8.197 Gemeldete bei der Senioren-WM, darunter 614 Germanen

(Jülich/Darmstadt/Krefeld, 31. Juli 2018) Darf’s ein bisschen mehr sein, hieß es früher während meiner Kindheit – lang, lang ist es her – in Tante-Emma-Läden gleich um die Ecke. Heutzutage machen sie es beim Lebensmittel-Giganten EDEKA auf das Gramm genau. Derweil ist bei den einschlägigen Senioren-Netzseiten außer uns Stochern im Nebel angezeigt, wenn es um Zahlenwerke geht. So auch wieder bei den Meldezahlen für die 23.Senioren-Weltmeisterschaften vom 04. bis 16.September 2018 im wahrscheinlich brüllend heißen spanischen Málaga. Da wird aus mehr „ungefähr“ mit den Worten: „knapp“, „über“, „etwa“ und sonstigem halbgaren Unsinn. Beim in eine Sinnkrise geratenen einstigen Senioren(ver)sprecher Alfred Hermes (Zitat von ihm: „Nur die Möwe kennt schon den Weg“) aus Jülich gipfelt es gar in „fast etwa“. DLV-Öffentlichkeitsarbeiterin Bettina Schardt, als leibhaftige ZDF-Sportredakteurin eigentlich zu Akkuratesse verpflichtet, hat es in der Senioren-Spielecke mit „über“ und „mehr als“ ebenfalls mit Beliebigkeit. Feststehende, unumstößliche Zahlen sollten auch als solche erkannt und genannt werden. Basta!

Ein Unvollendeter von einer Fachfrau

Einen unvollendeten Satz gibt es bei Fachfrau Schardt auch noch zu bestaunen: „Insgesamt haben sich bis zum Meldeschluss am 11.Juli Seniorensportler angemeldet.“
Das darf bei einer Meisterschaft ab 35-Jähriger schlicht vorausgesetzt werden. Aber wie viele waren es denn nun, bitte schön?
Nicht verzagen, LAMPIS fragen: 8.197 Athleten/innen aus 101 Ländern haben ihre Willenserklärungen für mindestens einen Start abgegeben. Darunter befinden sich 614 Germanen, die hinter Gastgeber Spanien (1.792) und Großbritannien (704) die quantitativ drittgrößte Mannschaft stellen. Vermutlich unerreicht für immer bleiben bei einer internationalen Meisterschaft im europäischen Ausland jene 878 „Krauts“ bei der Stadion-WM 2007 in Riccione an der italienischen Adriaküste.
Noch ein wenig Klatsch und Tratsch zum Thema in einer Kolumne im Schaufenster Flurfunk.

Margit Jungmann tritt vom Amt als BAS-Vorsitzende zurück

(Darmstadt/Rehlingen/Krefeld, 30. Juli 2018) LAMPIS-Leser wissen nicht nur mehr, sie wissen es vor allem eher. Mitunter sogar sehr viel eher, wie im noch zu schildernden konkreten Falle. Die Senioren-Spielecke auf der DLV-Netzseite berichtete gestern am hochheiligen Sonntag, dass „Verbandsoberschwester“ Margit Jungmann aus Rehlingen mit Wirkung zum 31.August 2018 als Vorsitzende des Bundesausschuss‘ Senioren (BAS) zurücktreten wird. Bereits in einer Kolumne vom 04.April 2018 mit dem Arbeitstitel „Womöglich großes Stühle rücken beim Personal-Roulette im BAS“ stellten wir dieses Szenario in Aussicht. Nun machte es „uns Margit“ also amtlich. An ihren Beweggründen gibt es nichts herumzumäkeln. Eigene Gedanken dazu, was sich bei der Ämterhäufung großartig ändern soll, wenn aus der bisherigen Vizepräsidentin womöglich die Präsidentin der WMA werden sollte, sind schon noch erlaubt.

