Seniorensprecher sollten sich auf ihre originären Aufgaben rückbesinnen

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 20. Juli 2014)
Zugegeben, dass es zu diesem Zeitpunkt schon ein alter Hut ist. Aber er wäre neu genau so wenig trag- und vorzeigbar. Gemeint sind die Wahlen zu den Athletensprechern (früherer Terminus Seniorensprecher) im Rahmen der Deutschen Meisterschaften der Generation 35+ in der thüringenschen Landeshauptstadt Erfurt. Das Wort Wahlen ist bereits irreführend. Denn wie an dieser Stelle bereits erörtert, gab es bei den Männern mit „Amtsinhaber“ Alfred Hermes (*1946) vom Pulheimer SC lediglich einen Kandidaten. Bestätigung hätte es in seinem Falle heißen müssen. Davon abgesehen oder vielleicht gerade deswegen ist dem Prozedere die Bedeutung beigemessen worden, die es verdient hat. Lediglich 122 von 680 Vereinen respektive deren Repräsentanten gaben ihre Stimmen ab. Das sind lausige 17,94 Prozent. Noch Fragen? Selbst ohne die Qual der Wahl votierten vier Klubvertreter nicht für Hermes (118 Stimmen), den „Götterboten“. Nur welche Botschaften will er in einer „Position“ ohne Sitz, Stimme und jeglichen Einfluss verkünden? Da ist gaaanz viel Schattenboxen angesagt, bei dem man(n) sich bildlich formuliert gleichwohl eine blutige Nase einhandeln kann. Die mal versprochene Transparenz seiner vermeintlichen Aufgabenvielfalt ist er obendrein bislang schuldig geblieben. Oder sollte ich da bei dem Wirrwarr auf der Verbandsnetzseite was übersehen haben?

82,04 Prozent Wahl-Verweigerer können nicht irren

Das alles ist natürlich auch den 82,04 Prozent Wahl-Verweigerern bekannt. Eine solch überwältigende Mehrheit kann sicherlich nicht irren. Dennoch macht die Funktion von Athletensprechern Sinn. Plural deshalb, da es ja auch noch die tatsächliche gewählte, sehr erfolgreiche Mittelstrecken-Gazelle Lidia Zentner (89 Stimmen) von Gazelle Pforzheim gibt, die die nicht mehr kandidierende Werferin Barbara Schlosser vom Wiesbadener LV ablöst. Damit wären wir zugleich beim Stichwort. Die mehr oder weniger gewählten Vertreter der Aktiven sollten sich schlicht auf ihre originären Aufgaben besinnen und ganz gezielt sowie direkt deren Interessen wahrnehmen, wenn irgendwelche Probleme im Tagesgeschäft von und zu Wettkämpfen auftauchen. Was und wo auch immer. Das wäre/ist ein reiches Betätigungsfeld (gewesen), das vielfach ungeschehen liegen blieb.
Aus der Vergangenheit können wir fünf Fälle belegen (die Dunkelziffer ist meist höher), in denen Schlosser auf Bitten der Athleten/innen und/oder Lampis nicht tätig geworden ist. Insofern ist ihr keine Träne nachzuweinen, dass sie nach achtjähriger Regentschaft ausschied. Obwohl es speziell bei ihr keinen Unterschied machte, ist allerdings schon schade, dass die in jeder Beziehung starke Fraktion Stoß/Wurf nun keinen Ansprechpartner mehr vom Fach hat. Die beiden Rundendreher haben von unserem Metier so viel Ahnung wie die Kuh vom Sonntag. Nämlich überhaupt keine. Den Be- und Nachweis hat Hermes schon mehrmals auf seiner Netzseite geliefert.

