Stabhochspringer Wolfgang Ritte erneut auf Weltrekordjagd

(Ludwigshafen/Krefeld, 29. Januar 2015) Eine willkommene Abwechselung vom tristen Einerlei des Wintertrainings, oft wegen fehlender Voraussetzungen nicht einmal disziplinspezifisch, bietet das Senioren-Hallensportfest des Landesverbandes Pfalz kommenden Samstag in Ludwigshafen. Es wird entsprechend angenommen wie die Voranmeldungen von 171 Aktiven (330 Starts) aus 88 Vereinen querbeet durch die Republik von Hamburg bis zum Bodensee und vom Saarland bis nach Chemnitz belegen. Das dürfte jedoch noch nicht das Ende der Kletterstange sein. Erfahrungsgemäß erwarten die Veranstalter um Mit-Organisator Dieter Tisch noch viele Spät- und Kurzentschlossene. Das Wettkampfbüro ist mit vier sach- und fachkundigen Kräften auch für einen größeren Ansturm von Nachmeldungen gewappnet.
Doch kommen wir zum hohen Besuch, der sich bereits angekündigt hat. Stabhochspringer Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen wird es sich auf seiner erklärten Lieblingsanlage unter dem Hallendach nicht nehmen lassen, den 40. (!) Weltrekord in seiner Schokoladenübung anzugreifen. Der Wahl-Uerdinger aus Moers verbesserte ihn dort im Vorjahr für die M60 auf 4,12 Meter. Inzwischen hat er ihn schon zweimal gesteigert, jüngst am 17.Januar in Fürth auf 4,15 Meter. Der 62-jährige Flottenchef der „Ritt-Air“ hat von seinem sechsköpfigen stabhochspringenden Familienverbund noch Sohn Thomas und Schwiegersohn Timo im Schlepp. Die dazu gehörigen Mädels Ute, Christina und Sabrina haben diesmal frei.
Kommen wir noch zu unserem originären Beritt. 44 Kugelstoßer/innen gaben schon im Vorfeld ihre Visitenkarte ab, darunter in der Szene bekannte Protagonisten wie Ingrid Geil, Ellen Weller, Joachim Büscher, Dieter Krumm, Torsten Lange und Hans Josef Weitz. – Mehr Informationen unter diesem Link.

Zehnte Auflage des Indoormeetings morgen live im Fernsehen

(Düsseldorf/Krefeld, 28. Januar 2015) Des einen Freud’ ist des anderen Leid. Die 2.000 Sehleute in vermutlich ausverkaufter Halle und die unzähligen Zuschauer vor dem Pantoffelkino bei der Live-Übertragung von EUROSPORT (morgen ab 19 Uhr) bekommen beim 10. Indoor-Meeting Weltklasse-Leichtathletik am laufenden Band geboten. Die Aktiven im zur Landeshauptstadt nahen westdeutschen Raum sind allerdings nicht uneingeschränkt und vorbehaltlos amüsiert. Denn bei besch… äußeren Bedingungen blieben sie buchstäblich draußen. Die Sportstadt von eigenen Gnaden Düsseldorf (hahaha, eine Schneeflocke und Winterwurf Adé) sperrte die Leichtathletikhalle für die Auf-, Um- und Abbauarbeiten geschlagene zwölf Tage für den öffentlichen Trainingsbetrieb bis 03.Februar. Geht’s noch? Nutzer per Dauerkarte sollten einen Teil ihres „Abos“ zurückfordern! Eine Träne wird auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) im Knopfloch tragen. Hauptsponsor ist nämlich die PSD Bank, die auch im Arbeitstitel genannt wird, und nicht das sponsernde Leib-und-Magen-Kreditinstitut (Name vergessen) des DLV. Und da auch aller schlechten Dinge bisweilen ebenfalls drei sind, sagte Kugelstoß-Doppelweltmeister David Storl (jetzt Leipzig) zu allem Überdruss seine Teilnahme ab. Er war das Zugpferd, mit dem sogar auf dem Plakat geworben wird. Nun ist es nur noch eine Mogelpackung. Künstlerpech! Nach seiner Patellasehnen-Operation sei „Storli“, so sein Trainer Sven Lang, noch nicht in konkurrenzfähiger Verfassung. Das wussten die erst zwei Wochen vorher? Schwer nachvollziehbar! Mit Meetingrekordler (21,31 m) Christian Cantwell und Ryan Whiting (beide USA) drehen in der Tat zwei absolute Giganten der Szene als Auftaktwettbewerb durch den ambulanten Ring im Herzen der Halle auf der Sprintgeraden. Kugelstoßer im Mittelpunkt – das gibt es auch nicht alle Tage. Hoffentlich rutscht da den deutschen Vertretern Tobias Dahm und dem 22-jährigen Christian Jagusch eingedenk beider Vorzeichen der Kreislaufmotor nicht in die Sporthose. Die prall gefüllte Programmkarte bietet für die jeweiligen Anhänger von Lauf, Sprung und Wurf etwas. Und den Konsumenten an der Glotze hoffentlich den fachkundigen und spitzzüngigen Sigi Heinrich am Mikrofon.

