Nationale Dachverband sägt sich den Ast ab, auf dem er selber sitzt

(Mutterstadt/Krefeld, 13. Oktober 2014) Es brechen Jahr für Jahr mit unschöner Regelmäßigkeit immer wieder Veranstaltungen weg. Selbst solche, die schon eine gewisse Tradition hatten und die gedanklich im persönlichen Wettkampfkalender der Leichtathleten für die kommende Saison eingearbeitet wie eingeplant waren. Das gilt nicht nur, aber im noch einmal verstärkten Maße für Werfertage. Die Gründe sind vielschichtig. Aber eben sehr häufig an Personen gebunden, die die Hauptlast der Verantwortung, der Organisation und letztlich das finanzielle Risiko tragen. Irgendwann stellen sie sich die Frage, was soll das eigentlich noch? Mit der für die Wettkämpfer/innen traurigen Konsequenz, dass sie ihre nicht hoch genug einzuschätzenden mannigfaltigen Aktivitäten von jetzt auf gleich einstellen. Die Probleme sind häufig hausgemacht. Nicht bei den Klubverantwortlichen, sondern beim DLV mit wahnwitzigen Veranstaltungsgebühren. Ganz zu schweigen von bis zu 74-seitigen Knebelverträgen im DIN-A-4-Format bei der Ausrichtung nationaler Titelkämpfe mit oft einfach nicht zu leistenden und bewältigenden Auflagen der Marke  „haarsträubend und weltfremd“. Griffig formuliert: Der Dachverband sägt sich den Ast ab, auf dem er selber sitzt. 
Der rührige Chef-Organisator und Wurf-Allrounder Gerhard Zachrau (*1949) von der TSG Mutterstadt in Rheinland-Pfalz brachte einige hochinteressante Gedanken zu „Papier“, die allen Beteiligten als trefflicher Anschauungsunterricht dienen können. Diesen zunächst als interne Vorlage gedachten Beitrag haben wir auf die allgemein gültigen Passagen gekürzt und mit seiner freundlichen Genehmigung in unser Fenster „Flurfunk“ gestellt.

EMA lobt den Torsten-Carlius-Fair-Play-Award 2014 aus

(Lausanne/Basel/Torun/Krefeld, 12. Oktober 2014) Eine offenbar vorübergehend eingeschlafene Tradition, oder sollte uns da etwas entgangen sein, setzt der kontinentale Senioren-Dachverband EMA (zuvor EVAA) mit Sitz in Lausanne am Genfer See in der Schweiz nunmehr wieder fort. Die EMA hat auf ihrer Netzseite für das Jahr 2014 zur Benennung geeigneter Kandidaten für den Torsten-Carlius-Fair-Play-Award (im Bild) aufgerufen. Dafür kommen Athleten, Offizielle, Teamleiter sowie Kampf- und Schiedsrichter in Betracht, die sich bei irgendwelchen Begebenheiten durch ihr sportlich faires Verhalten ausgezeichnet haben und dabei nachvollzieh- sowie beweisbar „auffällig“ geworden sind. Das Vorschlagsrecht ist nicht auf einem bestimmten Personenkreis eingegrenzt. Jede/r, der sich berufen fühlt und ein preisverdächtiges Ereignis miterlebt hat, kann mitmachen. Vorschläge nimmt bis 05.Dezember 2015, übrigens dem Welttag des Ehrenamtes („nebenbei“ der Geburtstag des Verfassers), die EMA-Generalsekretärin mit dem klangvollen Namen  Helena Maria Pires de Carvalho aus Coimbra (Portugal) via E-Mail entgegen (siehe bei www.EVAA.ch unter „About us“). Das Präsidium der EMA wählt in seiner Sitzung am 06. Dezember 2014 in Basel (Schweiz) den Preisträger aus, kann natürlich auch weiblich sein, die feierliche Verleihung der Trophäe erfolgt im Rahmen der Hallen-EM 2015 im polnischen Torun. Wahrscheinlich am Fuße einer der imposanten Sprungschanzen (erkenne sie, die Ironie und unseren Beitrag vom 10. Oktober dazu).