Es bleibt spannend beim Personal-Bingo

Zunächst wird Ralf Hafermann, der für Gisela Stecher neue Fachleiter Wettkampforganisation, diese (Papiertiger-)Position kommissarisch übernehmen. Der sich große Hoffnungen darauf machende Sprecher des Landes-Seniorenwarte, Hans Schmidt aus Menden, muss folglich noch ein bisschen mit den Hufen scharren. Ebenso dessen westfälischer Landsmann Eberhard Vollmer, der wiederum Schmidt beerben möchte. Es dreht sich also noch, dass von uns beschriebene Roulette.
Auch für Jungmann. Denn ein Selbstläufer wird das beileibe nicht, die Nachfolge des Australiers Stan Perkins auf der Kommandobrücke des Senioren-Weltverbandes World Masters Athletics (WMA) bei den Wahlen im September während der WM im spanischen Malaga anzutreten. Immerhin gibt es mittlerweile neben Gary Snyder (USA) mit dem Finnen Vesa Lappalainen einen dritten Kandidaten um die Würde und Bürde dieses höchsten Ehrenamtes (wir berichteten) bei den ewigen Talenten von gestern, vorgestern und noch früher.
Es bleibt mithin auch abseits der Wettkampf-Anlagen beim lange noch nicht beendeten Personal-Bingo spannend.

Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf lockt 199 Startwillige an

(Zella-Mehlis/Krefeld, 28. Juli 2018) …und der Gewinner ist: Die Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf am 04./05.August 2018 in der Arena „Schöne Aussicht“ in Zella-Mehlis. Sie stellt vom Meldeergebnis die Mehrkampf-DM an selber Stelle von Mitte Juli klar in den Schatten. Diesmal sind es allein bei den Männern mit 141 Gemeldeten exakt genauso viele, wie in Summe beim herkömmlichen Fünfkampf. Dazu gesellen sich noch 58 Frauen, macht per Saldo 199. Das sind mehr als im Vorjahr (182), aber weniger als beim Melderekord 2016 (213). Manche  Alleskönner/Innen von eigenen Gnaden nehmen sich beide Vielseitigkeitswettbewerbe unter die Sohlen mit und ohne Spikes. Sie hätten im schönen Thüringen gleich verbleiben und Urlaub machen können. Mit Training, versteht sich.

Norbert Demmel der wohl kompletteste Wurf-Allrounder

Aber machen wir uns nix vor: Die wirklichen Wurf-Allrounder männlich und weiblich mit mindestens vier ausgewogenen Leistungen lassen sich an den Fingern von zwei Händen abzählen. Wohlwollend bemessen. Das ist ziemlich weit vorneweg Norbert Demmel (*1963) vom TSV Unterhaching, der seit Mai 2016 aktuelle Weltrekord-Inhaber der M50 mit 4.696 Punkten. Und nun wird’s interessant. Denn der Fitness-Studioleiter aus München wird, so er wieder fit ist (bei der Einzel-DM in Mönchengladbach war er verletzt), erstmals in der M55 auf Punktjagd gehen. Die Bestmarken von national über Europa bis global liegen sehr dicht beisammen: Klaus Liedtke (SuS Schalke 96) 4.745 Punkte, Arild Busterud (Norwegen) 4.777 und Burton Haupt (Südafrika) 4.800. Ein Selbstläufer wäre eine wie auch immer geartete Rekordverbesserung nicht, aber denkbar ist es allemal.

Alterspräsident ist der 90-jährige Horst Fuhrmann

Noch ein bisschen Zahlenarithmetik: Bei den Senioren sind zwölf Klassen von M 35 bis 90 besetzt. Die meisten Startwilligen sind mit 19 in der M70 zu verzeichnen, gefolgt von der M50 (18), M60 (17) und, sehr bemerkenswert, der M80 (16). Alterspräsident ist der nachvollziehbar konkurrenzlose Horst Fuhrmann (*1928) vom TuS Dippoldiswalde in Sachsen. Die W50 schießt zumindest quantitativ mit 13 Gemeldeten den Vogel ab. Zweistellig geht es nur noch in der W45 und 55 (je 10) zu. Brita Kiesheyer (*1937) vom CSV Krefeld, schon Deutsche Meisterin im Fünfkampf der W80, schließt als „Stubenälteste“ den Reigen.
Ehe wir in der kommenden Woche noch eine weitere Vorschau veröffentlichen, geht es blau eingefärbt zur Meldeliste im üblichen SELTEC-Durcheinander. Wann haut der Software-Anbieter aus Bad Vöslau in Österreich bei den angeblich inkompetenten Anwendern, die seinen Ruf beschädigen, mal endlich auf die verschiedenenn Tische? Jedenfalls werden wir nicht müde, immer wieder in die selbe Kerbe zu hauen.

