Sportjournalist Gustav Schwenk im Alter von 91 Jahren verstorben

(Düsseldorf/Krefeld, 17. Januar 2015) Sein Leben war die Leichtathletik. So beginnt die Rheinische Post Düsseldorf in der heutigen Ausgabe im Hauptsport ihren Nachruf auf den im Alter von 91 Jahren verstorbenen Freien Sportjournalisten Gustav Schwenk aus Düsseldorf. „Der eiserne Gustav“ war über Jahrzehnte bis ins hohe Alter hinein einer der führenden Fachjournalisten in und über Deutschland hinaus. Irgendwer gab ihm irgendwann den schmückenden Beinamen „Erfinder der Leichtathletik“. Mehr lässt sich über seine Kompetenz nicht aussagen. Schwenk, zu dem ich als Jungspund in meinen Anfängen ehrfürchtig aufgeschaut habe und der als ständiger Mitarbeiter der RP Düsseldorf (ich in Krefeld) fast dreißig Jahre mein mittelbarer Kollege gewesen ist, war so etwas wie ein Fleisch gewordener Leichtathletik-Almanach. Ausgestattet mit dem Gedächtnis eines Elefanten und einem Notizbuch angereichert mit allerkleinsten Details. Nicht ganz so berühmt, aber ähnlich legendär wie das des einstigen Fußball-Bundestrainers Sepp Herberger, der 1954 „Das Wunder von Bern“ federführend möglich machte.
Einen ausführlichen Nachruf über „Gus“, so sein journalistisches Kürzel, hat DLV-Ehrenpräsident Theo Rous aus Alpen am Niederrhein für leichtathletik.de verfasst.

Hochdosierte Kombination von Vitamin C+E für Sportler eher schädlich

(Oslo/Krefeld, 17. Januar 2015) Es ist häufig der Glaube daran, der vermeintlich Berge versetzt. Sportler haben meist irgendwelche Rituale, nehmen gerne mal so genannte (erlaubte) Nahrungsergänzungsmittel. Die werbende einschlägige Industrie und selbst die „Rentner-Bravo“ (Apotheken Umschau) suggeriert uns willfährigen Konsumenten beinahe täglich, dass die normale Nahrung längst nicht ausreicht, um den Tagesbedarf an diesem und jenem zu decken. Erst recht nicht bei Personen, die im Beruf oder bei der herrlichsten Nebensache der Welt körperliche Höchstleistungen zu verbringen haben. Solange es zwar nicht wirklich nützt, aber andererseits auch nicht schadet, dies oder das einzuwerfen, belastet es allein den Geldbeutel und nicht die Gesundheit. Nun kommt jedoch der norwegische Sportmediziner Goran Paulsen mit einer wissenschaftlichen Studie an einem Team von Probanden der Sporthochschule Oslo um die Ecke. Auf einen ganz kurzen Nenner gebracht können Vitaminpräparate bei Sportlern Schaden anrichten. Hochdosierte Kombinationen von Vitamin C und E bewirken sogar insbesondere bei Kraftsportlern, wozu die Werfer als Schwerathleten unter den Leichtathleten zu rechnen sind, genau das ungewollte Gegenteil. Sie verschlechtern die für das Muskelwachstum wichtige Proteinsynthese. Aber auch Ausdauerathleten sind davon betroffen. Paulsen kommt zu dem Schluss, dass bei vernünftiger, ausgewogener und gezielter sportgerechter Ernährung zusätzliche antioxidative Vitaminpräparate eine eher schädliche Wirkung hervorrufen.
Mehr dazu unter diesem Link. Der Beitrag steht leider nur in englischer Sprache zur Verfügung.

