Innehalten: Ein bisschen mehr Demut täte allen gut!

(Krefeld und die Republik, 04. Juli 2020) Allmählich nimmt hier zu Lande auch der Wettkampf-Betrieb in der Leichtathletik Fahrt auf. Dazu bedarf es nur eines Blickes in die umfangreich(st)e Termin-Datenbank von ladv.de mit Ausschreibungen und Ergebnissen. Doch machen wir uns kein X für ein U vor. Der Weg zurück in eine – auch so ein Corona-Schlagwort – „neue Normalität“ ist eine mit Risiken und Nebenwirkungen behaftete Gratwanderung, ein Ritt auf der Rasierklinge. Dazu muss nicht einmal der Arzt, Apotheker, Virologe oder Immunologe des eigenen Vertrauens befragt werden, lehren uns allein die aktuellen Nahrichten zur leidigen, aber nun einmal vorhandenen Seuchen-Thematik.

Jeder neu an Corona Infizierte ist einer zu viel
 
Schlussendlich ist jeder Neu-Infizierte, der an COVID-19 erkranken und schimmstenfalls sterben kann, einer zu viel. Aber es geht eben leider auch viel schlimmer als zwei neue Fälle an einem Tag wie beispielsweise in meiner Heimatstadt Krefeld mit immerhin 225.000 Einwohnern, die sich zwischendurch mal über einen siebentägigen Stillstand freuen durfte. Die USA, auch in diesem Punkt das von diesem Trump(el)-
Tier" geführte (unrühmliche) Land der unbegrenzten Möglichkeiten, melden aktuell 58.000 Neu-Infizierte innerhalb von 24 Stunden! Weit weg? Ein Trugschluss! Denken wir an den Ausgangsherd Wuhan in China, dem Reich der Mitte. Nicht zu vergessen, dass die für heute vorgesehenen offenen Masters-Meisterschaften von Kroatien in Zagreb wegen eines aufflackernden „Hotspots“ an der Adriaküste der Balkanstaaten kurzfristig abgesagt werden mussten (wir berichteten).

Lockerungsmaßnahmen senden ein fatales Signal aus

Meines Erachtens fatal das Signal, das die pro Bundesland unterschiedlichen, indes stetigen Lockerungsmaßnahmen aussenden (es ist lange noch nicht vorbei!). Das führt auch im Sport zu einem Wettstreit untereinander nach der gefährlichen Devise „Ich kann schon was, das du noch nicht kannst.“ Während der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) durchaus nachvollziehbar, wenngleich viel zu lange, daran herumbaldowert, wie er bei den nationalen Mehrkampf-Meisterschaften verschiedener Klassen in Vaterstetten und der weiterhin im Meisterschaftskalender fehlenden der Senioren/innen in Zella-Mehlis (jeweils am vorletzten August-Wochenende) den abschließenden 1.500-m-Lauf halbwegs kontakt- und ansteckungsfrei hinbekommt, sind andere schon viel fortschrittlicher. Es darf auch leichtsinniger genannt werden.
Unter ziemlicher Geheimhaltung sollte gestern Abend im Steigerwaldstadion in Erfurt (Thüringen) ein 3.000-m-Meter-Einladungswettkampf stattfinden. Die unklare, nebulöse Ankündigung verschwand jedoch wieder von der Verbandsnetzseite, Ergebnisse wurden Stand heute, 09:30 Uhr, (noch) nicht veröffentlicht. Hat da an genehmigender Stelle doch jemand im Sommer urplötzlich kalte Füße bekommen?

132 Startwillige wollen und dürfen heute in Regensburg 3000 Meter laufen

Das steht im Dank Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bisher eher vorsichtigen Bayern nicht zu erwarten. Da geht heute in der Städtischen Sportanlage am Oberen Wöhrd in Regensburg mit Einlage-Wettbewerben die Telis-Challenge 2020 über 3.000 Meter für alle Altersklassen über die Bühne der 400-Meter-Bahn (siehe Link). Den Veranstaltern wurde vorher dermaßen die Bude eingerannt, dass sie kurzerhand den Meldeschluss vorverlegen und die Stadiontür gewissermaßen verschließen mussten. Es werden ab 17.45 Uhr in zehn Zeitläufen insgesamt 132 (!) Startwillige sein. Wenn das mal bei einem noch so ausgeklügelten Hygienekonzept gut geht? Blitztests oder wenigstens die Körpertemperatur messen, werden sie wohl zuvor nicht durchführen.