Credo: Mit viel Unterhaltungswert informieren, kommentieren, glossieren!

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Latsch/Krefeld, 29
. Juli 2018) Vordergründig sind wir nicht Beifall heischend unterwegs. Vielmehr geht es uns darum zu informieren, kommentieren und glossieren. Das, wo es geboten erscheint, mit einer gehörigen Portion Wortwitz, einer Prise Ironie und Bildsprache, damit es neben dem Hauptanliegen des Dreiklanges von Zahlen, Daten, Fakten möglichst unterhaltenden Charakter hat. Einen bisschen Spaß soll schließlich auch beim Lesen aufkommen. Dass unsere Themen häufig mit Kritik verbunden sind, die nicht automatisch negativ sein muss, liegt schlicht in der Natur der Sache. Aber wir, das sind die Gastautoren und der in der Autorenzeile genannte LAMPIS-Betreiber als verantwortlicher Redakteur, pflegen uns stets und stringent an unumstößlichen, knallharten Fakten zu orientieren. Das macht uns unangreifbar, wie die mittlerweile fast neunjährige Vergangenheit in jetzt exakt 3.511 Beiträgen in den sieben verschiedenen Schaufenstern gelehrt hat.

Quizfrage: Was ist Defätismus?

Es liegt gleichfalls in der Natur, dass das dennoch nicht immer allen gefallen kann, soll und muss. Die Rückmeldungen halten sich ungeachtet dessen im sehr überschaubaren Rahmen, wobei sich Lob und Tadel sogar in etwa die Waage halten. Wiewohl grundsätzlich betrachtet eher jemand seine Tastaturfinger und seinen mehr oder weniger ausgeprägten Verstand bemüht, wenn er sich durch irgendetwas beschwert fühlt. Unlängst schrieb einer, dass er unseren „Defätismus“ beklage. Gebe frank und frei zu, bei aller von Dritten bescheinigten Sprachbegabung dieses Wort weder jemals gehört, noch gelesen zu haben. Mein Fremdwörterbuch vom Duden-Verlag wusste indes Rat, beschreibt es zunächst als vulgärsprachlich, bedeutet Mut- und Hoffnungslosigkeit. Da wollte also einer ganz schlau sein, hat seine Sicht der Dinge jedoch buchstäblich exklusiv. Dabei hätte er im Vorlauf seiner einsamen Feststellung seinen Stil, Anstand und seine Manieren hinterfragen sollen. Auf eine Glückwunschmail zeigte er nämlich keinerlei Reaktion.

Zunehmende Verrohung der einstmals guten Sitten und Gebräuche

Überhaupt stelle ich im täglichen Umgang miteinander eine zunehmende Verrohung der einstmals guten Sitten und Gebräuche fest. In dieser Hinsicht könnte ich sehr prominente Beispiele nennen. Damit ich mich nicht dem Geruch aussetze, selber so zu handeln, was ich bei anderen bemängele, lasse ich die Namen weg (siehe auch oben). Mit einer rhetorischen öffentlichen „Hinrichtung“ trete ich nicht nach. Es reicht mir völlig, wenn die Gemeinten womöglich diese Kolumne lesen und sich an ihre Nase gefasst fühlen.