NRW-"Open": Exorbitant hohe Ausfallquote von fast 20 Prozent

(Düsseldorf/Grevenbroich/Krefeld, 15. Januar 2015) Bevor wir unseriös wie eine andere Senioren-Netzseite in einem Schnellschuss nach Daumenpeilung irrlichterndes, falsches Zahlenmaterial (600 Ergebnisse) unters ahnungslose Volk streuen, haben wir uns an der Quelle bei der Landessenioren-Sportwartin Gisela Stecher (im Bild) aus Grevenbroich sach- und fachkundig gemacht. Auf unsere telefonische Nachfrage gestern Abend konnte sie damit nicht auf Knopfdruck dienen. Doch wenig später bekamen wir gewissermaßen – zunächst einmal – exklusiv eine PDF-Datei mit einer ausführlichen, kompletten Statistik zugemailt. Das nennt sich Service und „Dienst an unserem Kunden“, dem Leser! Erinnern wir uns, dass zu den Offenen NRW-Hallenmeisterschaften am vergangenen Sonntag im Arena-Sportpark in Düsseldorf  541 Senioren/innen (+ 45 nur in Staffeln) zu 963 Starts gemeldet waren. Dazu kamen noch 13 Nachmeldungen am Veranstaltungstag (= 976). Wunsch und Wirklichkeit weichen wie stets bei derlei Anlässen aus den verschiedensten Gründen voneinander ab. Nahezu in allen der elf Klassen bei den Männern und zehn bei den Frauen in jeweils acht Wettbewerben waren mehr oder weniger hohe Ausfallquoten zu registrieren. Per Saldo waren es 781 (ergo weit mehr als jene fabulierten 600) von den vorgesehenen 976 Starts. Das macht immerhin einen Schwund von fast 20, exakt 19,98 Prozent aus. Das ist für eine inländische Meisterschaft exorbitant und ungewöhnlich viel. Von einer grassierenden Grippewelle war jedenfalls nichts bekannt. Insbesondere beklagen die Vereine der „Verweigerer“ die erklecklichen Startgebühren quasi für die Katz’ ausgegeben zu haben. Wer zum Zeitpunkt des Ereignisses krank oder verletzt war, ist entschuldigt. Logisch. In allen anderen Fällen dürfte erhebliche Erklärungsnot bestehen.

Trikot: Eine Replik auf den mangelhaften Erklärungsversuch des DLV

(Darmstadt/Bonn/Krefeld, 16. Januar 2015) Mit Veröffentlichung vom 13. Januar 2015 hat der DLV auf seiner Netzseite nunmehr seine Begründung für das GERMANY auf den Trikots seiner international agierenden Senioren-Athleten nachgeschoben. Offenbar war der Legitimationsdruck doch zu groß, als dass man die Sache einfach so durchwinken konnte.

Gehen wir mal die Punkte im Einzelnen durch:

Die gesamte internationale Kommunikation in der Leichtathletik erfolgt in Englisch

Auch in der Politik und Wirtschaft ist bei Tagungen und Konferenzen die Bezeichnung „Germany“ international üblich

Es ist eine Binsenweisheit, dass Englisch die Weltsprache Nr. 1 ist und Repräsentanten von Staaten, Verbänden und anderen Organisationen in dieser Sprache miteinander kommunizieren. Eine Dokumentation der eigenen Nation auf dem Trikot als Zeichen der inneren und äußeren Identifikation ist jedoch keine Kommunikation. Insofern zielt dieses von der Sache abgehobene Argument am Kern vorbei.

Das internationale Kürzel für Deutschland ist GER

Kommt auf die Perspektive an: Zeigen wir am Flugschalter und wo auch immer im Ausland  u n s e r e Pässe oder Personalausweise, so steht dort BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND und niemand stört sich daran.

In der Leichtathletik setzt sich zunehmend die englische Länderbezeichnung durch

Das ist nach aller Erfahrung bei Internationalen Wettkämpfen von Senioren eine kühne Behauptung, die von Verbänden und Sportlern anderer Nationen und anderer Sportarten in Deutschland nicht geteilt wird und wohl eher einem sich als modern und weltoffen gerierenden Wunschdenken einiger DLV-Funktionäre geschuldet ist.

"Made in Germany“ ist ein internationales Markenzeichen mit entsprechendem internationalen Wiedererkennungswert

Hat zum einen nicht mehr den Ruf von einst und gilt sicherlich nicht mehr für die deutsche Leichtathletik.  Außerdem haben bei der Globalisierung und der damit verbundenen Einwanderung längst nicht mehr alle Athletinnen und Athleten ihren Ursprung und ihre Wurzeln hier zu Lande. Der Beispiele gäbe es auch in der Leichtathletik reichlich. Bei denen trifft das ehemalige Qualitätssiegel "Made in Germany" wahrlich nicht zu. Kleiner Nachhilfericht nach Darmstadt mit der dazu gehörigen Übersetzung: "Hergestellt in Deutschland".

Nicht in allen Ländern ist der Begriff „Deutschland“ bekannt.

Wieder eine gewagte und mit einem Anflug von Arroganz angereicherte Behauptung. Wenn dem so wäre, müssten der DFB, der DHB, die Skispringer und viele andere Sportverbände ganz schnell reagieren. Aber manche im DLV wissen es eben besser

Die Länge des Schriftzuges „Deutschland“ auf den Wettkampftrikots, insbesondere in den kleinen Größen, führt zu relativ kleinen Buchstaben und erschwert die Lesbarkeit

Irgendwie peinlich und somit als Argument völlig zu vernachlässigen!


Fazit: 1. Niemand von Seiten internationaler Leichtathletikverbände verlangt vom DLV und seinen Athleten die Verleugnung der eigenen Nation. Es kann also nicht einmal von vorauseilendem Gehorsam die Rede sein.

