gar auf 50,69m und der fünf Jahre ältere Niederbayer das 500 Gramm leichtere Gerät im sächsischen Freiberg auf 51,84m. – Weitere Resultate von Wiederbeginn-Veranstaltungen landauf, landab unter ladv.de.
Und nicht zu vergessen, da es zum Tag passt: Viel Spaß an der Freud' bei was auch immer zum heutigen kalendarischen Sommeranfang!