Roland Wattenbach geht diesmal als Veranstalter in den Ring

(Bad Honeff/Krefeld, 03. Juni 2014) Wenn nicht wir, wer dann?! Ehrensache, dass wir die Veranstaltung eines Mitgliedes von Lampis werberisch unterstützen. Kugelstoß-Spezialist Roland Wattenbach (im Bild) von der LG Siebengebirge, der bei unserem Meeting an Christi Himmelfahrt und jüngst bei den Nordrhein „Open“ in Aachen jeweils die M 55 gewann, geht nunmehr als Chef-Organisator in den Ring. Nach der von anerkennendem Applaus der Beteiligten bedachten vorjährigen Premiere des Joseph Bellinghausen Cups, mit der ehemaligen Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius aus Leverkusen als gefeiertem Ehrengast, erlebt dieses lupenreine Werfermeeting am kommenden Pfingstsamstag seine zweite Auflage. Auf dem Programm (Beginn 12 Uhr) stehen Kugel, Diskus, Speer mit Altersklassen-Wertung ab M/W 30. Für die beste Tagesleistung ist ein Wanderpokal ausgelobt. Schauplatz ist das Stadion Menzenberg in Bad Honeff. Damit wären wir zugleich beim Stichwort: Das hübsche Kurstädtchen am Rhein eignet sich vor oder nach getanem Handwerk bestens zu einem Bummel mit Einkehrschwung. – Alle weiteren Details zur Veranstaltung unter diesem Link.    

Für die Offenen "Westfälischen" ist heute Meldeschluss

(Gladbeck/Krefeld, 02. Juni 2014) Fast so etwas wie ein Auswärtsspiel haben die allermeisten Einheimischen bei den Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften am 15. Juni 2014 in Gladbeck. Denn die gastgebende Stadt im Ruhrgebiet liegt mal so gerade hinter der Grenze vom Nordrhein zu Westfalen. Eigentlich ein guter Grund für die Nordrheiner, die Etikettierung „Offene“ mit einem Start in diesem schmucken Stadion in unmittelbarer Nachbarschaft eines Naherholungsgebietes (eignet sich prima zum Einlaufen in sauerstoffhaltiger Luft) für sich zu nutzen. Für Werfer/innen ist sogar der Hammerwurf im Programm, was zum Beispiel bei den Nordrhein „Open“ vergangenen Samstag in Aachen nicht der Fall war. Da hielten sich die Gaststarter indes mit 14, davon zehn aus Westfalen, allerdings in sehr überschaubarem Rahmen. All’ jene, die jetzt vielleicht auf den Geschmack gekommen sein sollten, völlig egal woher sie kommen, müssen sich freilich sputen. Denn heute ist unter www.flvw.de im Fenster Leichtathletik Meldeschluss für diese Titelkämpfe. Später wäre es mit Mehrkosten verbunden.

DLV macht auf der Senioren-Spielecke völlig haltlose Versprechungen

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 01 . Juni 2014)
Unternehmen wir wieder einmal unseren – je nach Sichtweise – geliebten oder gehassten virtuellen Rundgang durch die einschlägigen Senioren-Netzseiten. Machen wir den Anfang mit den von Gott begnadeten, vom Himmel gefallenen Kopf- und Handwerkern in der Senioren-Spielecke des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Statt das kleine Startfenster mit einer jeweils aktuellen Anreißmeldung aufzumachen, steht dort vermutlich seit Beginn des Internet-Zeitalters der salbungsvolle Text: „Immer mehr Senioren nehmen an Leichtathletik-Wettkämpfen teil. Das zeigen die Starterfelder der Deutschen Seniorenmeisterschaften, aber auch international der Senioren-Weltmeisterschaften. Auf leichtathletik.de gibt es deshalb eine eigene Senioren-Seite: mit Berichten von den Saison-Höhepunkten, aktuellen News, Terminen, Regeländerungen sowie anderen wissenswerten Dingen aus dem Senioren-Sport.“

