Ed-Burke-Bezwinger Hermann Albrecht zieht mit ihm nach Jahren gleich

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(Satteldorf/Krefeld, 06. April 2015) Kleiner Mann, ganz groß. Der griffige Spruch könnte für ihn erfunden worden sein. Für einen Wurf-Allrounder ist er eher klein von Wuchs, dazu vergleichsweise ein Leichtgewicht. Ideal für den Rasenkraftsport, wo es neben Alters- auch Gewichtsklassen gibt. Doch „unser“ fortgeschrittenes heutiges Geburtstagskind Hermann Albrecht (*06.04.1940) aus Satteldorf im Nordosten von Baden-Württemberg hat sich den leichtathletischen Wurfdisziplinen verschrieben. Da gibt es mit dem Spezialgebiet Hammerwurf keine Weihen, die er bei den Senioren noch nicht erfahren hätte. Die Erfolgsbilanz wäre schlicht zu lang, das hier alles aufzulisten. Allerdings sei nicht verschwiegen, dass ihm auch die höchste nationale ideelle Auszeichnung zuteil wurde, so eine Art Bundesverdienstkreuz für die „Oldies but Goldies“ der (einstigen) olympischen Kernsportart. Hermann wurde während der nationalen Hallenmeisterschaften im Februar 2011 in Erfurt zum „Deutschen Senioren-Leichtathleten des Jahres 2010“ gekürt. Damals hatte er einen ganz speziellen Fünfkampf aus Hände schütteln, fotografiert werden, Interviews geben sowie die gleich anschließenden, parallel beginnenden, weit auseinander liegenden Wettbewerbe im Hammerwurf und Hochsprung zu bestreiten. Auch diese ungewöhnliche Hatz meisterte er mit Bravour. „Großartig, wenn ich mir die Liste meiner grandiosen Vorgänger bei dieser Ehrung anschaue“, diktierte er seinerzeit dem Chronisten auch dieser Zeilen in den Notizblock.
„Unsterblich“ machte sich der Jubilar jedoch ziemlich genau vor drei Jahren an Ostern 2012 bei den Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf im mittelfinnischen Jyväskylä als er den us-amerikanischen Hammerwurf-Giganten und turmhohen Favoriten Edward „Ed“ Burke (*04.03.1940) in einem gleichermaßen denkwürdigen wie geschichtsträchtigen Duell schlug. Als ob das noch nicht genug wäre, entschied bei 51,25 zu 51,24m ein winziger Zentimeter über Sekt oder Selters. Ob der Briefkopf des Mannes aus dem beschaulichen Satteldorf (5.200 Einwohner) seither durch die Zeile „Ed-Burke-Bezwinger“ geziert wird, ist indes nicht überliefert.   
Das jedoch schon: Hermann teilt mit seiner aus Rumänien stammenden Teodora nicht nur die Liebe zueinander, sondern auch für die Schwerathletik innerhalb der Leichtathletik. Es ist keine Übertreibung, sie als werfenden Gegenentwurf zum stahbhochspringenden Ehepaar Ute und Wolfgang Ritte aus Moers am Niederrhein zu bezeichnen. Die nationalen und internationalen Erfolge durchaus eingeschlossen sowie männlicherseits die Ehrung zum Senioren-Leichtathleten des Jahres (W.Ritte gerade für 2014). Fraglos ein fast schon unverschämter Glücksfall, der Ehefrau nicht umschweifig und mit einer Träne im Knopfloch erklären zu müssen, mal eben für drei Stunden zum Training zu verschwinden und sie stattdessen mitzunehmen.
Es sei ihm und ihr von Herzen gegönnt. Genau wie die schöne Geburtstagsfeier am heutigen Ostermontag.
Und zu guter Letzt: Herzlichen Glückwunsch zum "75ten" vom Verfasser und der großen Werferfamilie, lieber Hermann!