Internationale "Austrian Masters" im Mekka der Mehrkämpfer

(Götzis/Wien/Krefeld, 26. Januar 2015) Wer nicht genug vor der eigenen Türe zu kehren hat, der hilft halt ein bisschen beim lieben Nachbarn aus (erkenne sie, die Ironie). Der begnadete Knipser und Literat „Dr. med. Ästhet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke weist in der Senioren-Spielecke auf der (deutschen) Verbandsnetzseite in einer Extrameldung mit mehrspaltigem Foto aus seiner Bastelwerkstatt in Berlin auf die Internationalen Österreichischen Meisterschaften der Masters am 20./21. Juni 2015 hin. Das ist wahre Nächstenliebe, die höchstwahrscheinlich seiner Affinität zur Disziplin Gehen geschuldet ist. Jetzt muss er allerdings in diesem Stile weitermachen, sonst verärgert er alle anderen 27 Mitgliedsstaaten der EU, so sie denn Titelkämpfe für Senioren/innen ausrichten. Aber ein paar fielen mir da auf Anhieb schon ein. Die Aufzählung schenke ich ihm, den Lesern und mir jetzt.
Dennoch ein prima Service, den wir uns in vielen anderen Bereichen auch vom Bundesauschuss Senioren wünschen würden. Lampis bedankt sich ebenfalls für den Wink! Denn wir haben viele Mitglieder in der Alpenrepublik, mit denen wir freundschaftlich verbunden sind, und mit Hammerwurf-Ass Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien sogar einen offiziellen Österreich-Repräsentanten. Der hätte uns zu gegebener Zeit nach der Hallensaison sicherlich auch noch hinreichend informiert. Preschen wir also vor.
Nun aber zum Ereignis. Es findet nicht irgendwo statt, sondern im fürwahr in der Leichtathletik weltberühmten Möslestadion in Götzis (Vorarlberg). Bei diesem elektrisierenden Ortsnamen wird bei Fachleuten sogleich der Groschen fallen. Es ist das Mekka im Mehrkampf. Wer etwas für die „Könige der Athleten“ beim Zwei-Tage-Werk im Zehnkampf, natürlich auch im Siebenkampf der Frauen, übrig hat, dem muss an dieser Stelle kein Nachhilfeunterricht gegeben werden. Dass ich bekennender Zehnkampf-Fan bin, dürfte Stammbesuchern bekannt sein. Zurück zum Thema: Auf den Spuren der ganzen Großen dieser Zunft können nun an den beiden Juni-Tagen die Dauerbrenner ab M/W 35 wandeln. Dabei werden sie hervorragende Anlagen und eine besondere Atmosphäre vorfinden, auch wenn nicht tausende Zuschauer die Arena säumen werden. Das sich die Region bestens eignet vor- oder nachher ein paar Urlaubstage anzuhängen, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Neugierig geworden? Hier geht’s zur Ausschreibung.

EMA-Präsident Kurt Kaschke rannte erneut in der Staffel mit

(Karlsruhe/Chemnitz/Halle/Krefeld, 27. Januar 2015) Was im Vorjahr bei der Stadion-DM der Senioren/innen in Erfurt galt, traf auch bei den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe zu: Der griffige Slogan „Hier rennt der Präsident selbst“. Schon wieder nicht Clemens Prokop, sondern abermals Kurt Kaschke (*1955) aus Freudenstadt im Schwarzwald, der Steuermann auf Schlingerkurs (von wegen 200-m-Oval) des kontinentalen Dachverbandes European Masters Athletics (EMA). Der 59-jährige Lehrer war Startläufer der 4 x 200-m-Staffel des VfL Sindelfingen, die in der M50 klar geschlagen von der LG Rems-Welland (1:51,29) in 1:55,51 Minuten den zweiten Platz belegte. Allerdings sei der Fairness halber angemerkt, dass drei Kurzstreckenflitzer aus dem Sindelfinger Quartett bereits der M60 angehören. Wie viele Kurt „ohne Helm und ohne Gurt“, sprich: dem seinem Amt angemessenen Ornat (siehe Foto), erkannt haben, ist nicht überliefert. Ein „Präses“ in kurzen Hosen ist ja auch eine eher seltene Erscheinung und Begegnung. Dazu gab es rein sportlich betrachtet sicherlich auch herausragendere Geschehnisse, die jeder nach seinen Prioritäten der Online-Ergebnisliste entnehmen möge. Aber der englischen Boulevardpresse folgend ist Hund beißt Mensch keine Meldung. Umgekehrt wird ein (Sport-)Schuh daraus.
Sei nicht verschwiegen, dass am vergangenen Wochenende noch die Meisterschaften auf Landesebene unter dem Hallendach von Sachsen (mit Winterwurf) in Chemnitz und Sachsen-Anhalt in Halle an der Saale ausgetragen wurden. Für die ausgewiesenen Freunde der Statistik viel Spaß bei der umfangreichen Lektüre!

