Alt-Meister David Storl mit minimaler Steigerung zum zehnten DM-Gold

  • Drucken

(Berlin/Krefeld, 24. Juni 2022) Ein Wettkampf ist kein Wunschkonzert. Insofern wich die positive Erwartungshaltung mit vier potenziellen 20-m-Kugelstoßern beim friedlichen Kampf um DM-Gold heute am Brandenburger Tor in der Bundeshauptstadt Berlin weitgehend der Ernüchterung, eher noch der Enttäuschung. Nur einer aus dem Spitzenquartett erfüllte die Vorschusslorbeeren. Das war Alt-Meister David Storl (*27.07.1990) vom SC DHfK Leipzig, der zugleich Älteste im Bunde des 13-köpfigen Starterfeldes. Der bald 32-jährige Sachse stellte mit der minimalsten aller denkbaren Steigerungsraten von einem Zentimeter eine neue Saisonbestleistung von 20,32m auf, bewegte sich somit zumindest im Rahmen seines verbliebenen Leistungsvermögens und fuhr den zehnten nationalen Titel in die Scheuer. Es war vom Auftakt mit 19,98 über 20,00 und 20,32m schlussendlich ein Start-Ziel-Sieg gegen die kollektiv schwächelnde Konkurrenz der drei übrigen 20-m-Stoßer in 2022.

Ein Salto rückwärts vom Vizemeister als Zugabe für die Zuschauer
 
Der mit 20,41m die aktuelle DLV-Bestenliste weiterhin anführende Simon Bayer steigerte sich im finalen sechsten Versuch von 19,49 auf 19,94m und quittierte es zur Erbauung der bei kostenfreiem Eintritt gut gefüllten Zuschauerränge mit einem Salto rückwärts im Ring.  Dritter wurde hinter ihm Vorjahressieger Dennis Lukas (SBL 20,06m) mit 19,39m denkbar knapp vor Silas Ristl (19,38m). Den heftigsten Absturz erlebte 2,10-Meter-Hüne Christian Zimmermann (SBL 20,07m), der mit für ihn völligen indiskutablen 18,42m nach dem Vorkampf als Zehnter ausschied. Das Finale der besten Acht erreichte hingegen überraschend der 19-jährige U20-Athlet Tizian Lauria (18,54m, PBL), der mit der altersgemäßen 6-Kilo-Kugel die Weltjahresbestleistung von 21,15m hält. Aus der zweiten Garnitur erfreuten Leon Schwöbel, wie Storl ein „Dinosaurier“ der Rückenstoßtechnik, mit dem „Hausrekord“ von 19,16m (Fünfter) und Cedric Trinemeier mit der Saisonbestleistung von 18,91m (Sechster). Auf der Habenseite des nationalen Saisonhöhepunktes stehen also zwei persönliche und zwei Jahresbestleistungen. Den Rest vom ergo nicht durgängig gelungenen Fest, womit wir wieder beim Eingangssatz wären, überantworten für Interessierte der Ergebnisliste.