Ferdinand "Fred" Schladen vollendet heute sein 75. Lebensjahr

(Bonn/Krefeld, 24. Mai 2014) Gehörig was zu feiern hat ein Großer der sportlichen Handwerkszunft. Und das in des Wortes doppelter Bedeutung. Der einstige Weltklasse-Kugelstoßer Ferdinand „Fred“ Schladen (*24.05.1939) vom LC Bonn, mit 2,03 m Körpergröße ein wahrer Hüne von Gestalt, vollendet heute sein 75. Lebensjahr. Ganz wie es auch sonst seinem ehrlichen, aufrichtigen und obendrein fröhlichen rheinischen Naturell entspricht, stellt er sich diesem Jubelfest, feiert mit Weggefährten von einst und jetzt in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Die Gästeliste ist nur so gespickt mit bekannten Namen der damaligen Werferszene. Unmöglich, sie an dieser Stelle alle aufzuzählen. Doch einen nennen wir: Dr. Wolfgang Knüll, der sich als enger sportlicher, persönlicher und medizinischer Vertrauter dafür verbürgt, dass Fred stets ein sauberer, untadeliger Athlet war und ist. Insider wissen, worum es geht.
Das fortgeschrittene Geburtstagskind ist ein auf sportlichem Gebiet Spätberufener, dafür allerdings einer Dauerbrenner, der bis ins Jetzt immer wieder einmal aufflackert. Davon hält ihn auch ein Herzschrittmacher nicht ab. Demnächst gibt er sich und vor allem uns beim 5. Lampis-Werfermeeting an Christi Himmelfahrt im Bayer-Sportpark in Krefeld-Uerdingen die Ehre. Doch zurück. Aufgrund seines großen Wuchses plagten ihn irgendwann Rückenprobleme, begann er auf ärztlichen Rat hin erst als 20-Jähriger Sport zu treiben. Er schaute beim Kessenicher TV herein und stieß dank seiner Hebelverhältnisse auf Anhieb, bar jeglicher Technik, die Männer-Kugel 10,50 m weit. Hellhörig wurde da beim KTV noch niemand. Seine Armspannweite und Hände groß wie eine Bratpfanne schien den „Fachleuten“ eher für den Diskuswurf geeignet. Lediglich zwei Jahre später stellte der „Newcomer“ bei einem Werfertag mit 51,77 m einen westdeutschen Rekord auf. Damit wurden die falschen Leute auf ihn aufmerksam, die ihn bis 45 Meter abwärts verschlimmbesserten und er die Lust an der Scheibe verlor, sich vornehmlich als Autodidakt dem Kugelstoßen zuwandte.
Den Spielfilm müssen wir jetzt zwangsläufig abkürzen und machen einen radikalen Schnitt. Bei einem offiziellen vorolympischen Vergleichskampf mit asiatischen Leichtathleten stieß er am 08.August 1972 im Aachener Waldstadion mit 20,40 m bundesdeutschen Rekord. Dennoch wurde er Opfer verbandsinterner Querelen und auf Betreiben des damaligen Bundestrainers Karlheinz Leverköhne aus Leverkusen für die Olympischen Spiele in München ausgebootet. Natürlich hat es ihn wütend gemacht, und wenn darauf das Gespräch kommt immer noch. Doch daran ist der austrainierte 128-Kilo-Koloss nicht zerbrochen. Denn er mischte zehn weitere Jahre munter im Konzert der deutschen Spitzenklasse mit und wurde 1982, also 43-jährig, Dritter bei den Deutschen Meisterschaften der Männer/Frauen. Als in Stein gemeißeltes Relikt einer anderen Epoche steht sein bislang ungebrochener deutscher M-40-Rekord, den er am 06. September 1981 in Höhr-Grenzhausen mit 19,09 m aufstellte. Aus derzeitiger Sicht ist er für die „Ewigkeit“.
Über zwei Jahrzehnte verschwand er sportlich in der Versenkung, um dann 2004 in der M 65 wieder aufzutauchen. Dort verbesserte er auch am 01. Mai 2005 in Köln den immer noch bestehenden M-65-Weltkrekord mit der 7,26-Kilo-Kugel mal eben von 11,23 auf 12,07 m. Nach seiner eigentlichen sportlichen Karriere als Hochleistungssportler bis 1982 und der parallelen beruflichen Laufbahn als langjähriger Platz- und Hallenmeister des Bonner Sportparks Nord startete er als Ruheständler noch einmal durch. Der befreundete Intendant des Rheinischen Landestheaters schrieb ihm gewissermaßen die Rollen als Edelkomparse auf den imposanten Leib. Fred ging mit dem Ensemble als Riese in „Das tapfere Schneiderlein“ und Bodyguard in „Der Besuch der alten Dame“ auf monatelange Tourneen. Das peppte zudem die Rente auf.
Diese dreiteilige Vita machte den Jubilar in Bonn zur Institution und war zudem ein prächtiger Nährboden für unzählige Anekdoten, die sich um ihn ranken. Einige davon werden sicherlich heute im Kreise seiner Sportkameraden, Freunde und Bekannten die Runde machen. Den vielen Gratulanten schließen wir uns mit einem Herzlichen Glückwunsch, lieber Fred, gerne an. Mach et jot und bleib' wie du bist!
Noch mehr, auch Privates, über das Bonner Urgestein unter diesem Link in der heutigen Online-Ausgabe des angesehenen General-Anzeigers.