Ein höchst seltsam anmutendes Kontrastprogramm zwischen hü und hott

(Darmstadt/Dortmund/Frankfurt/Krefeld, 14. Januar 2021) Ohne eine Zusammenhang zu unserer gestrigen Kolumne herstellen zu wollen und können, da es nahezu zeitgleich erschienen ist, wird im handelsüblichen Denglisch-Misch-Masch unter „Flash-News des Tages“ auf der Netzseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) von der Absage des Hallensportfestes der LG Olympia Dortmund am kommenden Samstag berichtet. Aus sportlicher Sicht schade, aus gesundheitlicher absolut und definitiv vernünftig.

Was in der Metropole von Westfalen nicht geht, ist in der von Hessen möglich

Aber was in der Metropole von Westfalen nicht geht, scheint in der von Hessen (noch?) möglich. Der DLV kündigt ebenfalls gestern in einem eigenen Beitrag in größerem Umfang den 1.Frankfurter Wintercup an, der gleich an zwei Tagen am Wochenende in der Leichtathletikhalle im Vorort Kalbach stattfinden soll. Als Hingucker in Überschrift und Bild wird der Doppelstart von Deutschlands zweimaliger Sportlerin des Jahres Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz im Weitsprung und über 60 Meter schwärmerisch angepriesen. Per Saldo ein seltsam anmutender Kontrast zwischen hü und hott. Manches bleibt wie die uneinheitlichen Corona-Maßnahmen für den objektiven Betrachter nicht nachvollziebar. Föderalismus auch beim Sport in unterschiedlichen Bundesländern.
Salto rückwärts in die einstige Bierstadt. Dort sind am selben Schauplatz für den 20./21.Februar 2021 die Deutschen Hallen-Meisterschaften der Männer/Frauen geplant. Da müsste schon ein mittelprächtiges Wunder geschehen, wenn sich bei dem nicht von „Wetterfröschen“ um Sven Plöger prognostizierten „harten Winter“ die Seuchen-Gemengelage entscheidend verbessern würde.

Ralf Bartels hält mit 21,44 Meter den deutschen M30-Hallenrekord

Machbar erscheint hingegen bei einem überschaubaren Teilnehmerkreis mit zudem leicht möglicher Abstandswahrung das traditionelle Rochlitzer Kugelstoß-Meeting (ehedem „Fliegende Kugeln im Advent“) am 31.Januar 2021 im Geburtsort des einstigen „Wunderknaben“ David Storl (*1990), der inzwischen für den SC DHfK Leipzig in den Ring geht. Natürlich wird/will der Lokalmatador dabei sein.
Ein paar Nummern zu groß, erst recht auf Anhieb, ist indes für den Jung-Senior der deutsche M30-Rekord von Ralf Bartels (*1978) vom SC Neubrandenburg. Den stellte der Schützling von Trainer Gerald Bergmann mit 21,44m als Dritter der Hallen-WM 2010 in Doha (Katar) auf. Da geht es für den immerwährenden „Storli“ schlicht um einen halbwegs gescheiten Auftakt.
Mit von der Partie bei den Frauen ist die zuletzt mit Motivationsproblemen kämpfende Zwillingsmutter Christina Schwanitz (*1985) vom LV 90 Erzgebirge. Sie gehört bereits der W35 an. Hier stehen als Rekordwert 19,67m von Nadine Kleinert (*1975) vom SC Magdeburg zu Buche, erzielt ebenfalls in Doha. Allerdings 2012.

Sport treiben oder gesund bleiben erhält ganz neue (Be-)Deutung

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Kairo/Krefeld, 13. Januar 2021)
Sport treiben oder gesund bleiben. Dieser ketzerische Spruch erhält in Zeiten der Corona-Diktatur (neben Rückführungspatenschaften Unwort/e des „Fuck you 2020“) eine ganze neue (Be-)Deutung. Alle Virologen und Immunologen würden sich angesichts des Terminkalenders vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vermutlich höchst verwundert die Augen reiben. Derweil private Kontakte auf fünf Personen aus zwei Haushalten beschränkt sind, die für Ende Januar vorgesehene Hallen-DM im Mehrkampf in Halle/Saale bereits abgesagt ist, werden zwischen dem 16.Januar und dem 07.Februar 2021 in genanntem Wettkampfkalender nicht weniger als acht Veranstaltungen im Innenbereich auf deutschen Hallenböden mit zwangsläufig größeren Menschenansammlungen ausgewiesen. Als gäbe es diese neue Geißel der Menschheit nicht, preist der DLV sogar mit größeren Werbebotschaften in seiner News-Spalte die so genannten Indoor-Meetings in Karlsruhe (29.Januar) und Dortmund (07.Februar) wie Sauerbier an. Wie passt das zusammen?

