Olympische Sommerspiele 2020 auf nächstes Jahr verschoben

(Tokio/Krefeld, 24. März 2020; 16.15 Uhr) Eine Meldung auf Ansage, die nun wirklich niemanden mit halbwegs gesundem Menschenverstand überraschen kann. Um 13.18 Uhr MESZ lief über die Ticker der Nachrichten-Agenturen, dass die ursprünglich für den 24. Juli bis 09.August 2020 in Tokio (Japan) vorgesehenen Olympischen Sommerspiele um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben werden. Dies teilte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe mit. Der bislang zaudernde und lavierende IOC-Präsident Thomas Bach habe in später Einsicht diesem Vorschlag zu 100 Prozent zugestimmt. Obwohl das lediglich ein Randnotiz in Zeiten der dies alles auslösenden Corona-Krise sein kann, dürfte sein Ansehen großen Schaden genommen haben, von anderer Seite vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein. Abgesehen davon wird die Lawine an Absagen von Sportveranstaltungen weiterrollen. Das nächste Jahr wird sich an Großereignissen gewaschen haben. Die Leichtathletik-Senioren eingeschlossen. Schwerlich vorstellbar, dass ausgerechnet deren WM vom  20. Juli bis 01.August 2020 in Toronto (Kanada) stattfinden wird.
Immerhin haben wir mit unserem bescheidenen Nischenengagement hinsichtlich der Berichterstattung in den beiden letzten Tagen thematisch den Puls der Zeit getroffen.

WMA-Chefin Margit Jungmann ist dringend gefordert Farbe zu bekennen

(Toronto/Monte Carlo/Krefeld, 24. März 2020) Was nun, Frau Margit Jungmann? Gehören SIE wie ihr etwas prominenterer präsidialer deutscher Amtskollege Thomas Bach vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch der Fraktion der Zauderer und Zögerer an (siehe gestrigen Beitrag)? Bleiben wir im übertragenen Sinne beim Zitat des einstigen Torwart-Titan Oliver Kahn vom FC Bayern München. Wenn Männer Eier brauchen, sollten Frauen nicht nur als angewachsenes Sitzpolster einen A… – nennen wir es charmanter – , Popo in der Hose haben.
Soll heißen, dass sie sich als Chefin des internationalen Senioren-Dachverbandes World Masters
Athletics (WMA) mit Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco (Landesvater Albert ist vom Coronavirus infiziert) an der Côte d'Azur gegenüber den Startwilligen aus aller Herren Länder zu den geplanten Senioren-Weltmeisterschaften im kanadischen Toronto (20.Juli bis 01.August 2020; Meldeschluss 15.Mai) äußern sollten, nein: müssen. Dringend und kurzfristig, geradezu blitzartig!

Senioren-WM und Olympische Spiele würden sich überlappen

Schon be- und gemerkt, dass sich „ihre“ WM der Talente von gestern und vorgestern mit den nach allgemeiner Stimmungslage umstrittenerweise noch nicht abgesagten/verschobenen Olympischen Sommerspielen 2020 vom 24.Juli bis 09.August in der japanischen 9,6-Millionen-Metropole Tokio weitreichend überlappen? Gut, dass wir es rein vor- und fürsorglich bei der Gelegenheit erwähnt haben. Kann ja nicht schaden. Auch für all‘ diejenigen, die in diesen äußerst belastenden Corona-Zeiten andere Sorgen haben, als das Internet rauf und runter nach irgendwelchen Sportmeldungen zu durchforsten. Offen gestanden habe ich da auch keine Lust zu, kann ich mich jedoch vieler netter Zulieferanten vergewissern. Wie bei den anschließend zu lesenden Fakten dem Tipp durch die deutschstämmige Weltklasse-Seniorin Christa Bortignon (*1937) aus West Vancouver in …? Ja, richtig: Kanada. Prima, wenn die Informantin obendrein an der Quelle sitzt.

Kanada und Australien sagten bereits so oder so ihre Teilnahme an Olympia ab
 
Also: Weiterhin sollte ihnen und ihren Präsidiumskollegen gehörig zu denken geben, dass ausgerechnet das (etwaige) WM-Gastgeberland Kanada so oder so seine Teilnahme an Olympia bereits abgesagt hat. Im Übrigen Australien ebenfalls (siehe Link). Und da sich „Maulwürfe“ einfach überall tummeln, hat ein hochrangiges IOC-Mitglied (vielleicht Ex-Stabhochspringer Sergej Bubka?) so ganz beiläufig behauptet, dass die Verlegung der Spiele nach 2021 schon beschlossene Sache sei.  
Ehe ihnen, Frau Jungmann, von Dritten die Türe vor dem gepuderten Näschen zugeschlagen wird, sollten sie handeln und Farbe bekennen. Das sind sie den Teilnehmern in Lauerstellung schlichtweg schuldig, um denen unnötige Mühen und vor allem unwiederbringliche Kosten zu ersparen.

