Ganz so kostenfrei ist beim LVN die Software für Klubs doch nicht

(Duisburg/München/Fürth/Krefeld, 07. November 2019) Wer weiß selbst auf den Mikrokosmos Leichtathletik herunter gebrochen schon alles? Zähneknirschend, aber realistisch gesehen wir halt leider mit unserem Nischenengagement auch nicht. Deshalb sind wir sehr froh, dass unser Aufruf zur interaktiven Mitarbeit hin und wieder Früchte trägt. Gerade erst wieder auf unsere Glosse „LVN-Offerte kostenloser Software die vermutlich niemand so wirklich will“. Ganz so kostfreien sei die Lizenzvergabe denn doch nicht, teilte uns ein sach- und fachkundiger westdeutscher Leser (selber Aktiver und Wettkampfleiter) mit. Ein Teil der vom LV Nordrhein zu tragenden Kosten an der Gesamtfinanzierung würde über eine Erhöhung der jährlichen Startlizenzgebühr für Vereine auf künftig 3,00 € refinanziert.

LAC Quelle Fürth rechnet mit 2.500 Euro Mehrkosten für seine Veranstaltungen

Noch viel schlimmer erwischt es indes die Klubs in Bayern durch die zusätzliche Verbandsgebühr von 0,50 Euro pro Teilnehmer (!) bei Stadionveranstaltungen. Unser gelegentlicher Gastautor und DAMM-Experte Dieter Krumm beziffert das für „seinen“ LAC Quelle Fürth am  Beispiel von 2019 ermittelt auf rund 2.500 Euro pro anno nur der selbst organisierten Meetings.
Stets zufrieden mit dem Bauch vor den Tisch zu kommen, ergo eine schwarze oder rote null zu schreiben, lässt sich so viel nicht erwirtschaften, die Mehrkosten auch noch abzudecken. Das Ende vom Lied und der „Nahrungskette“ ist eine Erhöhung der Startgelder. Also der stinknormale Kreislauf jeder Verteuerung, den Endverbraucher zur Kasse zu bitten. Nicht nur die Medaille hat zwei Seiten, die Geldmünze ebenfalls.
Eigentlich müsste ein kollektiver Aufschrei durchs Bayern-Land gehen.

Senioren-Hallen-DM definitiv 2020 nicht in Neubrandenburg

(Neubrandenburg/Berlin/Krefeld, 06. November 2019) Entgegen einer früheren, seinerzeit nicht verbrieften Nachricht zu genau diesem Punkt, können wir das nunmehr nach dem Ausschlussverfahren verneinen. Die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf 2020 finden nicht in Neubrandenburg statt. Denn da werden am 15./16.Februar 2020 bereits die nationalen Titelkämpfe der U20 und 18 ausgetragen. Zwei solche Kraftakte in kurzer Zeit sind für den SCC Neubrandenburg und den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Guten dann doch mehr als ein wenig zu viel.
Gleichwohl noch eine erfreuliche Meldung: Erstmals (?) wird es für die Ü30-Generation am 16.Februar 2020 gemeinsame Norddeutsche Hallenmeisterschaften der sieben Landesverbände Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein am 16.Februar 2020 im Sportforum Hohenschönhausen in Berlin geben. Freilich keine brandaktuelle Neuigkeit. Dazu genügte ein Blick in den Rahmenterminplan 2020 des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) per Stand 15.September 2019. Das gibt es also gemessen am Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit seinen vielen Bewerbervakanzen auch noch und rechnet schon gar nicht mehr damit, dass Termin und Ort durchaus frühzeitig feststehen können.

DLV führt 2020 bei der Ü35 den Gewichtwurf ins DM-Programm ein

(Darmstadt/Krefeld, 04. November 2019) Halten wir zunächst zum besseren Verständnis fest, dass der Gewichtwurf (nicht Gewichtswurf!) keine klassische Leichtathletik-Disziplin in Deutschland ist und in keiner Klasse von U bis Senioren in Einzelwettbewerben zum Meisterschaftsprogramm gehört(e).
Es handelt sich um eine amerikanische „Erfindung“, mit einigen Abwandlungen geklaut beim guten alten deutschen Rasenkraftsport und in den Hammerwurf-lastigen Wurf-Fünfkampf (siehe unsere Cartoons in der Dachleiste) eingebaut.
Doch nun kommt der ach so „innovative“ (selbstbeweihräuchernde Darstellung) Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) aus Darmstadt um die Ecke, zaubert für die Talente von gestern und vorgestern ab 2020 einen neuen Wettbewerb aus dem Hut. Da heißt es in deren aktualisierten Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) in fettgedruckter, unterstrichener Überschrift:
DLO Einführung Gewichtswurf (Inkrafttreten 01.01.2020)
Mal großzügig über die sprachliche Verfehlung mit dem überflüssigen „s“ hinweggesehen, geht es sinngemäß weiter, dass nach § 7.4.1. das DM-Programm der Männer/Frauen bei den Senioren/innen um den Gewichtwurf (hier sogar richtig geschrieben) erweitert werden kann.