Eine fromme Lüge kommt selten allein

Das ist nicht nur eine charmante Übertreibung, das ist schlichtweg eine fromme Lüge. Zunächst einmal völlig los gelöst von Inhalten, gab es im nunmehr abgelaufenen Wonnemonat Mai ganze zehn Beiträge. Bei unserem Nischenengagement hauptsächlich für den Wurf, waren es bei uns derer 42 (!) an der Zahl. Obwohl wir nicht Blinde Kuh spielen und keineswegs so blauäugig sind, dass bei den Senioren ausnahmslos weiße Schafe unterwegs wären, war beim DLV Doping das alles beherrschende Thema. Drei der insgesamt herzlich wenigen Nachrichten beschäftigten sich irgendwie damit. Das sind dann nach Schürmanns Rechenbuch stramme 30 Prozent. Gnadenlos übertrieben. Der gerade begonnene Juni beschert uns gleich die unvermeidliche Anti-Doping-Newsletter. Zugegeben, dass es jetzt ein wenig gemein ist: das ergibt vier aus den letzten elf Beiträgen oder 36,36 Prozent. Möge sich der geneigte Leser die in Anführung gesetzten völlig haltlosen Versprechungen aus Darmstadt noch einmal vergegenwärtigen und dann sein eigenes Urteil bilden. Denn nach dem treffenden Wort für das „Prädikat“ suche ich noch. Selbst das vernichtendste Attribut wäre schamlos geschmeichelt.

EVAA und WMA toppen den DLV noch

Nun kann ich mich kurz fassen: Das lässt sich 1:1 auf die Netzseiten des kontinentalen und globalen Dachverbandes übertragen. Bei der EVAA von wenig viel Selbstdarstellung und –beweihräucherung der Amts- und Würdenträger. Wenn andere einen nicht erwähnen/loben, muss man es halt selber tun. Auf der Seite der WMA findet der geneigte Betrachter im Mai eine karge Meld
ung vor. Sie handelt, na, was wohl (?), von Doping natürlich, womit der DLV bei 100 zu 30 Prozent klar distanziert wird. Immerhin das. Erfreulich indes, dass die Dopingkontrollen bei der Hallen-WM in Budapest negativ ausfielen, was für die Probanden positiv war. Wie viele in welchen Disziplinen müssen mussten, darüber schweigt sich die höchste aller Dachorganisationen freilich aus. Es liegt auf der Hand, dass dies taktische Gründe hat. Allerdings verschweigen wir nicht, dass Multifunktionärin Margit Jungmann aus Rehlingen in ihrer Eigenschaft als Vizepräsidentin für die online-mediale Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist/wäre. All’ jene, die bereits kurz nach ihrer Inthronisierung bei der WM 2013 in Porto Alegre (Brasilien) geunkt hatten, denen darf nunmehr ein feines Näschen attestiert werden. Anders herum wäre fraglos schöner gewesen.

Allzu vornehme Zurückhaltung der Sache nicht dienlich

Allemal eine Bereicherung ist das relativ neue Internet-Portal www.ue30leichtathletik.de vom für den Pulheimer SC startenden Mittelstreckler Alfred Hermes (*1946) aus Jülich. Als studierter Informatiker ein Mann vom Fach, kommt das Erscheinungsbild schon gekonnt daher. Was noch wichtiger ist: es gibt fast jeden Tag irgendetwas Neues, die Nachrichten sind meist aktuell und informell. Wo Licht ist, kann der Schatten nicht weit sein. Ein Manko aus meiner, logischerweise nicht allgemein gültigen Sicht: bei dem unausweichlichen Interessenkonflikt, dem er als Seniorensprecher in der Zusammenarbeit mit dem nationalen Verband ausgesetzt ist, geht es in der nicht vorhandenen Konfrontation allzu diplomatisch zu.  Es dürfte ja ruhig sachliche Kritik sein, von der es mehr als genug geben würde und gegen die niemand etwas einwenden könnte. Duckmäusern war einer gemeinsamen Sache noch nie dienlich.
In diesem Sinne einen schönen (Rest-)Sonntag und eine ereignisreiche vorpfingstliche 23. Kalenderwoche!
  
