Ein pfiffiges Länderkampf-Modell: Geselligkeit statt Erbsenzählen

(Čejkovice/Krefeld, 13. Januar 2016) Als der tschechische Masters-Präsident und ehemalige Weltklasse-Diskuswerfer Gejza Valent (siehe Verlinkung) Ende 2011 seine Idee von einem Länderkampf der Senioren in Europa bekannt machte, da konnte noch niemand ahnen, dass er damit eine Marktlücke schließen könnte. Ursprünglich auf Werfer ausgerichtet, kam es am 09. September 2012 im südmährischen Čejkovice zum ersten friedlichen Aufeinandertreffen zwischen Gastgeber Tschechien, Österreich und Slowenien, mit Wurfdisziplinen und den Wurf-Fünfkampf auf der sportlichen Speisekarte. Damals nutzten die Hausherren den Heimvorteil zum Gesamterfolg. Nach dieser Premiere mit glanzvollem Abschluss in einem Weinkeller wurden Änderungen auf den Weg gebracht mit Erweiterungen auf Lauf und Sprung, um den Vergleich so attraktiv wie eben möglich zu gestalten und eine größere Palette bieten zu können.

Ungarn stoßen als sechste Nation hinzu

Alle halfen mit, die Österreicher um Gottfried Gassenbauer und die Slowenen um Juri Nowak, um dieses Programm über Jahre interessant zu gestalten. Dabei bewerteten die Gründungsväter eines richtig und folgerichtig: das Treffen auf dem Sportplatz und das Treffen danach mit dem geselligen Teil hielten sich die Waage. Nicht Erbsenzählerei (wer hat mit welchem Vorsprung gewonnen und wer hat die meisten Medaillen, also diese ur-deutsche und DLV-Mentalität bei Analysen), die lockere Atmosphäre auf dem Platz und die noch lockerere Stimmung danach beim gemütlichen Beisammensein geben den Ton an und brachten neue Freunde ins Gespräch.
Nach den Österreichern, Tschechen und Slowenen kamen bald die Kroaten hinzu und richteten in Zagreb diesen Länderkampf aus. Im Vorjahr zählten die Schweizer zu den nächsten Teilnehmern am „Interstate" in Salzburg. Beim „kleinen Jubiläum“ der inzwischen fünften Auflage sind es die Ungarn, die erstmals am 09.Juli 2016 in Südmähren Interstate-Luft schnuppern wollen.

Ausgeklügeltes Punktesystem

Gejza Valent wird's freuen. Seine Idee lebt und wird keinen Vergleich mit internationalen Meisterschaften der EMA und WMA scheuen müssen. Denn hier, beim kontinentalen und globalen Dachverband, wird ein starres und über Jahre expandierendes (Tages-)Programm als Standard weiter zwangsbewirtschaftet und von Erbsenzählern kontrolliert. Dort als Kontrast das pfiffige Modell von Valent & Co. mit einem vom „Ösi“ Gassenbauer ersonnenen, ausgeklügeltem Punktesystem mit Altersfaktoren, das eine klassenübergreifende Nationalmannschaft von M/W35 bis „endlos“ bei Chancengleichheit möglich macht. Anders als die in Blei gegossene Form der so genannten Senioren-Challenge Frankreich – Deutschland – Belgien exklusiv und elitär lediglich für die M/W 40 + 50. Sehr zum Ärger ausgesperrter älterer Semester, die allein von der Zahl der Aktiven die Majorität behaupten.
Wie man's sieht und nimmt: verwaltender Altersstarrsinn bei Senioren-Titelkämpfen (EMA / WMA) oder geselliges Wettkämpfen beim Senioren-Meeting Made in Czechoslovakia, das ist hier die Frage?