Absurde Regel macht Wahl zu Senioren des Jahres zur Farce

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Glosse

Neben der Spur

(Krefeld/Darmstadt, 08. November 2015)
Außerordentlich beruhigend, dass es aufmerksame, gut informierte Leser gibt, die sich zudem noch räuspern. Und sei es, sie sind aus dem hohen Hause auf der Alsfelder Straße selber. Also trug es sich zu, dass wir den erleuchtenden Hinweis eines namentlich nicht genannt werden wollenden “Kiebitzes” erhielten, dass bei den Vorschlägen zur späteren Wahl der Senioren-Leichtathleten 2015 die vorjährigen auserkorenen Wolfgang Ritte (M60) vom SC Bayer 05 Uerdingen und Silke Schmidt (W55) von Mettmann Sport entgegen unserer Formulierung nicht auf sich selber folgen können. Denn das ließe das hausgemachte Regelwerk nicht zu, zweimal hintereinander in der gleichen Altersklasse, gewissermaßen als Krönung des Schwachsinns, diese hohe ideelle Auszeichnung erfahren zu dürfen (siehe Verlinkung). Wieder mal ein Geniestreich der Marke Schilda, ein Vorort von Darmstadt. 
Dieses Hirngespinst, das die verdächtige Nähe zum bösartigen Tumor aufweist, wurde vermutlich von der “Mutter Teresa aus dem Saarland”, auch als Verbandsoberschwester bekannt geworden, ers(p)onnen und schlussendlich ausgebrütet. Getreu dem Motto: Warum die bessere Lösung “wählen”, wenn auch eine schlechtere machbar ist. Aber es passt irgendwie in das Gesamtkunstwerk, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) und seine diversen Gremien mit vernünftigen, für alle nachvollziehbaren Bestimmungen und Verordnungen latent auf Kriegsfuß stehen. Da sei aus jüngster Zeit nur an die schnell wieder eingemottete Cup-Wertung, Joker-Poker-Regelung, Streichergebnis und Vorqualifizierung bei der Team-DM Senioren/innen, vormals DAMM, erinnert. Das war auch so ein Beispiel aus der unendlichen Seifenoper a la DLV es nicht unbedingt besser, sondern vornehmlich anders machen zu wollen. Allen zuvor geäußerten Vorbehalten zum Trotz.
Aber zurück zur neuen Missgeburt. Wenn das im Sinne des einstigen Erfinders derartiger “Wahlen” war, wobei sich hier eine so genannte Fachjury die Entscheidung vorbehält, die bereits einmal gründlich daneben griff, dann hätte der sprintende “Clown” Usain Bolt aus Jamaika nicht x-mal (2008 und ‘09, 2010 bis ‘13) in Serie Welt-Leichtathlet des Jahres, zudem 2009 und ’10 auch Weltsportler des Jahres, und Diskuswurf-Ass Robert Harting aus Berlin nicht im Tripel (2012 bis ‘14; mit 2015 wird es zwangsläufig wegen Verletzung nix) Deutschlands Sportler des Jahres werden können.

Gemeinsam sind wir stark: Aufruf zur Protestaktion!

Es kann und darf einfach nicht sein, dass Notlösungen die Gunst vor auch anno 2015 herausragenden Senioren wie Ritte und Schmidt erhalten. Womit nicht ultimativ behauptet sein soll, dass es keine möglichen Alternativen zu ihnen geben würde. Aber diese Ausnahmekönner von vornherein auszuschließen ist von haarsträubender Einfältigkeit aus dem Raritätenkabinett in Absurdistan. Deshalb ruft Lampis zu einer Protestaktion auf. Da jeweils drei Vorschläge unterbreitet werden können, sollten stets die beiden Genannten darunter sein, der/die eigene Kandidat/in und je ein/e chancenlose “Hinterbänkler/in” aus dem Nirwana der Bestenlisten.
Gemeinsam sind wir stark: Bringen wir diese Experten von eigenen Gnaden in gehörige Erklärungsnot, den mehrheitlich bekundeten Willen der Aktiven schlechterdings zu ignorieren...
Fußnote: Und da wir zwar schon von vielen, aber längst nicht von allen potenziell Abstimmenden gelesen werden, im Senioren(ver)sprecher als getreuem DLV-Gefolgsmann keinen Mitstreiter haben, bitte unbedingt weitersagen! Sonst ist die Aktion zum Scheitern verurteilt.