Sportsch(l)au: Eine kleine Hitliste der größten Sportirrtümer und Vorurteile

(Köln/Krefeld, 16. März 2015) Mit Unterstützung und freundlichen Genehmigung von Sportwissenschaftlicher Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, haben wir in loser Folge in bislang 63 Beiträgen meist unter dem Arbeitstitel „Sportsch(l)au“ mit Vorurteilen rund um die herrlichste Nebensache der Welt aufgeräumt und/oder wertvolle Ratschläge gegeben. Daraus haben wir eine kleine Hitliste der größten Sportirrtümer aufgestellt, Rang 1 bis 5 bereits veröffentlicht. Nunmehr der zweite und letzte Teil mit den Plätzen 6 bis 10, wobei die Reihen- keine Rangfolge darstellt.
6. Apfelschorle ist das beste Sportgetränk! – Nicht ganz. Von im Handel erhältlichen, bereits fertig angebotenen Saftschorlen jeglicher Obstsorten ist eher abzuraten. Sie enthalten in aller Regel zuviel Zucker und sonstige „verborgene“ Süßstoffe. Die klügere Variante ist der Eigenmix aus reinen Säften mit kohlesäurearmem Mineralwasser. Oder, noch besser, den Klassiker Wasser pur. Ein kalter Tipp nach dem Training ist alkoholfreies Weizenbier, das die leer gefahrenen Mineralstofftanks wieder auffüllt.
7. Nichtraucher haben eine bessere Kondition! – Dass Rauchen ungesund ist, sollte sich inzwischen herum gesprochen haben. Und dass davon abzuraten ist, ebenfalls. Dennoch haben trainierte Raucher trotz einiger Beeinträchtigungen der Lungenfunktion eine bessere Kondition als nicht rauchende Sportmuffel. Freilich ein schwacher Trost. Mitleid ist jedoch wie bei jeder Art von Sucht unangebracht.
8. Alkohol lässt sich beim Sport ausschwitzen! – Schön wär’s. Stimmt aber leider nicht. Alkohol wird nahezu ausschließlich über die (Säufer-)Leber abgebaut. Da Sport allerdings den Kreislauf anregt und wenn er dazu an der frischen Luft ausgeübt wird, fühlt man sich danach bestenfalls wohler. Es ist indes eindringlich davon abzuraten, sich selber ans Steuer zu setzen und zum Ort des sportlichen Geschehens zu fahren.
9. Nur wer Muskelkater hat, der hat richtig trainiert! – Diese These stammt aus dem Bereich von Märchen und Sagen. Ein probates Mittel dagegen: Regelmäßiges Training. Denn Muskelkater ist stets das Warnsignal dafür, länger in Untätigkeit verharrt zu haben. Drauf zutrainieren, um ihn zu vertreiben, ist allerdings das falsche Rezept von Omas Haus- und Heilmittelchen. Denn es handelt sich um kleinste Muskelfaserrisse, die erst mit begleitenden Maßnahmen auskuriert werden sollten. Ansonsten droht eine Verschlimmbesserung.
10. Durch Sport wird Fett in Muskelmasse umgewandelt! – Das wäre der Bringer überhaupt. Der Terminus verrät’s schon, dass es nicht stimmt. Regelmäßiges Krafttraining verhilft lediglich dazu, dass Fettmasse allmählich ab- und Muskelmasse aufgebaut wird. Eine Kombination von ausgewogener Ernährung, Ausdauer- und Krafttraining ist für die Fettschmelze am ehesten geeignet.