5. Lampis-Werfermeeting: Fred Schladen sagte zu, Peter Speckens ab

(Krefeld, 25. Mai 2014) Noch steht der bewusst späte Meldeschluss (27. Mai) für unser 5. Lampis-Werfermeeting an Christi Himmelfahrt im Bayer-Sportpark in Krefeld-Uerdingen aus, ereilt uns eine Hiobsbotschaft. Der weltweit erfolgreichste aktive Senioren-Werfer Peter Speckens (*1935; im Bild) aus Übach-Palenberg, eine Zierde für jede Veranstaltung und bislang treuer Teilnehmer der vier Auflagen zuvor, bedauert diesmal nicht in die verschieden großen Ringe für Hammer und Diskus gehen zu können. Dabei hätte er einen triftigen, nachvollziehbaren Grund gehabt. Denn am Tag zuvor feiert „Don Pedro“ seinen 80. Geburtstag und die Vollendung seines 79. Lebensjahres. Doch das hätte ihn nicht von einem Start abgehalten, pflegt bei ihm im Zweifelsfalle Sport vor Spaß zu gehen. Vielmehr hindert ihn eine Kreuzbandüberdehnung im linken Knie, will er vor den Nordrhein „Open“ nur zwei Tage später in Aachen verständlicherweise kein Risiko eingehen.
Dennoch müssen wir neben vielen mit Meisterehren dekorierten Werfern/innen auf eine schillernde Galionsfigur nicht verzichten. Der e
hemalige Weltklasse-Kugelstoßer Fred Schladen (*1939) gab gestern bei der Gratulation zu seinem „75ten“ dem Verfasser dieser Zeilen die ausdrückliche Starzusage. Jetzt gehört er ja auch nach internationalen Spielregeln der M 75 an. Da könnte ein Weltrekord (derzeit Karl-Heinz Marg mit 14,24 m) in der Luft liegen. Allerdings dämpft der 2,03-m-Hüne allzu große Erwartungen, da er nach einer langwierigen Virusinfektion noch nicht bester Verfassung sein kann. Es ehrt ihn und erst recht uns, dass er dennoch antritt.    