Entscheidungshoheit liegt bei jedem selbst – und das ist gut so

Um etwaigen Missverständnisse vorzubeugen: Es soll hier selbst von einem bekennenden „Angsthasen“ der Risikogruppe M75 keineswegs das Null-Toleranz-Prinzip bar jeglicher Wettkämpfe ausgerufen werden. Was relativ problemlos durchgeführt werden kann bei Lauf bis 800 Meter, Sprung, Stoß und Wurf, soll getrost gemacht werden und ist ja auch schon landauf, landab bis auf die Diaspora Nordrhein (tote Sporthose bis 31.August 2020) geschehen. Schlussendlich hat jeder die eigene Entscheidungshoheit es zu tun oder halt zu lassen.
Ohne allzu Altersweise daher kommen zu wollen, täte indes ein bisschen mehr Demut allen gut. Zum eigenen Schutz und nicht zuletzt dem Dritter. Einfache Formel: Wenn sich jeder selber liebt, werden letztlich alle geliebt.
 

Wille will mit einer Lüge von seinem diskriminierenden Akt ablenken

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Stendal/Krefeld, 03. Juli 2020)
Lügen sind nicht nur bewusst getätigte falsche Aussagen. Sie dienen auch dazu, einen Vorteil zu erlangen, zum Beispiel um einen Fehler oder eine umstrittene Handlung zu verdecken und so einer Kritik zu entgehen. Insofern hat der Herr Wille aus Stendal nachweislich gelogen, und zwar „ganz gemein“.
Wenn er dann noch von „Leuten...die ihren Senf dazugeben...“, von „gewissen Berichterstattern“ und „selbst ernannten Fachleuten“ fabuliert, dann wird schnell klar, was er bezweckt: Er will gemäß dem Motto
Haltet-den-Dieb" gegenüber der örtlichen und regionalen Politikprominenz und Lokalpresse von seiner eigentlichen Diskriminierung (kein Startrecht beziehungsweise keinen Zugang zu den Wettkampfstätten für Aktive, Kampfrichter, Organisatoren und Gäste aus Risikoländern!) ablenken, indem er sich eines rhetorischen Tricks bedient, wenn er – vermutlich juristisch beraten – einen inhaltlichen Gegensatz (kein Startrecht versus Ausladung) konstruiert, den es aber nicht gibt; denn nicht eingeladen oder ausgeladen ist für einen Startwilligen Jacke wie Hose. Eine miese Haltung ohne Rückgrat!
Es ist übrigens immer wieder bemerkenswert, dass manche mit magischen Kräften versehene Sportfreunde hiesige Lampis-Beiträge nicht (oder nicht mehr) lesen und dennoch erstaunlich gut informiert sind, was drin steht.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

Kolumne

Moment mal

(Stendal/Krefeld, 02. Juli  2020)
Gemeinhin sollte niemand wichtiger genommen werden, als er ist. Erst recht keine vom Vergleich der Besucherzahlen zu uns völlig unbedeutende, nur von Insidern gelesene Veranstalter-Netzseite. Allerdings wenn uns – bildsprachlich formuliert – ein streunender Rüde öffentlich ans Bein pinkelt, halten wir nicht noch willfährig das andere hin, sondern wehren uns. Mancherorts wird schlicht unterschätzt, dass wir äußerst gut vernetzt sind und wir uns ausschließlich an letzten Endes unangreifbare Fakten halten. Getreu dem Motto „Wasch' mich, aber mach' mich nicht nass" feigerweise ohne Namensnennung, aber wir sind gemeint, wurden wir aufgrund unseres gestrigen Beitrages „Achte Auflage des Stendaler Hanse-Cups soll im Herbst stattfinden“ der „ganz gemeinen Lüge!!!“ bezichtigt (siehe Link). Beklagt wurde unsere Ausführung, dass vorsorglich pauschal Aktive (von Kampfrichtern haben wir gar nichts geschrieben) aus Risikoländern/-gebieten ausgeladen wurden.

E-Mail von Wille entlarvt die Schutzbehauptung

Woher haben wir denn wohl diese Weisheit, die keineswegs eine böswillige Behauptung darstellt? Nämlich aus jener erwähnten Rundmail. Absender mit seiner E-Mail-Adresse ist der sich selbst Org.-Chef nennende Siegfried Wille. Darin heißt es auszugsweise im Original-Wortlaut und für ganz Einfältige obendrein in unübersehbarer Fettschrift:
Klar ist, dass Aktive und Gäste aus Risikoländern/-gebieten 2020 nicht nach Stendal kommen können.
Aber es kommt noch krasser, hätte des Querverweis' auf die Mail überhaupt nicht bedurft. In dem Stendaler Beitrag vom 26.Juni "Kleines Spitzentreffen mit großer Wirkung..." heißt es im letzten Satz zu Erweiterung der Schutzverordnung: Aktive, Kampfrichter, Organisatoren und Gäste aus Risikoländern, -gebieten erhalten kein Startrecht bzw. keinen Zugang zu den Wettkampfstätten". So – und wo ist jetzt unsere „ganz gemeine Lüge“, wer der perfide Lügner? Zweimal dumm gelaufen!
Eine fromme Lüge ist hingegen, und dazu stehen wir unerschütterlich, dass Wille angeblich Lampis nicht (mehr) lesen würde. Wie will er sonst davon erfahren haben und letztlich zu seinem Schutz keine Stigmatisierung zu betreiben (was er eben doch tut), uns Dinge unterzujubeln, die jeglicher Grundlage entbehren?

