Präsidiale Erinnerung an den Meldeschluss hat eine Schattenseite

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Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Freudenstadt/Krefeld, 23. Mai 2014)
Legen wir zu unserem gestrigen Beitrag noch einmal nach, lassen uns kein X für ein U vormachen. Es war wohl nicht nur menschenfreundlich und uneigennützig von EVAA-Präsident Kurt Kaschke aus Freudenstadt angelegt, die potenziellen EM-Starter an den Meldeschluss für die Senioren-Europameisterschaft in Izmir zu erinnern. Denn es sollen möglichst viele Touris die Sportstätten bevölkern und ordentlich Meldegeld in die Kassen spülen. Hauptsache die Quantität stimmt. Da darf gerne der sportliche Wert auf der Strecke bleiben, zumindest aber reichlich verwässert werden. Schließlich muss das Organisationskomitee vor Ort tief in die Tasche greifen. Der große Tross der Funktionsträger will aus deren Mitteln (= Einnahmen) bezahlt werden. An-/Abreise mittels Luftbrücke, Fünf-Sterne-Herberge, Verpflegung – da kommt pro Nase für einen rund zweiwöchigen Aufenthalt ein hübsches Sümmchen zusammen. Allein das Präsidium und die technische Kommission der EVAA bestehen aus 19 Personen. Wäre natürlich ganz schön, wenn der/die Partner/in bei freiem Geleit mit im Boot säßen. Schlussendlich möchte man(n)/frau sich anlässlich offizieller Termine und Staatsempfängen bei Erdogan oder wem auch immer nicht eines Escort-Services bedienen müssen.
Nachtigall, ick hör dir trapsen. Unter diesem Gesichtspunkt wird klar, dass der kontinentale und selbstverständlich auch globale Dachverband kein wirkliches Interesse daran haben können, Normen einzuführen. Bei Gesprächen dieser Art pflegten Kaschke und sein Vorgänger Dieter Massin stets elegant auf Durchzug zu schalten.
Irgendwann werden pfiffige Reiseveranstalter auf die Idee kommen, Abenteuer-Urlaube zu internationalen Senioren-Titelkämpfen zu organisieren. Mit Hammer-, Gewicht- und Speerwurf für garantiert Ungeübte als absolute Kracher im reichhaltigen Angebot.
Quo vadis (Wohin gehst du?) schöne Senioren-Leichtathletik…