DLV beantragte beim Amtsgericht Verlegung morgiger Urteilsverkündung

(Darmstadt/Berlin/Erfurt/Krefeld, 15. Januar 2020) „Also noch mal eine Hängepartie. Hoffentlich die unwiderruflich letzte in dieser Angelegenheit.“ So lautete unser Schlusssatz im Beitrag vom 08.Dezember 2019 zur vom italienisch-stämmigen Sprinter Daniele Biffi (*1972) von TopFit Berlin und seinem Anwalt Gerald Kornisch schon lange anhängigen Klage vor dem Amtsgericht (AG) Darmstadt zum Ausländerstartrecht. Darüber haben wir im Verfahrensverlauf mehrfach und ausführlich berichtet, ohne das jetzt an dieser Stelle in Schlaglichtern alles zu rekapitulieren. Und eigentlich sollte es zumindest erstinstanzlich morgen ein Ende geben, war vom AG die Urteilsverkündung der Verhandlung vom 05.Dezember 2019 anberaumt worden. Das Wort „eigentlich“ verheißt bereits Ungemach. Stimmt! Denn der Beklagte Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat eine Verlegung dieses Termins auf die letzte Februar-Woche beantragt.

Entsprechende Personenkreis sollte vorsorglich zur Hallen-DM melden

Offenbar unter dem Hintergrund, dass der DLV-Verbandsrat am 21.Februar 2020 tagt und das Thema zum DM-Startrecht von EU-Senioren/innen mit Lebensmittelpunkt hier zu Lande, deutschem Verein und Startpass noch einmal diskutieren will. Unter Umständen, unsere Interpretation, um doch noch auf dem letzten Drücker einen Vergleich anzustreben. Denn ein erstinstanzliches Urteil birgt nun einmal, so oder so, stets die Gefahr der Berufung, mit abermals ungewissem Ausgang für die eine wie andere Seite der Prozessgegner.
Und die Moral von der Geschicht‘: Da am 21.Februar der Meldeschluss verstrichen sein wird, es aber auf Wiedereinsetzung in die vorigen Stand (also alte Regelung vor der Abschaffung in 2017) hinauslaufen könnte, sollte der in Frage kommende Personenkreis mit Norm (!) vorsorglich für die Hallen-DM mit Winterwurf vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt seine Teilnahme-Erklärung zu den jeweiligen Wettbewerben abgeben. Für alle Fälle ersatzweise außerhalb der Wertung. Das ist natürlich auch für Staffel-Besetzungen relevant.

Ausnahme-Senior Andy Dittmar stieß zum Saisonauftakt 17,65 Meter

(Erfurt/Krefeld, 14. Januar 2014) Wenn er mit sich und seiner Leistung im Reinen ist, wollen wir unsererseits nicht nach dem viel zitierten Haar in der Suppe suchen. Es wäre auch jammern auf verdammt hohem Niveau für einen Kugelstoßer der M45, der schier unerlässlich mit schöner Regelmäßigkeit seit Jahren als saisonale Bestleistung eine 18 vor dem Komma zu schreiben pflegt. Darauf könnte es auch heuer selbst bei auch für ihn allmählich biologisch gesehen dünner werdender Luft wieder hinauslaufen. Andy Dittmar (*1974; im Bild) von BiG Gotha stieß Samstag beim 11.TLV-Hallenmeeting in seinem „sportlichen Wohnzimmer“ der Erfurter Leichtathletik-Arena am Steigerwaldstadion als gewissermaßen konkurrenzloser, überlegener Sieger der Männer-Klasse zum Auftakt 17,65m.