Kleinliche Wortklauberei

Er legt im Übrigen gesteigerten Wert auf die Feststellung, „
Athletensprecher der Senioren beim DLV“ zu sein. Das habe ich vorsichtshalber, um es auch absolut korrekt wieder zu geben, aus einer Mail von ihm herauskopiert. Wahrscheinlich will er Verwechselungen mit dem Seniorensprecher beim Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) vermeiden. Allerdings werden wir, wann immer es nötig sein sollte, diese Bandwurmformulierung nicht benutzen. Und wenn er sich auf den Kopf stellt und mit den Beinen wackelt, bleibt er für uns Seniorensprecher. Basta! Da muss er durch, der kleinliche Wortklauber. So schwer es ihm auch fallen mag. Schließlich schreibt er nach Sprachregelung des Bundesausschusses Senioren im DLV in blindem Gehorsam auch von Deutschen Bestleistungen statt Rekorden. Allerdings sehr wohl von Europa- und Weltrekorden. Kann schon mal beides gleichzeitig sein. Wie zuletzt bei Dauerrenner Guido Müller (M 75) aus Vaterstetten. Dann wird’s verrückt. Psychiater (Irrenärzte, salopp formuliert) würden hier mutmaßlich Bewusstseinsspaltung (Schizophrenie) in einem minderschweren Fall diagnostizieren.     
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag, angenehmes Schwitzen, ein paar abkühlende Gedanken und kühle Getränke (denkt immer an den Rat von K.-H. „Flunker“ Flucke) sowie eine erlebnisreiche neue Woche ganz ohne Fußball!

Wertlose Statistik des Verbandes spuckt falsche Zahlen aus

(Darmstadt/Erfurt/Krefeld, 19. Juli 2014)  Notlüge, Lüge, Statistik lautet nach Volkesmund die Steigerungsform von Lüge. Beim DLV wird ein Sportschuh daraus. Gemeinhin spuckt die Software einer gescheiten Melde- und Ergebnisliste beim Veranstaltungsbericht eine Gegenüberstellung von gemeldeten und angetretenen Athleten/innen aus, fein säuberlich nach männlich und weiblich getrennt. Der Datenservice von SELTEC vermag diesen Dienst nicht gewissenhaft und richtig zu leisten. Das Programm ist, wie schon mehrfach von Lampis erwähnt, fehlerhaft und spuckt demzufolge falsche Zahlen aus. Athleten/innen bei der Senioren-DM in Erfurt ohne gültigen Versuch (o.g.V.), die dennoch unstreitig am Wettkampf teilgenommen haben, werden bei Saldierung der Teilnehmer in dem jeweiligen Wettbewerb nicht erfasst, dagegen sind nicht angetretene (n.a.) und abgemeldete (ab.) Aktive enthalten. Blöder geht’s nimmer mehr. Diese Statistik, die übrigens der Öffentlichkeit verborgen bleibt (warum eigentlich?), aber so eh nichts wert ist, kann sich der DLV rahmen und getrost aufs Klo der Darmstädter Geschäftsstelle hängen.
Unsere erstellten authentischen Zahlen im Stoß und Wurf förderten einmal mehr eine ziemlich hohe, dem recht frühen Meldeschluss geschuldete Ausfallquote zu Tage. Sie lag linear bei 12,74 Prozent (596 von ursprünglich 683 Starts). Bei den Männern (302 von 358) war sie mit 15,64 vom Hundert erneut deutlich höher als bei den Frauen (294 von 325) mit 9,54 %. Kuriosum und Faszinosum am Rande: Bei der M und W 80 gab es in allen vier Disziplinen eine, positiv formuliert, Teilnahmequote von 100 Prozent. Unsere „Alten“, alle Achtung! Das schaffte sonst nur noch die W 65. Besonders mau sah es bei der M 60 aus, die eine Ausfallquote von 27,03 Prozent produzierte. Weiß der Kuckuck wieso? Alles gibt eine Statistik eben nicht her.

