"Karajan unter den Trainern" Norbert Pixken feiert fernab seinen 77ten

(Pattaya/Thailand, 18. September 2015) Irgendwann kommt die Zeit, dass jeder noch so eckige Geburtstag ein runder ist. Und bekanntlich sollen die Feste gefeiert werden, solange sie fallen. Dieser Binsenweisheit entsprechend wollen wir an dieser Stelle nicht versäumen der längst im seligen (Un-)Ruhestand befindlichen einstigen Trainer-Legende Norbert Pixken zur heutigen siebten Wiederholung seines „Siebzigsten“ zu gratulieren! „Nöppi“, wie er als aktiver, exzellenter Techniker mit dem Diskus von seinen engeren Sportkameraden genannt wurde, beging seinen Geburtstag schon fünf Stunden vor der Mitteleuropäischen Sommerzeit. Denn seit dem Millenium hat er seinen festen Wohnsitz in luftiger Höhe des 23. Stockwerkes eines Hoteltraktes in Pattaya etwa 150 Kilometer von Bangkok (Thailand) entfernt. Aus klimatischen und gesundheitlichen Gründen vollzog der bekennende „Sonnenanbeter“ und Junggeselle diesen für manchen radikal anmutenden Schritt nach seiner Pensionierung vor 15 Jahren.
Tragen wir Eulen nach Athen und stellen zumindest der jüngeren Generation den gebürtigen Krefelder Norbert Pixken ein wenig näher vor. In Kurzform, versteht sich. Die Langversion würde Seiten füllen und diesen Rahmen gnadenlos sprengen. Pixken war in der Blütezeit der Leichtathletik in Deutschland viele Jahre lang hauptamtlicher Cheftrainer des FC Bayer 05 Uerdingen (heute SC…) und Werkssportlehrer des Chemiekonzerns Bayer in Krefeld-Uerdingen mit damals rund 10.000 Beschäftigten. Seine ganz große Liebe gehörte dem Zehnkampf. Und so war es alles andere als ein Zufall, dass er zum Entdecker, Förderer und Trainer von Jürgen Hingsen (*1958) wurde, den er als 16-Jährigen unter seine Fittiche nahm und ihn neben vielen anderen Erfolgen zum dreimaligen Verbesserer des Weltrekords bis hin zu 8.832 Punkten (seit 1984 unverändert deutscher Rekord!) formte. Ein großes, monatlich erscheinendes Sportmagazin bezeichnete Pixken in einer vierseitigen, bebilderten Story in der mehrspaltigen Überschrift „Den Karajan unter den Trainern“. Das bringt es auf den Punkt und ermöglicht es uns, Wort hinsichtlich der Kurzform zu halten.
Nostalgie pur: Das Foto der Rheinischen Post zeigt Pixken (rechts) und seinen Paradeschützling anlässlich der Verleihung des Wappentellers der Stadt Krefeld, der höchsten städtischen Auszeichnung im Sport, durch Oberbürgermeister Dieter Pützhofen nach den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Das hatte insofern noch eine besondere Attitüde, als dem charismatischen Pützhofen der Beinamen „Kennedy vom Niederrhein“ angeheftet wurde und Hingsen wegen seines Glamourfaktors mit amerikanischer Ehefrau Jeanne aus Santa Barbara (Kalifornien) von seinem Dauerrivalen sowie leider auch Dauerbezwinger Daley Thompson aus Großbritannien das Etikett „Hollywood-Hingsen“ bekam.