Es bleiben keine gestrandeten deutschen "EM-Zwangsurlauber" zurück

(Braga/Krefeld, 22. März 2020)  Jede Menge Flugzeuge bleiben wegen der Corona-Krise und den daraus resultierenden mannigfaltigen Auswirkungen derzeit am Boden. Wer kennt die Fernseh-Bilder nicht von ohne schiffbrüchig geworden zu sein gestrandeten Urlaubern an Flughäfen im Ausland? Die aus der Bundesrepublik wurden/werden auf Vermittlung der jeweiligen deutschen Botschaften oder Konsulate mit Sondermaschinen heimgeflogen. Und was ist mit jenen – zahlenmäßig nicht bekannten – ehedem 259 Gemeldeten zur Senioren-Hallen-EM mit Winterwurf im portugiesischen Braga, die trotz der Absage ihre diversen Buchungen vor Ort abgefeiert haben?
Da kann nach unseren Informationen vom Schauplatz der keiner war Entwarnung gegeben werden.
Es gelte die alte Regel: Je weiter weg vom Geschehen, umso wilder brodele in der Ferne (eben hier) die Gerüchteküche. Das Stille-Post-Prinzip in Reinkultur, wo am Ende die Sonnenfinsternis um 10 Uhr in der Turnhalle stattfinden würde. Die richtige Quelle sei das wichtigste Medikament. Und danach wäre es Fakt, dass bis zum morgigen Montag alle Flüge via Deutschland planmäßig ‘rausgehen werden.

Selbst die „Ritte-Air“ hätte nicht einspringen können

Ansonsten hätte die vom Verfasser dieser Meldung so benannte „Ritte-Air“ einspringen können. Kleines Späßle g’macht in bitter-ernsten Zeiten. Damit ist nämlich das sehr erfolgreich stabhochspringende Familien-Unternehmen mit den Eheleuten Ute und Wolfgang sowie den erwachsenen Kindern Christina und Thomas Ritte vom SC Bayer 05 Uerdingen gemeint. Die heben indes lediglich zur Überquerung der mehr oder weniger hoch liegenden Latte kurzzeitig vom Boden ab. Das musste jetzt allerdings eigentlich nicht mehr besonders erklärt werden. Denn einen Privatjet haben sie trotz ihrer weltweiten Einsatzgebiete unseres Wissens nicht. Lupenreine Amateure eben, die wie Hans Mustermann und Lieschen Müller ihren Sport aus der Privatschatulle finanzieren müssen.

Thomas Bach und das IOC trafen höchst umstrittene Entscheidung

Kolumne

Moment mal

(Lausanne/Tokio/Krefeld, 23. März 2020)
„Eier, wir brauchen Eier – Sie wissen was das heißt“, sagte dereinst Torwart-Titan Oliver Kahn im November 2003 nach der 0:2-Niederlage des FC Bayern gegen den FC Schalke 04 auf die Frage von Kommentator Tom Bartels. Da ausnahmslos Männer auf dem Platz standen, darf getrost davon ausgegangen werden, dass sie darüber körperlich in Wirklichkeit verfüg(t)en. Der Spruch war also symbolisch zu verstehen, stand für Mut, Mumm und unerschütterliches Selbstbewusstsein. Selten zuvor traf dieses berühmt gewordene Zitat so zu wie in den heutigen schweren Zeiten der die Welt erschütternden Corona-Pandemie. Und da gibt es fürwahr Elementareres als die vermeintlich herrlichste Nebensache auf diesem besch… Globus, die da Sport genannt wird.

Nicht das Ohr an den Spitzensportlern aus aller Welt

Der momentane Vordenker des hehren olympischen Gedankens hat es allem Anschein immer noch nicht begriffen. IOC-Präsident Thomas Bach eiert bar der symbolischen Eier weiter herum. Der 66-jährige Jurist und das von ihm geführte bis zu 115-köpfige Komitee der Gralshüter mit Feudalsitz im schweizerischen Lausanne am Genfersee haben sich gestern noch eine vierwöchige Bedenkzeit gegeben, ob sie für eine Verlegung der Olympischen Spiele vom 24.Juli bis 09. August 2020 in Tokio votieren sollen. Als ob sich das wirklich noch in ihren Händen hätten? Bloße Zeitschinderei und sonst nix! Das Ohr an den männlichen und weiblichen Athleten haben sie ganz offensichtlich nicht. Spitzensportler aus der ganzen Welt sprechen sich dafür aus, die Spiele in das nächste oder übernächste Jahr zu verlegen. Was bei der Olympiade, eben dem Vier-Jahres-Zyklus, auch leicht machbar wäre.

