Kasseler Auestadion mit DM 2016 Durchlauferhitzer für höhere Weihen

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(Darmstadt/Kassel/Krefeld, 10. Juni 2015) Wie der Medienservice, immerhin den gibt es, des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt gestern um 14.55 Uhr über den „Ticker“ laufen ließ, ist die Entscheidung gefallen. Nämlich die, dass der nächste Nachwuchs für die Seniorenklasse, die Männer/Frauen, ihre Deutschen Meisterschaften 2016 am 18./19. Juni im Auestadion in Kassel austragen. Schön, dass bei den wahnwitzigen Verbandsauflagen wenigstens dafür noch Ausrichter zur Verfügung stehen. Der ungewöhnlich frühe Termin dieser Titelkämpfe erklärt sich dadurch, dass im nächsten Jahr sowohl die Europameisterschaften in Amsterdam/NL (06. bis 10. Juli), als auch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Brasilien) mit den Leichtathletik-Wettbewerben vom 12. bis 21. August auf dem Programm stehen. Die einzige Großstadt Nordhessens (194.000 Einwohner) ist damit gewissermaßen der Durchlauferhitzer für die bundesdeutsche Creme de la Creme, die sich berechtigte Hoffnungen auf höhere Weihen machen darf.
Die üblichen Verdächtigen mit internationalem Format und Prädikat sind jedoch schnell an zwei Händen abzuzählen, kommen vorwiegend aus dem Stoß-/Wurfbereich und vom Mehrkampf. Das beschauliche Auestadion (Fassungsvermögen 18.737 Plätze) war zuletzt 2011 Schauplatz der damals verregneten DM. Größere Arenen mit Laufbahn, die es hier zu Lande ohnehin kaum noch gibt, streng genommen nur noch das Berliner Olympiastadion, vermögen allein deutsche Leichtathleten sowieso nicht mehr zu füllen. Insofern ist es zu begrüßen, dass einzelne Wettbewerbe telegen und publikumswirksam mit hohem Aufmerksamkeitsfaktor ausgelagert werden. Da sei nur an das stimmungsvolle Kugelstoßen der Männer und Frauen im Vorjahr vor dem Ulmer Münster erinnert. Störend war allein der dilettantische Kommentar von Peter Leissl im ZDF-Livestream. Da gab es für die bedauernswerte Klientel vor dem PC-Bildschirm ordentlich was auf die Ohren. Das wäre wie maßgeschneidert für Reporter-Ikone Siggi Heinrich von EUROSPORT gewesen. Aber selbst das Fernseh-Leben ist nunmal kein Wunschkonzert. Leider!