Austrian Masters wären fast Opfer eines Latrinengerüchtes geworden

Glosse

Neben der Spur

(Götzis/Jülich/Krefeld, 04. Juni 2015) Wie entsteht eigentlich ein Latrinengerücht? Oder dem ursprünglichen Sprachgebrauch nach drastischer formuliert: eine Scheißhausparole. Eingedenk dieser Deutlichkeit kommt der Begriff  vermutlich aus dem militärischen Bereich. Als in grauer Vorzeit die Kommunikationsmittel moderner Prägung noch nicht erfunden waren, wurden Meldungen per Mund von Mann zu Mann in der Befehlsebene von oben nach unten weitertransportiert. Und zu unguter Letzt hieß es dann beispielsweise, dass der Krieg bei Regen im Saale stattfinden würde.
Dermaßen übel wurde nunmehr den Organisatoren der Internationalen Austrian Masters am 20./21.Juni 2015 im in der Leichtathletik weltberühmten Götzis (Vorarlberg) mitgespielt. Ein ganz ausgeschlafenes Kerlchen aus deutschen Landen mit dem beziehungsreichen Namen Frühauf hat bei einem Wettkampf in Österreich aufgeschnappt, dass gleich nach dem Mehrkampf-Meeting die Abrissbirne in Götzis wegen der Erneuerung aller Kunststoffanlagen kreisen würde. Die genannten Titelkämpfe müssten daher nach irgendwo ins Montafon (ein 39 km langes Tal in Vorarlberg) verlegt werden. Das hat er munter bei jedem ausgeplaudert, der es hören oder nicht hören wollte. An diese Nachricht bin ich über Dieter Krumm aus Langenzenn bei Fürth gelangt, mit dem ich gelegentlich telefoniere.
Aus ureigenem Interesse (ich habe bereits fürs Kugelstoßen gemeldet) konfrontierte ich Wettkampfleiter Jose Oberhauser mit dieser vermeintlichen Hiobsbotschaft. Der fiel erstmal aus allen Wolken über Götzis, gab dann jedoch Entwarnung: „Das Möslestadion wird in der Tat generalsaniert. Aber wir hätten die Durchführung der Austrian Masters nicht übernommen, wenn uns der Bürgermeister nicht zugesichert hätte, dass uns eine komplette, funktionstüchtige Anlage zur Verfügung stehen werde. Also bitte nicht irritieren lassen – es ist alles auf Schiene.“

Plagiator verstößt gegen sein eigenes Credo

Da wir gerade bei Latrinengerüchten sind: Wenn schon dieses Abziehbild eines Senioren(ver)sprechers aus der einstige Kernreaktor-Gemeine Jülich auf seiner Verharmlosungsnetzseite in Teilen von Lampis abschreibt, dann, bitte schön, auch richtig und mit Quellenangabe. In einer ersten, inzwischen klammheimlich korrigierten Fassung (das widerspricht seinem Credo, dass auch ein Online-Medium nicht berichtigt werden dürfe) vom 3.Stendaler Hanse-Cup konstatierte er: „Siggi Wille (der Chef-Organisator, die Redaktion) zeigte die Bereitschaft, zukünftig im Cup auch die DM im Mehrkampf zu integrieren.“ All jene, die lediglich das Original gelesen haben (wer liest schon denselben Beitrag später nochmal?!), sind damit ins Bockshorn gejagt worden und mithin einer Scheißhausparole aufgesessen.
Durch unseren Korrespondenten Knut Reimann vor Ort haben wir authentisch aus erster Hand von der Podiumsdiskussion berichtet. Der gute Siggi Wille wird einen Teufel tun sich nach höchst unliebsamen Erfahrungen vor Jahren noch einmal um eine DM beim DLV zu bewerben und durch in einem 74-seitigen Auflagenkatalog zum Teil geforderte höchst unsinnige, unerfüllbare Maßnahmen (untere anderem 440 Parkplätze, 20 VIP-Parkplätze, Abhängung der Werbung et cetera) womöglich seine vielen örtlichen Sponsoren zu verprellen. Richtig ist vielmehr, dass LVP-Vizepräsident Dieter Tisch (Ludwigshafen) bei der beabsichtigten „Wegrationalisierung“ der Mehrkampf-DM bei den Senioren/innen einen Plan in der Schublade hat, den Fünfkampf beim Meeting in Stendal zu integrieren. Das ist ein kleiner, aber sehr wesentlicher Unterschied.
Nicht einmal richtig abschreiben kann er, der Plagiator mit bürgerlichem Namen Hermes. Von wegen Götterbote.