Titelverteidiger David Storl geht bei EM als klarer Favorit in den Ring

(Zürich/Krefeld, 11. August 2014)  Es geht aus Werfersicht zum morgigen Auftakt (10 Uhr) der 22.Europameisterschaften der Männer/Frauen im legendären Stadion Letzigrund in Zürich (Schweiz) gleich richtig los. Der Zeitplan will es so, dass kein Geringerer als Kugelstoß-Koloss David Storl (*1990) vom LAC Erdgas Chemnitz als Eisbrecher für das mit großen Erwartungen in der Alpenrepublik an den Start gehende 92-köpfige deutsche Team fungieren wird. Der Doppel-Weltmeister ist als Titelverteidiger, der zudem die europäische Jahresbestenliste mit 21,97 m ziemlich deutlich anführt, der klare Favorit der 25 gemeldeten Kugelstoßer. Außer dem 24-jährigen Sachsen überboten lediglich vier weitere Recken die 21-Meter-Marke. Der Russe Aleksandr Lesnoy (*1988) liegt mit 21,40 m vor der „Alt-Herren-Riege“ mit Borja Vivas (*1984, 21,07 m) aus Spanien, Doppel-Olympiasieger Tomasz Majewski (*1981; 21,04 m) aus Polen und Marco Fortas (*1982; 21,01 m) aus Portugal. Dieses Quintett sollte nach der so genannten Papierform Titel und Medaillen morgen Abend ab 19:34 Uhr (die Schweizer nehmen es ganz genau und werden es sicher auch pünktlich einhalten) unter sich ausmachen. Doch vor der Kür steht wie immer die Pflicht, die in zwei Gruppen ab 10:04 Uhr die zwölf Besten für den Vorkampf des abendlichen Finales ausfiltert.
Nun, liebe wahren Fachleute, noch eine gute Nachricht: Wer bei den unsäglichen, lauflastigen Dampfplauderern vom ZDF, die allerdings den verletzten Zehnkämpfer Michael Schrader als Experten an ihrer Seite haben, Ohren- und Kopfschmerzen bekommt, dem steht alternativ der Spartensender EUROSPORT zur Verfügung. Beide übertragen live: ZDF 10 – 14 und 18 – 20.35 Uhr, unterbrochen von Nachrichtensendungen; EUROSPORT 10 – 14 und 17 – 21.30 Uhr.
Alle aktuellen Informationen im Netz unter www.zuerich2014.com und www.leichtathletik.de

Es gibt kein größeres Leid, als das der Mensch sich selbst andeit

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 10 . August 2014)
Wichtigstes Informationsinstrument zu den 19. Senioren-Europameisterschaften vom 22. bis 31. August 2014 in Izmir (Türkei) ist die herunter tickende Uhr auf der Netzseite des Lokalen Organisationskomitees (LOC). Jetzt sind es noch 11 Tage, xx Stunden und xx Minuten. Ansonsten ist der Nachrichtenfluss eher dürftig bis überhaupt nicht vorhanden. Werten wir es mal als positives Zeichen, öffnen gleichwohl eine allseits verpönte Baustelle zu derlei Titelkämpfen internationaler Machart. Manche/r müsste bei kontinentalen und globalen Meisterschaften vor sich selber geschützt werden. Denn die jeweils federführenden Dachverbände EVAA und WMA schauen seit Jahren tatenlos zu. Getreu der Devise „Süßer die Kassen nie klingeln“ tritt die körperliche Unversehrtheit der Aktiven in  den Hintergrund. Und das bei den zu erwartenden Temperaturen. Die pflegen in Izmir im Durchschnitt jenseits von 32 Grad zu liegen. Im Schatten, wohl gemerkt. Den gibt es allerdings im Sommer bei Wettkämpfen unter freiem Himmel nicht. Kurzum: in der Sonne wird es brüllend heiß.
Geradezu unverantwortlich, was da in der normenfreien Zone EM/WM so alles getrieben wird. Sich zu spezialisieren ist augenscheinlich etwas für Feig- und Schwächlinge. Hoch lebe der/die Alleskönner/in. Jede sich bietende „Marktlücke“ wird gnadenlos (aus-)genutzt. Davon machen die Germanen/innen, gerne auch fortgeschrittenen Semesters („Was schert mich meine Restlaufzeit“), keine Ausnahme. Dies offenbart ein kühner Blick in die Meldeliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Als Starter in einer Spezialdisziplin fällt man(n)/frau unter Exot, kann sich quasi für Eintritt im Zirkus bestaunen lassen. Fünf, sechs Starts sind keine Seltenheit, häufig in Verbindung mit Mehrkämpfen. Abenteuerlich dabei teilweise die Zusammenstellung, die keinerlei disziplinäre Verwandtschaft mehr erkennen lassen.
Den Vogel bei den Seniorinnen schießt Ingrid Holzknecht (W 70) von der LG Elmshorn, eine durchaus renommierte Werferin, mit sieben Wettbewerben, darunter den Wurf-Fünfkampf oder Werfer-Fünfkampf, wie es der DLV fälschlicherweise nennt (es wird ausschließlich mit Geräten, nicht Personen geworfen). Von der gleichermaßen bescheuerten Bezeichnung Gewichtswurf hat sich der Verband erfreulicherweise verabschiedet.
Durchweg gesitteter, sprich: sparsamer, geht es bei den Senioren zu. Selbst der weithin bekannte Titel- und Medaillen-Moloch Guido Müller (M 75) vom TSV Vaterstetten kommt, ohne Staffeln, "lediglich" auf fünf Starts. Spitzenreiter ist Klaus Heidinger (M 75) vom TB Emmendingen, der sich sechs Solowettbewerbe und den Zehnkampf aufbürden will. Das nächst strammste Programm hat sich Reiner Görtz (M 70) aufgehalst, der wie einige andere sechsmal gemeldet hat, darunter jedoch den Wurf-Fünfkampf und Zehnkampf. Das sind per Saldo sage und schreibe 20 (in Worten: zwanzig) Disziplinen. Obendrein mit mehreren Versuchen und Fehlversuchen (Hoch und Stabhoch). Die Hochrechnung verweigere ich jetzt.
Dazu fallen mir spontan die sarkastischen Sprüche „Sport ist Mord“ und „Sport treiben oder gesund bleiben“ ein. Ergänzend ließe sich hinzufügen: „Es gibt kein größeres Leid, als das der Mensch sich selbst andeit.“ Ganz nebenbei bemerkt auch eine Frage des Geldes. Da kommt bei den horrenden Preisen sehr zur Freude des LOC nämlich ein erkleckliches Sümmchen an Startgeldern zusammen. Ganz zu schweigen von allen anderen Nebengeräuschen. Aber was soll der Geiz? Schlussendlich hat das letzte Hemd keine Taschen.
In diesem Sinne einen schönen (Rest-)Sonntag und eine schaffensreiche neue Woche!