Die Moral von der in Stendal inszenierten hanebüchenen, gewollt diskreditierenden Geschicht‘: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! Oder: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Offene Masters-Titelkämpfe von Kroatien kurzfristig abgesagt

(Zagreb/Krefeld, 02. Juli 2020) Gegen Dummheit und bodenlosen Leichtsinn kämpfen Götter selbst vergebens. Keine neue Erkenntnis, aber in Zusammenhang mit der Corona-Apokalypse kann diese Platte praktisch in etlichen Bereichen in Endlosschleife abgespielt werden. So hat jüngst der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic (*1987) aus Belgrad (Serbien) der Tennis- und darüber hinaus Sportwelt einen Bärendienst erwiesen. Die von ihm in seiner Heimatstadt organisierte Adria-Tour vor Zuschauern auf dichtgedrängten Tribünen (die das genehmigt haben, gehören wegen fahrlässiger Körperverletzung oder womöglich Tötung in den Knast) und noch obendrauf einer rauschenden „After-Tour-Party“ endete in einem Desaster. Drei Spieler, die ihr Unglück freilich selber schuld sind und keinerlei Mitleid verdienen, aber viel schlimmer unzählige Zuschauer infizierten sich, die das Virus zunächst arglos als Wanderpokal im adriatischen Raum weiterverbreitet haben. Das mag manch ähnlich potenziellen Hasadeuren als eindringliche Warnung dienen.

Nachholtermin kollidiert mit Ungarn-Masters in Budapest

Leidtragende sind ohne Übertragung, jedoch im übertragenen Sinne, nun auch die Organisatoren und Startwilligen an den für kommenden Samstag vorgesehenen offenen Masters-Meisterschaften von Kroatien in Zagreb (wir berichteten). Der für sein Land und die Balkanstaaten zuständige Ivan Pukšar sah sich gezwungen, dieses meisterliche Meeting aus vielerlei Gründen abzusagen. Es soll nach jetzigem Kenntnisstand auf den 05.September 2020 verschoben werden, kollidiert dann allerdings in einem prall gefüllten herbstlichen Terminkalender mit so manch weiterer Veranstaltung, die ebenfalls um die Gunst von Gästen aus anderen Nationen buhlen. Lediglich einen Tag später stehen die Masters-Titelkämpfe von Ungarn im touristisch nicht minder reizvollen Budapest auf der Agenda.

Achte Auflage des Stendaler Hanse-Cups soll im Herbst stattfinden

(Stendal/Krefeld, 01. Juli 2020) Selten bis nie zuvor hat der mittlerweile stark strapazierte Spruch „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ in Zeiten wie diesen der Corona-Seuche eine derartige Bedeutung erlangt. Der traf freilich bei ausgefallenen Terminen nicht immer und überall zu. Denn es gab auch zuhauf regelrechte Absagen. Nicht nur, aber gerade die (Senioren-)Leichtathleten können ein traurig‘ Lied davon singen. Anders nun beim sich über die Jahre einen Namen machenden Stendaler Hanse-Cup in Sachsen-Anhalt, dem gerne als „Mekka“ oder „Klein-Götzis“ hochstilisierten Mehrkampf-Meeting für die Ü30-Generation. Als ansatzweise Bestätigung können sie im Portfolio so manchen Weltrekord als Markenzeichen vorzeigen.
Die ursprünglich für den 22. bis 25.Mai vorgesehene Veranstaltung soll nun vom 25. bis 27.September 2020 im generalüberholten Stadion mit der furchteinflößenden Bezeichnung „Am Galgenberg“ stattfinden. Dies gab der Stendaler LV mit Frontmann Siegfried „Siggi“ Wille (im Bild) nach eingehenden Beratungen aller Beteiligten bis zu Behörden aufwärts in einer Rundmail an alle bereits gemeldeten 125 potenziellen Startwilligen und auf seiner Netzseite bekannt. Vorsorglich pauschal ausgeladen wurden jedoch schon die Aktiven, Trainer sowie Betreuer aus Risikoländern und -gebieten. Näher wurde das nicht benannt.
Offen blieb analog zum DLV auch bei ihnen, wie sie bei den Senioren im Zehnkampf einen kontaktfreien abschließenden 1.500-m-Lauf gewährleisten wollen und können. Alle genannten Details unter diesem Link.