Geplante "Ausmistungsaktion" beim DLV nur ein Aprilscherz

(Krefeld, 02. April 2014) April April, der macht doch was er will. Nicht nur mit Wetterkapriolen. Er pflegt auch am Monatsersten mit Scherzen daher zu kommen. Die Redensart „in den April schicken“ ist erstmals 1618 in Bayern irgendwo urkundlich erwähnt. Nach gutem Brauch und alter Väter Sitte ist es inzwischen in allen europäischen Ländern und Nordamerkia Tradition, Leser, Hörer, Zuschauer oder wen von wem auch immer mit glaubhaft klingenden, aber erfundenen Geschichten eben „in den April zu schicken“.
Auch bei uns – und das seit 2010 zum fünften Mal in Serie. So war dann gestern bei unserem Beitrag von unserem Teilzeit-Redaktionsmitglied Jochen Kern über die geplante „Ausmistungsaktion“ beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) leider nur der Wunsch der Vater des Gedankens. Halt zu schön, um wahr zu sein. So nötig es auch wäre. Und das ist keineswegs ein Aprilscherz und mit April April aufzulösen.
Wer uns alles auf den Leim ging oder uns sogleich entlarvte, vermögen wir natürlich nicht zu beurteilen. Aber auch so hat es hoffentlich nicht nur uns Spaß bereitet.

      

McKinsey soll den Wasserkopf des DLV leichtern

Von Jochen Kern

(Krefeld, 01. April 2014)
Vorweg die frohe Botschaft für all’ jene, die gelegentlich bis häufiger am gesunden Menschverstand von selbstgefälligen, eitlen (Ehren-)Amtsinhabern gezweifelt haben oder gar daran verzweifelt sind. Wie unsereins am Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt mit seinem riesigen Wasserkopf. Doch nun der Reihe nach: Als am gestrigen frühen Abend die vier Lampis-Gründer Peter Holthuijsen, Henk van Bakel, Axel Hermanns und Jan Titulaer zu ihrer turnusmäßigen, monatlichen Redaktionskonferenz zum Ultimo am runden Tisch saßen, lief vom Sportinformationsdienst (SID) eine brisante Meldung über den Ticker, die noch für reichlich Zündstoff sorgen dürfte.
Danach hat der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, bei der Unternehmensberatung McKinsey eine Studie in Auftrag gegeben, alle große deutschen Sportfachverbände, mit Ausnahme des professionell geführten Deutschen Fußball-Bundes (DFB), auf den Prüfstand zu stellen. Wer McKinsey kennt, der weiß, dass da kein Stein auf dem anderen bleibt, dass Unterste nach oben gekrempelt wird und oft auch kein Auge der für das entdeckte Missmanagement verantwortlichen Personen trocken bleibt. Wenn das in 52 Ländern vertretene Unternehmen mit Hauptsitz in New York etwas angeht, hat das etwas von einer Großrazzia von Staatanwaltschaft, Steuerfahndung, Polizei und Zoll gleichzeitig. Klaus Zumwinkel und Uli Hoeneß lassen in letztgenannter Hinsicht schön grüßen.
Und nun noch eine gute Nachricht für alle, mithin den meisten Senioren-Leichtathleten/innen, die ihrem Dachverband kritisch gegenüber stehen: Wie der SID weiter mitteilte, steht der von Präsident Clemens Prokop geführte DLV auf der Prioritätenliste ganz vorne, hat das ausgesprochen zweifelhafte Vergnügen den Reigen der Prüflinge zu eröffnen.
Was den Schluss zulässt, das ist allerdings die Mutmaßung des Verfassers dieser Zeilen, dass bei ihm, dem DLV, besonders viel Klüngelei, Behördenmief- und –muff aus dem vorvorigen Jahrhundert im unseligen Spiel sein könnte. Eben ein überdimensionaler, uneffektiver Apparat, bei dem die Linke nicht weiß, was die Rechte tut. Der Beispiele davon gab es auch schon auf Lampis zuhauf. Ganz ohne McKinsey.         