Lediglich 21 Zentimeter kürzer als im Vorjahr

Das war bei der 10. Auflage im Vorjahr mit 17,86 m nur unwesentlich weiter, damals jedoch deutscher Hallenrekord der M45 (zuvor Tilman Northoff mit 17,36m). Den schraubte er im weiteren Verlauf  noch auf 18,08m (Stadion-BL 18,23m in 2019). Ein realistisches Ziel für den Mann mit dem langen Haltbarkeitsdatum, die nationale Bestmarke unter dem Hallendach noch einmal zu überbieten?
„Dieses Ergebnis stimmt mich sehr optimistisch und positiv, da ich erst ziemlich spät ins Wintertraining eingestiegen bin, bei bislang lediglich rund 150 Stößen auf Technik gegen die Wand noch die Sicherheit fehlt“, lautet seine Momentaufnahme. Ein Mehr an Maximalkraft sowie Stabilität wird er bei den weiteren Gelegenheiten in besagtem Wohnzimmer im Rahmen der Thüringer Hallenmeisterschaften (25./26.Januar) als Titelverteidiger bei den Männern und der Senioren-Hallen-DM (28.Februar. – 01.März) in die Waagschale werfen können.
Das sind die beiden wichtigsten
Durchlauferhitzer" zur Vorbereitung auf die Hallen-EM vom 15. bis 21.März 2020 im portugiesischen Braga.

Offene NRW-Hallenmeisterschaften bieten erste Standortbestimmung

(Düsseldorf/Krefeld, 12. Januar 2020) Jetzt geht’s los! Nach gutem Brauch und alter Väter Sitte eröffnet der Westen der Republik bei der Ü30-Generation die Meisterschaftssaison unter dem Hallendach. Bereits um 9.30 Uhr beginnt heute in sechs Konkurrenzen das bis 19 Uhr andauernde Tagewerk bei den Offenen NRW-Meisterschaften im Arena-Sportpark der Landeshauptstadt Düsseldorf. Eine willkommene erste Standortbestimmung nach schon seit einigen Wochen andauerndem Wintertraining. Für die Könner der jeweiligen Zunft von Lauf, Sprung und Stoß zugleich die Gelegenheit, frühzeitig die Normen für die nunmehr endlich feststehende Hallen-DM in Erfurt (wir berichteten zwanzigfach) abzuhaken. Hinzu kommt, dass die Jahrgänge mit den Endungen 0 und 5 in die nächsthöhere Altersklasse aufrücken. Beim Kugelstoßen obendrein ab M/W50 im Zehnjahrestakt mit leichteren Geräten und einer späteren Landung derselben verbunden.

Auf der letzten Rille zum Vorjahr noch ein Plus von drei Startwilligen

In unserer ersten Vorschau auf diese Titelkämpfe konnten wir berichten, dass 449 Senioren/innen aus sieben Regional-/Landesverbänden ihre Meldungen abgegeben haben und damit das Vorjahresjahresniveau von 456 fast erreicht wurde. Der gastgebende Leichtathletik-Verband Nordrhein hat nach seiner ersten Veröffentlichung (03.Januar) mit Stand 08.Januar noch zehn Nachkömmlinge von Startnummer 450 bis 459 aufgenommen. Mithin ist es ein Mini-Plus von drei Startwilligen. Aber auch das ist heutzutage bei zumeist sinkender Resonanz ein erfreulicher Aspekt.

690 Kilometer um sechsmal ein Stück Eisen wegzustoßen

Mitunter scheint sogar der weiteste Weg zu lohnen. Was freilich noch zu beweisen wäre. DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (*1969) vom Eisenacher LV in Thüringen, so er denn tatsächlich erscheint, will sich 345 Entfernungskilometer und zurück unter die Räder nehmen, um im Kugelstoßen der M50 mit der „Sechser“ zu debütieren, wo er auf sieben Kontrahenten treffen wird. Sei noch erwähnt, dass die M55 mit elf Gemeldeten die meldestärkste Klasse ist. Darunter der Lampis-Gründervater und ehemalige Rechteinhaber Peter Holthuijsen (*1961; im Bild) vom SC Myhl, der es vor Abschaffung des Ausländerstartrechts bereits zu nationalen Meisterehren in den Niederlanden und Deutschland brachte. Das sogar innerhalb von zwei Tagen. Die Favoritenrolle gebührt allerdings der nicht immer verlässlichen Papierform nach dem vier Jahre jüngeren M55-Neuling Oliver Schembach (*1965) vom Essener LV.