2. Ein derart mangelhafter Erklärungsversuch zeigt fehlendes Problembewusstsein, Athletenferne und sorglosen Umgang mit unserer Identität, für die auch Sportler einstehen

3. Ein Pauschalurteil gegenüber dem DLV ist fehl am Platze, denn viele seiner Vertreter sehen das alles genauso kritisch.

Trikot-Frage: Untauglicher Rechtfertigungsversuch durch den DLV

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 14. Januar 2015)
Sie da, sieh da. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) oder sollten wir ihn richtiger German Athletics Association (GAA) schimpfen, hat gestern in der Senioren-Spielecke auf seiner Netzseite endlich auf die brennende Trikot-Frage bei internationalen Starts reagiert. Einmal abgesehen von zwei Fakten (1. internationale Regel, 2. einheitliche Bekleidung), die nicht zu bestreiten sind und zu 2. landläufig unterstützt werden, handelt es sich in Bausch und Bogen argumentativ um dämliches Geschwafel. Allerdings darf von einem hauptamtlichen Mitarbeiter – Entschuldigung, die nennen sich in Darmstadt zur Herausstreichung der ungeheuren Wichtigkeit mal schnell Referatsleiter und Direktoren – allen Ernstes nichts anderes erwartet werden, als dass er Verbandskonformes absondert. Und sei es noch so hanebüchener Unsinn wie in diesem Fall. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Da der gute (Erd-)Mann die Sechzig auch schon überschritten haben dürfte, ist er seiner Generation entsprechend womöglich anderer Meinung, favorisiert er vielleicht auch Deutschland statt GERMANY.
Der Brüller schlechthin in dem sieben Punkte umfassenden untauglichen Rechtfertigungsversuch ist die Länge des Schriftzuges. Tatsächlich ist der Unterschied zwischen Deutschland in normaler Schrift und GERMANY in Großbuchstaben marginal. Und was bis zu den Olympischen Spielen 2012 passte, wird auch weiterhin passen. Dass andere große, größere und weitaus erfolgreichere deutsche Verbände als der DLV keine „kulturelle Selbstverleugnung“ betreiben, ist den eindimensionalen Machern im "Darmstädter Komödienstadl" offenbar noch nicht aufgefallen. Einfach mal über den nachbarlichen Zaun schauen. Notfalls via Glotze derzeit rund um den Wintersport.
Es entspricht einfach nicht der Wahrheit, ist mithin krasser formuliert ein Lüge, dass es die eine uniforme Nationalmannschaftskollektion gibt (siehe Fotos). Genau genommen sind es drei verschiedene Versionen. Bei den Männern/Frauen die werbefreie bei Olympia und bei Europa-/Weltmeisterschaften mit dem hauseigenen Werbepartner, einer Bank (das erleichtert die Kreditvergabe) mitten auf der Brust, als Hoheitszeichnen jeweils der Bundesadler auf der Herzseite. Derweil unterscheidet sich das teure Kauf-Trikot für die Senioren/innen schon durch das Design und rechts oben der Nationalflagge anstelle des Bundesadlers. Aktive zweiter Klasse also. Ein weiterer Affront. Doch wollen wir hier nicht alles nach Rindviechart wiederkäuen, was wir schon mehrfach und hinlänglich ausgeführt haben.
Auf die wirklichen Befindlichkeiten, Bedürfnisse und der aufrichtigen Überzeugung der Ü-35-Generation wird mit keiner Silbe in der neuerlichen Werbebotschaft zur Ankurbelung des Trikotverkaufs eingegangen. Wenn schon die Diskussion nach eigenem Bekunden bis zur Kommandozentrale schwappte, warum wird dem Wunsch und Willen der allermeisten international startenden „ewigen deutschen Talente“ nicht Rechnung getragen?

Bundespräsident Gauck: „Wir alle sind Deutschland!“

Wo soll das Problem bei ohnehin drei unterschiedlichen Ausfertigungen sein, deren Trikot mit Deutschland, denn so und nicht anders heißt unsere Nation (das gilt auch oder gerade in der Außendarstellung), zu beschriften? „Wir alle sind Deutschland!“, sagte gestern Abend Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede bei einer Mahnwache am Brandenburger Tor. Germany kam nicht darin vor. Das erspart es uns, alle großen deutschen Dichter, Denker, Schriftsteller und Philosophen von Herder bis Schopenhauer zu zitieren.  
Es wäre an der Zeit, dass der DLV gegenüber dem Diktat seines us-amerikanischen Ausrüstungssponsors Rückgrat zeigt und seine starre, kleingeistige Haltung aufgibt. Aber darauf können wir alle miteinander wahrscheinlich bis zum Sankt Nimmerleinstag warten. Ergo vergeblich.