Landesverband Thüringen ist zunächst wieder handlungsfähig

(Erfurt/Krefeld, 09. August 2014) Bezug nehmend auf einen ausführlichen Artikel in der Online-Ausgabe der Thüringischen Landeszeitung hatten wir vor zwei Tagen berichtet, dass beim Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) schon vor Weihnachten der Baum brennen würde. Es kann insofern leise Entwarnung gegeben werden, als der Brand zunächst einmal gelöscht wurde. Schwelen wird er weiterhin. Auf einer angeblich turnusmäßigen Präsidiumssitzung sind Heinz-Wolfgang Lahmann als Präsident und Sandro Kubitza als Vizepräsident bestellt worden. Alle geplanten Sofortmaßnahmen zur Bewältigung der mannigfaltigen Probleme sind einer knappen, eher kargen Meldung auf der Netzseite des TLV zu entnehmen.

Johann Lindner warf Jahresweltbestleistung mit dem Hammer

(Wels/Krefeld, 10. August 2014)  Was für ein Hammer mit dem Hammer?!  Der Doppel-Olympiateilnehmer von 1984 (Zweier- und Viererbob in Sarajevo, Leichtathletik in Los Angeles) und mit 79,70 m immer noch amtierender österreichischer Hammerwurf-Rekordler Johann „Hans“ Lindner (im Bild) meldete sich nach gerade überstandener Knieverletzung eindrucksvoll zurück. Bei den Oberösterreichischen Masters gestern in Wels bei Linz erzielte der 55-Jährige mit 59,23 m eine neue Weltjahresbestleistung in der Altersklasse M 55. Mit Rücksicht auf das lädiert gewesene Knie verzichtete er im Hinblick auf die bald beginnende Senioren-EM im türkischen Izmir auf die beiden letzten Versuche. Dort werden die Karten nunmehr neu gemischt, avanciert er vom Jäger zum Gejagten. Auch seines Landsmannes Gottfried Gassenbauer (*1958), dem eine Woche nach den Staatsmeisterschaften der Männer/Frauen in Amstetten (Vierter mit 51,19 m) ein wenig die Frische fehlte und die Rückumstellung vom 7,26 auf das altersgemäße 6 Kilogramm schwere Gerät noch nicht adäquat gelang. Eingedenk dieser Vorzeichen war „Gassi“ jedoch mit fünf Würfen jenseits der 55 Meter, einem denkbar knapp darunter (54,99 m) und der Tagesbestweite von 55,70 m recht zufrieden. Heimo Viertbauer (*1943) gewann die M 70 mit starken 53,20 m, obgleich seine Beine nach Kugel und Diskus schon ein wenig mürbe waren und er die Drehungen nicht gewohnt schnell hin bekam.
Video-Filmer Franz Kastenberger hat ein paar Impressionen von diesem Wettkampf ins Netz gestellt.

Über die ARD-Mediathek ist der Beitrag "Fit und flott mit Falten" zu sehen

(Köln/Krefeld, 08. August 2014)  Noch einmal, aber zugleich letztmals ein Nachdreher zum (vorerst?) aufgeschobenen Beitrag „Fit und flott mit Falten“ des WDR-Fernsehens (siehe gestrigen Kommentar). Herbert E. Müller (*1929) vom TSV Bayer Dormagen, männlicher Hauptdarsteller der ins Bild gesetzten drei Senioren/innen, ist als Mittel- und Langstreckler nicht nur sehr flott auf den Beinen, sondern hat auch ordentlich was zwischen den Ohren. Obwohl aufgrund seines Alters zwangsläufig Seiteneinsteiger bei den modernen elektronischen Medien, kennt er sich auf diesem Terrain bestens aus, ist ein unermüdlicher und obendrein findiger Netzwerker. Dass der genannte Beitrag auch aus der WDR-Mediathek verschwand, ließ ihn nicht ruhen. Und siehe da: es gibt ihn doch, muss also nicht bis zum etwaigen späteren Sendetermin am Sankt Nimmerleinstag gewartet werden. Unter diesem Link öffnet sich das Objekt der Begierde.