Der Sportirrtum: Optimale Trainingspuls ließe sich nach Formeln ermitteln

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(Köln/Krefeld, 01. Oktober 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter den Rubriken „Sportsch(l)au“ und Der Sporrtirrtum" sowie anderen Publikationsmedien und seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. As

Genauere Aufschlüsse liefert die Leistungsdiagnostik

Fettverbrennungs-, Trainings- und Wettkampfpuls… Solche Begriffe prägen die Diskussionen der letzten Jahre. Und fast jeder Sportler kennt seinen optimalen Trainingspuls, der exakt den Trainingsbereich trifft. Formeln wurden hierzu entwickelt, sodass ein jeder seinen optimalen Trainingspuls leicht und ohne viel Aufwand errechnen kann. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten und Faustregeln. Kontrolliert wird er einfach und verlässlich mit einem Herzfrequenzmesser, also einer Pulsuhr. Oder noch etwas moderner heutzutage mit einem sogenannten Fitnesstracker.
Doch das stimmt so leider nicht! Jeder Mensch, jeder Körper und jeder Organismus ist verschieden. Und somit auch das Herz-Kreislauf-System. Es lässt sich nicht einfach mit Formeln berechnen und festlegen, sondern die Regulation auf einen Reiz ist bei jedem Menschen individuell. Hinzu kommen der Unterschied zwischen Mann und Frau, dementsprechend der hormonelle Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus ist der optimale Trainingspuls in Abhängigkeit zu der ausgeführten Sportart zu sehen. Hieraus wird deutlich, dass die Formeln zwangsläufig sehr ungenau sind und allenfalls einen groben Richtwert bieten.
Viel exakter sind andere Methoden. Die seit vielen Jahren bekannte Laktatmessung zum Beispiel hat das Ziel die (Ausdauer-)Leistungsfähigkeit zu ermitteln. Noch größere Aufschlüsse liefert die Spiroergometrie.  
Fazit: Wer also sicher gehen möchte, der sollte seinen optimalen Puls nach einem dieser beiden Verfahren ermitteln lassen. Alle anderen Maßnahmen liefern lediglich Anhaltspunkte.
Redaktioneller Tipp: Es gibt an Hochschulen und Universitäten mit dem Studienfach „Sport“ zumeist Institute für Leistungsdiagnostik, zu denen auch Amateure Zugang haben. So auch an der DSHS Köln. Aber auch anderswo, in einigen Städten an großen Kliniken. Bei Interesse für die eigene Region in einem x-beliebigen Internet-Suchdienst recherchieren.