USA und Tschechien meldeten sich mit 29 Neuinfektionen von der Handball-WM ab

Nun komme mir bitte keiner mit ausgeklügelten Hygiene-Konzepten und PCR-Tests (Letzteres stellt ohnehin nur eine Momentaufnahme dar). Die hätte es in Sachsen-Anhalt auch gegeben. Und was das alles (nicht) wert ist, belegen die immer wieder auftretenden Corona-Infektionen in Profi-Sportarten wie Fußball, Handball, Skispringen und Biathlon, deren Sportler sich in vermeintlich geschützten „Blasen“ aufhalten. Erst jüngst, nämlich gestern, mussten Team und Tross der Tschechen mit zehn Neuinfektionen von der heute beginnenden Handball-WM in Ägypten abgemeldet werden. Vorher sagte bereits die USA (sogar 19 Infizierte) ab. Wenigstens werden im Land der Pharaonen und Pyramiden nach langem Hin und Her sowie Interventionen einiger Nationen der Vernunft gehorchend doch keine Zuschauer zugelassen.
Verantwortungsbewusstsein hält eben leider nicht überall Einzug (siehe oben), gilt augenscheinlich der Wahlspruch „Den Mutigen gehört die Welt“. Dazu meine bescheidene Anmerkung: „Die Leichtsinnigen landen womöglich auf der Intensivstation“, um ein nicht noch düsteres Bild mit dem ominösen Deckel auf der Nase an die Wand zu malen. Entschuldigung, nun habe ich es doch erwähnt.

Kontrast: Nein zur Senioren-WM, (vorerst) ja zu Olympischen Spielen!

(Tampere/Tokio/Krefeld, 11. Januar 2021) Es allen recht zu machen, ist eine Kunst die keiner kann. Und so ist es eine naheliegende Schlussfolgerung, die verneinende Entscheidung der World Masters Athletics (WMA) in Absprache mit dem Lokalen Organisationskomitee (LOC) in Frage zu stellen. Denn: Die Senioren-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere (02. – 10. Juli 2021) sind quasi im vorauseilenden Gehorsam noch vor der ursprünglichen Bedenkzeit (15.Januar 2021) bereits kurz vor Weihnachten abgesagt und auf 2022 verlegt worden (siehe Link). Es wird uns aus Telefongesprächen und Zuschriften bekannt gewordenen Stimmen wettkampfaffiner, ambitionierter deutscher Spitzensenioren der Ü35-Generation ins Feld geführt, dass an den zu einem ähnlichen Zeitpunkt terminierten Olympischen (Nachhol-)Spielen vom 23. Juli bis 08.August 2021 in Tokio festgehalten würde.

Virus stünde wie ein Elefant im Raum
 
Da ist allerdings die Einschränkung „noch“ angebracht. Trotz der jüngsten Lippenbekenntnisse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) um „den Herrn der Ringe“ Thomas Bach (im Bild) und dem Gastgeberland Japan – Achtung: Konjunktiv –  „sichere und geschützte Spiele“ durchführen zu wollen. Schwerlich vorstellbar bei den Corona-Neuinfektionen in traurigen Rekordhöhen in dem Mensch gewordenen Ameisenhaufen der japanischen 38-Millionen-Metropole, bei dem zunächst bis 31.Januar ausgerufenen Notstand.
Eingedenk dessen wachsen selbst im innersten Kreis der Organisatoren die Zweifel an einer Austragung. Mit dem 78-jährigen Kanadier Richard Pound äußerte das dienstälteste IOC-Mitglied erhebliche Zweifel, dass Olympia wie geplant stattfinden könne. „Die Wellen dieses Virus‘ stehen wie ein Elefant im Raum“, wird Pound vom  britischen Fernsehsender BBC zitiert.
Und auch im in Tokio herrschenden Winter (derzeit 5 Grad), die sich obendrein mit dicker Luft von Smog herumplagen, dürfte wie überall sonst vorerst kaum Besserung in Sicht sein. Die Quintessenz: Das wird ein Vorhaben mit höchst unsicherem Ausgang. Die Wettbüros haben derweil Konjunktur.
Happy End ausdrücklich erwünscht. Schließlich verhieße es nach viel Tristesse wieder bessere Zeiten für uns alle.

Sportsch(l)au: Der Stoffwechsel als Grundstein der Gesundheit

(Köln/Krefeld, 12. Januar 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Dieser gehört dazu und ist obendrein bei weithin eingeschränkten offiziellen Trainingsmöglichkeiten für Amateursportler aktueller denn je. A.H.

Muskulatur als Motor der Stoffwechselaktivitäten

„Der Stoffwechsel ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge im Körper. Sie können ihn mit einem Automotor vergleichen. Genau wie das Auto braucht der Körper Energie, die er mit der Nahrung zu sich nimmt. Die Bestandteile der Nahrung werden in den Zellen aufgenommen, transportiert, umgewandelt und zu neuen Produkten verarbeitet. Um den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen sind Muskulatur und eine ausgewogene Ernährung wichtige Bausteine. Die Muskulatur ist der wichtigste Stoffwechselaktivator, er entspricht dem Hubraum eines Autos. Je größer der Hubraum, desto mehr Sprit bzw. Energie wird verbraucht. Selbst in Ruhe verbrauchen Muskeln mehr Energie als Fettgewebe. Wenn Muskeln also in Bewegung sind, produzieren und setzen sie Botenstoffe, die so genannten Myokine, frei. Diese Botenstoffe treiben zum einen die Fettverbrennung an und verbessern die Wirkung von Insulin, wodurch sich die Zuckeraufnahme in den Zellen verbessert.