       

Online-Ergebnisliste der Hallen-WM eine absolute Zumutung

Kolumne

Das Wort am Sonntag

 (Krefeld, 30. März 2014) Nun haben wir –  ansonsten keineswegs armen – Daheimgebliebenen es bald geschafft, uns tag-täglich durch den wahr gewordenen Alptraum einer Online-Ergebnisliste zu wurschteln. Der Internet-Auftritt der Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf vom 25. bis 30. März 2014 im ungarischen Budapest ist zumindest in dieser Hinsicht erbärmlich. Und das ist noch durchaus charmant formuliert. Hat der bekennende Freund der Statistik, und damit könnten speziell in der Leichtathletik ganze Autobahnabschnitte asphaltiert werden, nach schier endloser Suche das Objekt seiner Begierde gefunden, erwartet ihn staubtrockene Hausmannskost in jeglicher Beziehung. Keine Hinweise in der Kopfleiste der jeweiligen Disziplin/Altersklasse auf die Welt- und Europarekorde. Insofern auch keine direktes Erkennen, so denn einer aufgestellt wurde. Beispielsweise von Karl-Heinz Marg mit 14,48 m im Kugelstoßen der M 75. Ferner gibt es nur das nackte Endergebnis, fehlen in den technischen Disziplinen die Höhen und Weiten der jeweiligen Versuche. Mithin kann der Außenstehende bei gleicher Höhe/Weite von zwei Athleten/innen nicht nachvollziehen, was über Sekt oder Selters (siehe Kugelstoßen M 65)  oder die glanzvollere Farbe der Medaille entschied.
Völlig zu Recht beklagen wir uns über die öffentliche Wahrnehmung der Senioren-Leichtathletik. Aber, mal Hand aufs Herz, welche/r lokale Sportredakteur/in in Kleinkleckersdorf soll da noch durchsteigen? Völlig illusorisch und von ihm nicht zu leisten, jedes Ergebnis zunächst auf eine globale oder kontinentale Bestmarke abzuklopfen. Zumal er/sie in aller Regel gar nicht wüsste, an welcher Stelle die entsprechenden Rekordlisten zu finden sind. Abgesehen davon, dass im hektischen Tagesgeschäft, vor allem für die Montagsausgabe, schlichtweg die Zeit fehlen würde. Andererseits wäre es doch toll, wenn unser fiktiver Redakteur seine Geschichte über Hans Mustermann mit einem Weltrekord aufmachen könnte.

WMA-Vizepräsidentin Jungmann gefordert

Kurzum: Es besteht dringender Handlungsbedarf, dass nicht jedes Lokale Organisationskomitee (LOC) einer internationalen Meisterschaft in Sachen Online-Ergebnisliste sein eigenes ungenießbares Süppchen der Marke „Hauptsache billig“ köchelt. Dabei gibt es doch vorzeigenswerte Programme, wie zum Beispiel von Fidal Servizi aus Italien. Das wäre eine dankbare Aufgabe für unsere multifunktionale Ehrenamtsperle Margit Jungmann aus Rehlingen, die in ihrer Dreifaltigkeit als Bundesausschuss-Vorsitzende Senioren, WMA-Vizepräsidentin und Mitglied des Masterskomitee der IAAF in der schönen Stadt an der blauen Donau so eine Art von anderen (wer jetzt eigentlich?) bezahlten Urlaub macht. Obendrein fiele es in ihren Zuständigkeitsbereich als „Vize“ des Senioren-Weltverbandes. Mach et, Margit! Viele werden es dir/ihnen danken. Garantiert. Denn diese gequirlte Unzulänglichkeit regt(e) nicht nur den Verfasser dieser Zeilen auf. Siehe oben.

Eine Entscheidung zum Fremdschämen

Der ehemalige Sportchef einer renommierten Tageszeitung pflegte dereinst ein wenig abgehoben zu sagen: „Wenn es bei uns bislang nicht im Blatt stand, hat es eben noch nicht statt gefunden.“ Das galt, zum besseren Verständnis, wenn er der medialen Konkurrenz gnadenlos hinterher gehoppelt war. Diesen kecken Spruch machen wir uns jetzt auch zu eigen, kommen mangels unseres Erscheinens in der Baustellenphase auf die dubiose „Wahl“ zum Senioren-Leichtathleten des Jahres 2013 zurück. Aus gerade genannten Gründen halten wir uns kürzer, als wir es zeitnah getan hätten. Es konnte eigentlich nur einen geben, dem diese Auszeichnung gebührt hätte: Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) aus Moers. Die vermeintliche Fachjury entschied sich jedoch mit angeblich einem Wertungspunkt mehr für Multi-Mittel- und Langstreckler Klemens Wittig (M 75) aus Dortmund, der die gesamte Palette von 800 Meter bis Marathon und Crosslauf abdeckt. Wohl gemerkt, dass ich absolut nichts gegen den Dauerbrenner unter den Dauerrennern aus Lüdenscheid Süd (steht vor Dortmund) habe, den ich bis zur Veröffentlichung des Ergebnisses nicht einmal vom Namen kannte. Aber diese Entscheidung der „Experten“ ist zum Fremdschämen. Da hat so manche/r die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und sein Mütchen an Ritte gekühlt, der sich als ehemals außerordentlich engagierter Seniorensprecher bei den Offiziellen häufiger in die Nesseln setzte. Aus ihrer eingeschränkten Sicht, versteht sich. Geradezu absurd, dass DLV-Referatsleiter Jörg Erdmann auf der privaten amerikanischen Netzseite von Ken Stone in englischer Sprache weitschweifig den untauglichen Versuch einer Rechtfertigung unternahm, statt in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite Flagge zu zeigen. Offenbar wollte er in Feigheit vor dem Feind einer öffentlichen Diskussion aus dem Wege gehen. Tatsache ist jedenfalls, dass Wolfgang Ritte anlässlich der Hallen-DM in Erfurt ein Kondolenzbuch hätte auslegen können, ob der unzähligen „Beileidsbekundungen“, dass er derartig ausgetrickst wurde. Wie übrigens schon bei der nicht vorgenommenen Nominierung zum „World Best Master of the Year 2013“. Diese Chance wurde freilich auch mit anderen denkbaren Kandidaten vollends verpasst.
In diesem Sinne einen gelungenen Start in die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) sowie eine ereignis- und erlebnisreiche 14. Kalenderwoche!    