Abermals ein wildes Geschlechter-Mix der Meldeliste
 
Alles Weitere in der verlinkten Meldeliste nach Klassen/Disziplinen im branchenüblichen wilden Geschlechter-Mix a la SELTEC (M30, 35, W30, 35, M40, 45, W40, 45 und so fort). Wer gebietet wann dem geordneten Durcheinander des Software-Anbieters aus Bad Vöslau in Österreich endlich Einhalt? Solange das nicht der Fall ist, werden wir es gebetsmühlenartig nach Art des Wanderpredigers widerkäuen. Es darf getrost als Drohung verstanden werden!

Nanu: Winterwurf gleich nebenan parallel zu NRW-Hallenmeisterschaften

(Düsseldorf/Krefeld, 13. Januar 2020) Na, da schau an und wundere dich! Gleich neben dem Leichtathletik-„Tempel“ im Arena-Sportpark in Düsseldorf fand gestern auf den Außenanlagen parallel zu den Offenen NRW-Hallenmeisterschafen der Ü30-Generation eine vom TV Angermund ausgerichtete Winterwurf-Konkurrenz statt. Dazu sei vorrausgeschickt, dass sich die selbst ernannte Sportstadt – die sich vor allem für die kickende Fortuna als ihr liebstes Kind sinnbildlich alle verfügbaren Beine ausreißt – vor Jahren im vorauseilenden Gehorsam einer etwaig fallenden Schneeflocke (eher die Seltenheit am Niederrhein) außer Stande sah die Sicherheit für die bis dahin bei den Hallen-Titelkämpfen angedockten Winterwurf-Konkurrenzen (Diskus, Speer, Hammer) zu gewährleisten. Seither wurde dieses „Anhängsel“ als eigene Meisterschaft jeweils im November in Kooperation mit dem LVN dankenswerterweise vom rührigen Leichlinger TV durchgeführt.Und nun das? Wer hat da bei wem eine Leiche im Keller liegen? Und: Wieso genehmigte der gastgebende Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) bei der Vorgeschichte auf seinem Hoheitsgebiet in unmittelbarer Nachbarschaft diese Parallel-Veranstaltung? Das verstehe wer will? Gebe meinerseits unumwunden zu, dass dies meinen Horizont übersteigt, weiß mich jedoch zu meiner Beruhigung in großer Gesellschaft.

Notgedrungen eng getakteter Zeitplan beim Kugelstoßen

Nicht weil es so schön wäre und diebischen Spaß machen würde, müssen wir mit der Schelte unvermittelt fortfahren. Anders als in den Vorjahren wurde seitlich neben der stationären keine ambulante Kugelstoß-Anlage eingerichtet. Das war bei dem notgedrungen eng getakteten Zeitplan eine große logistische Herausforderung für Organisationschefin Gisela Stecher, drohte er zumindest zwischenzeitlich schon beim zweiten Wettbewerb der M70 aus dem Ruder zu laufen. Das pendelte sich jedoch später wieder ein.

Messungenauigkeiten ein großer Ärgernis

Das größere Ärgernis waren freilich in der M70 zum großen Unmut der Teilnehmer und fachkundigen Schaulustigen am rechten Sektorenrand (der Autor war ebenfalls Augenzeuge) die vielen Messungenauigkeiten auf dem zugegeben kaum sichtbare Abdrücke hinterlassenden festen, grünen Kunststoffuntergrund. Immerhin bilden die weiß lackierten Metermarkierungen im Radiusverlauf bei hoher Aufmerksamkeit und keinem Knick in der Optik einen guten Anhaltspunkt. Auf Intervention der Aktiven beim Schiedsrichter Wurf wurde schließlich der Feld-Kampfrichter, sonst für die Gerätekontrolle zuständig, ausgetauscht, ohne dass bei seiner Ablösung eine wesentliche Besserung eingetreten wäre. Das nennt sich dann wohl vom Regen in die Traufe zu gelangen.