Ferdinand "Fred" Schladen vollendet heute sein 75. Lebensjahr

(Bonn/Krefeld, 24. Mai 2014) Gehörig was zu feiern hat ein Großer der sportlichen Handwerkszunft. Und das in des Wortes doppelter Bedeutung. Der einstige Weltklasse-Kugelstoßer Ferdinand „Fred“ Schladen (*24.05.1939) vom LC Bonn, mit 2,03 m Körpergröße ein wahrer Hüne von Gestalt, vollendet heute sein 75. Lebensjahr. Ganz wie es auch sonst seinem ehrlichen, aufrichtigen und obendrein fröhlichen rheinischen Naturell entspricht, stellt er sich diesem Jubelfest, feiert mit Weggefährten von einst und jetzt in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Die Gästeliste ist nur so gespickt mit bekannten Namen der damaligen Werferszene. Unmöglich, sie an dieser Stelle alle aufzuzählen. Doch einen nennen wir: Dr. Wolfgang Knüll, der sich als enger sportlicher, persönlicher und medizinischer Vertrauter dafür verbürgt, dass Fred stets ein sauberer, untadeliger Athlet war und ist. Insider wissen, worum es geht.
Das fortgeschrittene Geburtstagskind ist ein auf sportlichem Gebiet Spätberufener, dafür allerdings einer Dauerbrenner, der bis ins Jetzt immer wieder einmal aufflackert. Davon hält ihn auch ein Herzschrittmacher nicht ab. Demnächst gibt er sich und vor allem uns beim 5. Lampis-Werfermeeting an Christi Himmelfahrt im Bayer-Sportpark in Krefeld-Uerdingen die Ehre. Doch zurück. Aufgrund seines großen Wuchses plagten ihn irgendwann Rückenprobleme, begann er auf ärztlichen Rat hin erst als 20-Jähriger Sport zu treiben. Er schaute beim Kessenicher TV herein und stieß dank seiner Hebelverhältnisse auf Anhieb, bar jeglicher Technik, die Männer-Kugel 10,50 m weit. Hellhörig wurde da beim KTV noch niemand. Seine Armspannweite und Hände groß wie eine Bratpfanne schien den „Fachleuten“ eher für den Diskuswurf geeignet. Lediglich zwei Jahre später stellte der „Newcomer“ bei einem Werfertag mit 51,77 m einen westdeutschen Rekord auf. Damit wurden die falschen Leute auf ihn aufmerksam, die ihn bis 45 Meter abwärts verschlimmbesserten und er die Lust an der Scheibe verlor, sich vornehmlich als Autodidakt dem Kugelstoßen zuwandte.
Den Spielfilm müssen wir jetzt zwangsläufig abkürzen und machen einen radikalen Schnitt. Bei einem offiziellen vorolympischen Vergleichskampf mit asiatischen Leichtathleten stieß er am 08.August 1972 im Aachener Waldstadion mit 20,40 m bundesdeutschen Rekord. Dennoch wurde er Opfer verbandsinterner Querelen und auf Betreiben des damaligen Bundestrainers Karlheinz Leverköhne aus Leverkusen für die Olympischen Spiele in München ausgebootet. Natürlich hat es ihn wütend gemacht, und wenn darauf das Gespräch kommt immer noch. Doch daran ist der austrainierte 128-Kilo-Koloss nicht zerbrochen. Denn er mischte zehn weitere Jahre munter im Konzert der deutschen Spitzenklasse mit und wurde 1982, also 43-jährig, Dritter bei den Deutschen Meisterschaften der Männer/Frauen. Als in Stein gemeißeltes Relikt einer anderen Epoche steht sein bislang ungebrochener deutscher M-40-Rekord, den er am 06. September 1981 in Höhr-Grenzhausen mit 19,09 m aufstellte. Aus derzeitiger Sicht ist er für die „Ewigkeit“.
Über zwei Jahrzehnte verschwand er sportlich in der Versenkung, um dann 2004 in der M 65 wieder aufzutauchen. Dort verbesserte er auch am 01. Mai 2005 in Köln den immer noch bestehenden M-65-Weltkrekord mit der 7,26-Kilo-Kugel mal eben von 11,23 auf 12,07 m. Nach seiner eigentlichen sportlichen Karriere als Hochleistungssportler bis 1982 und der parallelen beruflichen Laufbahn als langjähriger Platz- und Hallenmeister des Bonner Sportparks Nord startete er als Ruheständler noch einmal durch. Der befreundete Intendant des Rheinischen Landestheaters schrieb ihm gewissermaßen die Rollen als Edelkomparse auf den imposanten Leib. Fred ging mit dem Ensemble als Riese in „Das tapfere Schneiderlein“ und Bodyguard in „Der Besuch der alten Dame“ auf monatelange Tourneen. Das peppte zudem die Rente auf.
Diese dreiteilige Vita machte den Jubilar in Bonn zur Institution und war zudem ein prächtiger Nährboden für unzählige Anekdoten, die sich um ihn ranken. Einige davon werden sicherlich heute im Kreise seiner Sportkameraden, Freunde und Bekannten die Runde machen. Den vielen Gratulanten schließen wir uns mit einem Herzlichen Glückwunsch, lieber Fred, gerne an. Mach et jot und bleib' wie du bist!
Noch mehr, auch Privates, über das Bonner Urgestein unter diesem Link in der heutigen Online-Ausgabe des angesehenen General-Anzeigers.