Eine wieder mal hirnrissige Innovation des Dachverbandes

Als wäre es nicht jetzt schon schwer genug Ausrichter für die nationalen Titelkämpfe der Ü35-Generation zu finden (die „Großen Fünf“ für 2020 sind immer noch vakant; siehe Rahmenterminplan), wird ohne jede Not noch eine weitere außerplanmäßige Disziplin aufgepfropft. Dabei krachen a) aktuell die Zeitpläne bereits aus allen Nähten (sollen künftige Nachschichten eingeführt werden?) und noch elementarer b) welcher potentielle örtliche Organisator verfügt über die entsprechenden Anlagen, eine weitere Wurf-Disziplin durchführen zu können? Da fällt mir auf Anhieb nur der Leichlinger TV ein, der neben der Leichtathletik auch eine sehr erfolgreiche Rasenkraftsport-Abteilung unterhält. Aber das Hauptstadion im Sportzentrum Balker Aue verfügt nun mal über keine überdachte Tribüne.
Und mal ketzerisch gefragt, wenngleich wir uns ins eigene Handwerk pfuschen: Weshalb diese Extrawurst für die Hammerwerfer mit dem sehr artverwandten Gewichtwurf? Mit gleichem Recht könnten die Kugelstoßer das Steinstoßen, die Diskuswerfer den Schleuderball und die Speerwerfer den Keulenwurf fordern. Die Antwort liefern wir gleich mit: Illusorisch und so überflüssig wie ein Kropf.
Wie so manche hirnrissige Innovation des Kaputtreformieres mit dem Kürzel DLV.

Heute ist der Internationale Tag des Freiwilligen-Managements

(Krefeld, 05. November 2019) Hätten Sie’s gewusst? Oder unter uns Sportlern mit dem vertrauteren „du“ (klein geschrieben seit der letzten Rechtschreibreform): Hättet ihr es gewusst? Unverblümt zugegeben, dass es mir bis vor ein paar Minuten (auch) noch nicht bekannt war. Also: Heute, wiederkehrend jeweils am 05.November, ist der Internationale Tag des Freiwilligenengagments. Mit diesem Aktionstag wird das Ziel verfolgt, die Arbeit von Freiwilligen-Managerinnen und -Managern zu würdigen, sie ins öffentliche Licht zu rücken sowie zu Diskussion und Austausch anzuregen. Sehr international ist dieser Tag indes nicht, wird lediglich von zwölf Staaten unterstützt. Darunter aber Deutschland.
Gut, ergo fühlen wir uns ebenfalls im weiteren Sinne angesprochen. Schließlich betreiben wir unser kostenfreies Nischenengagement als einzig wahre Interessenvertretung der Senioren-Leichtathleten/innen in Geschäftsführung ohne Auftrag gleichermaßen auf freiwilliger Basis.
Schön für uns, das bei der Gelegenheit noch mal in das Bewusstsein des geneigten Lesers rufen zu können.

LVN-Offerte kostenloser Software die vermutlich niemand so wirklich will

Glosse

Neben der Spur

(Duisburg/Krefeld, 03. November 2019)
Na so was! Der Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) in Duisburg bietet ab 01.Dezember 2019 den ihm angeschlossenen Mitgliedsvereinen die Wettkampf-Software des Dienstleisters SELTEC in Bad Vöslau (Österreich) kostenlos an. Aber wer will die schon haben? Bemühen wir den rheinischen Spruch „Wat nix koss, is och nix“. Die Übersetzung ins Hochdeutsche: Was nichts kostet, ist auch nichts. Denn bei dem bislang bekannten Programm handelt es sich nach dem Motto IBM (= Immer Besser Manuell) um eine Art Elektronische Datenverarbeitung (EDV) zu Fuß. Stammbesucher von LAMPIS wissen, worüber wir gerade schreiben.

Wer‘s glaubt wird selig: Anwender sollen es schuld sein

Doch bei unserem begnadeten, vom Himmel gefallenen Service als Robin Hood der Senioren-Leichtathletik liefern wir für Gelegenheits- und Zufallsgäste gerne ein brandaktuelles Beispiel. Die Online-Meldeliste für die Offenen NRW-Winterwurf-Meisterschaften der Ü30-Generation am 09.November 2019 im Sportzentrum Balker Aue in Leichlingen befindet sich einmal mehr in dem handelsüblichen geordneten Durcheinander der „Ösis“ (wobei sie mit konstanter Bosheit behaupten, es läge am Anwender; die können jedoch landauf, landab unmöglich alle reif für die Klapse sein). Als da wäre: M30 mit den Disziplinen Kugel, Diskus, Speer, Hammer, Gewicht, dann in der weiteren Abfolge M35, W30 (W35 keine Gemeldeten), M40, 45, W40, 45, M50, 55, W50, 55 und nach diesem Schema fort bis M/W75.

Wenn falsch geht, müsste auch richtig möglich sein

Wenn es falsch möglich ist, müsste es nach meinem zugegebenermaßen in Puncto Informatik eher laienhaften Verständnis wie auf öffentlichen Toiletten auch hübsch getrennt nach Männlein und Weiblein machbar sein. Wer es jedoch nicht glauben sollte, der nehme Anschauungsunterricht beim Anbieter CosaWin aus Baddeckenstedt in Niedersachsen anhand der Ergebnisliste von den  Bayerischen Seniorenmeisterschaften Wurf am 29.Juni 2019 in Schweinfurt: Aufsteigend von M30 bis 90, anschließend W30 bis 80. Es geht also, wer weiß, wie Programmierung funktioniert.

Bald auch in Bayern Schluss mit lustig

Schade nur, dass die Bayern dem Ruf des übergeordneten Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) folgend ab 01.Januar 2020 auch auf SELTEC umstellen werden. Dann ist nicht nur deshalb Schluss mit lustig, müssen doch zur Refinanzierung des Rahmenvertrages die Vereine künftighin bei Stadionveranstaltungen eine Gebühr von 50 Cent pro Meldung blechen.
Ja, da legst di‘ nieder...