   

Wolfgang Ritte steigerte den Zehnkampf-Weltrekord um 16 Punkte

(Stendal/Krefeld, 01. Juni 2014) Es sah bei Halbzeit noch so aus, als würde Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen beim Stendaler Hanse Cup den Weltrekord im Zehnkampf der M 60 (8.107 Punkte) im Beisein des Rekord-Inhabers Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen nach allen Regeln seiner sich nicht auf den Glasfieberstab beschränkenden Kunst pulverisieren. Doch es wurde heute zum Abschluss des Zwei-Tage-Werks bei der Krone der Vielseitigkeit noch einmal knapp. Extrem knapp. Der satte, scheinbar nicht mehr verspielbare Vorsprung nach neun Disziplinen schmolz beim ultimativ letzten Wettbewerb, dem 1.500-m-Lauf, der blanke Horror für fast alle „Könige der Athleten“, dahin wie Butter in der Stendaler Abendsonne. Der Mann, dessen Initialen WR (= World Record) für Qualität bürgen, rettete noch 16 Punkte ins Ziel, verbuchte mit 8.123 Zählern einen neuen Weltrekord. Übrigens sein 39. nach zuvor 38 in verschiedenen Altersklassen in seiner Paradedisziplin. Der „Einbruch“ auf den 3 ¾ Stadionrunden im Jogger-Tempo von 7:06,64 Minuten war freilich vorprogrammiert. Ritte verfügt über ein Defizit an roten Blutkörperchen und gerät deshalb bei Ausdauerleistungen sehr frühzeitig in eine Sauerstoffschuld. Phänomenal, wie schon gestern das Kugelstoßen, der heutige Diskuswurf von 38,74 m. Allein im Speerwurf  schwächelte er mit 35,98 m unprogrammgemäß. Dazu gesellten sich zum Auftakt 15,33 sec. über 100 m Hürden und 4,00 m im Stabhochsprung. Geeses Leistungen an Tag zwei im Vergleich in der richtigen Reihenfolge: 100 m H 15,77 sec., Diskus 39,84 m, Stab 3,40 m, Speer 37,18 m, 1.500 m 5:33,42.          

Wolfgang Ritte nach Halbzeit auf Weltrekordkurs im Zehnkampf

(StendalKrefeld, 01. Juni 2014) Klar auf Weltrekord-Kurs im Zehnkampf der M 60 (8.107 Punkte) liegt nach Halbzeit beim Stendaler Hanse Cup Stabhochsprung-Spezialist Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen. Der 61-jährige Wahl-Uerdinger aus Moers häufte gestern nach fünf Disziplinen sensationelle 4.350 Punkte an. Den direkten Vergleich mit Rekord-Inhaber Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen, der vor Ort nunmehr in der M 70 an den Start geht, entschied der 1,90 m große und 82 Kilogramm leichte Schlacks in den fünf Wettbewerben des ersten Tages mit 4:1 für sich. Selbst bei den ausklingenden 400 Metern, die er, wie die 1.500 m, nicht speziell trainiert und wovor er einen gehörigen Bammel hatte, betrieb er in 62,27 Sekunden mehr als nur Schadensbegrenzung. Gerade zu verblüffend für diesen - allerdings äußerst schnellkräftigen und sprungstarken - „Hering“ die 12,64 m im Kugelstoßen. Damit hätte er gestern bei den Spezialisten den Nordrhein-Titel gewonnen, der mit 12,26 m zu haben war. Bei der heutigen zweiten Hälfte kommt die „Schokoladenübung“ von Ritte noch, hat er bis auf den Marathon der „Könige der Athleten“ keine wirkliche Schwäche. Allerdings sind’s theoretisch wie praktisch noch fünf Stolpersteine, die im Weg liegen, wollen wir den Tag also nicht vor dem Abend loben.
Alle Einzelergebnisse von Ritte auf einen Blick, in Klammern die von Geese bei seinem Rekord im August 2005 im spanischen San Sebastian: 100 Meter 12,76 sec. (13,01), Weit 5,52 m (5,15), Kugel 12,64 m (12,20), Hoch 1,55 m (1,54), 400 Meter 62,27 sec. (60,95).