Ein paar Gedanken und Aphorismen zum heutigen Muttertag

(Krefeld, 08. Mai 2016) Wohl dem, der sie noch hat – seine Mutter. Deshalb nicht vergessen: heute ist wie alle Jahre wieder am zweiten Sonntag im Mai ihnen besonders zu Ehren „Muttertag". Wenngleich er seinen Ursprung im antiken Griechenland und bei den Römern hat, schwappte er wie so vieles was das ganze Brimborium betrifft Anfang des 20. Jahrhunderts über den großen Teich aus der „Ich-hab-dich-lieb“-Nation Amerika herüber. Den Schnick-Schnack einmal weglassend indes ein durchaus sinnvoller Brauch den Müttern einen speziellen Tag zu widmen. Die gibt es für wesentlich nichtigere Anlässe schließlich zuhauf. Und mal auf die Spitze getrieben: Ohne sie wären wir alle miteinander gar nicht da. Plus dem, was sie uns bis zum Erwachsenwerden so alles mit auf den Weg gegeben haben. Dabei wird gemeinhin Söhnen eine besondere Beziehung zu ihren Müttern nachgesagt. Wobei hier ausdrücklich nicht der wenig schmeichelhafte Begriff „Müttersöhnchen“ gemeint ist, der mehr so die Weicheier und Warmduscher charakterisiert.
Nun sollte sich die Liebe, Zuneigung, Wahrnehmung und Ehrerbietung erwachsener, längst selbständiger Kinder zu ihren Müttern nicht auf diesen Gedenktag beschränken. Das verstehe sich doch von selbst. Mitnichten! Bei einer langjährigen Patenschaft in einem Seniorenheim habe ich erfahren müssen wie die Bewohner von ihren nächsten Angehörigen nur noch selten bis gar keinen Besuch mehr bekamen, regelrecht dankbar und froh waren, dass wenigstens ich einmal im Monat auf der Matte stand. Das galt freilich nicht minder erschreckend auch für die von der Lebenserwartung geringere Zahl von Männern (Vätern). So sie nicht in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt in Heimen untergebracht sind, hatten sie schon an Christi Himmelfahrt ihren Ehrentag. Allerdings feiern sie sich dabei mit reichlichem Alkoholgenuss vornehmlich selber. Insbesondere Väter in Lauerstellung, wo der Nachwuchs noch flüssig ist.