Namensänderung in EMA wichtigstes Ereignis der 19. Senioren-EM

 

(Izmir/Krefeld, 17. Juli 2014)  Obwohl wir beileibe und durchaus gewollt nicht in dem Ruf stehen, Verbänden aller Art obrigkeitshörig das Wort zu reden, fangen wir ausnahmsweise einmal mit Ereignissen am grünen Tisch an. Dort findet nämlich im Rahmen der 19. Senioren-Europameisterschaften vom 22. bis 31.August 2014 in Izmir (Türkei) das eigentliche Hauptereignis statt. Auf der Generalversammlung des kontinentalen Dachverbandes EVAA am 26.August steht unter Punkt 4.2 die längst überfällige Namensänderung in „European Masters Athletics“ (EMA) auf der Agenda. Das diskriminierende Veterans (welch unsägliche Verhöhnung für ab 35-Jährige!) soll endlich der Vergangenheit angehören. Dazu schreibt sich Lampis seit bald fünf Jahren die Finger fuselig, hat es zudem immer wieder in persönlichen Gesprächen mit den Präsidenten Dieter Massin und Kurt Kaschke angeschnitten.
Mittlerweile wurde auch die Liste der Teilnahmewilligen nach Altersklassen und Disziplinen an dieser EM auf der Veranstalterseite ins Netz gestellt. Allerdings schweigen sich die Organisatoren darüber aus, wie viele es denn nun per Saldo geworden sind. Definitiv zu wenig, um alle hungrigen Mäuler zu stopfen. Insider sprechen davon, dass es so um die 2.500 sein sollen. Davon kommen etwa ein Zehntel aus Deutschland oder, wie wir nach Lesart und Trikotbeflockung des DLV nunmehr heißen: GERMANY. Auch diese Zahl liegt im Minustrend für eine Stadion-EM. Wobei wir bewusst die letzten Titelkämpfe 2012 im ostsächsischen Zittau ausklammern. Denn das war eine stark aufgeblasene deutsche Meisterschaft mit heimischen Athleten/innen ohne Norm bei internationaler Beteiligung von insgesamt 3.837 Gemeldeten (nicht zu verwechseln mit einer, Achtung: weißer Schimmel, tatsächlichen Teilnahme) aus 38 Nationen. Die Ausfallquote der unendlich vielen Germanen/innen (2.871) lag nämlich bei unfassbaren 25,12 Prozent. 
Fast alle Gesamtmeldezahlen zu den 18 Vorgängern seit 1978 gibt es unter diesem Link. Den Melderekord halten die Titelkämpfe 2002 in Potsdam mit 4.385 (2.313 des DLV) knapp vor Cesenatico (Italien) 1998 mit 4.291. Es sei nochmals ausdrücklich betont, dass wir Quantität nicht mit Qualität gleichsetzen. Allzu viele „Touris“ verwässern nur den sportlichen Wert. Das Übel ist allerdings, dass in Erdogan-Land nach einer groben Draufsicht auch viele Asse aus aller Herren Länder fehlen. Irgendwie gibt es also wohl doch einen Zusammenhang zwischen Masse und Klasse.