Eine gezielte Olympia-Vorbereitung nicht mehr möglich

Denn sie argumentieren völlig zu Recht, dass eine gezielte Vorbereitung bereits jetzt nicht mehr gewährleistet sei. Hinzu kommt die vollkommen unsichere Situation, ob die Pandemie bis dahin flächendeckend abgeklungen sein wird. Virologen gehen vielmehr davon aus, dass sie uns alle noch bis in den Sommer hinein im Würgegriff haben wird. Angeblich rund 80 Prozent harmlose Verläufe hin oder her. Das ändert jedoch nichts an den vernünftigen vorherrschenden restrektiven Einschränkungen jedweder Art.
Die Japaner selber, in deren Land wie fast überall der Kulminationspunkt dieser Seuche nicht mal erreicht ist, haben offenbar den Knall noch nicht gehört. Sie pilgerten am vorigen Samstag mit mehr als 50.000 Menschen zur Übergabe des Olympischen Feuers auf den Bahnhof von Sendai (siehe Link). Sorgloser und leichtfertiger geht’s nimmer mehr. Spätestens da hätte den IOC-Oberen ein Licht aufgehen müssen, ehe sie gestern ihre von Unzähligen nicht nachvollziehbare Entscheidung getroffen haben.

Absage der Hallen-EM ein Novum in der 24-jährigen Historie

(Braga/Birmingham/Krefeld, 21. März 2020) Heute würde zu Ende gehen, was wegen der weltweiten Corona-Krise (Pandemie) erst gar nicht begonnen hat: Die für den 15. bis 21. März 2020 ursprünglich vorgesehene Senioren-Hallen-EM mit Winterwurf in Braga (Portugal). Es wären die 13ten gewesen, was sich hinterher als schlechtes Omen darstellen lässt. Doch viel schlimmer ist die Ursache und ihre Wirkung, weshalb sie ausgefallen sind, nein: mussten. Übrigens die erste Absage, mithin ein Novum, in der mittlerweile 24-jährigen Geschichte dieser Titelkämpfe, die mit der Premiere vom 28.Februar bis 02.März 1997 in Birmingham (Großbritannien) ihren Ursprung nahmen. Damals war ich in der Doppelfunktion als Berichterstatter für die Rheinische Post in Krefeld sowie Kugelstoßer der M50 für mich selber als Zeit- und Augenzeuge hautnah dabei. Rein zufällig im selben Hotel untergebracht wie die am 09.November 2019 84-jährig verstorbene Werfer-Legende Peter Speckens aus Übach-Palenberg bei Aachen.

Unvergessene Siegerehrung durch Doppel-Olympiasiegerin Irena Szewinska

Auch insofern unvergessen, als ich trotz einer beim Aufwärmprogramm zu gezogener und danach getapter veritabler Zerrung ausgerechnet in der rechten Wade den Titel vor dem britischen Lokalmatadoren David Myerscough (13,79m) gewann, der Vater von Sohn Carl (*05.09.1979), der wiederum am 13.Juni 2003 in Sacramento (USA) mit 21,92m britisc
hen Rekord stieß. Aufgrund meiner Verletzung mit lediglich einem Angleit-Versuch im fünften Durchgang auf 14,48m (zuvor Standstöße von 11,44, 12,82, 13,03 und 13,10m, was ergo nicht gereicht hätte). Balsam für den stechenden Schmerz und die anschließende heftige Übelkeit bis hin zum Brechreiz war die Victory-Zeremonie durch Doppel-Olympiasiegerin Irena Szewinska (*24.06.1946, †29.06.2018) aus Polen zu den Klängen von Tina Turners „Simply the Best“.
Seinerzeit wurde noch nicht die Nationalhymne gespielt. Das war dennoc
h eine gute Wahl, bei der mir ein wohlig-wonniger Schauer den Rücken herunter lief und eine diebische Freude auslöste. So habe ich es vor- und nachher bei Siegerehrungen von nationalen und internationalen Titeln nie wieder erlebt. Nicht einmal als Hallen-Weltmeister der M65 an Karfreitag 2012 im mittelfinnischen Jyväskylä. Die ging allerdings mit dem Bekanntwerden des vortägigen Todes meines langjährigen (Sport-)Freundes Eugen Reinhardt (*22.11.1940, †06.04.2012) aus Walsrode einher. Nach dieser Hiobsbotschaft via Handy durch seine Witwe Helga habe ich im Beisein von Teodora und Hermann Albrecht wie ein kleines Kind Rotz und Wasser geheult.     
Dieser nicht aus dem Zusammenhang gerissene kleine Ausflug in die eigene Historie sei gestattet, ist jetzt eh nicht mehr zu verhindern.