Prokop stieg vom Olymp zu einem Gespräch über die Laufmaut herunter

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Krefeld, 25. Juni 2015)
Und er bewegt sich doch von seinem Olymp herunter, der von der Basis seiner knapp über 800.000 Untertanen vollkommen entrückte DLV-Präsident Clemens Prokop. Der 58-jährige Regensburger lud einen handverlesenen Kreis von betroffenen Veranstaltern großer Straßenläufe gestern ins noble Maritim Konferenzhotel (Wer gut schmiert, der gut fährt) nach Darmstadt  (bekanntlich ist hier auch der Sitz der Verbandsgeschäftsstelle auf der Alsfelder Straße) zum „Runden Tisch“. Dabei ging es um die auch von uns in einem Akt der Solidarisierung (übermorgen sind vielleicht die Werfer dran) ebenfalls thematisierte, höchst umstrittene, bereits zum 01.Januar 2016 vorgesehene Laufmaut von 1 €. Der DLV nennt sie in seinem Anglizismuswahn und bevorzugten Denglish-Misch-Masch „Finisher-Gebühr“.
Hört sich niedlich an, kommt aber auf dasselbe raus. Dabei dürfte es sich vor allem um eine Geldbeschaffungsmaßnahme für die latent klamme Kasse handeln. Es ist ja auch nicht sonderlich erquickend, ständig nach Känguru-Art große Sprünge mit leerem Beutel machen zu müssen. Da gäbe es allerdings auf x anderen Gebieten genügend Einsparungspotenzial. Angefangen bei diesem Tagungs- und vermutlich auch Übernachtungsort für die geladenen Gäste.
Wie dem auch sei: immerhin scheint in dem studierten Juristen Prokop die – noch nicht zu – späte Erkenntnis gereift zu sein, dass der DLV von oben herab eine solche Gebühr nicht beschließen konnte. Die vielen publizierten konträren Aufsätze seiner Berufskollegen dazu (auch Lampis berichtete teilweise) werden ein Übriges bewirkt haben. Als Hängepartie erwies sich die für Pfingstsamstag anberaumte Außerordentliche Verbandsratssitzung. Fortsetzung folgt am 24. Juli 2015 während der DM der Männer/Frauen in Nürnberg.
Offenbar haben die nunmehr beteiligten Parteien Stillschweigen über das Ergebnis ihrer Gespräche vereinbart. Weder der DLV, noch die Interessengemeinschaft der Straßenlaufveranstalter berichten auf ihren Netzseiten darüber.
Aber wie soll „warme Luft“, mehr wird dabei logischerweise nicht heraus gekommen sein, auch anschaulich und substanziell dargestellt werden?!