Lutz Caspers steigerte "eigenen" Europarekord um 1 cm

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(Mutterstadt/Alzey/Krefeld, 15. April 2014) Maßarbeit in der für die Leichtathletik denkbar kleinsten metrischen Einheit leistete Hammerwurf-Spezialist Lutz Caspers (*10.07.1943) vom TV Alzey. Der Olympia-Teilnehmer von 1972 verbesserte den bisher gemeinsam mit dem Finnen Esko Antero Paiviainen gehaltenen Europarekord von 21,34 m im amerikanischen Gewichtwurf bei einem Werfertag der TSG Mutterstadt um einen Zentimeter auf 21,35m. Und jetzt wird es paradox: der deutsche Rekord (21,64 m), den er am 10. März 2013 ebenfalls in Mutterstadt aufstellte, ist um 29 Zentimeter besser als die kontinentale Bestmarke. Das ist schlicht dem Umstand von unterschiedlichen Regeln geschuldet. Hier zu Lande gilt für die Aufstellung eines Rekords das Jahr der Vollendung in der neuen Altersklasse, international jedoch das Geburtsdatum. Was auch Sinn macht. Schließlich ist es irgendwie schizophren, dass ein beispielsweise am 31.12.1944 Geborener als gerade 69-Jähriger bei einem Hallensportfest am 04. Januar 2014 bereits einen deutschen Rekord in welcher Disziplin auch immer bei der M 70, weiblich natürlich auch möglich, aufstellen kann. Es war schon immer und überall so: am deutschen Wesen, soll die  Welt genesen.
Kommen wir zu einer weiteren Ungereimtheit: Paiviainen, laut Europarekordliste der EVAA angeblich am 22.05.1938 geboren, wird bislang mit jenen 21,34 m vom 18.August 2013 allein als Rekordhalter in der M 70 geführt. Da hätte er indes nach dem angegebenen Geburtsdatum bereits das 75. Lebensjahr vollendet und müsste demzufolge in der M 75 gelistet werden. Lutz Caspers, mit dem der Verfasser telefoniert hat, versichert indes, dass der Finne bei der Senioren-WM in Budapest sein Gegner war und erst 72 ist. Hoch lebe die Statistik! Und wenn sie falsch ist, egal wie, taugt sie nicht. Und da wir gerade dabei sind: Lutz war schon einmal alleiniger Europarekord-Inhaber, warf am 03.August 2013 21,01 m, ehe ihn das „Nordlicht“ 15 Tage später in einem Bäumchen-verwechsele-dich-Spiel ablöste und er mit ihm am 12.Oktober 2013 gleichzog. Wo sonst, als in Mutterstadt.
Doch gehen wir getrost davon aus, dass die 21,35 und 21,64 m unseres VIP-Mitgliedes nur eine Durchgangsstation sind. Denn der aus Meiderich (heute ein Ortsteil von Duisburg) stammende 70-jährige Wahl-Rheinhesse hat sich die Verbesserung des Weltrekords (22,33 m) keines Geringeren als Edward „Ed“ Burke aus den USA auf die Fahne geschrieben. Im Training hat der Linkshänder bereits mehrfach über 22 Meter geworfen. Und wir sind bei einem Blick in den Kalender noch sehr früh in der Saison, hat er seine Bestform sicherlich noch nicht erreicht. Anderenfalls hätte er einiges falsch gemacht.