Zwei Plätze unter den besten Acht am siebten Leichtathletik-Tag

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(Tokio/Krefeld, 05. August 2021; 17.30 Uhr) Komplettieren wir unsere Olympia-Berichterstattung vom ortszeitlichen heutigen Nachmittag und Abend der Leichtathletik-Wettbewerbe in Tokio mit deutscher Beteiligung. Die beste Platzierung blieb Christopher Linke als Fünftem im 20 km Gehen in 1:21,50 Stunden vorbehalten. Carolin Schäfer steuerte im Siebenkampf fernab vom Medaillen-Trio Nifissatou Thiam (6.791) aus Belgien, Anouk Vetter (6.689) und Emma Oosterwegel (6.590, beide Niederlande)  mit 6.419 Punkten den siebten Rang bei. Dennoch notierte die elektronische Daten-Übermittlung ein Novum für die Frankfurterin, die doch überall Saisonbestleistungen aufgestellt haben soll. Kunststück, da es ihr erster Siebenkampf im nachgeholten Olympiajahr anno 2021 gewesen ist. Aber immerhin gelang ihr mit 54,10m im Speerwurf tatsächlich sogar eine persönliche Bestleistung bei einem Zweitage-Werk mit mehr Tiefen (beispielsweise 5,78m im Weitsprung) als Höhen.

Wilde Achterbahnfahrt von Zehnkämpfer Kai Kazmirek

Eine noch wildere Achterbahnfahrt erlebte Zehnkämpfer Kai Kazmirek nicht nur wegen der drei Disziplinen mehr im Programm. Der Olympia-Vierte von 2016 in Rio de Janeiro (8.580) landete mit für ihn sehr bescheidenen 8.126 Punkten im Niemandsland dieser hochklassigen Konkurrenz lediglich auf dem 14. Platz. Jedenfalls wurde viel weiter vorne ordentlich Betrieb veranstaltet. Der Favorit und sechsfache Götzis-Sieger Damian Warner aus Kanada knackte mit olympischem Rekord von 9.018 Zählern diesmal die begehrte 9.000-Punkte-Schallmauer, die er Ende Mai in Vorarlberg noch denkbar knapp (8.995) verpasst hatte. Zweiter wurde Weltrekordler Kevin Mayer (8.726) aus Frankreich vor dem Australier Ashley Moloney (8.649), der einen neuen Kontinentalrekord aufstellte. Völlig müßig und brotlose Kunst im Konjunktiv fabulierend nun in die Glaskugel zu schauen, was wäre gewesen wenn sich Weltmeister Niklas Kaul (damals 8.691 Punkte 2019 in Doha) nicht beim Hochsprung verletzt hätte? Das der 23-jährige Mainzer zum rechten Zeitpunkt in hervorragender physischer und mentaler Verfassung war, steht dabei bis zu seinem Ausscheiden außer Frage. So brutal das klingen mag: Sportliche Spektakel produzieren halt auch tragische Helden.  
Weitere Ergebnisse: 4x400-m-Vorläufe der Frauen (16 Nationen): 4. Deutschland (Schwab, Krafzik, Müller, Spelmeyer-Preuss) 3:24,77 Minuten (Saisonbestzeit), als Gesamt-Zehnte ausgeschieden; Siebenkampf (24): 19. Vanessa Grimm 6.114 Punkte;  1.500-m-Halbfinals (26): 18. Robert Farken 3:35,21 Minuten; 20 km Gehen (57 Teilnehmer): 22. Leo Köpp 1:24.46, 28. Nils Brembach 1:26,45 Stunden. – Alle Resultate.