 

Kurt Kaschke verkehrt mit seinen Landsleuten in Englisch

(Lausanne/Krefeld, 22. Mai 2014) An Tagen wie diesen erhalten Senioren/innen, die bei früherer Gelegenheit online zu Europameisterschaften gemeldet haben, elektronische, zumindest von EVAA-Präsident Kurt Kaschke (im Bild) gezeichnete Post. Der gute Kurt, ganz ohne Helm und ohne Gurt, erinnert freundlich an den Meldeschluss für die Senioren-EM im dann sicherlich lecker warmen türkischen Izmir (22.-31. August 2014) und würde sich freuen, die Angeschriebenen dort vor Ort begrüßen zu dürfen. Eine nette Geste. Zunächst einmal. Doch nicht alle Empfänger/innen waren restlos amüsiert. Denn das Schreiben war in englischer Sprache abgefasst. Abgesehen davon, dass es auch eine Frage des Stils ist, sind gerade ältere Senioren/innen häufig des Englischen nicht allumfassend mächtig. Da musste dann erst einmal der Dictionary oder ein Übersetzungsprogramm her. So vorhanden. Und mal Hand auf’s Herz: Geht’s noch? Ein aus Deutschland, dem wunderschönen Freudenstadt im Schwarzwald, stammender „Präses“ mit Sitz des Verbandes in Lausanne am Genfer See (Schweiz), hätte sich als vollendetem Service an seine Landsleute auch der gemeinsamen Muttersprache bedienen können. Dann wäre die Geste wirklich perfekt gewesen. Schließlich handelt es sich nicht um eine handvoll Versprengter aus einem Zwergenstaat, sondern der größten landsmannschaftlichen Fraktion, die an derlei Titelkämpfen teilzunehmen pflegt.
Übrigens kämpft Lampis seit Jahren, schon bei Kaschkes deutschem Amtsvorgänger Dieter Massin, bislang vergeblich darum, dass die – freilich mit Nachrichten nicht überbordende – Netzseite der EVAA in einer deutschsprachigen Version angeboten wird. Wäre für Webmaster Hans-Peter Skala aus Ratingen garantiert überhaupt kein Problem. Kooperativ wie er nun einmal ist, würde er es wahrscheinlich sogar begrüßen.       

Präsidiale Erinnerung an den Meldeschluss hat eine Schattenseite

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Freudenstadt/Krefeld, 23. Mai 2014)
Legen wir zu unserem gestrigen Beitrag noch einmal nach, lassen uns kein X für ein U vormachen. Es war wohl nicht nur menschenfreundlich und uneigennützig von EVAA-Präsident Kurt Kaschke aus Freudenstadt angelegt, die potenziellen EM-Starter an den Meldeschluss für die Senioren-Europameisterschaft in Izmir zu erinnern. Denn es sollen möglichst viele Touris die Sportstätten bevölkern und ordentlich Meldegeld in die Kassen spülen. Hauptsache die Quantität stimmt. Da darf gerne der sportliche Wert auf der Strecke bleiben, zumindest aber reichlich verwässert werden. Schließlich muss das Organisationskomitee vor Ort tief in die Tasche greifen. Der große Tross der Funktionsträger will aus deren Mitteln (= Einnahmen) bezahlt werden. An-/Abreise mittels Luftbrücke, Fünf-Sterne-Herberge, Verpflegung – da kommt pro Nase für einen rund zweiwöchigen Aufenthalt ein hübsches Sümmchen zusammen. Allein das Präsidium und die technische Kommission der EVAA bestehen aus 19 Personen. Wäre natürlich ganz schön, wenn der/die Partner/in bei freiem Geleit mit im Boot säßen. Schlussendlich möchte man(n)/frau sich anlässlich offizieller Termine und Staatsempfängen bei Erdogan oder wem auch immer nicht eines Escort-Services bedienen müssen.
Nachtigall, ick hör dir trapsen. Unter diesem Gesichtspunkt wird klar, dass der kontinentale und selbstverständlich auch globale Dachverband kein wirkliches Interesse daran haben können, Normen einzuführen. Bei Gesprächen dieser Art pflegten Kaschke und sein Vorgänger Dieter Massin stets elegant auf Durchzug zu schalten.
Irgendwann werden pfiffige Reiseveranstalter auf die Idee kommen, Abenteuer-Urlaube zu internationalen Senioren-Titelkämpfen zu organisieren. Mit Hammer-, Gewicht- und Speerwurf für garantiert Ungeübte als absolute Kracher im reichhaltigen Angebot.
Quo vadis (Wohin gehst du?) schöne Senioren-Leichtathletik…     

