Gemischte "Raubtiergruppen" sind der Leistungskiller schlechthin

Kolumne

Moment mal

(Erkelenz/Kr
efeld, 03. Mai 2019) Was du heute kannst besorgen, verschiebe getrost auf überübermorgen. Das scheint die Devise von so manchen Leichtathletik-Veranstaltern quer durch die Nation zu sein, was die Ergebnisübermittlung angeht. Sehr zum Ärgernis von ganz allgemein Interessierten und erst recht (semi-)professionellen Berichterstattern. Ohne Resultate logischerweise ein Unding. Und ein Online-Medium ist nun mal kein digitales Wochenblatt, noch weniger ein Monatsmagazin. Das hat schließlich auch etwas mit der eigenen Glaubwürdigkeit zu tun, ständig hinter der Musik her zu laufen. Was wir selbstverständlich nicht machen. Genau deshalb musste es zum besseren Verständnis für unsere Stammbesucher, im Idealfalle auch die verantwortlichen Macher, noch mal erwähnt werden. Denen ins Gebetbuch: Da es ohnehin erledigt werden muss, sinnvollerweise gleich nach Abschluss des Meetings.

Aktive sollten nicht jede Kröte schlucken und ihren Unmut äußern

Aber noch schlimmer geht immer. Nämlich dann, sollte es bereits vorher obendrein gewaltig an einer vernünfti
gen Zeitplan-Gestaltung bei Stoß und Wurf gehapert haben. Wenn schon von der U16 bis zu den Senioren beim Kugelstoß (23 Teilnehmer) und Diskuswurf dieselben Startzeiten ausgewiesen sind, ist äußerste Vorsicht geboten, sollte tunlichst von einer Meldung Abstand genommen werden. Manche tappen aber doch arglos und gutgläubig in die Falle, wie Rolf Griesberg und Willi Mandt (beide M65) vom TV Bedburg. Beim April-Sportfest in Erkelenz sind im Diskuswurf der M14 bis 85 ursprünglich 25 Gemeldete in einem Wettbewerb zusammengefasst worden. Einige verzichteten „dankend“, letztlich gingen bei Kühle und Regenschauern 19 wackere wasserdichte Aufrechte ans Werk, das mit dem Einwerfen über zwei (!) Stunden angedauert hat. Ein zusätzlicher Leistungskiller zum Wetter. Übrigens hinsichtlich unzumutbarer gemischter „Raubtiergruppen“ ein exemplarisches Beispiel und beileibe kein Einzelfall. Nebenbei bemerkt ist streng genommen ein durchgängiger Wettbewerb mit verschiedenen Gerätegewichten (hier 1, 1,5 und 2 kg) nicht zulässig.

Organisatoren des Klubs gelobten Besserung
 
Willi Mandt ließ uns als Interessen-Vertretung der Werfer/innen wissen, dass er den Klub in einer ausführlichen Mail auf die Missstände hinwies und an ein Umdenken appellierte. Immerhin bekam er vom zuständigen Abteilungsleiter eine zeitnahe Antwort mit dem Versprechen, es bei den nächsten Wettkampfplanungen berücksichtigen zu wollen.
Allen anderen potenziellen Zeitplan-Verunstaltern zur Nachahmung empfohlen. Jetzt muss es „nur“ noch überall umgesetzt werden. Schau’n wir mal, dann sehen wir es.

Etikettenschwindel bei der Veröffentlichung von DAMM-Ergebnissen

(Allendorf/Krefeld, 02. Mai 2019) Wenn nicht drin ist was draufsteht, nennt sich das schlechterdings Etikettenschwindel. Wobei es in diesem konkreten Falle sogar tiefgestapelt war. Wie LAMPIS durch einen Hinweis aus erster Hand erfahren hat, wurden durch die gastgebende LG Eder vom DAMM-Qualifikationsdurchgang in Allendorf ursprünglich falsche und in unserem seinerzeitigen Beitrag verlinkten Gesamtstände veröffentlicht (inzwischen korrigiert). Dadurch zustande gekommen, dass bei den abschließenden 4 x 100-m-Staffeln bei der automatisierten Punkterechnung die Altersfaktoren nicht berücksichtigt wurden. 
Allerdings gibt es noch, ebenfalls vom (unvollkommenen) Dienstleister SELTEC, unter Laportal gleichzeitig eine zweite, fast richtige Version. Da können sie, wie schon früher von uns konstatiert, freilich nur Kommata, werden die Endresultate in einem Tausendstel vom tatsächlichen Wert dargestellt. Im Klartext: 9,390 (ohne Punkte dahinter), statt 9.390 Punkte. Deshalb von uns der direkte Vergleich von Original und Fälschung: W40: TSV Korbach 5.742 Punkte (zuvor 5.641), LC Paderborn 5.738 P. (5.634);
M50: LG Eder 9.390 P. (9.149).
Und die Moral von der Geschicht': Traue keiner Statistik, die nicht von dir selber gefälscht worden ist.