Mutter der Senioren-Kompanie scheint irgendwie untergetaucht zu sein

Kolumne

 

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 25. Januar 2015) Nun gehöre ich wahrlich nicht zu der Sorte Mensch, die ihr Innerstes nach außen krempeln und sich einem theoretisch nach Millionen messenden Auditorium öffentlich mitteilen. Obwohl ich mit der vom Alter her inzwischen siebten Null nicht nur nach meiner in diesem Fall unmaßgeblichen Einschätzung ein durchaus geselliges Kerlchen bin, behalte ich meine Gefühlslage lieber für mich. Die persönliche Regierungschefin ausgenommen, die es ohnehin an meinem Gesicht abzulesen vermag. Das ist zugleich das Stichwort. Mein bei einem Autounfall am 17.Juni 2013 in seinem Audi R8 tödlich verunglückter langjähriger Klubkamerad Arno Küppers bewegte mich vor Jahren dazu, mich unbedingt bei Gesichtsbuch, bekannter unter Facebook, anzumelden. Da gehöre man(n) einfach hin, um „in“ zu sein und am Geist der Zeit zumindest teilhaben zu können. Auch ohne großartige eigene Aktivitäten. Das letztere Argument überzeugte mich. Also habe ich mich angemeldet und mir eine spartanische Profilseite eingerichtet, fortan mein nicht vorhandenes Mitteilungsbedürfnis mich selber betreffend voll ausgelebt.
Mit schöner Regelmäßigkeit bekomme ich seit geraumer Zeit unter einem plakativen Stichwort ein Tageshoroskop für Liebe, Job und Gesundheit aufoktroyiert. Vorausgeschickt, dass ich an derlei Deutungen nicht mal im Entferntesten glaube (sonst wüssten die ja, dass ich im Hauptberuf „Rentier“ bin; von wegen Job), deshalb dem Hinweis in der Mail nicht weiter folge und sie lösche. Wie sollen, von einzelnen Treffern aufgrund der mathematischen Größe abgesehen, die ganzen Weissagungen auf  Millionen von im Sternzeichen Schütze geborenen zutreffen? Nonsens! Aber wem’s hilft – bitte schön. Jeder nach seiner Facon oder wie der Rheinländer zu sagen pflegt: Jedem Dierche sing Pläsierche. Die Überschrift von Heute habe ich mir noch gerade gemerkt, die da lautete: Große Anziehungskraft. Das münze ich freilich weniger auf mich, als auf Lampis und was momentan so die Senioren/innen direkt oder mittelbar in Form der Solidarisierung beschäftigt. Da flatterte wieder einiges via Satellit in mein elektronisches Postfach. Und da ich mir nachts eine Mütze voll Schlaf gönne, habe ich es erst heute Morgen gesehen, gelesen und bisweilen geschmunzelt, was da so alles andockte. Das lässt sich jetzt unmöglich alles wiedergeben, würde selbst diesen etwas größeren Rahmen bei einer Kolumne bei weitem sprengen.
Doch ein Bilddokument fand ich besonders hübsch und originell. Ob eine wirkliche Verbindung zu einer lebenden Person besteht, vermag ich nicht schlüssig zu konstatieren. Doch weil es so schön ist, unterstelle ich es einfach. Denn es macht auch Sinn, an sie zu erinnern, da sie irgendwie untergetaucht zu sein scheint. Nicht einmal in der brisanten Trikot-Frage hat sich die sonst omnipräsente Multifunktionärin Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland in der ihr eigenen Wortgewalt an ihr Volk gewendet. Dabei ist sie doch – unter anderem – als Vorsitzende des Bundesausschusses Senioren die allerhöchste Interessenvertreterin und Instanz der „ewigen Talente“ der Leichtathletik. Wenngleich ohne irgendwelche wirklichen Befugnisse. Seit ihrer, gewissermaßen der Kanzlerin gleich, Weihnachts- und Neujahrsansprache in der „Oldiethek“ auf der Verbandsnetzseite wurde sie öffentlich nicht mehr vernommen, die Mutter der Senioren-Kompanie. Müssen wir uns ernsthaft Sorgen um sie machen? Oder herrscht bei ihr aufgrund der Nähe zu unseren lieben französischen Nachbarn deren Maxime „C’est la vie“ (frei übersetzt: So ist das Leben eben) vor? Ritter Götz von Berlichingen hätte es drastischer mit „lmA“ formuliert. Wie dem auch immer sei: machen wir ihr rein vorsorglich eine kleine Freude mit der nach ihr (?) in landestypischer Sprache benannten Straße in der Goldenen Stadt Prag.
In diesem Sinne noch einen zauberhaften Sonntag sowie eine ebensolche neue Kalenderwoche voller Schaffenskraft und unermüdlichem Tatendrang!