Dieter Adler: Ein im doppelten Wortsinne ausgezeichneter Sportjournalist

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(Krefeld/Hamburg, 07. November 2015) Ein im doppelten Wortsinne ausgezeichneter Sportjournalist: „Mister Leichtathletik“ Dieter Adler. Die jüngere Generation wird ihn freilich nicht gehört und gesehen haben. Denn aus Altersgründen verschwand der inzwischen 79-Jährige 2002 vom Bildschirm. Bei den Kollegen geriet er jedoch nicht in Vergessenheit. Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) ehrte den Gründungsmoderator der ARD-Sportschau anlässlich der Verleihung des Deutschen Sportjournalistenpreises 2015 im Festsaal des Hotels Grand Elysée in Hamburg für sein Lebenswerk. Die aus Funk, Fernsehen und Sport bekannte hochkarätige Jury (Tom Bartels, Gerd Delling, Sabine Töpperwien, Dr. Michael Groß und Hans-Wilhelm Gäb) hatte unter Vorsitz von VDS-Vizepräsident Dr. Christoph Fischer den gebürtigen Heidelberger für würdig befunden. Besser spät als nie. Bereits 2006 erhielt er den Medienpreis des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Sein Laudator in der Hansestadt war sein ehedem kongenialer Partner Gerd Rubenbauer, mit dem er gemeinsam von 1988 bis 2002 von allen leichtathletischen Großereignissen berichtete. Das waren noch Zeiten, werden sich einige wehmütig erinnern. Dagegen sind die heutigen öffentlich-rechtlichen Mikrofon-Doppel Wilfried Hark/Ralf Scholt (ARD) und Wolf-Dieter Poschmann/Peter Leissl (ZDF) allenfalls Abziehbilder. Misslungene dazu.
Nun kenne ich logischerweise nicht alle rund 3.700 berufsständisch organisierten Kollegen persönlich. Adler schon. Als wir beide noch im operativen Tagesgeschäft tätig waren, bin ich ihm ab 1971 bei Deutschen Meisterschaften der Männer/Frauen nahezu zwangsläufig auf der Pressetribüne oder im Arbeitsraum begegnet, konnte ihm sogar manche Insiderinformationen über Weltklasse-Zehnkämpfer Jürgen Hingsen (Bayer Uerdingen) stecken, an dem ich als Journalist vor Ort und Klubkamerad dazu besonders nah dran war. Ganz untypisch zu seinem Namen, war/ist Adler ein Mensch wie du und ich, kein bisschen abgehoben, was häufig und bisweilen vollkommen zu Recht manchen Fernsehschaffenden nachgesagt wird.