Applaus das imaginäre Brot des Künstlers

Vorausgeschickt, dass sich keiner für auf LAMPIS Erschienenes bedanken muss. Schließlich dient es in erster Linie der Information und Erbauung der Leser/innen. Und doch freut es nach der allzu menschlichen Eigenschaft den jeweiligen Verfasser, wenn es bisweilen eben doch geschieht. Applaus ist schließlich das imaginäre Brot des Künstlers. Nicht einmal zu weit her geholt. Als freiberuflicher Sportjournalist steht einem das Beitrittsrecht zur Künstlersozialversicherung (KSV) in Wilhelmshaven zu.
Aber konkret: Auf unseren Beitrag „Norbert Pixken sei Dank: Ein toller Tipp für Training und Tourismus“ vom 25.Juli 2018 erhielten wir eine Mail vom Sportforum Latsch (Inhalt gekürzt wiedergeben): „Vielen Dank für diese tolle Werbung! Es freut uns sehr, wenn Sie Latsch so lobend erwähnen.“ Unisono äußerte sich Hotelier Hans Tappeiner vom „Sonnenhof“ und Wurf-Allrounder Rainer Horstmann vom TSV Kirchlinde für die grandiose Empfehlung der Marktgemeinde im Vinschgau als Symbiose von Trainingsaufenthalt gepaart mit touristischem Vergnügen. Nunmehr sagen wir als Internetportal von, aber nicht nur fü
r Senioren-Werfer/innen artig Danke!
In diesem Sinne einen erholsamen Sonntag und eine ereignisreiche 31.Kalenderwoche im heißesten deutschen Sommer seit 2003! Oder in Anlehnung an unsere eidgenössischen Nachbarn: Hopp schwitz, immer schön tapfer bleiben und gaaanz viel trinken, wie der einstige Wetter(knall)frosch, Wasserstandsmelder und DLV-Chefliterat Karl-Heinz „Flunker“ Flucke (im Bild) zu konstatieren pflegte.

Abschiedsgala für Robert Harting in seinem sportlichen Wohnzimmer

(Darmstadt/Berlin/Krefeld, 27. Juli 2018) Es gab viele Zweifel und Zweifler (wozu LAMPIS nachweislich nicht gehörte) an einer Nominierung von Diskuswurf-Gigant Robert Harting vom SCC Berlin. Sie alle sollten sich gründlich geirrt haben. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) veröffentlichte irgendwann am Mittwoch auf seiner Netzseite das aufgeblähte 128-köpfige Rekord-Aufgebot, das größte in der Geschichte, wie er anmerkte, für die Europameisterschaften der Männer/Frauen vom 06. bis 12.August im Berliner Olympiastadion. Das war dem angesehenen Sportinformationsdienst (SID) allerdings nicht eine Silbe wert. Vielmehr ließ er über seinen Ticker in einem Solo über 25 Zeilen verlauten, das auch Harting der Ältere in seiner Disziplin zusammen mit seinem jüngeren Bruder Christoph und Daniel Jasinski aus Wattenscheid das hochkarätige deutsche Diskus-Terzett stellt.

Einen Ausstand nach Maß vor heimischer Kulisse

Alles andere wäre auch bei allen womöglich zwischen dem Routinier und Martin Wierig vom SC Magdeburg angestellten Sandkastenspielen sehr schwer bis überhaupt nicht vom DLV vermittelbar gewesen. R.H. ist schließlich die derzeit schillerndste Figur der deutschen Leichtathletik-Szene, die aktuell erfolgreichste obendrein. So fällt für den bald 34-Jährigen bei diesem exponierten Ereignis also bei seiner Abschiedsgala der Vorhang hinter eine grandiose Karriere, in der er auch Olympiasieger 2012 und „ganz nebenbei“ dreimal in Serie von 2012 - 2014 Deutschland Sportler des Jahres wurde (siehe Foto). Und als riesiges Sahnehäubchen auf die Ausstandstorte in seinem sportlichen Wohnzimmer vor heimischer Kulisse. Just da, wo er 2009 zum ersten, aber nicht letzten Mal Weltmeister geworden ist.

Mit pflaumenweicher Formulierung riesigen Kader gerechtfertigt

Allein für ihn werden zig-tausende Zuschauer kommen und garantiert nicht wegen der drei männlichen 3.000-Meter-Hindernis(mit)läufer, die bei der DM in Nürnberg knapp schneller waren als in etwa gleichzeitig die Kenianerin Beatrice Chepkoech bei ihrem Weltrekord von 8:44,32 Minuten in Monaco. Nur ein Stichwort zum überbordenden Kader. Aber Kassensturz wird bekanntlich stets hinterher gemacht. Wobei wir den Leitenden Sport-Direktor Idriss Gonschinska mit „aus meiner Sicht ambitionierten Team“ beim Wort nehmen werden. Obwohl diese pflaumenweiche Formulierung dehnbar ist wie ein Kaugummi.