Öffentlichkeitsarbeit des DLV lässt viele Wünsche offen

Kommentar

Unter uns gesagt

(Krefeld, 21. Mai 2014)
Mit der sinngemäßen Meldung Kugelstoß-Weltmeister David Storl vom LAC Erdgas Chemnitz trifft bei seinem Saisoneinstand am Sonntag (18. Mai) beim Diamond League-Meeting in Shanghai auf Hallen-Weltmeister Ryan Whiting aus den USA machte der DLV am 15. Mai seine Newsspalte auf. Dazu mit Storl bebildert. Durchaus angemessen. Allerdings wartet der geneigte Leser bislang vergeblich darauf, was denn aus dem „Elefanten-Treffen“ geworden ist. Das riecht verdammt nach „der Zweite der erste Verlierer, der Vierte schon nicht mehr erwähnenswert“. Und das auf der Netzseite eines Fachverbandes. Erbärmlich!
Tragen wir es nach: „Storli“ (21,09 m) unterlag Whiting (21,31 m), der allerdings wiederum seinen Landsleuten Joe Kovacs (21,52 m) und Christian Cantwall (21,73 m). Ein hochkarätiges Resultat und allemal ein gelungener Auftakt des noch 23-jährigen Sachsen, der als ersten keinen Geringeren als den zweifachen Olympiasieger Tomasz Majewski (20,93 m) aus Polen hinter sich ließ. Derweil erfahren wir so staatstragend Elementares, dass der DLV seine 4 x 200-m-Staffel (kein Tippfehler!) der Frauen von der Staffel-WM zurückzieht, wo sie ohnehin keinen Blumentopf gewonnen hätte, und viele andere Dinge von ungeheurer Bedeutungslosigkeit. Die Dachorganisation versenkt ihr eigenes Flaggschiff mit Namen Stoß und Wurf. Vergessen wir dabei nicht, dass wir alle miteinander mit unseren Verbandsabgaben einen aufgeblasenen Verwaltungsstab inklusive Medien-Abteilung finanzieren helfen.
Doch wenden wir uns der spannenden Senioren-Spielecke zu. Wie gehabt wenig Bewegung, dafür bislang im Wonnemonat Mai viel langsame vom Gehen,
der Zuliefer-Disziplin für Orthopäden. Vizepräsident Matthias Reick aus Achim bei Bremen wird es in seiner Eigenschaft als Facharzt freuen. Kein Sterbenswörtchen hingegen von den ersten Durchgängen zur neuen Team-DM (zuvor DAMM) der großen Landesverbände Bayern, Westfalen und Nordrhein. Funkstille herrschte auch von den ersten saisonalen Landesmeisterschaften, denen von Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Nicht, dass das immer sehr aufregend und unterhaltsam gewesen wäre, was wir da nicht erfahren haben. Aber es gibt so etwas wie eine Bringschuld die Öffentlichkeitsarbeit betreffend.
Wenngleich in dem letztgenannten Bereich überwiegend Hobbyisten und Ehrenämtler wie „Dr. med. Ästhet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke und Konsorten am nicht sehr munteren Werk sind, lässt sich damit nicht alles entschuldigen. Entweder übernehme ich eine Aufgabe und erfülle sie auch – oder ich lasse es bleiben. Keiner hat sie dazu gezwungen.