DLV entsendet Wasserkopf von Sechslingen zur Senioren-EM

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Izmir/Krefeld, 18. Juli 2014)  
An Tagen wie diesen verschickt die DLV-Geschäftsstelle in Darmstadt via E-Mail an die rund 250 mutmaßlichen Teilnehmer (die genaue Zahl der Gemeldeten liegt uns leider nicht vor) zu den 19. Senioren-Europameisterschaften vom 22. bis 31. August 2014 im höchstwahrscheinlich brütend heißen Izmir (Türkei) eine Drei-Punkte-Mitteilung. Darunter befindet sich Entbehrliches (ein Flyer zu einem Kongress in 2015), aber auch Wissenswertes wie die Athleteninformationen von A – Z. Besonders interessant, gewissermaßen erbau- bis erstaunlich, wird es unter „D“ wie DLV-Betreuerteam. Der Dachverband entsendet doch tatsächlich für die gemessen an der wirklichen Inanspruchnahme sehr überschaubare Aktivenschar einen Wasserkopf von Sechslingen als KDF (= Kosten der Firma oder uns allen) – Maßnahme ins Erdogan-Land. Delegationsleiter ist Vizepräsident Matthias Reick höchstpersönlich, in seinem Schlepp Margit Jungmann, Karl-Heinz „Flunker“ Flucke, Jörg „Plagiator“ Reckemeier, Jörg Erdmann und Physiotherapeut Thorsten Beckemeyer. Was machen die, mit Ausnahme von Beckemeyer, der allerdings für die privaten Behandlungen ein Honorar verlangt, bloß den lieben langen Tag, außer sich die Sonne auf den „Pelz“ scheinen zu lassen? Siehe wirkliche Inanspruchnahme, die kaum über die Staffelaufstellungen, die unvermeidlichen, indes überflüssigen Fluckeschen Wetterberichte plus gaaanz viel zu trinken und Zählen von Medaillen hinausgehen werden.
Kurzum: Völlig unangemessen der kostenträchtige Riesenaufwand. Viel Lärm um (fast) nichts. William Shakespeare, Gott hab ihn selig, lässt schön grüßen!

Senioren-DM: Geschönte Zahlen bis hin zum Teilnehmerrekord

Kommentar

Unter uns gesagt

(Erfurt/Krefeld, 15. Juli 2014) Erwarte bitte keine/r von uns eine Nachbetrachtung im herkömmlichen Sinne, die in diesen Tagen bei Mitanbietern durch den digitalen Blätterwald rauschen. Denn wir müssen die Senioren-DM nicht nachbetrachten, da wir sie in aller Ausführlichkeit betrachtet haben. Unsererseits gab es über und um die Titelkämpfe insgesamt 16 Beiträge (ohne diesen) in den Fenstern Nachrichten, Flurfunk und Ergebnisse. Soviel wie sonst nirgendwo auf einer Senioren-Netzseite vom Fach. Vermutlich nicht einmal bei allen zusammengerechnet. Wer noch nicht alles gelesen hat, insbesondere unsere Mitglieder und Stammbesucher, die selber im wonnevollen Einsatz waren, können das in einer Mußestunde in aller Seelenruhe nachbetrachten.
Zwei Dinge allerdings noch zur anderweitigen Berichterstattung in gleicher Sache. Die Thüringer Zeitung berichtet gestern von einer Rekordbeteiligung mit 1.600 Aktiven, wobei einmal mehr nicht zwischen Meldungen und wirklichen Teilnehmern bei einer landläufigen Ausfallquote von zehn Prozent unterschieden wird. Doch es war so oder so eine fromme, geschönte Lüge. Denn seit es die Zusammenlegung der DM I + II in 2012 gibt, war es an Meldezahlen (!) gemessen Minusrekord: 2012 in Erfurt 1.517 und 2013 in Mönchengladbach 1.459. Nunmehr 1.387 aus 680 Vereinen. Nebenbei bemerkt sind besonders viele Teilnehmer/innen nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal. Höchstens für den Schmalspurwortakrobaten, dem keine anderen Kritierien was das Fachwissen anbelangt zur Verfügung stehen.
Hanebüchen auch der Zahlenmix der DM-Vorschau in der Senioren-Spielecke des DLV. Da hieß es in Überschrift und Text: „Rund 1.500 Athleten aus fast 680 Vereinen in Erfurt am Start“. Was soll bloß dieser unerträgliche Quatsch? Werte, die genau feststehen, können schließlich auch exakt benannt werden. So wie wir es auch gemacht haben, nach dem wir uns bei Lutz Gollub von der TLV-Geschäftsstelle in Erfurt telefonisch sachkundig gemacht haben.
Auf- und abgerundet wird beim Fleischer hinter der Ladentheke. Es sei denn, man(n)/frau kauft bei Edeka. Die können es laut Werbung angeblich aufs Gramm genau.