Veranstalter Swift Atletiek schüttete das Kind mit dem Bade aus

(Roermond/Krefeld, 15. Oktober 2014) Frei nach Johann Wolfgang von Goethe, dem großen Dichter und Denker, geboren 1749 in Frankfurt, verstorben 1832 in Weimar: Nun werde ich sie nicht mehr los, die Geister, die ich rief. Was daran mit der Leichtathletik zu tun haben soll, kommt sogleich. Bei der traditionellen Douwe Smit Trofee zum Saisonkehraus im niederländischen Roermond, nahe der deutschen Grenze, hagelte es in den Vorjahren wegen der überbordenden Felder massive Beschwerden. Völlig zu Recht! Denn klassenübergreifendes Kugelstoßen mit 28 Startern von der M 14 bis endlos, allesamt mit sechs Versuchen ausgestattet, häufig unaufmerksamen „Kids“ und einer Dauer von rund 90 Minuten ist nun wahrlich nicht das pralle, ungetrübte Vergnügen. Insbesondere reifere Semester können über einen solch langen Zeitraum die Wettkampfspannung nicht halten. Die Folge: Heiner Romberg, Ralf Unger und meine Wenigkeit, um nur drei Beispiele zu nennen, haben zur Freude des großen Restes „die Geigen eingepackt“ und sind  unter Missachtung des sinnlos verschleuderten Startgeldes unverrichteter Dinge vorzeitig von dannen gezogen.
Veranstalter Swift Atletiek zog heuer im Interesse der leistungsorientierten Athleten/innen die Reißleine und machte bei 14 Teilnehmern pro Disziplin und einer Straffung der Klassen den Gemischtwarenladen bei Kugel, Diskus, Speer und Hammer zu. Damit verfielen die Organisatoren von einem Extrem ins andere, schütteten gewissermaßen das Kind mit dem Bade aus. Denn selbst Aktive die sich deutlich vor dem offiziell erst heute 24.00 Uhr endenden Nennungsschluss anmeldeten, landeten auf einer Warteliste. Ein Nachrücken setzt freilich voraus, dass sich irgendwie Verhinderte netterweise frühzeitig abmelden. Wer macht das schon? Und so steht ein langjähriger, indes „aufmüpfiger“ Stammgast wie Ralf Unger (*1947) vom TuS Buir (ein Vorort von Kerpen) zunächst einmal in Lauerstellung. Die Alternative für ihn wäre der Werfertag am Sonntag im westfälischen Haltern. Das ist jedoch fahrtechnisch ein erhebliches Stück weiter des An- und Abreiseweges. Zumal sich Roermond mit einem Besuch des dortigen riesigen Outlet-Centers oder der schönen Altstadt verquicken ließe. Gewissermaßen zum Pluspunkte sammeln bei der häufig vernachlässigten persönlichen Regierungschefin. Da kann ich von Glück sagen, dass ich auf einen Wink von Swift-Kenner und Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen noch früher als früh meine Startabsicht kundgetan habe.