Austrian Masters: Gottfried Gassenbauer warf den Hammer 56 Meter weit

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(Götzis, 21. Juni 2015) Oberhalb der Stadionuhr im unter Leichtathleten weltberühmten Möslestadion (Mekka der Mehrkämpfer/innen) steht in großen Lettern „Vollbad“. Das wird sich den meisten Betrachtern nicht erschließen, ist beim Blick auf die Zeit zudem eher unerheblich. Vermutlich handelt es sich um die Werbebotschaft eines Sanitärunternehmens aus der heimischen Wirtschaft. Allerdings kann es hinsichtlich der Internationalen Österreichischen Mastersmeisterschaften an diesem Wochenende getrost als Synonym für Teilnehmer und Offizielle herhalten. Die mussten nämlich ungewollt bei teilweise sintflutartigem, nahezu andauerendem Regen schon vor der warmen Dusche ein ungewolltes, ziemlich kühles Vollbad nehmen. Denn zu allem Überdruss sackten die Temperaturen bis unter zehn Grad (heute Morgen um 09.15 Uhr) beim Kugelstoßen der M70 und älter in den Keller. Das weiß ich ganz genau, da ich nicht nur dabei, sondern mittendrin unter weiteren zwölf Startern war. Aber das lediglich als Nachweis der Authentizität. Und das alles, wie zum Hohne, zum kalendarischen Sommeranfang...
Da den Glücklichen keine Stunde schlägt oder, um im wettertechnischen Bilde zu bleiben, manchmal eben doch, erwischten der uneingeschränkte Ösi-Star der Masters und seine Mitbewerber der M50/55 gestern Mittag eine regenfreie Nische beim Hammerwurf auf dem Nebenplatz. Dabei ist diese Spezies weniger empfindlich, hat sie doch das in dem Falle sechs Kilo schwere Gerät an einem Griff und Draht, dazu noch einen Handschuh an. Aber ohne Dauerberrieselung von oben macht es einfach mehr Spaß und ermöglicht bessere Leistungen. Und so nutzte Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien die Gunst von Petrus, zelebrierte einmal mehr seine Disziplin und sich, ohne dabei penetrant zu wirken, erzielte innerhalb einer blitzsauberen Serie die Tagesbestweite von 56,00 Meter. Es war zugleich das herausragende Resultat dieser Titelkämpfe, bei denen etliche Athleten aus Deutschland ihre Visitenkarte abgaben.
Eigentlich wollte ich die Gelegenheit wahrnehmen, um mit meinem Sportfreund und Lampis-Repräsentanten in der Alpenrepublik sowie seiner bezaubernden Frau Silvia (meine „Regierungschefin“ war auch mit von der Partie) ein bisschen zu plaudern. Ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder kennt ihn, jeder mag ihn, jeder will ihm auf die kräftige Schulter klopfen und ein paar Worte mit ihm wechseln. Bei ihm kommt eben die unschlagbare Kombination Wiener und Werfer zusammen. Kein Schmäh! Beide muss man bekanntlich gar nicht erst in Stimmung bringen - die sind's ja schon. Die abendliche Athletenfete mit angemessener Oldie-Musik in der geräumigen Cafeteria hinter der Tribüne musste ich leider sausen lassen (siehe obige Startzeit am nächsten Tag).
Als dieser Beitrag eingestellt wurde, war die Online-Ergebnisliste unter
www.oelv.at (Masters > Wettkämpfe > Wettkampfliste 2015 > Details unter 20.06.) noch nicht veröffentlicht. Ein dazu passender Spruch, wenngleich in anderem Zusammenhang, von Chef-Organisator Jose Oberhauser: „Gut Ding will Weile haben.“ Um das auch noch aufzuklären: Er hat für mich netterweise die Handynummer des im nahen Feldkirch lebenden ehemaligen Eishockey-Trainers Miroslav „Miro“ Berek ermittelt, den ich während seiner Zeit bei den Krefeld Pinguinen in den neunziger Jahren als Sportjournalist beruflich bedingt kennen gelernt und mit dem ich mich inzwischen für nächste Woche verabredet habe. Wenigstens dieses Treffen kommt zustande.