             

Hallen-WM: DLV läuft der Musik meilenweit hinterher

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Budapest/Krefeld, 31. März 2014)
Ein Online-Medium ist kein Wochenblatt. Diese nicht gerade revolutionäre Erkenntnis hat sich offenbar noch nicht bis zum DLV herum gesprochen. Derweil gestern Nachmittag in der ungarischen Metropole Budapest die Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf zu Ende gingen, datiert bei Einstellung dieses Beitrages die letzte Verlautbarung in der Senioren-Spielecke auf der Verbandsseite noch vom 27. März 2014. Fehlen also noch drei pralle Wettkampftage. Da drängt sich die Frage auf: was macht der aufgeblasene DLV-Betreuerstab, an der Spitze mit Vizepräsident Matthias Reick, bloß den lieben langen Tag und Abend? Mutmaßen wir mal, dass sie sich beim Kompetenzgerangel zerfleischen, wer nun was wie schreiben darf. Bislang durfte „Dr. med. Ästhet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke aus Berlin über Folklore, Touristisches und Sonstiges berichten. Gemeinhin ist er als Kachelmann für Arme fürs Wetter und Wasserstandsmeldungen (nicht von nahen Flüssen, hier die Donau, oder Meeren, sondern den Hinweis an die Athleten „Ihr müsst gaaanz viel trinken!“) zuständig. Dazu verdingt der Bundeshauptstädter sich gemeinhin im wonnevollen Einsatz als selbstverliebter Knipser, um sich unter jedem Foto statt einer Bildunterschrift an seinem Namen zu ergötzen. Zugegeben – auch das alles sind keine neuen Erkenntnisse. In diesem Fall von uns, können aber nicht oft genug wiederholt werden. Angeblich soll steter Tropfen den Stein höhlen. Manchmal zumindest.
Konkret sind Zweifel angebracht. Macht aber nix. So geht uns auch in dieser Hinsicht nie der Stoff aus.

       

Reinhard Klingenberg verstarb im Alter von 75 Jahren

(Aachen/Krefeld, 30. März 2014) Bei so genanntem Kaiserwetter mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen knapp jenseits der 20 Grad machte gestern beim Frühjahrswerfertag des SV Rot-Weiß Schlafhorst in Übach-Palenberg unter den vielen Senioren/innen eine traurige Kunde die Runde. Reinhard Klingenberg (*1939, im Bild) von der Aachener TG, ein Urgestein der Leichtathletik-Szene und im westdeutschen sowie grenznahen Raum zu Belgien und den Niederlanden als Veranstaltungsleiter von Werfertagen sehr geschätzt, verstarb in der Nacht zum vergangenen Donnerstag nach langem, unverdrossenem Kampf mit der heimtückischsten aller Krankheiten.
Dazu im Wortlaut der Nachruf auf der Netzseite der ATG: „
In der Nacht zum Donnerstag ist nach schwerer Krankheit Reinhard Klinkenberg verstorben. Reinhard war in den letzten Jahrzehnten als Abteilungsleiter und Geschäftsführer der Leichtathletikabteilung sowie als erfolgreicher Athlet unverzichtbarer Bestandteil der ATG-Familie. Sein viel zu früher Tod hinterlässt eine große Lücke im Kreis der Leichtathleten. Wir trauern mit seiner Familie und werden ihn sehr vermissen.“