Achtung: Diäten sind kontraproduktiv

Hungern oder Unterversorgung, beispielsweise durch eine Diät, senkt die Stoffwechselaktivität, im Körper wird der Sparmodus eingeschaltet. Viel weniger Energie wird verbraucht, der Grundumsatz sinkt und die Muskeln als der größte Energieverbraucher werden abgebaut. Auch bis zu zwölf Monaten nach einer Diät kann die Stoffwechselaktivität reduziert sein. Strafen Sie Ihren Körper und Stoffwechsel also nicht mit Diäten! Trotz der großen Bedeutung des Stoffwechsels ist er vielen Menschen aus dem Gleichgewicht geraten.
Das Fazit ist also: Bewegung, gesunde Ernährung, Sonne, frische Luft und Sauerstoff!“

Ermunterung zur interaktiven Mitarbeit trug schnell Früchte

(Baden-Baden/München/Krefeld, 10. Januar 2021) Nicht unreflektiert blieb bei einigen aufmerksamen Lesern unsere jüngste – neuerliche – Ermunterung zur interaktiven Mitarbeit. Dazu erreichten uns in den letzten Tagen einige Tipps, Hinweise und Anregungen. Das schon einmal zum besseren Verständnis: Es liegt in der Natur der Sache, dass wir nicht alles aufgreifen können, wollen und folglich werden. Aber als Gebot der Höflichkeit werden wir, die jeweiligen Gastautoren und der Verfasser als verantwortlicher Redakteur, selbstverständlich jede Zuschrift nicht postwendend, jedoch recht zeitnah beantworten.
Exemplarisch tun wir das in zwei Fällen hier und jetzt ohne Namensnennung öffentlich justament an dieser Stelle. Im Zusammenhang mit unserer Geschichte „Männer-Bestenliste: Vorzeige-Senioren Andy Dittmar und Ralf Mordhorst“ (siehe Verlinkung) haben wir, wie es schon die Überschrift widspiegelt, das schönere Geschlecht ausgespart. Nicht bewusst, sondern weil wir in der Bestenliste der Frauen keine Seniorinnen aus den höheren Altersetagen vermutet sowie durch den Wust aller Disziplinen (neuerdings direkt aufzurufen) und Platzierungen auch nicht gesucht haben.

Nicht in der Frauen-Bestenliste, jedoch deutscher Seniorinnen-Rekord

Nun soll jedoch die 3 x 800-m-Staffel der LG Baden-Baden/Gazelle Pforzheim (Rett *1954, Würtz *1960, Tokpetova *1953) aus der W60 mit der zwölftschnellsten Zeit von 9:11,97 Minuten unter insgesamt 14 Staffeln geführt sein. Da ist wohl seither einiges nachgemeldet worden, sind es nunmehr 25 Terzette mit 8:59,98 an letzter Position. Nachzutragen bleibt indes die erhebliche Verbesserung des deutschen Rekordes (weit runterscrollen), den seit 15 Jahren der OSC Berlin mit 9:31,28 gehalten hat. Das ist allerdings dem kommerziellen DLV-Seniorenstatistiker als Auslaufmodell bislang durchgerutscht. Oder hat er  seine Tätigkeit schon eingestellt und lässt sinnbildlich das Messer im Ferkel stecken?

Eine vergröberte Darstellung von Mitgliedschaften und Bundesbürgern

Geradezu analytisch hat sich dankenswerterweise ein befreundeter bayrischer Journalisten-Kollege aus der „Weltstadt mit Herz“ München mit unserem gestrigen Beitrag zum „neuen Volkssport“ auseinandergesetzt. Das würde im Detail diesen Rahmen sprengen. Nur so viel mit einem berechtigten Einwand, dass meine Hochrechnungen teilweise zu stark vergröbert daherkamen. 27 Millionen Mitgliedschaften im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sind nicht mit derselben Anzahl Bundesbürger gleichzusetzen, da es durchaus „Mehrfachtäter“ geben würde. Das hätte mir am eigenen Beispiel eigentlich klar werden müssen, der ich zeitgleich beim SC Bayer 05 Uerdingen (Leichtathletik), Leichlinger TV (Rasenkraftsport) und dem KSV Krefeld (Kraftsport) dreispurig unterwegs gewesen bin. Hinzu käme, dass als „Kavaliersdelikt“ in vielen Vereinen und nicht nur zwangsläufig Verbänden mit aufgehübschten Zahlen von „Aktenleichen“ operiert würde, um entsprechend höhere Zuschüsse zu generieren.
Das lässt sich allerdings schwerlich quantifizieren und beweisen, ist aber auch nicht unsere Aufgabe.