Jana Müller-Schmidt steigerte deutschen W55-Rekord mit 4-Kilo-Kugel

(Bremen/Krefeld, 30. April 2019) Was ihr beim Werfertag an Karsamstag in Lübeck mit 12,30m noch knapp verwehrt blieb, holte Kugelstoßerin Jana Müller-Schmidt (*1964) von der SG Osterholz eine Woche später in Bremen beim 54. Werfertag des TuS Huchting nach. Die „Pech-Marie“ der WM von Torun (wir berichteten) verbesserte den fast 28 Jahre alten deutschen W55-Rekord (12,40m) von Sigrun Kofink (*1935) von der LG Tübingen mit der 4-Kilo-Kugel auf 12,58m. Das gelang ihr im finalen sechsten Versuch, nachdem sie im dritten Durchgang bereits die alte Rekordmarke um einen Zentimeter übertroffen hatte. Nächstes Ziel der Hallen-Weltranglistenersten 2019 in der W50 (14,56m) dürfte sein, Kofink auch den Freiluft-Rekord (14,47m) mit der altersgemäßen „Dreier“ abzunehmen. Bei der W50 hält sie mit 15,00 und 12,98 Meter beide Bestwerte.
Ein starkes Resultat bot auch Jung-Fünfzigerin und Lokalmatadorin Dagmar Suhling (*1969) mit 4.225 Punkten im Wurf-Fünfkampf der W50. – Alle Ergebnisse unter diesem Link.

Arbeitsfreie "Tag der Arbeit" nicht mehr hohe Fest der Leichtathletik

(Krefeld und die Republik, 01. Mai 2019) Früher war mehr Lametta! Nein, es ist natürlich nicht schon wieder Weihnachten. Dieser Loriot-Spruch ist lediglich als rhetorische Ouvertüre das Synonym dafür, dass ehedem für die werktätige Bevölkerung der arbeitsfreie „Tag der Arbeit“, eben der 01.Mai, aber auch die (Un-)Ruheständler, zugleich der hohe Festtag der Leichtathleten war. Vergangenheit halt. Aus und vorbei! Jahr für Jahr brechen aus vielfältigen Gründen immer mehr Veranstaltungen weg. Und Besserung ist nicht in Sicht, da nahezu keine neuen Sportfeste und Werfertage hinzukommen, um diese Lücken zu schließen.

Einstige Angebotspallette ist längst passé

Bezogen auf den Mai-Feiertag konnte man sich dereinst in einem Radius von etwa 50 bis 80 Kilometern aus einer Angebotspallette das Meeting seines Vertrauens aussuchen. Heutzutage sind es bundesweit vielleicht noch zehn Sportfeste die wirklich für Lauf, Sprung und Stoß/Wurf sowie für alle Klassen, also auch Senioren/innen, etwas im Portfolio haben. Aufgemacht am eigenen Beispiel, so ich den noch ein Stück Eisen wegstoßen wollte, müsste ich nunmehr hunderte Kilometer zu einem Wettkampf fahren. Eines unschönen Tages dürfte es schwierig werden, sich mangels Möglichkeiten im zumutbaren Rahmen überhaupt noch für Meisterschaften zu qualifizieren.
Quo vadis? Wohin gehst du, ehemals glorreiche Leichtathletik? Ganz zu schweigen von in Spitze und Breite stetig sinkendem Niveau.

Schwache Endresultate zum Saison-Auftakt bei der DAMM

(Allendorf/Krefeld, 29. April 2019) Aller Wiederanfang ist schwer. Erst recht so früh in der gerade mal begonnenen Freiluftsaison und dazu in einem Mannschaftswettbewerb, bei dem tunlichst alle Aktiven schon einigermaßen in Form sein sollten.  Es sei eingeräumt, dass aus der Fernsicht zwangsläufig nichts zu den äußeren Bedingungen ausgesagt werden kann. Festgemacht an den nackten Resultaten waren die Punktzahlen beim Qualifikationsdurchgang zur Team-DM geheißenen Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) vorigen Samstag im hessischen Allendorf jedoch insgesamt enttäuschend.
Einigen guten Einzelleistungen standen in Summe erschreckend schwache Mannschaftsergebnisse der drei gestarteten Teams zu Buche. Der Zweikampf in der W40 zwischen dem TSV Korbach (5.641 Punkte) und DAMM-Neuling LC Paderborn (5.634) kommt bei einem Unterschied von lediglich sieben Zählern zwar sehr spannend daher. Doch für einen Finaleinzug dürfte das gemessen am Vorjahr (Rang sechs 5.846 P.) nicht reichen. Korbach war seinerzeit bis dahin übrigens mit 6.260 Punkten Ranglisten-Erster.

LG Eder stürzte in der M50 um 1.042 Punkte ab

Das traf auch 2018 auf die M50 der gastgebenden LG Eder (10.191 P.) zu, die nunmehr mit 9.149 Punkten regelrecht abstürzte. Allein daran, dass sie konkurrenzlos waren und buchstäblich im eigenen Saft schmorten, dürfte es nicht gelegen haben. Ein Manko von 1.042 Punkten kommt ja fast schon zwei Totalausfällen gleich, die es indes personell nicht gab. Es darf gemutmaßt werden, dass nicht überall die erste Garnitur zur Verfügung gestanden hat.
Mit den nachfolgenden Verlinkungen geht es zu den Ergebnissen von Allendorf und zur vorjährigen DAMM-Rangliste vor dem Finale.