Öffentlichkeitsarbeit des DLV lässt viele Wünsche offen

Kommentar

Unter uns gesagt

(Krefeld, 21. Mai 2014)
Mit der sinngemäßen Meldung Kugelstoß-Weltmeister David Storl vom LAC Erdgas Chemnitz trifft bei seinem Saisoneinstand am Sonntag (18. Mai) beim Diamond League-Meeting in Shanghai auf Hallen-Weltmeister Ryan Whiting aus den USA machte der DLV am 15. Mai seine Newsspalte auf. Dazu mit Storl bebildert. Durchaus angemessen. Allerdings wartet der geneigte Leser bislang vergeblich darauf, was denn aus dem „Elefanten-Treffen“ geworden ist. Das riecht verdammt nach „der Zweite der erste Verlierer, der Vierte schon nicht mehr erwähnenswert“. Und das auf der Netzseite eines Fachverbandes. Erbärmlich!
Tragen wir es nach: „Storli“ (21,09 m) unterlag Whiting (21,31 m), der allerdings wiederum seinen Landsleuten Joe Kovacs (21,52 m) und Christian Cantwall (21,73 m). Ein hochkarätiges Resultat und allemal ein gelungener Auftakt des noch 23-jährigen Sachsen, der als ersten keinen Geringeren als den zweifachen Olympiasieger Tomasz Majewski (20,93 m) aus Polen hinter sich ließ. Derweil erfahren wir so staatstragend Elementares, dass der DLV seine 4 x 200-m-Staffel (kein Tippfehler!) der Frauen von der Staffel-WM zurückzieht, wo sie ohnehin keinen Blumentopf gewonnen hätte, und viele andere Dinge von ungeheurer Bedeutungslosigkeit. Die Dachorganisation versenkt ihr eigenes Flaggschiff mit Namen Stoß und Wurf. Vergessen wir dabei nicht, dass wir alle miteinander mit unseren Verbandsabgaben einen aufgeblasenen Verwaltungsstab inklusive Medien-Abteilung finanzieren helfen.
Doch wenden wir uns der spannenden Senioren-Spielecke zu. Wie gehabt wenig Bewegung, dafür bislang im Wonnemonat Mai viel langsame vom Gehen,
der Zuliefer-Disziplin für Orthopäden. Vizepräsident Matthias Reick aus Achim bei Bremen wird es in seiner Eigenschaft als Facharzt freuen. Kein Sterbenswörtchen hingegen von den ersten Durchgängen zur neuen Team-DM (zuvor DAMM) der großen Landesverbände Bayern, Westfalen und Nordrhein. Funkstille herrschte auch von den ersten saisonalen Landesmeisterschaften, denen von Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Nicht, dass das immer sehr aufregend und unterhaltsam gewesen wäre, was wir da nicht erfahren haben. Aber es gibt so etwas wie eine Bringschuld die Öffentlichkeitsarbeit betreffend.
Wenngleich in dem letztgenannten Bereich überwiegend Hobbyisten und Ehrenämtler wie „Dr. med. Ästhet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke und Konsorten am nicht sehr munteren Werk sind, lässt sich damit nicht alles entschuldigen. Entweder übernehme ich eine Aufgabe und erfülle sie auch – oder ich lasse es bleiben. Keiner hat sie dazu gezwungen.