Halle der 10. Senioren-EM soll über mehrere Sprungschanzen verfügen

(Torun/Lyon/Krefeld, 10. Oktober 2014) Es gab offenbar schon den Wettbewerb vor dem Wettbewerb. Gerade so, als ob Frühbucher-Rabatte winken, wurden bereits für die 10.Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun (23. – 28. März 2015; Meldeschluss 18.01.15)  und selbst  die 21.Stadion-Weltmeisterschaften der Senioren/innen im französischen Lyon (04. – 16. August 2015; MS 02.06.15) Meldungen abgegeben. Umgekehrt wird ein Sportschuh daraus. Die jeweiligen lokalen Organisationskomitees (LOC) reiben sich die Hände vom Geldzählen, können sie doch schon weit im Voraus mit den erklecklichen Startgebühren arbeiten. Ganz zu schweigen von dem kalkulatorischen Risiko, dass derzeit noch keiner definitiv weiß, ob er soweit in die Zukunft hinein noch starten kann oder will. Der Gründe gäbe es viele.
Gleichwohl lohnt sich für potenzielle Interessenten ein zeitiger Blick auf die entsprechenden Netzseiten der örtlichen Ausrichter. Insbesondere in das vermutlich von polnischer zunächst in englischer und dann erst in deutscher Sprache übersetzte Athleten-Handbach der Hallen-EM hält manches Schmankerl bereit. Es darf verstärkt angenommen werden, dass das präsidiale Sprachengenie Kurt Kaschke (im Bild) aus Freudenstadt im Schwarzwald nicht daran beteiligt war und das 22-seitige Werk zudem unredigiert blieb. Nicht nur von ihm. Spätestens seit Adam Malysz und seinem legitimen Nachfolger Kamil Stoch macht(e) sich Polen als Skisprung-Nation einen Namen. Aber dass in der fraglos schmucken Arena in Torun gleich mehrere Sprungschanzen stehen sollen, so verheißt es Seite 16 unter Veranstaltungsort, gehört wohl eher in den Bereich von Märchen und Sagen aus Tausenduneinernacht oder nach Abu Dhabi. Da will tatsächlich ein spinnerter, milliardenschwerer Scheich eine Skisprunghalle in die Wüste bauen. Bei immer mehr ausgehendem Schnee in den verschiedenen Mittel- und Hochgebirgen nicht einmal so ’ne schlechte Idee, wenn man(n) nur über das nötige Kleingeld in der Portokasse verfügt.
Viel Spaß bei der genannten Lektüre!

NRW "Open": Zeitplan für Kugelstoßen wird noch feinjustiert

(Leichlingen/Krefeld, 11. Oktober 2014) Tue Gutes und rede oder schreibe darüber. Auf Anregung von Lampis beim federführenden Landesverband Nordrhein (LVN) wurde Kugelstoßen als Rahmenwettbewerb in die am 15. November 2015 nachzuholenden Offenen NRW-Senioren-Meisterschaften im Winterwurf in Leichlingen aufgenommen. Womit wir einmal mehr unter Beweis stellten, die einzig wahre Interessenvertretung der Aktiven zu sein. Dank und Anerkennung aus der Szene  war uns gewiss. Allerdings wurde die Freude all jener getrübt, die schon einmal einen Blick in den Zeitplan warfen. Denn der weist das Kugelstoßen für alle Altersklassen von M/W 30 bis endlos mit dem Beginn 10 Uhr aus. Das würde logischerweise selbst auf zwei Anlagen nicht funktionieren und zudem teilweise nicht mit dem Diskuswurf korrespondieren. Doch in dieser Hinsicht kann Entwarnung signalisiert werden. Es erfolgt selbstverständlich noch eine Feinjustierung. Als der noch sehr kurzfristige Einbau von Kugelstoßen erfolgte (wir berichteten), waren Ausschreibung und Zeitplan bereits fertig, wurde zur Dokumentation dieser Wettbewerb auf die Schnelle noch ohne strategische Gesichtspunkte aufgenommen.

Seniorenwarte wollen Rückkehr zu den Wurzeln bei der DAMM

(Darmstadt/Krefeld, 09. Oktober 2014) Lampis kann und macht schon relativ viel. Hellsehen gehört indes leider nicht dazu. Wenn wir sehr früh am Morgen einen Beitrag in unsere seitenaufmachende Rubrik „Nachrichten“ online stellen, können wir natürlich nicht ahnen, noch weniger wissen, was nach uns passiert. Kurzum: Mittlerweile steht mit gleichem Tagesdatum, aber zeitlich später als bei uns eingestellt, in der Senioren-Spielecke auf der DLV-Netzseite ein recht ausführlicher Bericht von der Seniorenwarte-Tagung am vergangenen Wochenende in Darmstadt. Verfasst hat ihn der Sprecher der Landes-Seniorenwarte, Hans Schmidt aus Menden in Westfalen. Der von uns erwähnte und von Gisela Stecher (LV Nordrhein) eingebrachte Antrag auf Änderung der Schutzgittereinstellung beim Hammer- und Gewichtwurf wurde bewusst oder unbewusst nicht genannt. Was die vielen Freunde und Verfechter der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) freuen wird: der ganze neumodische Firlefanz bei dem jetzt Team-DM Senioren genannten Wettbewerb mit Joker-Poker-Ziehung, Streichergebnis, Cup-Wertung und Vorqualifikation soll wieder abgeschafft und zu den Wurzeln zurück gekehrt werden. Den Bayern sei Dank, die das auf den Weg brachten. Noch bedarf es allerdings eines Beschlusses von übergeordneter Stelle.  
Nun warten wir alle gespannt auf den Rapport der Vorsitzenden Margit Jungmann (Rehlingen) von der sich anschließenden Sitzung des Bundesausschusses Senioren. Oder wer auch immer von den vielen Auserwählten das außerordentliche Vergnügen haben wird, ihn absetzen zu dürfen. Wahrscheinlich werden sie darum würfeln oder Stöckchen ziehen.