204 incognito: Meldezahlen-Salat zur Senioren-WM gibt allerlei Rätsel auf

(Lyon/Darmstadt, 23. Juni 2015) Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast! Schon gar nicht, wenn sie von jemanden stammt, der sich selber den Spitznamen (der Anglizismus-DLV würde „Nickname“ sagen) Flunker gegeben hat. Da heißt es von dem Lügenbaron aus Berlin in einer Meldung auf der Verbandsnetzseite, dass 715 der insgesamt 8.042 Startwilligen für die 21. Senioren-Weltmeisterschaften vom 04. bis 16. August 2015 im französischen Lyon aus Deutschland kommen (sollen). Hoppla! Die vom DLV veröffentlichte offiziöse Meldeliste weist derweil 511 „Germanen“ aus. Bekanntlich will ein bestimmter Bodensatz, aus welchen auch immer nicht nachvollziehbaren Gründen, namentlich nicht genannt werden. Der lag bislang meist so um die zehn Prozent. Diesmal sollen es dagegen 28,53 vom Hundert sein? Nur sehr schwer vorstellbar! Da gilt es zunächst abzuwarten, bis die Franzmänner mit dem gesammelten Zahlenwerk herauskommen, um mit Bestimmtheit konstatieren zu können, wer wem hier was in die Tasche zu lügen gedenkt.
Einmal unterstellt, wenigstens das ist unumstößlich richtig, sollen/wollen 115 deutsche Senioren/innen erstmals für internationalen Meisterschaften gemeldet worden sein. Die werden sicherlich nicht ausnahmslos, eher zu einem schwindend geringen Teil, als nachrückende Frischlinge aus der M/W35 kommen. Das ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass im Gegensatz zur Senioren-DM international keine Normen zu erfüllen sind. Und machen wir uns nix vor: auch unter den übrigen angeblich 600 befinden sich jede Menge Sporttouristen, die noch nie bei einer Deutschen Senioren-Meisterschaft gesichtet werden konnten. Je reizvoller der Schauplatz, je höher der Anteil der Touris.
Das ist freilich kein deutsches Phänomen, sondern gilt länderübergreifend. Greift demnächst das berühmte Zitat von "Kaiser" Franz Beckenbauer: Schaun mer mal, dann sehn mer scho. Klarer Fall, dass wir an den fünf Geräten bleiben werden.