Staatsanwaltschaft Paris ermittelt wegen WM-Vergabe gegen die IAAF

Kolumne

Moment mal

(Paris/Krefeld, 11. Dezember 2015) Wer gut schmiert, der gut fährt. Diese Binsenweisheit haben schon vor Jahrhunderten Kutscher bei der Wartung ihrer Pferdedroschken berherzigt. Allerdings gilt das mindestens genau so lange nicht nur im klassischen Sinne. Als habe der Leichtathletik-Weltverband mit noblem Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco mit dem Doping-Skandal nicht schon genug klebrigen, penetranten Dreck am Stecken, hat nunmehr die französische Staatsantwaltschaft in Paris gegen die (un-)verantwortlich handelnden Personen der IAAF Ermittlungen aufgenommen. Gewissermaßen passend zum erst gerade gefeierten, Entschuldigung: begangenen Welt-Anti-Korruptionstag.
Dabei geht es nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) um die umstrittene Vergabe der Leichtathletik-WM 2021 nach Eugene im US-Bundesstaat Oregon. Das Präsidium der globalen Dachorganisation hatte im April dieses Jahres die Titelkämpfe ohne vorheriges Bewerbungsverfahren vergeben. Der neue Verbandspräsident Lord Sebastian Coe (Großbritannien) verteidigt diese Vorgehensweise damit, dass auch schon früher gelegentlich so verfahren worden sei. Wieso, weshalb und warum, kann sich jeder ohne viel Fantasie selber ausmalen.
Es entbehrt obendrein nicht einer gewissen Pikanterie, dass in diesem Fall der zukünftige Ort der beabsichtigen Handlung zugleich der Hauptsitz des Sportartikelgiganten mit den vier Buchstaben, dem “Fleischerhaken” als Logo und den merkwürdigen Werbeslogans ist, der viele nationale Leichtathletik-Verbände (auch den DLV) und Weltklasseathleten unter Kontrakt hat. So ganz "nebenbei" hatte euer Lordschaft bis Ende November einen Beratervertrag mit dem Konzern.
Ein Schuft, der Böses dabei denkt.