Fünften Versuch zweimal wiederholen dürfen

Die absolute Krönung bei dieser unfreiwilligen Posse: Jung-Siebziger Hans Perpeet (*1950) von Mettmann Sport durfte aufgrund für Außenstehende offensichtlicher Messfehler und ihrer lauthalsen Proteste seinen fünften Versuch zweimal wiederholen, also dreimal absolvieren. Geschadet hat es ihm indes nicht. Er sollte in seinem da insgesamt schon siebten Durchgang mit 11,60m seine Tagesbestweite erzielen. Zuvor waren es mit Fragezeichen zu versehende 11,34m zum Auftakt, die aber zumindest in etwa stimmten.
Ehe uns ein paar Rosinen herauszupicken, überantworten wir alles Weitere der verlinkten Online-Ergebnisliste. Die präsentiert sich selbstverständlich in dem von uns schon in der Vorschau beschriebenen wilden, nicht einmal chronologischen Seltec-Geschlechtermix der Meldeliste. Schlechterdings ein wahr gewordener Alp- oder Albtraum!

Winterwurf-DM: Diskus und Speer werden in anderes Stadion ausgelagert

(Darmstadt/Erfurt/Krefeld, 11. Januar 2020) Hallen und Winterwurf-DM 2020 in Erfurt – bei unserer missionarischen Berichterstattung in diesem originären Zusammenhang seit 17.Oktober 2019 hiermit bereits Klappe, die sage und schreibe 20.! Kein Scherz, sondern die blanke Wahrheit. Da alle (Un-)Klarheiten beseitigt scheinen, werden wir diesen längst heiß gelaufenen Dauerbrenner nunmehr abschalten. Nicht jedoch ohne eine weitere Information, die der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mal wieder der Findigkeit der potentiellen DM-Starter der Fraktion Wurf überließ, statt plakativ in dem Beitrag vom 09.Januar 2020 darauf mit einem Satz und Quervermerk auf die Ausschreibung hinzuweisen. Bloß seinen „Schutzbefohlenen“ nicht zu viel verraten. Aber für den Extraservice gibt es ja Lampis, wir lassen tunlichst niemanden in Stich.

Achtung: Aufgrund Fußball noch knapperes Parkplatz-Angebot

Was von uns schon mehrfach thematisiert wurde (zuletzt unter diesem Link), ist  jetzt Fakt. Aufgrund des für den 01.März 2020 um 13.30 Uhr im Steigerwaldstadion angesetzten Fußball-Regionalligaspiels zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem Berliner AK finden die Winterwurf-Wettbewerbe zum Teil (vermutlich Diskus und Speer; Hammer auf dem Wurfplatz Mozartallee rechts neben dem Haupteingang der Halle) im etwa sechs Kilometer entfernten Stadion Essener Straße statt. Darauf lässt die diesmal separate Ausschreibung für die „DM Senioren Winterwurf“ mit Erfahrung früherer Gelegenheit aus 2017 und ein wenig Fantasie schließen. Genaueres was, wo und wann wird freilich erst der noch nicht veröffentlichte Zeitplan hergeben. Sicherlich nicht jedoch bereits ab 28.Februar 2020, wie zu lesen. Der Freitag war bislang stets den Gehern in von ihnen zurecht beklagter
Isolationshaft" vorbehalten.
Eines ist aber jetzt schon klar: Eingedenk des Viertliga-Kicks wird es erhebliche Engpässe beim eh schon sehr knappen Parkplatz-Angebot geben. Übernachtende Teilnehmer, und das dürfte die Mehrzahl sein, sind gut beraten von ihrem Hotel aus öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Schont obendrein als Nebeneffekt die innerstädtische Umweltbelastung.